Exempelpolitik - Fortsetzung

'Bey dem Masenio sein etzliche artige Exempla Symbolorum, als da er aus dem Wapen des Fabii Chisii einen Adler nimt/ worauß er 50. Symbola macht/ und auß der Pamphiliorum Wapen/ eine Taube und Oelbaum/ von welchen er gleichfalls 50. Symbola erfunden. Der Index Masenii, darin er alle Ordnungen der Dinge durchgeht/ uud von jeden kürtzlich die Eygenschafft setzt/ am Rande aber den sensum moralem, nützt treflich zu den Erfindungen.'

'Im Englischen hat Franciscus Quarles Geistliche Emblemata geschrieben/ wie auch Epigrammata, die er divine fancies, nennet. Aber die Emblemata sein mehrentheils aus des Hermani Hugonis piis desideriis genommen/ [S] <br> <br> da er doch derselben mit keinem Worte gedencket.'

'Die Rätzel gehören auch zu den Sinnbildern/ welche gleichfalls ihre fontes inventionum in den vorigen locis haben und bestehen theils in Bildern/ theils in Schrifften. Von jenen handelt Masenius weitläufftig in Speculo Imaginum.'

'Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die Edda gehabt/ welches war die Mythologia Poetica der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre Theologia, Physica und Ethica. Es sind zweyerley Eddae gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und An. 1077. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue Edda hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr 1222. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche Petrus Resenius mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden ddis handelt. In der Königlichen Schwe-[S] <br> <br> dischen Bibliothec soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr Rudbeck meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte Eddam etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die Edda ihre Mythologia, so ist die Scalda ihre Metrica und Prosodia gewesen. Arngrimus sagt von dieser also: Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet,'

Kornfeld, Theodor

Selbst-Lehrende Alt-Neue Poësîe Oder Vers-Kunst Der Edlen Teutschen-Helden-Sprache

'als: Göttliches/ Himlisches/ leibliches/ nützliches/ Tapfferkeit/ Mäßigkeit/ gnädiglich/ himlische/ höllische/ irdische & c.'

'als: göttliche/ geistliche/ heilige'

'als: -vv Göttliches/ himlisches/ höllisches/ tägliches/ sterbliches/ heyligkeit/ fröligkeit/ seeligkeit &c.'

'als: Ewigkeit/ seeligkeit; ewiglich/ seliglich'

'Mein Herr Jesu durch dein Blut/'

'Mein JEsu meiner Seelen Schatz'

'Himlischer Vater erlaß mir die Schulde/'

'Ach Vater in des Himmels-Thron/'

'Gott geb‘ uns allen seinen Segen/'

'Gottes Hand/'

'Mein Tugend-Kleid/'

'Das Laster-Lebend werffet weg/'

'Ich singe meinem Gott dis Liedlein zu Ehren/'

'Kommet ihr Völcker und singet mit Freuden/'

'Dieser vorgedachten Jahr-zeits-Versen Exempla habe ich zwar offt gesetzet/ besonders aber in meiner Decuriâ Acclamationum Votivarum primâ, so ich in Jena anno 1666. habe drücken lassen/ da unter vielen anderen Poêtischen Kunst-stücklein sich finden der Jahrzahlen (1) Per num: pronunciationem: ¶ Gott Mehre DoCh Lehre/ VerWahre sIe gantz! […] <br> <br> '

'Ey lasset uns den Herren loben'

'Gott segne nun der Christen Waffen/'

'Laß den höchsten Gott nur walten/'

'Ach! mein Gott/ hilff mir besingen/'

'Ein Exempel des Sonnets/ So ich dem Wollbohrnen Herrn Fride-[S] <br> <br> rich Ulrich von Münchhausen/ da er mit J. Anna Dorothea vom Busch Hochzeit zu Ippenburg machete/ anno 1661. zu Ehren/ unter andern Gedichten/ gesetzet habe/ und zu Rinteln drücken lassen/ also lautend. ¶ Als Jacob in der Fremb von jederman verlassen/'

'Solch ein Wandelgedicht setze Ich hier im Gebeth gegen die in der Nähe herümb wandelende Rühr/ also: ¶ Wandelt itzt herümb die Plag‘/'

'Wie irret doch herümme/'

'Exempel der Echo. ¶ Was hat uns Gott gegeben? Leben.'

'das solche 6. Reigen offtmahln Strophen machen. als: ¶ Lasst uns den HErren singen'

'Exemp. der doppelgängigen. ¶ Des Himmels Zorn'

'An Gläubigen scheint herlich die Frömmigkeit/'

'Was wird uns der Höchste geben? Leben.'

'O reicher Gott! du kanst uns wol ernehren/'

'Der Höchste kan den Krieg erregen/'

'Trauen geistlich/ ist auf festen Grunde bauen;'

'Ein Creutz: [S] <br> <br> dessen Exempel mir beliebet aus meiner Geistl: Verlöbniß pag. 13. so anno 1664. zu Giessen habe drücken lassen/ hieher zu setzen/ juxta Matth. 16. V. 24. ¶ Das Creutz nim auff'

'Ein Pocal; Aus eben-selbigen kurtzen Tractätlein meiner Geistl: Verlöbnüß. p. 29. Ex. Joh. 7. V. 3. Trauet/'

'Ein Baum des Lebens. Aus ebenselbiger Geistl: Verlöbnüß. p: 15. ¶ Ich bin dein grosser Lohn.'

'Ein Laute; so anno 1664. auff Herrn Henr. Klostermans J.U.L. Hochzeit von mir gesetzet/ und gegeben. ¶ Ihr Lauten itzt klinget/'

'Ein Licht aufn Leuchter/ von p. 24. oben gemelter Geist-Verlöbnüß. ¶ Drümb gehet Chrißt Braut zum Himmel richtig fort. […] <br> <br> Joh. 8. V. 12. Psalm. 119. V. 105.'

'Apffel. Und zwar ein Apffel vom Baum des Lebens/ von p. 16. Ebenselbiges meines Tractätleins. ¶ Allhier ¶ […] <br> <br> ¶ Gen: 3. V. 22. & 24.'

'Ein Denck- und Danck-Seule des Wienischen Siegs. ¶ Als man schrieb achtzig drey/'

'Figur eines Eyes; und zwar/ Eines Pasch-Eyes. ¶ Ich wünsch‘ an diesem Oster-Tage'

'Ein anders; Auff eine andere Weise. ¶ Ein Ey'

'Ein Sand-Uhr. ¶ Das du in letzter Stund kanst gute Rechnung machen'

Männling, Johann Christoph

Europäische Parnassus, Oder kurtze und deutliche Anweisung Zu der Deutschen Dicht-Kunst

'Ein kluger <aq>Darius<aq> nimt offt so lieb die armselig-doch treumeinend gegebene Gabe an/ als eine von grosser Phariseer Hand überreichte Heichel <aq>Jubele<aq>, die den Werth zum Grunde und Zeige-Mutter/ den Betrug aber zum Vorhange hat.'

'also sage ich: Gott ist das beste Heyl in dieser Sterbligkeit/ oder auch: GOtt ist in dieser Sterbligkeit das beste Heyl.'

'Die Beywörter werden offt gantz wiedrigen Sachen zugelegt/ als die schöne Sünde/ da doch keine Sünde schön'

'als: Glied/ Glück/ Gnade/ gnau/ grade/ vor Gelücke/ Genade etc.'

'als: Eh’mann/ Weih’rauch'

'Wenn ein Wort sich mit einem Jod anfänget/ als Jerusalem etc. und das vorhergehende Wort sich mit einem e geendiget hat/ so kan das e doch stehen bleiben/ als: das liebe Jericho.'

'Den Himmels-Schlüssen wiederspricht kein Mensch.'

'Die Wollust bahnt auff Schwanen küssen/'

'GOtt wird von uns geliebt und auch gepreiset.'

'Verstrichner Glantz/ gebleichte Pracht/ verweißtes Heiligthum etc.'

'Wer hier die Ewigkeit sucht/ muß noch eh‘ vergehn/'

'wiewohl <aq>Zesius<aq> solches <aq>pag.<aq> 99 seines <aq>Helicons<aq> nicht will gar wohl zulassen/ daß man GOtt und Gebot/ solle reimen/ doch finde ich keine erhebliche Ursachen/ warumb solches nicht solte angehen'

'wie wohl der berühmte <aq>Zesius Loc. cit. p.<aq> 95. und <aq>p.<aq> 107. es verwirfft/ so hat doch Hoffmanswaldau/ <aq>Caspari<aq> und andere gar offt solches gebraucht/ daß sie Leid mit Ewigkeit reimen'

'als Barmhertzigkeit'

'deßgleichen geht es auch an mit dem i und ui/ als Sünden finden/'

'Süsser JEsu wertheste Himmels-Sonne'

'Zur Anweisung eines Exempels ist folgendes Carmen/ auff die Leiche/ Herr Müllers/ <aq>Medicinae Doct.<aq> in Wittenberg Anno 1684. den 22. <aq>Novembris<aq>, in eines andern Nahmen von mir gemacht. ¶ Ist mehr kein Perlen Tranck? nicht kräfftige <aq>Asphalten<aq>,'

'Es werden diese [vers communs, J.T.] <br> <br> am meisten zu Glückwünschungen/ zu Freuden-Zeiten angewendet/ wie ich dergleichen Verße bey Einweihung der <aq>Catheder Lutheri<aq> in Wittenberg/ so Ihro <aq>Magnificentz<aq> Herr <aq>D. Joh. Frid.<aq> Mayer/ mein vielgeehrter Patron/ und an Vater Statt geliebter Gönner/ den GOtt mit zeitlichem und ewigen [S] <br> <br> Seegen beschütte/ anstellete/ Anno 1685. den 23. ¶ April/ unter eines andern Nahmen setzte. ¶ Auff kluge Welt/ betrachte Zeit und Glantz/'

'und [S] <br> <br> habe ich solches in meinem verlohrnen Kinde gewiesen/ so ich zu ehren Herr <aq>D.<aq> Mayern verfertiget; anietzo aber ein Exempel zu setzen/ soll folgendes Rätzel oder <aq>Aenigma<aq> seyn/ von einem Flohe. Vom Fleisch gebohren seyn/ und von dem Fleische leben/'

'deßgleichen <aq>Halman<aq> in seinen Begräbnüß-Gedichten <aq>pag. 83<aq>. gar artlich weiset/ daher ich bin bewogen worden/ eben dergleichen Exempel zu setzen/ von den Worten Fall und Fallen/ also: ¶ Sonnet. ¶ Diß Leben ist ein Fall wo nichts als Fallen wachet/'

'Ein Exempel soll folgendes Leichen-Gedichte seyyn: ¶ Mein Pilgram eile nicht/'

'Wer meine Meinung nicht sattsam kan fassen/ der beliebe folgendes Exempel einer ,Sextinne auff eine Hochzeit anzunehmen/ von dem Liebes-Kusse. [S] <br> <br> ¶ 1. Der Zucken den die Welt vor ihre Freunde trägt/'

'Wie diß Exempel einer Ode auff Pfingsten weiset. ¶ 1. ¶ Die Andacht rufft/ HErr fülle meine Sinnen/'

'Ich bin vorwitzig gewesen solches Irrgedichte also vorzustellen: ¶ Wie irret doch der Menschen Sinn/'

'Diese Form-Reime werden auff zweyerley Arten gemacht (a) wenn der erste Buchstabe einer ieden Zeile von oben biß unten wieder zusammen gesetzt wird als: JESUS. ¶ In mein Hertze soll kein GOtt/ als mein süsser Jesus kommen/'

'Wann die ersten Buchstaben aller Wörter/ so in den Verßen auff einander folgen/ zusammen gelesen werden e.g. in dem Worte JESUS. ¶ Jch Erquicke Sinn Und Seele.'

'wie folgender Buß-Seuffzer den Nahmen JESUS heraus bringet.'

'1. ¶ JCh steh unter deinem Kreutz/ ach mein JEsu gantz verlassen/'

'Zum Exempel soll seyn der Nahme ¶ Daniel von Helmrich/ ¶ meines hochgeehrten <aq>Patronis<aq>, aus solchem kommt nach dem Buchstaben Wechsel heraus: ¶ In Leid kam Ruhe Lohn. ¶ Solches kan in folgende Verße gebracht werden: ¶ Der Morgen folgt auff die Betrübte Nacht/'

'Also ein Hertz. ¶ Treue Hertzen/'

'Die andere wird also gemacht/ als zu einem Paten-Zettel: ¶ JEsus soll der Morgen-Stern liebster Pate stetig bleiben/'

'Mit Gegenhaltung der Worte <aq>Augustini<aq>. ¶ 63 40 128 4 52 26 76 ¶ <aq>Inter Brachia Salvatoris D. Jesu mei, vivere<aq>, ¶ 26 52 61 39 22 19 44 640. ¶ <aq>& mori cupio, ut in eo maneam<aq> ¶ Worauff hernach die Verße können eingerichtet werden also: ¶ So donnre Hagel/ Blitz/ auff meine Scheitel zu/'

'Ein Exempel einer <aq>Parodie<aq> giebt Herr <aq>D.<aq> Müller in seiner Creutz- und Leidens-Schule über die Worte des weltlichen Liedes: [S] <br> <br> ¶ Lebt iemand so wie ich/ so lebt er kümmerlich etc.'

'Uns soll alhier zum Exempel seyn/ eine Aufmunterung des Gemüthes: ¶ 1. ¶ Was wilstu dich mein Hertze selbst verzehren?'

'so soll folgendes Begräbniß-Gedichte unsre Meinung vorstellen. [S] <br> <br> ¶ Der Port ist wohl erreicht/ itzt still ich mein Verlangen/'

'wie zur Anweisung dieses ist/ von Abscheidung eines guten Freudes: ¶ 1. ¶ Fahr wohl geliebter Freund/ diß seuffzet noch mein Hertze/'

'Ein Exempel von 2. Strophen soll uns geben die Bewillkommnung der Stadt Wittenberg/ als wenn der Durchl. Churfürst zu Sachsen darinn seinen Einzug hielte. ¶ 1. Satz. ¶ O Himmel schmücke dich/'

'Ein Exempel soll folgende <aq>Sententz<aq> machen/ aus dem <aq>Ambrosio, Epist.<aq> 60. so ich <aq>Anno<aq> 1681. den 19. <aq>Augusti<aq> zu Wittenberg Herrn <aq>Thebesio<aq> in sein Stammbuch geschrieben. ¶ <aq>Sobriam à turbis gravitatem, Severam vitam, singulare pondus Dignitas sibi vendicat Sacerdotalis.<aq> ¶ Der Laster-Mackel muß nicht am Gespinste kleben/'

'Zum Vorbilde soll diese geistliche Ode seyn. ¶ 1. ¶ Welt ade! Gehab dich wohl!'

'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> I. Zeit-Verkürtzung'

'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 2. Schertz-Gedancken.'

'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 7. Eines Spaniers.'

'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 8. Eines Welt-weisen Geistlichen oder Jesuiten.'

'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 9. Eines tadelhafften Mönches.'

'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 10. Einer Nonnen.'

'Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <br> <br> <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] <br> <br> Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.'

'Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen.'

'Der erste Urheber ist im Jahr 1560. gewesen <aq>Michael Stivelius<aq>, ein Prediger in Sachsen/ der solche erfunden/ diesem ist anietzt nachgefolget <aq>M. Johann Henningius<aq> in Quedlinburg/ welcher nicht allein die einfache/ sondern auch die andern Sorten in einem sonderbahren Tractätchen/ so er <aq>Cabbalogiam<aq> nennt/ gar deutlich angewiesen/ deßgleichen <aq>Paschasius in Poesi artificiali<aq>, und andere mehr.'

Stieler, Kaspar von

Die Dichtkunst des Spaten 1685

'Süßbitter, lasterfeind, hochpralend, nimmerbleich, ¶ unsterblich, göttlich, frisch, wundheilend, Tugendreich,'

'Mensch Gott, entmenschter Mensch, ein Ziel, so nie getroffen'

'Als: Wie die fremde Schuld in Adam uns verhönet: ¶ So hat die fremde Huld in Jesu uns versöhnet.'

'Ein Affe von Gestalt, ein Teufel vom Gemüte,'

"So heißt ein OhneGott ein Heyd' und Atheiste. ¶ Ein Unding ist gar nichts, ein Folgekreuz ein Christe."

'Der Leib: das Gelt und Guht: der Seelen Seeligkeit:'

'Wenn Höflichkeit und Zucht einander Schwestern heißen, ¶ Verstand und Wille sich auf Frömmichkeit befleißen;'

'So weit dein Kasten langt, soweit auch langt dein Glauben.'

'Ein Fortsteig ist auch der: Jerusalem, die kränket ¶ ihr Herz ohn unterlaß, wenn sie zurücke denket ¶ wer sie für weilen war und wer sie nun muß seyn, ¶ die edle wehrte Stadt: Es frißt ihr Mark und bein ¶ daß sie ihr Volk soll sehn zu ihres Feindes Füßen ¶ und niemand hilft ihr nicht: kein Mensch will von ihr wißen: ¶ Sie ist der Feinde Lust; sie spotten Ihr darzu, ¶ und lachen hönisch aus die heilge Satbatsruh.'

'Um Gottes willen, denkt! ¶ spricht er, aus Schalkheit nur, wie geht doch so vermengt ¶ in dieser Stadt, daher:'

'Ists Sünde, daß mich brennt der Liebe süßer Brand, ¶ daß drob der Himmel zörnt, weß ich mich unterwinde; ¶ So ists ein schöner Brand und eine schöne Sünde, ¶ die, ob das strenge Recht gleich arme Menschen schreckt, ¶ man streite wie man will, in Herz und Adern steckt.'

"die Seele solte seyn ein reiner Gottes Tempel, ¶ so ist sie eine Höl' ergrimmter Drachen Zucht, ¶ ein heßlichs Rattennest, in dem die schnöde Sucht [S.i.O.] <br> <br> ¶ der schwarzen Lüste heckt."

'Unchristlich ist mit Recht das Christentum zunennen, ¶ worinnen leider! kaum ein Christ ist zuerkennen.'

"So muß mans laßen gehen ¶ wenn ein Poete schreibt; der Schlachtordnung Geschick ¶ hab ein verherrlicht, schön, und prächtigen Anblick. ¶ der eing' und ewge Gott, und reimet mit begehren, ¶ verklären, Zähren gar: beschweeren, mehren, hören, ¶ wenns nur kein Handwerk wird, noch weh den ohren tuht."

'Geschicht ist Sünde, ¶ reimt man es vor geschieht'

'Himmelreich sagt man noch endlich Reich ¶ des Himmels;'

"Ein Misbrauch ist gemeine ¶ auch in der mehrern Zahl mit n, als wann vor seine [S.i.O.] <br> <br> ¶ man seinen, frommen schreibt vor fromm'. Ein anders ist, ¶ wann in der Gebendung man denen Frommen liest. ¶ Man sagt die Geistliche, nicht Geistlichen, nicht Blinden ¶ vor Blinde läßet sich schon allezeit nicht binden ¶ alhier der Feder trutz."

"Also gefällt mir nicht: [S.i.O.] <br> <br> ¶ hin- nach der Kirche -gehn, zum Gotteshaus' hingehen, ¶ wie hin- zur Kirche -gehn[., Anm. i.O.] <br> <br> "

'So klinget auch sehr hart: Indem die fromme Seele ¶ aus ihrem Miethause, des keuschen Leibes höle, ¶ Nicht tüchtig aber ist zum Vers: bereitfertig, ¶ unwiederersetzlich, wie auch Naturmäßig, ¶ Gelindmütig und mehr. So machen dem Gehöre, ¶ wiewol mans dulden muß, die Springer viel Beschweere. ¶ Als: lebendiger Gott! Ihr arme Sterbliche!'

'als: ein Kamin, Zibeht, Altar, Panket, Pokal, ¶ Arrest, kompaß, klavier, Blanket, Komet, Kanal, ¶ und wie sie heißen mehr.'

'Man höre nur wie schlecht der dattelvers hier klingt: ¶ die Welt und das Fleisch das will ich ietzt verachten ¶ und Gott, den will ich mir stets recht wol betrachten. ¶ Ach Gott! wie sind wir doch immer nicht klug?'

"so bringet auch der Schluß ¶ der Zeilen solcher Art nicht weniger Verdruß, ¶ wenn ich so schreiben wolt': Es bleibet doch Gott mein bester ¶ Trost, wenn mich noht bestürmt und ketten schlingen fester: ¶ Der ist mein Meisterling, mein Urteilfinder, und ¶ sucht, wo der Wetterhan ümgeht, des Hauses Grund:"

'Die Wollust, Müßiggang, Gelt, Freyheit, Stand und Macht ¶ hat oft den frömsten Sinn zu einem Schalk gemacht.'

"Wenn Gott uns soll verzeihen, ¶ so muß, wer uns erzürnt, sich unsrer Gnad' auch freuen."

"Fleuch du die Welt! es ist ¶ die Welt ein Bubenstall und Fallstrick iede frist ¶ Wer seines Tuhns wart ab, hält Fried', auf Gott sich steiffet ¶ der hat die rechte kunst zu leben schön ergreiffet ¶ weil es ergriffen heißt."

'Wenn Josef wird verkauft, versucht und kommt in Banden, ¶ bald Landesvater wird, zeugt Kinder, schüttet auf ¶ redt mit den Brüdern hart bey dem GetreydeKauf, [S] <br> <br> ¶ versöhnt sich, weint und gibt sich endlich zuerkennen. ¶ Ist so ein Mischmach wol ein Schauspiel zubenennen?'

Spengler, Johann Friedrich

Wittenbergischer Poeten-Steig

'Uberreichung. ¶ OBschon ein Pisga zeigt das ferne Canaan: ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ Krafftshof/ den 20. Apr. A. 1687. Aus Ehr-Schuld übersendet von Myrtillus.'

'Bericht aus dem Parnasse die Reinigung der Teutschen Sprache betreffend. ¶ ALektor war bereit die Wache zu bestehen/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ORIBASIUS.'

'Wie soll ich heute mich bezeigen/'

'SEyd willkommen/ liebe Stunden!'

'als der Himmel/ die Erde/ Mann/ Pferd/ Feld/ Sieg/ u.s.w.'

'Als wenn ich sage: der gütige/ gnädige/ milde Himmel/ ist der Wortklang ein gelinder; spreche ich aber: der erzürnte/ ergrimmte/ grausame/ harte Himmel/ so kommet ein scharfer Wortklang heraus.'

'6. Hieher schikket sich nicht unfüglich das CXII. Lehrgedichte des Spielenden/ aus dem II. Theile seines Jothams/ in der 112. Blatseite/ als in welcher vor den Tag geleget wird das herrliche [S] <br> <br> Vermögen unserer Teutschen Sprache/ der Natur auf das deutlichste nachzusprechen/ und alles das/ was einen Laut von sich giebet/ ganz eigentlich auszudrükken.'

'als: Gottlos/ Sprichwort/ Weltsinn/ Sanftmut.'

'als Gottlose/ Sprüchwörter/ Weltsinnig/ sanftmütig/ Geldmittel/ Blutrichter'

'andächtig/ Göttin/ himmlisch'

'aus dem mehr-gelobten Schottel/ in der 885. Blatseite dienen: ¶ Tugend/ Fried/ Gerechtigkeit die werden endlich wieder kommen doch/'

"Allein ich halte dafür/ der Seel. Mann [Buchner, J. T.] <br> <br> rede von den zweysilbigen Gebändzeilen/ wenn aus ihnen allein ein Gedichte bestehen sollte/ nicht aber wenn sie andern längeren nur untermenget sind/ wie im folgenden Sazze: ¶ O Fürstenkind aus David Stamm'"

'aus dem Suchenden hierzu entlehnet worden: ¶ Es wird ja endlich in der Welt der güldne Friede wieder kommen/'

'Schaut es/'

'Ach schauet doch:'

'Drum ich dein Lob und Ehr'

'GOtt rufft aus von dem Himmelsthron:'

'Das war ein guter Tausch nach so viel Sorg und Plagen/'

'Nichts ist auf der ganzen Welt das ich könnte lieben.'

'Und weil Er [Birken, J.T.] <br> <br> zwey Red-Gebände in dieser Art anführet/ wollen wir/ um ihrer Seltenheit willen/ das andere/ welches ein Trauung-Wunsch ist/ hieher getragen haben: ¶ Himmlischer Wille der müsse sie ehlichen/'

'Zeitlichkeit-Ewigkeit'

'Gleiches Versehen ist zu sehen in einer Obschrift der Nacht/ welche Michael Angelo zu Florenz in einer Kirche von Marmol gebildet/ und dieses Begriffes ist; ¶ Hier schläfft und ruht die sanfte Nacht'

'Hölle-Stelle'

'15. Es reimet auch der Seel. Opizz i und ö/ als Sinnen-können/ in dem 57. und 58. Verse seines Lobgesanges über den freudenreichen Geburtstag unsers HErrn und Heylandes JEsu Christi; und nimmt: kömmt/ auf den Anfang des 1621. Jahrs/ fast gegen das Ende; und drey Seiten zurükke/ en und öw/ Scheuen und Löwen: welches zwar in unsern Ohren etwas hart klinget/ nach seiner Mundart aber wol angehet.'

'Mich kan zwar sonst in seinem Schilder-Kleid/'

'Ein Beyspiel/ daß sie in eine Zeile gebracht sind/ gibt erstgelobte Pegnesis in der 504. Blatseite: ¶ Glaube es nicht/ es sind Gedanken/'

'Gnädiger Vater sende viel Güte/'

'Ach mein lieber GOtt/ ach mein JEsulein!'

'Gütiger Vater voll Genaden'

'6. Und weil der Seel. Herr von Birken/ in seiner vielberegten Anweisung im 96. Bl. der Hoch-wolgebornen Freyinn von Greifenberg/ der Hochfürtrefflichen Teutschen Uranie/ in dieser Redgebänd-Art ein grosses zumisset/ als mag folgendes Exempel langkurzer Art/ ein Zeuge seyn ihres unvergleichlichen Geistes: ¶ Göttliche Wunder=Regierung. ¶ Wer kan deinen Sinn ersinnen/ unersinnter Gottheit-Schluß'

'8. Ein Sonnet/ Anapästischer Art/ habe ich/ unter eines andern Namen/ auf die Magisters-Ehre meines liebwehrten Freundes und damaligen Stuben-Gesellens in Wittenberg/ Tit. Herrn M. Georg Oswalds/ iezt Hochf. Brandenb. Onolzb. wolverdienten Pfarrers zu Mark Breit/ im [S] <br> <br> Christen=Jahre 1673. gefertiget/ worinn der Candidat also redend eingeführet wird: ¶ Bellona! was zeigst du vor grimmige Wut?'

'Auf solche Weise hab ich der Lucretia Keuschen Selbstmord vorgestellet: ¶ Sazz. ¶ Je schöner eine Vestung steht/'

'11. Der Erwachsene hat ein Exempel/ darinn Er auf den Sazz einen richtigen Gegensazz füget/ und endlich einen Ausspruch machet/ wenn Er im Sazze das himmlische Freuden-Leben beschreibet und hoch hebet/ im Gegensazze dieses irdische Elend-Leben dargegen sezzet und endlich durch den Nachsazz den Entscheidspruch gleichsam ergehen lässet: ¶ Sazz. ¶ Glükk der Seelen/ Wunsch der Zeiten/'

'oder/ es wäre ein schlechte Kunst darum/ da doch der erste Meister derselben/ der hochgelehrte Herr Caspar Ziegler in seinem nüzzlichen Tractätlein von den Madrigalen schreibet: Er wolle lieber etliche Strophen lange Verse machen/ als ein Madrigal. Wir wollen Jhm ein paar Exempel abborgen. Das eine sey das Mängzeilgebände/ so Er an den Durchläuchtigsten Kuhr-Fürsten zu Sachsen bey dem Fürstl. Altenburgischen Beylager gestellet: ¶ Glück zu/ Glück zu/ du edler Stamm aus Sachsen/'

'Das andere ist von seiner [des sächsischen Kurfürsten, J.T.] <br> <br> Heyrath: ¶ Ich wünsche mir ein Weib/'

'Und im folgenden 9. Blate hat Er [Kleodor, J.T.] <br> <br> vom vorigen Zustande/ und nach den Worten: Olim non erat sic, diesen Madrigal verfertiget: ¶ Wie gehet es doch heut?'

'18. Den tödtlichen Hintritt des weiland Hoch-Edlen und Gestrengen Herrn/ Lorenz Eyseleins/ Hochfürstl. Brandenb. Hochverordneten Geheimen- und Hof-Rahts/ auch Lehen-Probsts im Hochlöbl. Hause Onolzbach/ meines hochmögenden Patrons/ habe ich mit folgendem Madrigal beklaget: ¶ Die Kerze brennt / wirft angenehme Stralen;'

'Das eitle hinvergeht/ wer sicher hie will leben/'

'Du A und O/ du Anfang und das Ende! ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> Jst zu finden in des Erwachsenen Anweisung zur Teutschen Poesy/ am 143. Bl.'

'27. Der Erwachsene in den 21. und 22. Bl. seiner vielgelobten Anweisung hat in dieser Art nachkommendes: [S] <br> <br> ¶ Hie steh ich ganz voll Threnen/'

'31. Ein reines Echo ist aus der erst-angezogenen Pegnesis 402. 403. 404. Blättern nachkommendes: ¶ Echo! höre meine Klage;'

'Daher ich kein Bedenken genommen/ erst dort mich dieser verantwortlichen [S] <br> <br> Freyheit zu bedienen/ als auf den vor unsern Augen allzufrühen/ doch hochseeligen Todes-Hintritt Des Durchleuchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Johann Friderichs/ Marggrafens zu Brandenburg/ zu Magdeburg/ in Preussen/ Stettin/ Pommern/ der Cassuben und Wenden/ auch in Schlesien zu Crossen und Jägerndorf Herzogens/ Burggrafens zu Nürnberg/ Fürstens zu Halberstadt/ Minden und Cammen/ Grafens zu Hohenzollern N. N. Unsers Gnädigsten/ leider! gewesenen Landes-Fürsten und Herrn/ ich folgendes Klagelied gesezzet/ welches auch hier in Crailsheim/ bey der Hochfürstl. Leichbegängniß/ nach der beweglichen Sangweise/ in des von Zesen Dichterischen Rosen- und Liljen-Tahles 32. und 33. Blättern gesungen worden: ¶ 1. ¶ O Jhr Tannen heulet laut!'

'35. Ein Fraggebände/ darinn der Gegenhall in der Mitte und am Ende der Zeilen sich hören lässet/ gibt das Lied des Erwachsenen in den 139. und 140. Blättern seiner viel-beregten Anweisung/ betitelt ¶ Lob des Unglükks. ¶ Daß Ungemach mach Ach und bittres grämen'

'Vornlauff/ ¶ darinn die Anfangs-Buchstaben/ von oben herunter gelesen/ den Namen IESUS andeuten. ¶ In der Welt einer ist allein/'

'Vornlauff/ ¶ so/ von unten auf zusammgelesen/ das Wort CHRISTUS vorstellet. ¶ So ich leben soll/ will ich stets mich üben/'

'Vornlauff/ ¶ darinn die Anfangs-Buchstaben/ nur in iedem Sazze zusammgelesen/ den Namen FLORIDAN ausdrukken/ aus den 124. 125. Bl. der Anweisung des Erwachsenen. ¶ Feige Seelen die sind feige:'

'Welcher sind wenig?'

'40. Eine noch ganz neue und etwas ungemeine Art ist abzumerken aus dem folgenden Malzeit Dankliede/ befindlich in den 125. und 126. Blättern der Anweisung des Erwachsenen: ¶ Nun danket alle GOtt in dieser Stunde/'

'Also hat der nunmehr unter den Seeligen Spielende in des grossen Schauplazzes jämmerlicher Mordgeschichte 485. und 486. Bl. in ein Jrrgedichte gebracht die Worte/ welche Daniel in der Löwengrube vermutlich geführet.'

'43. Meldung ist auch zu tuhn von den Bildgebänden oder Bilder-Reimen/ welche entstehen/ wann die Reimzeilen also geordnet werden/ daß sie die Gestalt dieses oder jenen Dinges/ als: eines Pocals/ Herzens/ gedoppelten Herzens/ Eyes/ Kreuzes/ Flügels/ Altars/ einer Seule/ einer Flamm-Seule/ und dergleichen Formen abbilden. Wir wollen nur etliche Exempel der allerneuesten anführen/ doch auch ein paar von alten und bekannten folgen lassen.'

'48. In Gestalt eines Pocals oder Bechers. ¶ Nehmet ¶ [...] <br> <br> NiderS. Lorbeerh. in den 23 und 35. Bl.'

'Jch will aus unterschiedlichen von mir gemachten/ die an seinem Orte sollen mit-getheilet werden/ folgende kurze hieher sezen/ die meinem Seel. Herrn Schwehervatter/ Wolffgang Bauern/ Hochfürstl. Brandenb. treuverdient-gewesenen Landschaft-Secretario in Onolzbach/ unter der Wittib/ Kinder und meinem Namen/ ich der Leich-Predigt andrukken lassen: [S] <br> <br> ¶ So weiß der Weise Vatter im Himmel uns unverständige und erdelende Kinder zu seinem vorhin guten Willen zu bequemen und mürbe zu machen! ¶ Mir/'

'Auf Tit. Herrn D. Höltichs/ gewesenen Syndici in Grossen Salza Absterben habe/ unter eines Patrons Namen/ ich folgendes aufgesezzet: [S] <br> <br> ¶ Hoeltich durch einen Letterwechsel: ¶ Hohe Licht/ ¶ belicht/ ¶ ich holte. ¶ Madrigal. ¶ Erlischt so bald das hohe Licht/'

'3. Wer ein Exempel verlanget mit einem Gemählde/ der kan das nehmen/ welches der Spielende auf die Krankheit Herrn Sauberts folgenden Schlages gemachet: ¶ Johann Saubert ¶ Jonas Abentruh. ¶ Das darzu gehörige Gemähl ist zu ersehen und besehen in der 186. Blatseite vierdten Theils der [S] <br> <br> Gesprächspiele. Die Erklärung bestehet in nachkommenden ¶ Klingreimen: ¶ Als Jonas kam zu Land/ durch Gottes Wundertaht/'

'Als wenn ich den Namen Jesus theile/ so bekomme ich daraus ie süß; den Namen Jonas/ Jo-naß/ er war jo naß. Also wenn ich das Wort Gesprachspiel umsezze/ so kommet heraus Sprachspiegel. Und dieser Titel kommet den Gesprächspielen des Edlen Spielenden ganz wol zu/ weil die Teutsche Sprache trefflich dadurch ist ausgeübet worden. Aus Tugend entstehet Gut-End/ dann den Frommen muß endlich alles Frommen und zu einem guten End ausschlagen.'

'Meines wissens hat auf diese Wortgrifflein sich Niemand mehr beflissen/ als eben der Spielende/ wie dessen Zeuge ist sein Simson/ den Er seinen geistlichen und weltlichen Lehrgedichten/ Nathan und Jotham angehänget. ¶ Nur ein paar Exempel daher zu hohlen/ so hat Er mit dem Worte Kleid also gespielet: ¶ Das Kleid: Klei: leid: eid. ¶ Mich hat der höchste Gott erfunden/ und gegeben/'

'z. b. Durch die Schlange kan die Klugheit/ die giftige Verleumdung/ und/ wann sie den Schwanz in dem Munde hat/ die Ewigkeit abgebildet werden.'

'Jns gemein (ist eine Anmerkung des Spielenden in der neuen Zugabe des grossen Schauplazzes jämmerlicher Mordgeschichte) können fast allen Erfindungen/ zur Einfassung/ Kindlein beygeordnet werden/ welche man zu geistlichen Sachen mit Feder-Flügeln/ als Engel/ in andern Tugendlehren mit Mukken-Flügeln/ als flüchtige Stunden zieret;'

'Aus dem Feuer hat auch jener sein Sinnbild gehohlet/ welches er auf die unveränderliche Beständigkeit eines Christlöbl. Fürsten gemacht/ als Jhm seine Fürstl. Haubtstadt in die Aschen geleget wurde/ und Er sich darüber/ aus Großmütigkeit nicht betrübte; wenn er einen Diamant in den Flammen gemahlet/ mit der Beyschrift: Unveränderlich. Semper idem.'

'Die Winde können gutes und böses andeuten. Gutes/ als gutes und sanftes Glükk/ grosser Herren Gnade/ Seegen und Fruchtbarkeit. Böses/ als feindliche Waffen/ schnelle Landsverderbungen/ grosser Herren Ungnade und Zorn.'

'Darüber stehet geschrieben: ¶ nächst Gott gesiegt.'

'Wir wollen das ganze Scherz-Gedichte/ wie es damals/ unter eines hochwehrten Freundes Namen/ aus der Feder geflossen/ hieher sezzen: [S] <br> <br> ¶ Ich weiß nicht/ wie ich mich aniezo soll bezeigen/'

'6. Es mag auch wol ein einziger Buchstab eine Erfindung abgeben/ wie wir uns einer solchen bedienet auf das Hochzeitliche Ehren-Fest Tit. Herrn Johann Jacob Bekkens/ damals Hochfürstl. Brandenb. Onolzb. wolverordneten Pfarrers zu Berolzheim/ izt zu Königshofen: ¶ Das B das will Jhm wol/ wirds zu dem Ekk gesellet/'

'Also wenn wir auf das Absterben eines Studenten etwas verfertigen wollten könnte uns dieser Umstand die Erfindung geben/ daß nämlich unsere Gedanken viel anders beschaffen wären/ als Gottes Gedanken. Unserer Meinung nach/ hätte ein solcher nu der Welt erst dienen sollen und können/ und unser HErr Gott hätte ihn doch/ in der bästen Blüte/ welche die herrlichste Früchte versprochen/ nach seinem unerforschlichen Rahte/ weggenommen.'

'Könnte endlich mit einem Troste geschlossen werden/ daß es nicht verlohren/ sondern im Himmel wol aufgehoben wäre.'

'10. So kann auch lezlich zur Erfindung eine durchgehende Gleichniß dienen/ nämlich eine solche/ in welcher die Erfindung eines ganzen Gedichtes bestehet. Dergleichen wir uns/ bey Christlöbl. Beerdigung Tit. Herrn Johann Georg Merzens/ von Unterschüpf aus Franken/ der H. Schrift eiferigst-ergebenen/ so den 14. Brach- oder Rosen-Monats des 1675sten Christen-Jahrs geschehen/ im Namen der damals in Wittenberg studirenden Franken/ bedienet/ und dieses Trauer-Gedichte/ worinnen zwischen den Blumen und Menschen/ in der Hinfällig- wie auch Mannigfaltigkeit/ eine durchgehende Gleichheit gezeiget worden/ betitelt ¶ Die im Elyser-Felde ¶ blühende ¶ Merzen-Blume. ¶ Die Ausführung ware folgende: [S] <br> <br> ¶ Diß Welt-Gebäu gleicht einem Blumen-Garten.'

'Betrachtet'

'z.B. sezzet Lobwasser/ im andern Psalme/ die einzele Zahl vor die mehrere/ König für Könige/ in diesen Zeilen: ¶ Darum ihr König/ Fürsten/ und ihr Herren/'

'Falsch ist gleicher Gestalt/ wenn wir in dem bekannten Advents-Liede singen: ¶ Und blüht ein Frucht Weibes Fleisch/'

'Falsch ist gleicher Gestalt/ wenn wir in dem bekannten Advents-Liede singen: ¶ Und blüht ein Frucht Weibes Fleisch/'

'Also schreibet man nicht recht umb/ darumb/ warumb/ Christentuhmb/ Bräutigamb'

'als: lieblichs/ freundlichs/ Christlichs/ sterblichs etc. etc. für liebliches/ freundliches/ Christliches/ sterbliches etc. etc.'

'heiligster/ heiligste/ heiligstes/ für heiligester/ heiligeste/ heiligestes u.s.w.'

'gesegnt für gesegnet'

'Doch zu Ausdrükkung einer harten Sache darf/ ja soll man auch harte Worte gebrauchen/ als wenn der Gekrönte in den Klagliedern Jerem. das Wort zermalmt/ welches er leichtlich mit einem andern gelinder-lautenden hätte verwechseln können/ zum zweyten male gebrauchet/ als: ¶ Der HErr hat gantz zermalmt und zornig aufgerieben/'

"Ich hoffe HErr auf dich. Und: ¶ Ich hoff' HErr stets auf dich:"

"Wie denn/ seiner [Opitz', J.T.] <br> <br> Psalmen zu geschweigen/ nur in seiner Antigone diese zwey Exempel zu finden: ¶ Ach zeige es nur an/ du wirst nur mehr geplaget."

'Er rühmet deine Ahnen.'

'Er rühmet dein Ahnen.'

"im 27. Blate [von Birkens 'Hirtengedichten', J.T.] <br> <br>  : ¶ -- die mir hieher gefolget nach"

"im 298. Blate [von Birkens 'Hirtengedichten', J.T.] <br> <br>  : ¶ Himmel! laß den Jugend-Lenzen/"

'So hätten wir von dem vornehmen Buchstaben e ausführliche Nachricht/ welcher wir noch dieses einzige anknüpfen/ daß das Nennwort Herr/ von dem Himmels-HErrn gebrauchet/ mit einem grossen E (HErr) von einem irdischen aber mit einem kleinen e (Herr) geschrieben werde.'

'Also schriebe man unrecht: Muth/ Noth/ thaten/ rhaten oder rathen/ Christenthum etc. für: Muht/ Noht/ Tahten/ rahten/ Christentuhm etc.'

'Ausgelassen in der Sylbe ig/ und isch/ als wenn man saget: heilge/ ewge/ hiesge/ einge/ Bräutgam etc. für heilige/ ewige/ hiesige/ einige/ Bräutigam etc. Macedonsche/ Egyptsche/ höllsche etc.'

'21. An die auf ein m ausgehende Wörter wird/ aus übler Gewonheit/ nicht selten ein b geflikket/ und geschrieben: umb/ warumb/ frommb/ nimmb/ Fürstentuhmb/ Bräutigamb/ welches wie oben schon gedacht/ abzustellen.'

'Also ist zu schreiben Haus/ nicht Hauʃ/ schönes nicht schöneʃ/ Christliches nicht Christlicheʃ u. s. m.'

'Beyspiele gibt uns der Gekrönte im 3. Klagliede Jerem. ¶ -- Ich bin ein Spott und Hassen/'

'Und in den Klagl. Jerem. ums Ende des andern: ¶ Manch junges Weibesbild etc.'

'Schlecht/ die Worte Salomons: es ist alles ganz eitel/ also: ¶ Es ist der Eitelkeit doch alles hier verpfändet. ¶ Beweglich/ wenns durch die Ausschreyung verändert wird: ¶ Wie ist der Eitelkeit doch alles hier verpfändet. ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ Oder durch eine Frage: ¶ Geh/ sag mir/ was hier nicht der Eitelkeit verpfändet und unterworfen sey?'

'Es wird auf das Verlezzen'

'Lamm-fromm/ für [...] <br> <br> so fromm/ als ein Lamm'

'Als wenn ich eine Pastete einen Berg von Brode/ oder einen Gerngroß einen Goliath in Duodezz nenne.'

'In der 79. Blatseite seiner Anweisung hat er auch seine Exempel von einer Gebändrede: ¶ Dein Tod gab uns das Leben:'

'Als wenn gesaget wird: der Hirt von Bethlehem/ der Mann nach Gottes Herzen/ der Jesse-Sohn und Jesus-Vatter/ der Schleuder-Sieger/ und der David darunter verstanden wird.'

'Als/ wenn in des Poet. Trichters [S] <br> <br> dritten Stunde/ im 49. Bl. in der Nachtigallen Gesange/ unter andern/ also gesungen wird: ¶ Dir/ dir/ dir/ dir/ Höchster Hort/'

'Also kann der König David genennet werden der braune/ liebbare/ tapfere/ grossglaubige/ süssspielende/ flüchtige/ herrschende/ kriegende/ siegende David.'

'In der so genannten Truzz-Nachtigall ist nichts gemeiners/ als dieses/ wiewol wider diesen ganzen Gange sehr oft darinnen gefehlet ist/ und viel Zeitungsingerisch herauskommet. Zu Beglaubung dessen kann nur das einzige Lied von der Sommerzeit allda aufgesuchet und durchgelesen werden/ dessen Anfang ist: Izzt wikkelt sich der Himmel auf etc. etc.'

'Also geben Adam/ [S] <br> <br> Abraham/ Floridan/ Florinda/ Marggraf/ Ober-Hofmarschalk/ Ober-Amtmann/ GrossCanzler/ Grossvatter/ Stadtvogt/ Obervogt/ Andacht/ Altar/ hochachtbar/ sonderbar/ Alabaster/ StadtPfarrer/ StadtCaplan etc. etc. einen hohen und starken Klang; hingegen einen gelinden und weichen: ewig/ seelig/ erbitten/ belieben/ beleben/ geschwind/ Geschwindkeit/ gelind/ Gelindikeit etc. etc.'

'4. Hier gibts Gelegenheit zu reden/ ob/ und wie fern wir/ als Christen/ die Heydnische Gözzen-Namen und Fabeln/ in unseren Gedichten/ gebrauchen dörfen? Der Rüstige/ in dem nohtwendigen Vorberichte seines Teutschen Parnasses/ scheinet den Gebrauch und Misbrauch mtieinander aufzuheben/ wenn er fast zu Ende desselben also schreibet: Ist schon ein guhter Teil lustiger Hochzeit- und anderer dergleichen frölicher Gedichte in diesem Buche enthalten/ so wird man doch weder von Venus/ noch Cupido/ weder von Hymen noch Adonis/ weder von Leda noch Jupiter/ und wie die saubere Burß alle mehr heisset/ etwas darin zu lesen finden/ diese Künste lasse ich den elenden und närrischen Reimmacheren/ die keine andere/ noch bässere Erfindungen aus Ihrem dummen Gehirn/ an den Tag wissen zu geben. Und ein wenig hernach fähret er also fort: Wir dürffen uns in Auffsetzung vielerhand Gedichten der heidnischen Lügen und Ihrer verfluchten Abgötzen schändlicher Laster und Untugenden so weinig bedienen/ so weinig wir von nöhten haben/ daß wir auß Teutschland in Indien schiffen/ und daselbst zur Erhaltung [S] <br> <br> des Lebens/ Ihre Wurtzlen/ Aypi und Maniol [?] <br> <br> genant/ oder auch Ihr Korn/ welches Sie Abati/ andere aber Mais nennen/ in diese Länder bringen/ dieweil wir/ Gottlob/ aus Weitzen und Rokken viel besser Brod/ als aus den dürren Indianischen Wurtzlen und gahr zu dichten Korn oder Maitz können machen. ¶ 5. Der Erwachsene/ in seiner Anweisung im 63. und folgenden Blättern/ ist auch stark darwider/ und zihet/ für die verneinende Meinung/ den Spruch an aus dem andern B. M. am XXIII. 13. Anderer Götter Namen sollt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Munde sollen sie nicht gehöret werden. Welchen er fast etwas zu weit ausspannet/ in dem das Randglösslein darüber dieses Lautes ist: Ihr sollt von keinen Heiligen predigen/ als von Göttern/ die euch helfen/ noch dafür danken/ sondern Gott allein. Denn Gedencken heisset/ hie so viel als predigen/ rühmen/ dancken/ Gottesdienst pflegen/ ut, hoc facite in mei commemorationem. Daraus schliessen wir/ daß nicht eben die blosse Erwehnung anderer Götter/ welche in H. Schrift selber Erzehlungs- und Warnungs-weise geschihet/ sondern derselben Göttliche Verehrung/ verbotten sey. Lassen uns unterdessen nicht übel gefallen die von ihm angeführte Worte eines Gotteslehrers: Es ist zu zweiflen/ ob Gott deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öfter die Venus/ als die Gottes [S] <br> <br> Mutter Maria/ den Cupido/ als das HimmelKind Immanuel/ den Phoebum, als den H. Geist/ den Berg Parnaß/ als den Oelberg/ die Elysische Felder/ als das Paradeis/ und Fabeln/ als das himmlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? Denn diesem haben wir in dem 3. Absazze dieses Ganges bereit vorgebauet/ mit der Erfoderung/ daß man hierinn sparsam und behutsam fahren solle. ¶ 6. Etwas milder ist dißfalls der Spielende/ welcher in dem Fünften Th. S. Gesprächsp. im 36. 37. und 38. Blättern/ auch diese Frag erörtert: Ob die Christen/ in ihren Gedichten/ der Heidnischen Gözzen Namen gebrauchen sollen? zu Beantwortung dieser Frage/ saget er/ ist erstlich zu wissen/ daß der Poet die Personen nicht erdichtet/ welche er/ zu Vorstellung wahrer Geschichte/ auf den Schauplazz führet/ sondern er ist schuldig/ selbe auszubilden/ nach ihrer Ankunft/ Religion/ Gemütsneigungen/ Begierden/ Tuhn und Lassen. Diesen Personen leget er seine Worte in den Mund; iedoch dergestalt/ daß sie/ so viel möglich/ ihren Gedanken/ Worten und Sitten gemäß und anständig kommen/ und verstellet sich gleichsam in die ienige/ welche er vorstellet. Zu solchem Ende holet und entlehnet der Poet aus allen Religionen/ was ihm von nöhten ist. Er führet aber der Helden Redarten nicht in der Kirche Gottes/ sondern auf dem [S] <br> <br> Schauplazze/ nicht ihren Gözzen zu Ehren/ sondern zur Verachtung/ nicht die Wahrheit in der Christen Herzen zu verfinstern/ sondern die abscheuliche Laster und grosse Blindheit der heidnischen Greuel ihren Augen und Ohren vorzuweisen. Solcher gestalt haben die Christliche Poeten sich iederzeit der Götter Namen bedienet/ aber iedesmals was anders darunter verstanden/ wie auch die Väter der ersten Kirchen/ und die H. Schrift selbst. Sollte nun hierbey einige Abgötterey zu befahren gewesen seyn/ würde dergleichen nicht gefunden werden. Wer weiß nicht/ daß Neptun das Meer/ Mars den Krieg/ Apollo die Poeterey/ Pallas die Wissenschaft/ Musa die Kunst/ Venus die Wollust/ Ceres die Erden/ Bacchus den Wein/ Vulcan das Feur/ Jupiter den Regen/ Juno die Luft/ bedeutet? Die Liebe/ der Neid/ die Furcht/ die Gewissens-plage sind so mächtig in den Menschen/ daß die Heiden solche für Götter und Beherrscher der Menschen Herzen gehalten. Wir Christen lassen sie für Gözzen gelten/ nennen ihren Namen und gebrauchen ihrer Gestalt/ um sie abscheulich und verhasst zu machen: weil ihre Vorstellung sich mit der Eigenschaft der Laster/ und Lasterstrafen artig gleichet: So ist mir wol erlaubt/ von dem Avernischen Reiche/ von den Elyser-Felder zu sagen/ aber ich muß sie nicht beschreiben/ wie sie die Heiden beschrieben haben. Das wäre des Spielenden Erörterung. ¶ 7. Unsere Meinung über diese Frage zu eröffenen/ halten wir dafür/ man könne zu Zeiten der Heydnischen Fabel und Gözzennamen sich noch bedienen/ und zwar mit diesen Bedingungen: [S] <br> <br> ¶ (1) Wenn ich mit einem Zusazze zu verstehen gebe/ was ich von solchen Namen halte/ als wenn ich sage/ der Weingözz Bacchus/ so höret man schon/ daß ich ihn nicht vor einen Gott halte/ wie die Heyden getahn haben/ weil ich ihn einen Gözzen heisse. ¶ (2) Wenn ich dergleichen Namen und Fabeln remotivè oder Verwerfungs-Weise anführe/ wie ich einst in einem Klag- und Trost-Liede von den Parzen solcher gestalt geredet/ und aus nachkommendem Sazze erhellet: ¶ Der Himmel weiß/ und zwar am allerbästen/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Also hat Herr Sieber/ in seiner Poetisirenden Jugend/ am I. Blate/ sein geistl. Gedichte: Der Bethlehemitische Wunder-Stall/ mit folgenden Versen angefangen: ¶ Hier/ wo der Lebens-Fürst in einer Krippen lieget/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ (3) Wenn ich solche Fabeln auf einen andern Zweg richte/ als wohin die Heyden gezielet haben. Wenn ich z.b. durch die Elisäische Felder den Himmel/ und durch das Avernische Reich die Hölle verstehe. Hieher gehöret auch/ was der Seel. Herr von Birken in einem Ehren-Glükkwunsche an Den Hoch- und Wohlgebohrnen Grafen und Herrn/ Herrn Franz Albrechten/ Grafen von Harrach etc. etc. folgendes Schlages gesezzet/ und in dem 351. und folgenden Blättern des Ostländ. Lorbeerh. befindlich ist: ¶ Nein! es ist ie kein Gedicht/ alles was die Dichter schreiben. ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ Wie er ferner auf die Röm. Keyserl. Majestät/ die Herren ReichsRähte/ und insonderheit auf den Grafen von Harrach die Zueignung mache/ kann am besagten Orte nachgesuchet werden. Also wird hoffentlich ohne alle Gefahr seyn/ wenn man durch den Parnaß oder Pindus eine iede Universität/ durch den Phoebum den Rectorem Magnificum oder Decanum, durch den Musen-brunn die Collegia, durch das Trinken aus demselben den Kunst-Fleiß u.f.m. verstehen will. ¶ 8. Das sey gesaget von der Erlaubniß. Doch ist die Christliche Jugend dahin zu bedeuten/ es sey am sichersten/ man überlasse den Heyden ihren Heydnischen Gözzentand/ und halte sich zu der H. Schrift/ welche eine reiche Schazzkammer ist/ woraus sie haben kann/ was sie verlanget. Und ist ein falscher Wahn darbey/ wenn man in den Gedanken stehet/ es falle alle Zier der Gedichte hinweg/ wenn die Heydnische Fabeln und Gözzen-Namen davon bleiben müssen. Denn hat doch der Teuffel/ als Gottes Affe/ sein Gaukel-Werk alles/ aus dem H. Göttl. Schriftbuche/ abgesehen/ und Ovidius die Geschicht von der Welt Erschaffung fast ganz aus dem ersten B. Mose genommen. Will man aber Historien haben/ und seine Gedichte damit auszieren/ was ist schöner/ als die Welt-erschaffung/ nach dem Wahrheitsgrunde/ beschrieben? kühner/ als der Babylonische Thurnbau? himmlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen? tröstlicher/ als die Erhaltung des Loths/ des Josephs/ des Kinds Mose? beweglicher/ als das Opfer Isaac? anmuhtiger/ als der Traum und Schäferstand [S] <br> <br> Jacobs? denkwürdiger/ als dessen Ringen mit dem Sohne Gottes? kläglicher/ als der leidige Sündenfall? schrekklicher/ als die Sündflut/ der Feur- und Schwefel-Regen/ welcher über die ganze Sodomer-Gegend ergangen/ die zehen Egyptische Plagen/ die Verschlingung der aufrührischen Rotte Korah/ Dathan und Abiram? wundernswürdiger/ als die reiche Zuführung der Wachteln/ das Man oder Himmelbrod/ das Gehen durch das rohte Meer und den Jordan/ das Grünen/ Blühen und Mandeln-tragen des Stekkens Aarons/ das Stehen der Sonne zu Josua Zeiten? Was annehmlicher/ als die Traum-Auslegung und Erhöhung Josephs/ die Eroberung des gelobten Landes? u.s.f. Wollen wir Berge haben? so erhöhen sich die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon. Wollen wir einen Föbus haben? da ist Jesus Christus/ der rechte Föbus und die Sonne der Gerechtigkeit/ welcher den höllischen Python erwürget. Wollen wir eine Venus und einen Cupido haben? da stehet die keusche Gottesgebärerinn Maria/ mit ihrem allerschönesten Jesulein. Wollen wir Poeten haben? da sind berühmet David / Salomon/ Assaph/ Ethan der Esrahiter/ Heman/ Chalchal und Darda. Poetinnen? da sind die Vorsingerinn Mirjam/ Aarons Schwester und die Prophetinn Debora. Wollen wir Tyrannen und Risen haben? da tretten hervor der gewaltige Jäger Nimrod/ der drängende Pharao/ Ahiman/ Sesai/ Thalmai/ Goliath und andere. Wollen wir einen Kunstbrunn haben? da schleichet der stillgehende Brunn Siloha/ an den Wurzeln des [S] <br> <br> Berges Sion. Bedörfen wir etwan einen Herkules? der Simson stellt ihn. Sonst tapfere Helden? Gideon/ Jephthah/ Jasabeam/ Eleasar/ Abisai/ Benaja und andere Helden Davids bieten sich an. Kurz: es ist nichts zu ersinnen/ damit uns das H. Schriftbuch/ auf bedörfenden Fall/ nicht an die Hand gehen könnte. Daß mir demnach die jenige kein Genügen tuhn/ welche/ da sie wol Mandeln auffezzen könnten und sollten/ nur Eicheln fürtragen. Ich will sagen/ sich mit heydnischen Fabeln schleppen/ da sie es/ aus der Bibel/ und sonst/ weit bässer haben könnten.'

'Oder welches fast eben so viel ist/ wenn die zwey Figuren Hypotyposis und Prosopopoeia gebrauchet werden. Welches denn auch auser dem Gebände/ ja gar in einer Predigt zulässig ist/ weil wir die H. Schrift da zur Vorgängerinn haben. Als wenn wir den zur [S] <br> <br> Rache und Straffe bereitfertigen GOtt gleichsam vor Augen sehen wollen/ so schreibet uns solchen der VII. Psalm/ 12--14. GOtt ist ein rechter Richter/ und ein Gott/ der täglich dräuet. Will man sich nicht bekehren/ so hat er sein Schwert gewetzt/ und seinen Bogen gespannet/ und zielet/ und hat darauf gelegt tödtliche Geschosse/ seine Pfeile hat er zugericht zu verderben. Wollen wir die Gestalt der Verhungernden und Verschmachtenden mit lebendigen Farben abgemahlet haben/ so finden wir solche in den Klagliedern Jerem. im IV. Cap. 8. Ihre Gestalt ist so tunckel für Schwärtze/ daß man sie auf den Gassen nicht kennet/ ihre Haut hänget an den Beinen/ und sind so dürre/ als ein Scheit. Wer die allzuspäte Reue und das Jammerliedlein der Verdammten in der Hölle sich für Augen und Ohren stellen will/ der lese die erste Helfte des V. Cap. aus dem Buche der Weisheit. Im LXXXV. Psalm/ 11. wird der Güte und Treue/ der Gerechtigkeit und dem Frieden ein menschliches Tuhn zugeleget/ wenn gebetten wird/ daß Güte und Treue einander begegnen/ Gerechtigkeit und Friede sich küssen. In der Epistel an die Röm. am IX. [S] <br> <br> 20. lässet der auserwehlte Rüstzeug einen Topf reden/ mit den Fragworten: Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machest du mich also? Also mag ich wol sagen: Die Sünde ist ein stolzes und unbändiges Thier/ deme man einen starken Zaum auf die Nase und ein hartes Gebiß ins Maul legen muß/ wenn wir nicht zu Sandreutern werden wollen.'

'MIt diesem Namen begrüsset meine Feder Jhro WolEhrwürden das erstemal/ den der Seelig-Edle Floridan allbereit vor 10. Jahren unserer Gesellschaffts Rolle eingezeichnet hat. Weil ihm aber seine geschwinde Himmel-Anwanderung nicht zugelassen den Stand und Zustand des Benameten zu entdecken/ hat inzwischen bey uns Verlangen und Zweifel gewaltet/ des jenigen Kentnus zuerlangen/ der doch allbereit Unser ware; und solches so lang: bis die kräfftige Empfehlung des Edelsten Lentilius unsere Augen öffnete/ und die Begierde sättigte. Weil wir nun die Gedanken des verhimmelten Floridans wegen Zueignung der Blume nicht zu errahten wusten/ wurde mir einige zu benennen von meinen Groswehrtesten Mitgenossen aufgetragen; derer Neigung mit eigener Freude zu vergnügen/ wehlte ich aus dem Blumen-Reiche Engeltrank (Alisma Diosco-[S] <br> <br> rid: & Matthioli, Chrysanthemon latifol: Dodonaei, Doronicum 4 Clusij, Doronicum folijs Plantaginis Hofmanni &c.) Deren Bildnüs eine kluge Nadel/ die mit dem Mahler-Pinsel wettstreitet/ dem beyliegenden Ordens-Band eingesticket hat. Meine einfältige Gedanken hierüber wird die Beylage weisen. So gebrauche demnach der Preiswürdigste Charicles dieses weiße Band nach seiner Weise: ¶ Den Himmel zu ehren/'

'Und ist zu Verstehen der Spruch Davids / daß Gott den jungen Raben auch ihre Nahrung gebe/ Ps. CXLVII. 9. Es haben nämlich die Naturkündiger als ein sonderbares Stükk der Göttlichen Vorsorge angemerket. Die Raben sollen ihre noch unbefederte Jungen/ weil sie ihre schwarze Farbe nicht haben/ verlassen/ die Verlassene aber soll der barmherzige Gott wunderbarer Weise erhalten/ entweder von dem Morgentaue/ oder von Würmlein/ die im Neste wachsen/ oder von Mukken/ die um die Nester herum fliegen/ bis sie befedert/ von den Eltern erkennet/ ernehret und auferzogen werden.'

'6. Zwischen diese beyde/ den Opizz nämlich und Tscherning ist billich/ als der dritte Mann/ zu ordnen D. Paulus Flemming [...] <br> <br> . Seine Geist- und Weltliche Poëmata sind zu Lübekk und Jena in 8° gedrukket hervorgekommen.'

'Sonderlich sind zu behalten die Wörter/ so in der Kirche Gottes eingeführet und männiglich bekannt/ ohne Aergerniß derselben nit können abgeschaffet werden/ als da sind: Testament/ Sacrament/ Prophet/ Apostel/ Epistel/ Evangelium/ Catechismus/ absolviren/ und dergleichen. Das Wort Sanct mag auch mitgehen.'

'8. Die beweisende Gleichnisse/ welcher der Exempel Eigenschaft zu haben scheinen/ und zugleich eine Meinung beweisen/ und eine andere widerlegen/ sind der Zierde eines Gedichtes auch mit einzurechnen. Als/ wenn ich beweisende Gleichnisse für die Auferstehung von den Todten anführen will/ so kann ich sagen: das erstorbene und verweste Saamkörnlein grünet in der frölichen Frühlings-Zeit wiederum herrlich herfür. Warum nicht auch unsere Leiber in der frölichen Auferstehung von den Todten? der Seidenwurm spinnet sich ein und stirbet/ und wird dennoch hernach wiederum zur Raupe/ und denn zum Seidenwurme. Warum sollte denn der Mensch/ nach der er sich in seine Arbeit gleichsam eingesponnen/ oder ausgesponnen/ nach seinem Tode/ nicht wieder lebendig werden können? die Bergleute wissen das Gold und Silber meisterlich von der Erde zu scheiden; und der Allmächtige Gott sollte den Staub und die Asche der menschlichen Cörper nicht von anderer Erde zu sondern wissen? Dadurch wird für die Auferstehung der Todten zugleich aus der Natur ein Beweis geführet/ und [S] <br> <br> der Epicurer und Sadduceer Gegen-Meinung widerleget.'

Händel, Christoph Christian

Deo. O. M. Clementer

'himmlischer Bräutigam'

'Eiver/ Täuffer etc.'

'himmlische/ lustige/ fröliche etc.'

'Christus uns weisset die Pforte des etc.'

'Nempe ego, cùm, solenni ante annum ritu, Philosophiae Magister, & Poëta Caesareus, in hac Alma nostra Musarum Sede, crearer, actis, variô Carmine, Gratiis, DEO T. O. M. Reliquisque, queis post DEUM grates debui; Studiosis denique & Hospitibus easdem, ceu mos fasque erat, sequenti solvi Echo, omnemque eâdem Actum clausi: ¶ Annon jam satis imbibêre prata?'

'Liebe deinen GOtt von Herzen:'

'tale est illud, quando ex venerabili Nomine sacratissimae Caesareae Majestatis, (Cui Immortale summumque Numen Vitam, Fortunam, Prolem, Gloriam & Victorias indies magis magisque adaugere velit clementissime!)LEOPOLDUS,'

'Gottfried/ in voces Gott & Fried etc.'

'Dib/ Dinst/ dinen/ Fiber/ gissen/ liblich/ Licht/ Mitpferd/ nimahl/ niren/ belen/ nenen/ Datel/ falen/ Himel/ from/ Man etc. pro Dieb/ Dienst/ dienen/ Fieber/ giessen/ lieblich/ Liecht/ Mietpferd/ niemahl/ Nieren/ bellen/ nennen/ Dattel/ fallen/ Himmel/ fromm/ Mann etc.'

'Tausend-Schön/ Leichen-Predigt/ Purpur-Roht/ Abend-Mahlzeit etc.'

'Emsig- und Gerechtigkeit/ GOtt- und Gewissenloß/ Schwind- und Schlaffsucht/ pro, Emsigkeit und Gerechtigkeit/ Gottloß und Gewissenloß/ Schwindsucht und Schlaffsucht;'

'Ich kan den Katechismum: Er will einen Medicum aus sich machen; liess den Virgilium &c. Sed meliùs: Ich kan den Katechismus/ Er will einen Medicus aus sich machen/ lies den Virgilius etc.'

'ehrlichs/ nüzzlichs/ trefflichs/ seeligster/ grösster/ pro ehrliches/ nüzzliches/ treffliches/ seeligester/ grössester etc.'

'gütge/ gnädge/ glaubge/ barmherzge etc. pro gütige/ gnädige/ glaubige/ barmherzige. Ita etiam, Kindsche/ Aberglaubsche/ Marckgräffsche/ Nürnbergsche/ pro Kindische/ Aberglaubische/ Marckgräffische/ Nürnbergische.'

'Quid enim? annon ignarus sermonis nostri, summae nos verborum inopiae, ubi tot tantaque ac tàm varia sarcimenta animadvertit, accusabit? annon pauperrimam credet Linguam nostram? quae tamen plures quàm Hebreae radices, majorem, vel certè non minorem verborum copiam, quàm Graeca, & plus suavitatis habet, quàm Latina, omnesque quae inde originem ducunt: ceu sub initium Disputationis jam diximus. Atenim verò quemadmodum nulla regula sine exceptione est, ita & haec suis circumscribitur terminis, easque peregrinarum Linguarum Voces, quae dudum vel in Ecclesia, vel communi Vita, & Re inprimis Militari recepta, & unicuique nota satis sunt superque, neque absque scandalo & grandi difficultate abrogari possunt, non excludit: nam in tali casu Consuetudo pro Lege valet. Sunt autem ejusmodi Voces, Testament/ Sacrament/ [...] <br> <br> absolviren/ Apostel/ Epistel/ Evangelium/ Katechismus/ Sanct/ [...] <br> <br> Engel'

Frohne, Johann Adolph

Kurtze und leichte METHODE Grammaticam Latinam durch meistentheils Teutsche Regeln der zarten Jugend beyzubringen

'Gottheit'

'Gottlos/ Gottlose'

'Gottlos'

'Gnaden Werk'

'Der Mensch ist gottloß und verflucht.'

'Sion ist gar fest gebauet.'

'Sion ist fest gebauet.'

'Engelverstand'

'Ich hof auf dich ô HErr. Nicht aber: Ich hoffe auf den HErrn.'

'from/ nicht fromb'

'Hör‘ Himmel/ was ich dir itzt vor-wil bringen.'

'Ein Sünder: Der mit dem Sünden Rokk der Laster überlumpt. Franc. L. R. ¶ Die Sünde: Das rechte Werk der Nacht. Flem. ¶ Der Sünden Stank und Wust.'

'Der Herr hat mein Gebet genommen auf und an.'

'Mein Trost/ mein Hülf/ ist nur bey GOtt.'

'O JEsu Christ Am Creutzes Stamm'

'Der Christen täglich Brodt/ ist Wermuht/ weh und ach/'

'Der Himmel ist mein Dach/ GOtt ist mein steter Schild/'

'Die Nacht ist hin/'

'Baut einer auf der Welt'

'Wer auf die Hülfe GOttes traut/'

'Wir schauen'

'Ein ieder Christ kan HimmelSchlüssel bringen/'

'1. Ich wünsche ein rein und gut Gewissen/'

'Ich sorg und sorge nicht. Denn der mir hat das Leben'

'Es pfleget auf den Krieg die Pestilentz zukommen/'

'O Schützer Israel u. meiner Väter Gott/'

'Es wird ja endlich in der Welt der güldne Friede wieder kommen/'

'Lauter Sünd und Eitelkeit'

'Wer sich Christo wil vertrauen/'

'(die Tochter Jephte klagt:) ¶ Meine Zeit'

'Höchster GOtt im Himmels Throne'

'Nun ô HErrGOtt kom laß ein Ende seyn/'

'Meiner Sünden grosse Last drükt und quälet mich.'

'So verkehret ist die Welt daß sie GOtt nicht achtet/'

'GOtt ist unser Lebens Heil unser feste Zuversicht/'

'Wer der Tugend sich ergiebet/ und auf GOttes Hülffe traut/'

'JEsus bittres Creutz und Leiden öfnet uns den Weg zur Seligkeit/'

'GOtte vertrau’n'

'Rechte Vergnügung die wohnet nicht hier/'

'Heiliger/ heiliger/ starker/ barmhertziger GOtt/'

'Reichthum nur lieben und zeitliche Güter besitzen/'

'Der Eitelkeit Macht'

'Wer liebet Erbarmen/'

'1. Komt tretet herzu/'

'Das Menschliche Leben geht hin/'

'Die Sterblichen schauen auf Leibes Gezier/'

'Ach/ GOtt/ wie kanst du uns doch gäntzlich so verlassen/'

'Ach GOtt/ mein Hort/ wie werd ich doch geplaget/'

'Ob gleich grosse Noth'

'Weißheit ist Himmel auf niedriger Erden/'

'JEsus ist das rechte Leben/'

'Satz [Stropha.) ¶ Es wechselt alles in der Zeit/'

'Der Edle Held erblast/'

Weise, Christian

Curiöse Gedancken Von Deutschen Versen

'Wol dem/ der zehlen lernt/ der auch mit klugen Messen/'

'Ist es kein Superintendent'

'Ans Creutz geschlagen mit Nägelen/'

'Ich habe mich verlobt/ nun weicht die Liebe nicht/'

'Dergleichen setzte ich auff eine Kirchen-Music unserer Raths-Wahl: ¶ I. ¶ WAs GOTT verspricht/'

'Und auf diesen Schlag habe ich die schöne Weynacht-Arie in Natali Domini vielmahl imitiret. Als Z. E. zu einem selbst belieblichen Tugend-Liede: ¶ I. ¶ GOTT ist König/ und bey dem'

'Ingleichen zu einer geistlichen Ode/ bey der Zittauischen Raths-Wahl 1687. ¶ I. ¶ Höchster Schöpffer habe Danck/'

'Ich finde auch in meinen alten Brieffen ein also genanntes Anacreonticum, welches bey dieser Gelegenheit wol mag angeführet werden: ¶ AUff Universitäten:'

'ICh bin ein armer Jude/'

'Was beklagen wir die Zeiten'

'GOtt Lob der Fürste lebt/ und unser Segen blüht.'

'NUn kömmt die angenehme Zeit/'

'KOmm du gewünschter Tag/ zeig uns die Sonne wieder/'

'DEr Lebens-Garten blüht/ und welche den erblicken/'

'Uber des Gruteri Symbolum: Labor & Mors, hat man diese Alexandrinische Strophe: ¶ Die Arbeit und der Todt sind zwey berühmte Sachen/'

'Die Arbeit und der Tod/'

'Ich gebe ein Exempel von 1689. als in dem Gregorii-Feste die Losung war: ¶ Alles durcheinander. ¶ ALles gehet durcheinander. Das soll unser Wahlspruch seyn/'

'Bey so bestalten Sachen/ kan man die Madrigale in geistlichen Inventionen gebrauchen/ als Z. E. auf ein Söhngen/ welches um Ostern begraben ward. ¶ GOtt Lob/ nun fangen wir die Oster-Wochen an.'

'Sie schicken sich/ auff politische Dinge: Als auff eine Hochzeit am Frühlinge: ¶ DIe Hochzeit ist bestellt/'

'Also wurden diese Madrigale an einer vornehmen Hochzeit/ welche gleich in den Tagen Hilarius und Felix gehalten ward/ zur Taffel-Music gesetzet: Zum Anfange: ¶ GLückzu/ die Zeit ist da!'

'LUst und Jugend stehn beysammen.'

'DIe Liebe führt den Preiß/'

'Wer übereilt sich so? Die Hoffnung hat den Preiß/'

'WEr den Schrancken'

'Es kam ein Madrigal von der guten Nachbarschafft/ darinnen man sich aus gewissen Ursachen/ und wegen der Allusion auff einen geistlichen Text/ einer zeitlichen Licentz in Reimen bedienet hatte: ¶ Drey Dinge sind vor andern wunderschön/'

'Also setzte ich bey dem Tode der kleinen Jungfer Seeligmannin/ über die Worte Christi/ Marc. 10, 16. Er hertzte sie/ er legte die Hände auff sie/ und segnete sie. ¶ GOTT liebet dieses Kind.'

'ZEuch hin/ du liebes Kind/ wo GOtt das seine fodert/'

'Ach wer möchte das nicht/ damit der alte Apt zu Posen in Thüringen eine Nonne und den Closter-Schreiber absolvirt hat. ¶ Strephon kriegt die Jungfer.'

'In der ersten Protasi, da Fortuna und Intentio dem Sesostri/ wegen des liegendrn Obelisci solten Rath geben/ sungen sie zusammen. ¶ F. I. Dura moles, heu quot soles'

'In der Apodosi ward solches auff die Obrigkeit appliciret. ¶ F. I. O quàm laxa dantur saxa.'

'Endlich/ als in der dritten Apodosi der Genius das Bildniß des Großmächtigsten Landes-Vaters offerirte/ daß es zu fernerm Glücke gleich auff den Obeliscum kunte gesetzet werden/ so ward der Actus mit dieser Arie/ nach einer bekandten Kirchen-Melodey dergestalt beschlossen/ daß an statt des Chors/ die gantze Versammlung mitsingen kunte. ¶ O sancta pectora, sic passim pradicatis'

'Wir fahren in den Himmel'

'Dergleichen bey uns/ in einem Acta gratulatorio/ wegen der Victorie wider den Türcken gesungen ward: ¶ DEr Höchste sey gelobt/ der unsern Fürsten segnet/'

'Das ist ein feiner Mann von höfflicher Manier/'

'Von Christlicher Gedult/'

'Er sieht den Weg vor sich/ da ruff ich noch zu letzt'

'Wie das wir ietzt groß und klein/'

'GOtt als ein Schutz und Trutz der theile Segen aus/'

'Man sagt ja wol: Grade/ gerade/ Gnade/ Genade/ Heilige/ Heilge/ selige/ selge.'

'Das Abschieds-Lied im Nahmen des Liebsten war dieses: ¶ MEin Liebgen/ wie gefall ich dir'

'MEin Liebgen/ wie gefall ich dir?'

'Und solches ist einer Hochadelichen Person zu Ehren im Nahmen meiner Tischgenossen/ den II. Martii 1684. geschrieben worden: ¶ WErther Freund/ die Zeit ist da/ welche wir bedencken sollen/'

'NAchdem wir von Paris die mode borgen sollen/'

'Die Türcken sind geschlagen. ¶ I. Der schnöde Mahometh hat seinem schnöden Hauffen/'

'Der Welt-Erschaffer wird dich ferner gunst-beleuchten/'

'Denn wo haben wir ein deutsches Wort/ welches so viel heist/ als Medicus, Professor, Syndicus, Secretarius, Rector, Inspector, Superintendens, Scholarcha & c.'

'Oder wie der alte Ringewald reimt. ¶ Er fuhr wie ein geschoßner Fuchs'

'Alleine sie praesupponirten einen Leser/ der es verstund/ wie manchmahl gute Freunde in ihren Brieffen untereinander schreiben/ wie das alte Lied: In dulci jubilo.'

'MEin Freund/ ich solte zwar mit einem Wunsche kommen/'

'GOtt hat das Leben selbst beschert/'

'Man lebe GOtt/ er ist es wehrt/'

'O daß wir GOtt anhiengen/'

'Ach lernt euch GOtt ergeben/'

'Man hat bey solcher Macht Gelegenheit zur Sünde.'

'Sis pius imprimis. Nam cum vincamur in omni ¶ [...] <br> <br> ¶ Die Tugend schämt sich nicht: voraus wo Lieb und Güte/'

'9. Damit ich aber vor mich nichts schuldig bleibe/ so will ich ein Exempel hersetzen/ damit ein Hoch-Edelgebohrner Sohn an. 1684. von meinen Tischgenossen dergestalt begleitet ward/ daß ein [S] <br> <br> jeder einen nachdencklichen Spruch aus Senecae Epistolis zum Grunde seines Wunsches legte: ¶ DAs ist ein altes Recht/ wenn Freunde scheiden wollen/'

'Wie Herr Opitz schreibet: ¶ Daß zwey gefunden werden/'

'Und hierinne ist Herr Opitz sonderlich ein Meister gewesen. ¶ I. Als zum Exempel: ¶ GOtt wird es auch auff Erden/'

'GOtt wird es auch auff Erden/'

'Ob gleich das Weib zum ersten würd/'

'Und Herr Opitz hat hierinne viel artige Meister-Stücke: ¶ Wird auch in Freyheit bringen/'

'denn es sind viel deutsche orationes, absonderlich Predigten/ da solche Reden in prosâ nicht seltsam sind.'

'GOtt kan uns wol belohnen/'

'Wunder daß ich so erkühnet'

'DAs edle Schlesien/ da Lust und Ehre wohnet/'

'ALso setzte ich auf eine Hoch-Adl. Hochzeit/ als Hr. Caspar von Zedlitz Hen. Abraham von Czetritz seine geliebteste eini-[S] <br> <br> ge Frl. Tochter Annen Magdalenen am 28. Novembr. 1685. ehlich beylegen ließ/ zwar kurtze Verse/ doch einen ziemlich langen commentarium, dadurch gleichwol die Verse nicht verstellet wurden. ¶ DEr Stamm von Zeblitz blüht. Die ungemeine Tugend'

'Ein solch Exempel hatte ich den 16. Martii 1685. an Hrn. D. Johann Siegfried Kießlings Hochzeit/ da war der Titul: die dritte Comoedie, das ist/ die dritte Kießlingische Hochzeit in diesem Seculo. Denn vor eins hatte ich die Woche zuvor drey Comoedien nach einander aufgeführt/ und die Woche drauff hatte dieser dritte Doctor Medicinae Hochzeit/ denn der Herr Groß-Vater hatte den 9. October 1623. Jungfer Marien Fritzschin geheyrathet/ der Herr Vater D. Johann Christian Kießling hatte den 9. October 1656. Jungfer Johannen Schmeidelin geheyrathet/ [S] <br> <br> nun kam der Herr Sohn und heyrathete Jungfer Christianen Dorotheen von Jungenfelsin. Drum kont ich sprechen: Vor gestern war die Comoedie an dem Herrn Groß-Vater/ gestern an dem Herrn Vater/ heute an dem Herrn Sohne. Nun ist das Carmen leicht zuverstehen. ¶ NUn so geht der dritte Kießling unter GOttes Segen hin/'

'doch wenn jemand vom Alexandro und dem König Poro/ spielet, und will im Interscenio/ den Schul-Jungen/ oder den Juden und den Christen/ die sich ihren Heiligen zu Ehren/ ein Haar [S] <br> <br> nach dem andern/ aus dem Barte rauffen lassen/ praesentiren/ das ist wol eine materie, darüber die Leute lachen/ allein/ wer es recht bedenckt/ dem möchte gar leicht übel werden.'

'VIII. Als ich dem vornehmen und im die Zittauische Kirche hochverdienten Prediger Herr Mag. Zacharias Seligmannen den 5. Augusti 1687. zum letzten Andencken was schreiben solte: so fand ich im Lebens-Lauffe/ daß er alle Tage sein Gebet mit dieser Formul beschlossen: ¶ HErr JEsu Christ/ du höchstes Gut/'

'NAchdem ein Seligmann im Leben vor der Welt/'

'IX. So wolte ich den 22. Jan. 1691. meinem geliebten Bruder und Schwager Hrn. Johann Christian Neseno was zum Troste schreiben/ als er sein eintziges und hertzgeliebtes Töchterlein Jungfer Johannen Elisabeth begraben ließ/ und weil der Marien/ ihre Worte gleich im Evangelio waren erkläret worden: was er euch saget das thut/ und wiel eine Maria als Groß Frau Mutter mit interessiret war/ welche sich sonst des Englischen Zuspruchs zugetrösten pflegt: Fürchte dich nicht/ Maria/ [S] <br> <br> du hast Gnade bey GOtt funden: so fand sich die resolution gar leicht/ daß ich bey dem Jambischen genere würde verbleiben müssen. ¶ MEin Bruder/ soll ich dieß die Liebes-Woche nennen/'

'X. Als auch eben dieser liebwerthe Freund seine hertzliebste Frau Johannen Eleonoren Nesenin gebohrne Stollin dem geliebten Kinde den 26. Febr. nachschicken solte/ so gab mir der Leichen-Text zwar lauter Jambische Gedancken/ Thren. 3. v. 24. 25. 26. Der HERR ist mein Theil/ etc. Es ist ein köstlich Ding etc. allein daß ich eben zu einer elegie resolvirte/ darzu brachte mich ein epiphonéma aus des Herrn von Hoffmannswaldau Helden-Brieffen: ¶ Und also will ich küssen'

'MEin Kind/ erlaube mir/ daß ich dein Hertz betrübe/'

'XI. Nicht viel andere Formuln schwebten mir vor Augen/ als das vornehme Stollische Haus/ den 23. Octobr. 1684. das geliebteste kleine Töchterlein Jungfer Marien Elisabeth solte begraben lassen. ¶ GOtt ist ein Wunder-GOtt/ und mehrentheils verborgen/'

'XII. Eben dieses gab mir den 30. Jan. 1690. Anleitung/ als Frau Anna Emeren-[S] <br> <br> tzia Gebhartin gebohrne Wincklerin/ unter ihren herannahenden Geburts-Schmertzen das letzte Wort auf dieser Welt gesprochen hatte: Ach JEsus hilff mir doch. ¶ ACh JEsus hilff mir doch! das war die letzte Stimme/'

'Als Mons Hanß Wolfram von der Heyde/ von mei-[S] <br> <br> nen Tischgenossen/ einen Abschieds Segen verlangte/ war dessen naher Vetter Herr Stattmeister von Zedlitz in Straßburg gestorben. Und als man dessen Andencken hier mit einführen wolte/ gab der eintzige Nahmen Zedlitz so viel an die Hand/ daß man in einem Trochaeischen metro besser fortkommen möchte. ¶ SIeben Sommer sind vorbey/ seit er sich zu uns bekennet/'

'XIV. Bald hernach/ als dessen Herr Bruder Mons. Conrad von der Heyde solchen Dienst verlangte/ war gleich dessen naher Herr Vetter der weitberühmte und tapffre Conrad Sack todes verfahren/ und da gab der Conrad/ ebenfalls Anlaß zum Trochaeo. ¶ COnrad Sack der Ehren-Mann/ der in weisen Lorber grünte/'

'FRanckfurt der berühmte Platz/ da die Marck ihr Marck befindet/'

'REval die berühmte Stadt ist vorlängst im tieffen Norden'

'WIßmar die geliebte Stadt/ welche dort am Balten-Strande'

'XVIII. Etwas weniges von den Dactylen zu gedencken/ so hab ich gleich itzo was unter den Händen/ darinne die Allusion auff die Worte Psalm 85. 11. soll gerichtet werden. [S] <br> <br> ¶ Daß Güte und Treue einander begegnen/'

'MIt was vor guter Zeit'

'Ich habe gefreiht. ¶ IHr Freunde fragt ihr noch/ was mich verändert hat?'

'VI. Das erste auf den Todesfall Hrn. Michael Herfarths S. S. Theol. Stud. den 7. Decemb. 1686. ¶ SO fällt ein frommer Sohn/ der GOtt im Hertzen liebet/'

'VII. Das andere waren etliche strophen auff das Gregorii-Fest 1686. da wir kurtz zuvor ein Jubel-Fest gehalten/ zum Andencken/ daß unser Gymnasium hundert Jahr gestanden war. ¶ SO wird der Grund gelegt/ daß/ wo nach hundert Jahren'

'X. Von langen Versen fieng ich an/ als Mons. Ernst Friedrich von Döring bey seinem Abschiede zur Sommer-Zeit auff Sommer-Gedancken solte geführet werden. ¶ DEr Sommer ziert dieß Land/ die Feld- und Garten-Früchte/'

'XI. Ingleichen als die Frau von Czetritzin/ derer Hochzeit-Carmen oben p. 194. zu finden den 18. Aug. 1687. nach Genesung einer höchstgeliebten Tochter die Welt gesegnete/ und also auch diesem Stücke der sel. Hoch-Adl. Frau Mutter ähnlich war. ¶ MEin Herr/ so schwimmet nun sein Trost in vollen Thränen!'

'Als Mons. Conrad Gottlieb von Zedlitz/ der nach dem Hintritte seiner Hoch-Adl. Frau Schwester dem Herrn Vater alleine noch übrig war/ bey seinem Abschiede als ein glückseliger und gesegneter Schuldner vorgestellet wurde. ¶ WIls Gott/ die Stunde kömmt/ da er den letzten Gruß/'

'NUn weiß ich/ was vor Nutz auch in den Thränen steckt/'

'XIV. Ebenfalls liessen die Hoch-Adlichen Herrn von Schweinitzischen Stam-Hause Kran/ nach Anleitung etlicher Urnarum oder Ascher Töpfen/ so daselbst ausgegraben worden/ im Jahr 1685. unterschiedne Leichen und Ehren-Gedächtnisse/ von dero Hoch-Adl. Familie zum Drucke befördern/ und meinten nicht unbillig/ daß [S] <br> <br> solcher Dienst etwas besser/ als druch einen todten Aschen Krug/ würde geliefert seyn: da nun in der Druckerey gleich ein leeres Blat solte gelassen werden/ nahm ich die Kühnheit solches mit folgenden Zeilen/ von der gedachten Gattung voll zu machen. ¶ IHr Helden seyd geneigt/ und gönnt mir dieses Blat/'

'Und solches war [S] <br> <br> ein Abschieds-Carmen, darinne ich die Handelschafft zwischen Leipzig und Zittau/ so dann zwischen Zittau und Franckfurt vorstellen solte. ¶ SEit Leipzig als ein Stern im Meißner Lande lacht/'

'Als Herr Friedrich Adolph von Ziegler [aus?] <br> <br> Kliphausen/ mit Frl. Magdalenen Sybillen von Metzradin den 18. Apr. 1690. vermählet war. ¶ GOtt hat den Wunsch erfüllt. Was meine Reden waren/'

'XVIII. Als Herr George Reingast vornehmer Herr des Raths allhier/ mit seiner Hertzliebsten Frauen Rosinen gebohrnen Schnitterin/ nach verfloßnen funffzig [S] <br> <br> Jahren ihres geführten Ehestandes den 15. Julii 1683. ein solennes Andencken/ dieser Zeit begiengen. ¶ ICh habe manches Lied zur Hochzeit-Lust geschrieben/'

'XIX. Als gedachter Herr Reingast bald darauff seine geliebteste Tochter Fr. Dorotheen Denickin den 29. October 1683. verlohr. ¶ HIlff GOtt/ wie spielt diß Jahr mit Hochzeit und mit Leichen?'

'XX. ALs ich an Herr Johann Philip Kriegers Fürstl. Sächs. Capel-Meisters in Weissenfels Hochzeit mein gutes Andencken gegen die geliebte Stadt auslassen solte. ¶ SO muß sich Weissenfels mit Halle noch verbinden/'

'XXI. Als bey der Ettmüller- und Leopoldischen Hochzeit den 15. Junii 1688. die Verneuerung der vormahligen Studenten-Freundschafft/ gestifftet ward. ¶ WIe schön ist der vergnügt/ der im Studenten-Leben/'

'XXII. Als Herr M. Gottfried Hoffmann/ wolmeritirter Sub-Rector in Lauban bey seiner Hochzeit den 24. Maji 1689. meines Praeceptor-Segens nochmahls geniessen solte. ¶ GOtt Lob/ die Schreiber sind mir alle noch gerathen/'

'DAs Edle Brandenburg blüht noch an tapffren Leuten/'

'gleich wie die Lieder: Nun dancket alle GOtt/ etc. It. O GOTT du frommer GOtt/ du Brunnquell aller Gnaden/ etc. nicht unbekandt seyn.'

'Ich will ein [S] <br> <br> paar Exempel aus Herr Kriegers Musicalischer Ergetzligkeit hersetzen. ¶ Eines auff die Vergnügligkeit: ¶ Wol dem/ der sich vergnügt. Kein Mensch kan alles haben.'

'Auff den abgesetzten Liebhaber. ¶ WAs hab ich denn gethan? Ich sol die Straffe leiden.'

'WIe selig sind die hochgeschätzten Seinen/'

'DEr schöne Tag hat sich wol eingefunden/'

'XXXI. Als ein Hoch-Adl. Sohn von ungemeinen Qualitäten den 27. October 1687. in einer unglücklichen Passage durch den Neckar sein kostbahres Leben eingebüsset hatte/ der vor dieser Zeit unter meiner Information wol auffgewachsen war. ¶ ISt es möglich/ daß der Strom sich als unsren Feind erkläret/'

'XXXII. Als Herr Johann Friedrich Junge berühmter Handelsmann in Zittau den 23. Septemb. 1689. seine Eheliebste Fr. Maria Elisabeth gebohrne Eichlerin begraben ließ/ und derselben Zeit nach des ankommenden Weyhnachts-Herrn gnädiger Liebes-Advent erwogen ward. ¶ ISt nun dieses der Advent/ und der Vorschmack von Weihnachten/'

'XXXVIII. Bey dem Begräbnisse des obgedachten Hrn. M. Seligmanns ward über diese Worte aus dem Leichen-Texte Esa. LX. 19. 20. Der HErr wird dein ewiges Licht seyn/ etc. diese Arie gesungen: ¶ ACh GOtt du bist mein rechtes Licht/'

'XXXIX. So must ich auch einmahl den gewissen Trost/ welchen Christliche Eltern bey unverhoffter und betrübter Beerdigung eines todtgebohrnen und also ungetaufften Kindes bey sich erwegen sollen/ den 5. Febr. 1688. dergestalt besingen lassen. ¶ WIe kan sich unsre Seele grämen?'

'Wilstu der Pein entübrigt seyn/'

'Was die Menschen hoffen/'

'Wir haben zwar das kurtze Leben/'

'Wir können hier im Leben'

'4. Auff ein galantes Clavichordium. ¶ ES ist mir von Natur gegeben/'

'2. Auff den angenehmen Spatzier-Gang.'

'3. Im Nahmen eines heimlichen Liebhabers/ der sich vor seinen und ihren Freunden fürchten muste: ¶ A Marillis/ kanstu schweigen/'

'5. Der lustige Tag/ da man tantzen will. ¶ AUff ihr Seyten last mich tantzen/'

'9. Auff die Annehmligkeit eines Gartens: ¶ LIebster Garten laß mir zu/'

'1. Auff ein Frauenzimmer/ das sich durch Geschencke gewinnen läst: ¶ MEin Liebgen vergafft sich in milden Geschencken/'

'1. Auff einen abgesetzten Liebhaber. ¶ SEht/ was Sanct Velten kan/'

'2. Auff ein alten Müttergen/ welches sich verlieben wolte. ¶ ALte Mutter/ schämt euch doch/'

'So gerieth mir die Hochzeit-Ode an Herr M. Gottfried Edelmanns und Jungf. Marien Günthern Hochzeit: ¶ DAs ist ein edler Mann/'

'Ich werde mich hier mit wenig und zwar mit geistlichen Exempeln behelffen. ¶ Nach der Melodey: Ex legis observantia. ¶ Mein Hertz/ wie bistu so verzagt.'

'Auff die Melodey: Du Friedens-Fürst HErr JEsu Christ/ etc. als Ofen eingenommen ward. ¶ GOTT Lob/ nun siegt die Christenheit'

'Auff die Melodey: Hertzlich lieb hab ich dich/ O HErr. ¶ ACh liebster GOtt/ erleuchte mich/'

'VI. Hier muß ich an die Melodey gedencken/ welche Herr Moritz Edelmann einmahl bey uns in einer Lateinischen Comoe-[S] <br> <br> die setzte. [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ ICh bin mit GOtt vergnügt/'

'Es ward auch bald noch eine parodie drauf gemacht/ bey dem Jubel-Feste wegen der guten progressen wider den Türcken 1686. WIr sind mit GOtt vergnügt/'

'Lebet in lieblicher Ruh/ als liebende Kinder beysammen/'

'So ließ ich in einem solennen Actu 1682. bey Gegenwart hoher und vornehmer Personen zum Anfange dieses singen: ¶ SEit unser Deutschland manchen Helden'

'KOmmt heran und seht die Jugend/'

'So ließ ich 1685. nach beschlossenen Comoedien dieses auf dem Theatro mit drey Choren singen: ¶ ZIttau wachse/ weil du stehst/'

'An Herr D. Kießlings Hochzeit: ¶ WO Jugend und Liebe die Hertzen verbindet/'

'Auf die wolselige Frau Czetritzin/ davon oben p. 2[6?] <br> <br> 3. ¶ IIr meine Lieben weinet nicht/'

'Auff Herrn Bürger-Meister Albert Gierischens und Jungf. Dorotheen Julianen Schmeißin von Ehrenpreißberg Hochzeit. ¶ DAs schönste Bild der Obrigkeit'

'XI. Von Theatralischen Sachen habe ich zwar unterschiedenes in unsern Comoedien angebracht/ doch hier mag nur eine kleine Serenata zur Probe angeführet werden. Von der fatalischen Heyrath. [S] <br> <br> ¶ Innhalt. ¶ ES vergleichen sich etliche Nymfen/ daß sie lieben wollen.'

'Hat doch zu Anfang dieses Seculi Jacob Vogel ein Bader zu Stössen im Ammte Weissenfels, welcher auf Anordnung eines Comitis Pala-[S] <br> <br> tini zum Deutschen Poeten ist gekrönt worden/ dadurch so hochmüthige Gedancken geschöpfet/ daß er den Prologum in einer comoedie so anfangen läst: ¶ Deutschland hat zwar einen Lutherum, ¶ [...] <br> <br> ¶ So viel wuste sich der einfältige Mann/ daß er sich rühmen kunte/ wie der Herr Lutherus das donum propheticum oder die Gabe zu lehren in einem unvergleichlichen gradu bekommen hätte/ so wäre ihm auch das donum poëticum oder die Gabe zierliche Verse zumachen/ so kräfftig beygelegt/ daß er niemand seines gleichen/ in gantz Deutschland finden könte.'

'Ja Herr Opitz/ welcher sich in seiner Kunst so gewiesen hatte/ daß er sich des Tituls nicht hätte schämen dürffen/ gebraucht gleichwol am Herrn Zincgrefen diese Worte: ¶ Soll mir der Harm das Blut aus allen Adern saugen/'

'Vater Unser im Himmelreich.'

'XIIX. Ich habe hier die Gewohnheit/ in dem ich alle viertel Jahr/ meine untergebenen zum Heil. Abendmahl führe/ so pfleg ich sie durch eine meditation zu praepariren/ daraus sie hernach ein gewisses Buß-Lied machen müssen/ und weil ich ihnen dergestalt meine elaboration schuldig bin/ so hab ich von vielen Jahren her nichts anders gethan/ als daß ich die alten in ihrer deutlichen realen simplicität habe imitiren wollen/ und da bin ich viel Dings gewar worden/ welches manchem in seinem Lorber-Krantze verborgen ist. Ich will nur etliche Exempel setzen: ¶ XIX. Eine Ubersetzung des 46. Psalm. ¶ Nach der Melodey: ¶ Nun freut euch lieben Christen gemein. ¶ DEr HErr ist unser Zuversicht/'

'XX. Ein Trost vor arme Studenten/ in Betrachtung der Armuth und der Flucht CHristi. ¶ Nach der Melodey: ¶ Aus tieffer Noth schrey ich zu dir. ¶ HIlff GOtt/ wie geht manch armes Kind/'

'XXI. Uber die Worte Zachariae/ Luc. I. ¶ Daß wir errettet von der Hand unserer Feinde/ ihm dienen ohne Furcht unser Lebe-[S] <br> <br> lang/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die ihm gefällig ist. ¶ Nach der Melodey: ¶ HErr GOtt/ dich loben alle wir. ¶ WAch auf/ mein Hertz/ und dencke dran/'

'XXII. Dieses mag genung seyn: denn die andern Liedern von dieser Gattung möchten sich besser zur Continuation der Seligen Gedancken schicken.'

'Man sehe nur die Ode, welche meines Erachtens eine von den besten ist/ darinn er [Opitz, J.T.] <br> <br> auff die variablen conjuncturen/ die sich im Deutschen Kriege dem Ansehn nach der Religion zum schlechten Vorthel hervorthaten/ recht heroische meditationes suchet. ¶ AUf/ auf/ wer Deutsche Freyheit liebet/'

'Propositio: Itzund ist der Frühling.'

'Der Frühling paart die Welt: Er folgt der Liebe nach'

'Unterredung Zwischen einem PROFESSOR und Untergebenen. ¶ Prof. Nun/ Monsieur, wir werden uns einmahl in deutschen Versen exerciren.'

'Es wird dem geneigten Leser nicht unangenehm seyn/ wenn ich etliche kurtze Proben anführe/ damit ich Gottergebenen und Christliebenden Frauenzimmer zuweilen gedie-[S] <br> <br> net habe. [...] <br> <br> ¶ 1. ¶ ACh mein JEsu/ laß den Segen/'

'II. Als Herr M. Martin Grünewald/ in Budißin wolbestallter Conrector mit [S] <br> <br> Jungf. Sophien Magdalenen Vollhartin Hochzeit hatte/ gefiel mit Locus notationis, daß ich die Schule mit einem grünen Walde vergliech. ¶ GOTT hat die Schulen lieb/ und läst sich nicht verachten:'

'III. Als Mons. Wolff Albrecht von Löben/ dessen oben p. 363. in einem betrübten Carmine gedacht/ seinen Abschied aus unserm Gymnasio nahm/ ward in regard des Hoch-Adl. Herrn Vaters als Amt-Hauptmanns in Fürstenthume Görlitz die Invention genommen vom Gott-gefälligen Amts-Hauptmann in dem Fürstenthum der kleinen Welt. ¶ DEr Mensch die kleine Welt/ des Schöpffers höchster Ruhm/'

'VI. Als zwey Hrn. von Stöterogg von hier verreiseten/ wurde auff das Saltzwerck in Lüneburg gezielet. ¶ DAs edle Lüneburg/ das unter andern Gaben/'

'V. Als zwey werthe Freunde von Reval wegreiseten/ und einer ein Studiosus [S] <br> <br> Theologiae, der andere ein Studiosus Legum war/ zielete die Invention hierauf. Und erstlich zwar ward der Studiosus Theologiae also beschrieben. ¶ WOldem der allen Fleiß auff GOttes-Lehre wendet/'

'VI. Der Studiosus Legum bekam diese Beschreibung. ¶ WOldem der seinen Fleiß auff die Gesetze leget/'

'VII. Als fünff Brüder allerseits vornehme Medici Herr Balthasari Bleccio berühmten Theologo in Stetin zum Doctorat Glück wünscheten: ¶ WEr hätte diß vermeynt? Ein Mann der GOttes Lehre'

'VIII. Als an Hrn. Johann Kriegers/ Chori Musici Directoris Hochzeit auff die neuerbaute Orgel solte alludiret werden. ¶ DAs liebe Weissenfels hat endlich viel Personen/'

'IX. Als Herr Johann Jacob von Hartig/ seine Eheliebste Fr. Dorotheen Gottlieb von Bischoffheim begraben ließ/ erwog ich den Spruch: Ein weiser trauret nicht. ¶ EIn weiser trauret nicht. So sagten auch die Heyden;'

'X. Als Herr Johann Christian Meyer Vornehmer Herr des Raths/ seine Eheliebste Fr. Annen Rosinen geb. Baderin begraben ließ/ floß die Allegorie von der unergründlichen See der Göttlichen Liebe/ aus dem Dicto Chrysostomi ad 2. Corinth. I. Homil. I. p. m. 729. ¶ Quemadmodum, si exiguam scintillam in magnum pelagus injicias, eam protinus extinxerit: eodem modo molestia omnis, quamlibet ingens, si in animum bene sibi conscium inciderit, confestim perit & evanescit. ¶ EIn Kind ist schon zu viel/ wann solches unsre Thränen/'

'XI. Als Herr Andreas Noack Churfl. Sächs. Zolleinnehmer seine Ehliebste Fr. Annen Marien geb. Heinrichin begraben ließ/ ward auff die Uberschrifft seines neuerbauten Hauses alludirt. ¶ WIr Menschen sind ein Hauß/ da GOtt den Bau vollführet/'

'XII. Als ich einen Vornehmen von Adel mit einem Abschieds-Carmine bedencken solte/ nahm ich die Invention von dem Sprichwort: Der Adel ist eine Nulle/ die Qualitäten/ die vorher stehen/ gelten zehnmahl so viel. [S] <br> <br> ¶ EIn weltbekandter Printz verlangte zu erfahren/'

'XIII. Ein Abschied um Weynachten/ darinn auff die Christ-Bescherung alludirt wird. ¶ NUn weist die liebe Zeit schon auff das Weihnacht-Fest/'

'XIV. Als Herr Bürgermeister Christian Möller/ der 1597. gebohren war 1684. starb: ließ ich das vorige SECULUM von dem ietzigen Abschied nehmen. ¶ SEit wir zu Tausenden sechshundert schreiben müssen/'

'XV. Als Jungf. Anna Christiana Girischin gleich an ihrem Geburts-Tage begraben ward. ¶ DIe Proben sind zu hoch! der Mann hat Seine Sorgen'

'XVI. Als Herr Johann Christian Möller den 25. Januar. 1688. eben an der Stelle/ darauff er vor 51. Jahren die Welt erblicket hatte/ wiederum seinen Sterbe-Tag hatte. ¶ DAs ist der alte Lauff. Bald wird ein Mensch gebohren/'

'XVII. Als Herr David Jentsch/ J. U. L. Bürgermeister und Scholarcha den 10. April 1684. begraben ward: stellete ich den rechtschaffenen Scholarchen vor. ¶ ES ist mir hertzlich leid vor mich und meine Jugend/'

'XIIX. ALs Herr Johann Nicol von Lanckisch Herr des Raths/ vormahls Bauschreiber Jungf. Annen Rosinen Nesenin/ den 11. Octobr. 1683. heyrathete/ ward auff das neue Bauamt im Ehstande alludirt. ¶ VIelwerther Bräutigam/ er hat von vielen Jahren'

'XIX. Als eben dieser bald darauff den 20. Octobr. 1683. ein Leichen-Carmen vonnöthen hatte/ blieb ich bey den letzten Worten des vorigen Carminis: Wol dir du hast es gut. ¶ WOl dir du hast es gut! so klang es vor acht Tagen/'

'XX. Als einem geliebten Leipziger/ bey dem Abschied/ den 8 Aug. 1689. mitten in dem Kriegs-Geschrey/ der niemahls unglückliche Gelehrten-Stand solte vorgestellet werden. ¶ WAs vor betrübte Zeit erschreckt den Christen-Staat!'

'XXI. Als ein geliebter Leipziger von Zittau nach Franckfurt reisete/ im Martio 1689. da sonst allenthalben Krieg war. ¶ DIe Zeiten sind betrübt. Der Rheinstrom ist gefangen/'

'XXII. Als Herr Melchior Günther Jungf. Annen Barbaren Liebigin in Greiffenberg heyrathete. ¶ DAs liebe Greiffenberg/ da sich der schöne Q[?] <br> <br> ueiß'

'XXIII. Als drey Personen von unsrer Tischgesellschafft Abschied nahmen/ und die [S] <br> <br> übrigen ein und Zwantzig was sonderliches wünschen wolten/ wurde die Epigrammatische Invention auff das Fundament der Tugend-Lehre gesetzet. ¶ DRey Freunde kommen hier indem sie weiter reisen/'

'IV. Ein Poët/ welcher den Nahmen in der That führen soll/ ist ein solcher Mann/ der in artigen und annehmlichen Gedichten die Göttliche und Menschliche Weißheit vorstellen kan/ wie etwan der alte Plato die Poëterey [griech.] <br> <br> , das ist/ alles mit einander/ und den gantzen Begriff der Weißheit zunennen pflegt. Und eben deswegen ist Homerus auch hernach Virgilius in allen Schulen/ so sehr aestimirt und getrieben worden/ nicht/ daß die jungen Leute solten lernen Verse machen/ sondern/ daß sie von den arcanis der Götter/ der Opfer/ und aller Tugenden etwas ausführliches begriffen solten. Und wie etwan bey unsrer waren und von GOtt erleuchteten Religion die Psalmen und Propheten gelesen werden/ nicht daß wir neue Psalmen und Prophezeyungen solten nachmachen/ sondern/ daß wir uns daraus zu unserer Seeligkeit erbauen sollen: so hatten sich die Heyden in ihrer Blindheit auch gewisse vates ausgelesen/ welche bey der Jugend auch nachgehends bey den Leuten/ die man aus Schulen zu nehmen pflegt/ mehr zur admiration als zur imitation dienen solten. [S] <br> <br> ¶ V. Je mehr aber dieselben Gedichte theils ad theologiam mythicam, theils ad prudentiam hieroglyphicam geneigt sind; desto weniger haben wir einen Staat darvon zu machen/ nach dem wir die Erkäntniß Gottes und die Lehre der Politischen Klugheit etwas deutlicher und verständlicher in unsren Büchern enthalten wissen. Also ist es kein Wunder/ daß mancher in den alten Poeten weniger findet/ als die Leute vorzeiten darinnen gesucht haben. Wenn auch jemand bey den Christen auff so ein Gedichte gedencken wolte/ so würde doch solches mehr zum Zeitvertrieb angenommen/ als den Schulen/ unter dem Titul eines hochnöthigen Buches/ recommendiret werden.'

'3. Ich besinne mich/ daß mir einmahl ein carmen in die censur kommen/ darinnen der Dicht-Meister eine Unterredung der seligen Seelen mit dem HErrn Christo vorgestellt/ darinnen aber hatte der HErr Christus diese Worte zureden. ¶ Die Clotho hat Befehl den Faden abzuschneiden. ¶ Denn es solte so viel heissen: die Todesstunde ist vorhanden; gleichwol war im Phrases-Buche oder im Poëtischen Trichter das schöne Förmulgen verhanden/ und da fragte niemand/ ob der HErr CHristus/ der die Heydnischen Götter vor Greuel gehalten/ auch zu einer solchen greulichen Formul könte genöthiget werden.'

'Nec poenitere methodi me potuit, cujus quidem ea constar veritas, ut nihil in carminibus Gentilium, nihil in canticis Psalmorum sacris, nihil in casibus nunc obviis reperiatur, quod facilem dispondendi vel imitandi rationem non admittat.'

'VIII. Vor Alters brauchte man lauter kurtze und einsylbichte Reime/ welches man in vielen Kirchen-Liedern noch zu ersehen hat. Und man kan es auch zu unserer Zeit gar wol inacht nehmen. ¶ Ich gebe diß Exempel: Auff den Todes-Fall eines geliebten Kindes/ welches bey dem letzten Abschiede den vornehmen Eltern noch die Hand gereichet hatte: [S] <br> <br> ¶ Ihr Eltern/ weint ihr noch? Denckt an den Sterbens-Tag/'

'Und also muß ich mich wundern/ warum etliche die Kirchen-Lieder aus dem vorigen Seculo, Z. E. Nun freut euch lieben Christen gemein: Da die erste Zeile nicht gereimet wird/ durch den dritten Reim gleichsam verbessern wollen.'

"XXXVII. An sich selber/ ist es in der Music nichts unangenehmes/ wenn gleich ein Text in prosa gesungen wird. Wir haben auch Kirchen-Lieder/ als: Gieb unsern Fürsten und aller Obrigkeit/ etc. Meine Seele erhebet den HErren/ etc. GOtt sey uns gnädig und barmhertzig/ u. d. gl. welche von den Leuten mit eben so guter Anmuth gesungen werden/ als wenn sich alle Zeilen noch so lieblich reimten/ und ich muß bekennen/ das alte Grabelied: Ich war ein kleines Kindelein/ hat etwas charmantes in sich/ ob gleich die letzte Strophe wegen der Reime schlecht bestellet ist. ¶ GOtt gsegn' euch/ Vatr und Mutter/"

'Denn es ist doch nunmehr zu langsam/ wenn etliche einfältige Deutschen sich über die Sprache erzürnen wollen/ daß sie lieber den schwartzen Mann in der sechsten Bitte im Catechismo/ als ein Frantzösisches Wörtgen in Brieffen oder Versen ansehen.'

'XXXVII. Und dannenhero/ ob wol die trochaeischen in Geistl. Liedern zu finden seyn/ wenn sich gleichsam ein verliebter raptus mercken läst/ als in den Liedern: JESU meine Freude etc. Freu dich sehr/ O meine Seele/ etc. Dennoch gibt es die Erfahrung daß die jambischen einen bessern Nachdruck haben/ und öffters gebraucht werden. Ge-[S] <br> <br> stalt ich von dieser Gattung etliche wenig Exempel weisen kan. ¶ Als 1683. der Entsatz vor Wien glücklich erfolgte; hatte ich in unserm Gymnasio bey einem Actu wenig Tage vorher diese Arie singen lassen: ¶ GOtt/ wende dich von deinem Grimme/'

'X. In Kirchen-Musicken giebt es viel Aenderungen/ wenn dergleichen Verse zu gewisser Zeit angebracht werden. Ich will doch etwas setzen/ daß ich unsern Hrn. Kriegern zugefallen/ bey der Raths-Wahl/ nach der Music eingerichtet habe. ¶ An. M DC LXXXIV. ¶ WOl dir du hast es gut!'

'An. M DC LXXXV. ¶ IHr Väter freuet euch/ die Wohlfahrt bleibt bestehn/'

'An. M DC LXXXVI. ¶ DEr HErr ist groß/ Er ist erhöht/'

'An. M DC LXXXVIII. ¶ PReise Jerusalem den HErrn/ lobe Zion deinen GOtt. ¶ Liebstes Zittau tritt herfür/'

'VI. Doch so schlecht als sich die Sorge von vielen seculis angelassen/ so ein guter Wechsel entstund auch mit der Deutschen Sprache zu Anfang des vorigen seculi, welchen wir der wunderbaren providenz Gottes zuschreiben müssen. Denn gleich wie GOtt/ als er dort eine Stiffts-Hütten vonnöthen hatte/ den Bezaleel mit einer geschickten Hand begabete/ daß er in Sti-[S] <br> <br> cken/ Schnitzen/ Goldarbeiten/ Steinschneiden und andern/ dergleichen Dinge praestirte/ die er von andern weder gesehen noch gelernet hatte; so war es auch dazumahl beschaffen/ als Gott das wichtige reformations-Werck wolte vor sich gehen lassen/ da bekam der Herr Lutherus so eine unvergleichliche und wunderschöne Manier deutsch zuschreiben/ daß er bey seiner guten Sache zugleich mit dem ungemeinen stylo durchdringen konte. ¶ VII. Nun kamen allerhand gute studia mit der Religion empor/ und da man der Jugend die besten Autores wiederum in die Hände kommen ließ/ so kunte es nicht fehlen/ es muste auch etwas darvon den deutschen Versen eingepflantzet werden; ja der Herr Lutherus war ein guter Musicus darbey/ hatte auch correspondenz mit den vornehmsten Musicis, und dannenhero ward er in seinen Versen durch drey sonderbahre Stücke treflich secundirt. Vor eins hatte er die Realität/ das ist/ er verstund die Sache wol/ und ließ sichs einen Ernst seyn die Worte mit einem tapffren Nachdruck hinzuschreiben. Darnach hat-[S] <br> <br> te er die Reinigkeit und die geschickte construction der Sprache. Endlich den Verstand von der Scansion und der Liebligkeit/ das ist/ die conformität der Worte mit dem Gesange. ¶ VIII. Ich weiß wol/ des Herrn Lutheri Verse sind dreyerley: Etliche hat er gezwungen gemacht/ wenn er ein Lateinisch Lied hat vertiren wollen; etliche hat er geschwinde hingemacht/ wenn er guten Freunden zugefallen etwas geschrieben/ dazu er keinen sonderlichen Fleiß gebraucht/ und also zu reden/ die damahlige Mode der Meister-Sänger mit gehalten hat: an etlichen aber hat er seine Kunst und seine Andacht gewiesen/ hat auch vermuthlich etwas praestiret/ darinne er noch von keinem poëten ist übertroffen worden. ¶ 1. Wenn dieser theure Mann kein Lied gemacht hätte/ als: Nun freuet euch/ lieben Christen gemein/ oder: Eine feste Burg ist unser GOtt etc. so würde er dieß Lob verdienen; denn wie hat jedwedere Zeile ihren eigenen Verstand? Wie deutlich und ungezwungen läufft der Sensus? und war vor ein unvergleichlicher Macht-Spruch steckt allzeit in der letzten Zeile/ welche deswegen an keinen Reim gebunden ist/ damit der emphatischen Rede nichts abgebrochen wird. [S] <br> <br> ¶ 2. Ist etwas curieuses in diesen Liedern/ so ist es die freye Madrigalische Art mit der letzten Zeile: Denn ob gleich die Brüder in Böhmen ihre Lieder meistens so eingerichtet haben/ daß die letzte Zeile mit den obigen den dritten Reim macht; ob auch wohl die meisten/ zu unserer Zeit etwas kluges in dem Reime gesucht haben. Z. E. Herr Rist: ¶ GOtt sey gelobet/ der allein ¶ [...] <br> <br> ¶ So hab ich doch aus besserem Nachdencken gefunden/ daß man sich durch den gezwungenen Reim viel Krafft und Nachdruck muß entgehen lassen. ¶ 3. Ja/ wenn der Herr Lutherus nach Erfoderung der Sache/ wenn er einen eyfrigen raptum hatte/ was hohes und oratorisches mit einmischen wolte/ so gieng es ihm nicht unglücklich von statten. Man sehe nur das Lied an/ welches er 1522. auf die zwey Studenten gemacht/ die zu Brüssel wegen der Religion verbrant wurden. Die zehende Strophe ist diese: ¶ Die Asche will nicht lassen ab/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ Und mit dieser ward beschlossen: ¶ Die laß man liegen immerhin/ ¶ [...] <br> <br> ¶ IX. Nachdem nun die Schrifften und die Lieder allenthalben ausgebreitet und gelesen wurden/ so liessen sich viel ingenia darzu auffmuntern/ daß sie vornehmlich in geistlichen Liedern/ die wir noch in der Kirche behalten haben/ was sonderliches thaten. ¶ 1. Was D. Justus Jonas vor einen Geist gehabt/ und wie schön er die freye Zeile hat anbringen können/ solches sieht man aus dem Liede: Wo GOtt der HErr nicht bey uns hält. [S] <br> <br> ¶ 2. Es hat sich auch der Herr Lutherus trefflich gefreuet/ wenn sich etliche geistreiche Männer des Werckes wol angenommen haben. Z. E. Es hatte der bekandte Paulus Speratus in Preussen das Lied gemacht: Es ist das Heil uns kommen her. Solches bringt ein Bettler mit nach Wittenberg/ und singet es gleich gegen über/ wo der Herr Lutherus sein Logement hat. Der rufft den Bettler und läst sichs auch singen/ und erfreut sich von Hertzen drüber/ daß GOtt sein Evangelium auch durch solche wolgesetzte Lieder ausbreiten wolte. ¶ 3. Wiewol unter allen/ welche sich in diesem Stücke wol hervor gethan haben/ hat meines Bedünckens niemand so eine liebliche und richtige Manier zuführen gewust/ als Bartholomaeus Ringewald Pfarrherr zu Langenfeld in der Marck unter dem Amte Sonnenburg gelegen/ davon man nur die zwey Lieder zur Probe nehmen kan: Es ist gewißlich an der Zeit/ und: HErr JEsu Christ du höchstes Gut. Wenn man auch seine zwey Bücher die lautere Warheit und den treuen Eckhart ansiehet: so merckt man wol/ daß sich der stylus allemahl durch etwas ungezwungenes recommendirt. Z. E. Wenn er eine böse Magd beschreibt: ¶ Darzu zerbricht auch dieser Rüssel ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ X. Im Jochims Thal hat der Pfarrher Johannes Matthesius und der Cantor Nicol Herman was sonderliches gethan: denn mehrentheils hat Herr Matthesius die realia und der andere die formalia darzu getragen. Also muß man sich vielmahl über die sententiöse Manier verwundern. Denn der vielfältigen Kirchen-Lieder zugeschweigen/ so sehe man nur die Haus-Regeln an/ da ich nur etwas zum Exempel setze: ¶ [...] <br> <br> ¶ Ferner: ¶ Was du wilst/ das man dir nicht thu/'

'IV. Aus den disciplinen bekommen wir die generalia, wie eine jedwede Sache nach ihrem fundamente beschaffen ist. Drum wer ein Buß-Lied schreiben will/ der muß aus der Theologie wissen/ was der Articulus de Poenitentia vor ein Absehen hat [...] <br> <br> . ¶ V. Aus der Experienz bekommen wir allerhand specialia. Z. E. Wenn einer ein Buß-Lied schreibet/ der entweder selbst in Sünden-Angst gestecket/ oder andern betrübten Gewissen in der Schwermuth hat rathen sollen/ dem werden die Einfälle gewiß viel besser von statten gehen/'

'Wo ich hinsehe/ da wird der Isaac mit seinem Weibe Rebecca allegirt/ da ich doch in der Bibel wol bessere Zeilen antreffen wolte/ welche den hexameter praesentirten.'

Wagenseil, Johann Christoph

Praecepta De Poesi Germanica

'Mein Gott/ mein Gott/ warum dann hastu mich'

'Nur der ist ohne Sünde/'

'Der ist nur ohne Sünde.'

'Langmüthig ist zwar GOtt/ doch strafft er schröcklich hart.'

'Lasset uns Liebeste/ lasset uns lencken/'

'Schau doch/ wie mancherley/ hat diese Eitelkeit/'

'Wird nur der Himmel mich immer begnädigen/'

'Meine Wünsche/ mein Begehren/'

'Was ist doch der Koth/ der KlippenEingeweid/'

'Ach Mensch betracht/'

'Den Höchsten lieben/'

'Ein Job sey in der Noth/'

'GOtt leidet Noth/ und ich bin hold'

'Die starcke Donner-Lufft Kartaune/'

'Der Glaub ist tod/ die Treue geht auf Krücken;'

'Wir leben in der Welt/ die Welt ist unser Handel/'

'Dort in des Lebens-Baumes Rinden/'

'Himmlische Freud/'

'Schönheit in Eile vergehet/'

'Fürsten sind Menschen bey Fürstlichen Macht/'

'Die Himmlische Freud/'

'Von dem Wasser poetisiret der Spielende: ¶ Zerfliessender Spiegel sanftwallende Flut/'

'Ein Beyspiel wird mitgetheilet/ wie ich es aus der edlen Hand/ der an Schönheit des Gemüths und Leibes höchstgezierten Fräulein Margaretha Maria von Bubingshausen/ empfangen/ welches Gedicht von ihr/ nach den zu Münster und Osnabruck glücklich geschlossenen Teutschen Frieden sinnreich verfertiget worden. ¶ Was war doch wol die Welt/ in dreymal zehen Jahren/'

'Hie steh ich gantz voll Thränen/'

'Als: Altar/ Fenster/ Pfeffer.'

'Ewger/ für ewiger.'

'Schlaff/ feire nun von aller Plag/'

'Der König David kan heissen/ der braune/ tapfere/ [S] <br> <br> süß-spielende/ herrschende David.'

'Als/ wann ich sage: Der Hirt von Betlehem/ der Mann nach GOttes Hertzen/ der Jesse Sohn/ und darunter den David verstehe.'

'Zum Beyspiel kan dienen die verwunderbare That des tugendlichen Jünglings Nicetae aus dem H. Hieronymo. Diesen hat der Tyrann Decius in eines lieblichen Gartens Sommerhaus führen/ und durch eine angestellte Hur zur Wollust verleiten lassen: nachdem er aber kein Gehör geben wollen/ hat man ihm Hände und Füsse gebunden/ und als hierauf die geile Dirne sich zu ihm gemacht/ biß er ihm selbst die Zunge ab/ und speyte solche der Metzen in das Angesicht. Dieses hat der Edle Herr Harßdörffer Seel. in ein solches Heldenlied abgefasset: ¶ Neceta geht uns vor/ er kan uns lehren kriegen/'

'Sonnet/ von der Göttlichen Wunder-Regierung. ¶ Wer kan deinen Sinn ersinnen/ unersinnter Gottheit-Schluß?'

'Zum Beyspiel sey/ das unvergleichliche Schäfferische Abendlied/ der/ mehr wegen hohen und Himmelanflammenden Geistes/ als Standes/ preißwürdigsten Frauen Catharina Regina/ Frauen von Greiffenberg/ Freyherrin von Seysenegg/ u. a. m. deren geneigte Gewogenheit/ und Uberschickung der so vielen fürtreflichen Bücher/ zugleich mit gebührenden Danck erkannt wird. ¶ 1. ¶ Ietzund in der Schatten-Stille/'

'Zum Beyspiel kan angeführet werden/ des Hoch-Edlen Spielenden Gespräch/ zwischen Uranio und Ergasto/ deren jener das Landleben verwirfft/ dieser aber lobet/ so/ daß er des ersten Schluß-Reimen mehrentheils behält/ und damit seine EInwürffe zugleich beantwortet. ¶ Uranio. ¶ Wem kan doch das Bauerleben/'

'Reitzt den Menschen sein Beginnen/'

'Der Nahme Floridan wird in folgendem Lied/ durch die Anfangs-Buchstaben der Gesätze ausgedruckt: ¶ Feige Seelen die sind feige;'

'Gern wolt ich ja/ O Himmel! deinen Willen'

'Satz. ¶ Glück der Seelen/ Wunsch der Zeiten/'

'Zum Beyspiel dient folgendes Gespräch/ zwischen JEsu/ und der Seele/ die sich ihm zur Braut ergibt: ¶ S. Gönn mir/ daß ich dir erzehle'

'Ein ungemeines Beyspiel eines viersylbigen Wiederhalls/ weiset diese Anredung/ an die Abgestorbene eines Kirch-Hoffes: ¶ Leiber! die ihr seyd gestorben/'

'Was sträubt man sich/ diß Leben/'

'Ein Kreutz stellen folgende Reimzeilen für: ¶ Ach! diese Stätt'

'WIrD nICht JesUs eInst VoM Bösen/ ¶ Vns erlösen? macht 1679.'

'Folgendes Beyspiel wird aus Herrn Gottfried von Peschwitz Hoch-Teutschen Parnaß entlehnet: ¶ Herr Gottfried von Peschwitz. ¶ Versetzt. ¶ Du recht frewdiger Opitz-Sohn. ¶ Sonnet. ¶ Die Teutsche Reinligkeit lag damals gantz verlohren/'

'Zum Beyspiel hat [S] <br> <br> der Herr von Bircken aus dem Opitz folgendes Gedicht zusamm gestickelt. ¶ Wir sehen/ wie der Leib des Menschen muß verderben.'

"Es gibt auch in ungebundener Rede versus fortuitos, oder zufällige Verse/ wie Luc. 2/38. ¶ Sih' ich bin des HErren Magd/"

'Ein Beyspiel gibt der Herr von Bircken/ des Gelehrten Emanuelis Thesauri Rätsel von Adam/ dem Ersten Menschen nachahmend: ¶ Stehe/ Wanderer! du wirst Wunder lesen.'

'Herr Christian Hofmann von Hofmannswaldau hat dergleichen auf einen falschen Freund gemacht/ dieses Inhalts: ¶ Was ist doch ingemein ein Freund in dieser Welt?'

'Herrn Paul Flemmings Christ-Geburts-Lied gehöret hieher: ¶ Thaue doch/ O Himmel/ thaue!'

'1. ¶ Weint über mich/ ich habe nun verlohren/'

'Ein Beyspiel ist in Heiliger Schrifft der Heldin Deborae Ruhm-Lied/ welches Herr Rist/ folgender Gestalt/ sehr herrlich in Teutsche Reimen gebracht. ¶ 1. ¶ Ihr Völcker kommt mit mir/ kommt zu der Singer-Orden/'

'Dergleichen [Soteria, J.T.] <br> <br> hat Herr Kempius dem Erwachsenen/ da er nach seinem ausgestandenen Lager/ der wieder erlangten Gesundheit benachrichtiget worden/ zugeschickt: ¶ Clio! sey mit mir erfreut/'

'Herr! abermal Geschenck? Ihr habt mir schon erwiesen/'

'Von dem Berühmten Herrn Andreas Tscherning wird folgendes entlehnet. ¶ Für gerechter Pein und Schmertzen/'

'Die Zierde des Gedichts/ nicht/ daß man mit einem übermässigen Lobausspruch (sintemalen ohne das bekannt/ daß die Poeten der Sach meistentheils entweder zu viel oder zu wenig thun) prangen wolte/ machet/ daß folgendes/ mit dem meine werthe Tischgenossen/ als ich das Ampt eines Rectoris der Hohen-Schule Altdorf angetretten/ mich beehret/ zum Beyspiel angeführet wird. [S] <br> <br> ¶ Fürtrefflichster! den je der Erden-Kreyß verehret/'

'Zum Beyspiel eines Chors/ wollen wir folgenden aus dem Pastor Fido entnehmen/ und ihn auch zugleich dieser Belehrungen von der Teutschen Dicht-Kunst/ Schluß-Chor seyn lassen: ¶ O Edel-göldne Zeit/'

'Ein Bild oder Figur Gedicht ist/ dessen Zeilen nach der Kürtze oder Länge also eingeordnet/ daß sie eine gewisse Figur/ als einen Becher/ Kreutz/ Birn/ Hertz/ oder dergleichen zeigen. Zum Beyspiel. ¶ Trinck-becher von Anapaestischen Reimen. ¶ Im'

'Die Sinnbilder/ Emblemata, sind ein Gleichnuß-Gemähl/ welches durch das Beywort erkläret wird. Solche Gemähl erzeigen sich vernünfftiger/ wann sie keine Menschenbilder vorstellen: weil das verglichene [S] <br> <br> und gleichende nicht einerley seyn soll. Doch werden Genii, Knaben/ oder Engel mit Tauben- und Mucken-Flügeln zugelassen: Etwan auch wol Frauenbilder/ wann man Tugenden und Laster wil vorstellig werden. Die Beyschrifft je in wenigern Worten sie bestehet/ je schöner und schicklicher ist sie: und soll sie allein in der ersten und dritten/ nicht aber in der zweyten Person reden. Und wird eine sonderbare Zierde darinnen gesuchet/ wann ein Hemistichion oder Halbverse aus einem bekannten Poeten/ oder ein kurtzer Spruch aus heiliger Schrifft dazu genommen wird.'

Hübner, Johann

Poetisches Handbuch

'GOtt du hast mich auf der Welt'

'3. Das Amt der rechten Prediger'

'Wenn mich Leute frageten/'

'Wenn ich auf eines Freundes fragen'

'3. Laster sind der Seelen Wunden/'

'Mancher Pfarr muß auf dem Dorffe'

'Mancher Pfarr muß bey den Bauern'

'Der HErr ist meine Stärcke/'

'Der HErr ist meine Stärcke/'

'Die Braut hat biß anher den Rosen gleich geblühet/'

'Was sind die allerschönsten Damen?'

'1. Man soll in allen Sachen'

'2. Ob man gleich den Leib begräbt'

'3. Wird GOtt nicht die Sache führen/'

'4. Welchen GOttes Macht erhöht'

'2. Wer niemahls in die Kirche kömmt/'

'2. Geräth der Mensch in keine Noth/'

'4. Wir haben GOttes Ebenbild'

'1. Die nur bloß auf Reichthum sehen/'

'4. Bistu hier nicht fromm gewesen/'

'2. Die Gottvergeßne Wellet'

'1. Ach straffte GOtt nach seinem Zorn/'

'1. Dergleichen Laster Sünd und Schand’'

'1. GOtt hat sehr viel guts gethan'

'2. Der Sonntag ist sehr heilig/'

'VALIERE schreibt an LUDOVICUM XIV. ¶ VErdammter Ludewich/ so schreibet Valiere'

Hofmann, Johann

Lehr-mässige Anweisung/ Zu der Teutschen Verß- und Ticht-Kunst

'Alle Menschen müssen sterben/'

'GOtt den HErrn von Hertzen lieben/'

'Siehe daas ist GOttes Lamm.'

'Die Menschen Lügen.'

'GOttes Wort ist wahr/'

'Wann tobt der Bößen Rott/'

'Ach wir arme Kinder'

'Ach Gott laß dichs erbarmen'

'Gottes Gnade steht mir bey/'

'Erhalt uns Herr bey deinem Wort/'

'Laß uns deine Gnad geniessen'

'Wer Gott allein mit Ernst vertrauet/'

'Jesus ists/ der mich also liebet.'

'Gott ist mein Trost in Trübsal Angst u. Noth/'

'Gott ist mein Schuld an meinem letzten Ende'

'Meiner Sünden Schuld ist mir schon vergeben/'

'Gott schick uns wiederum den edlen Frieden zu!'

'O mein Lebens Aufenthalt nimm mich auf zu dir'

'O Gott! du bist gerecht und hältst auch recht Gerichte'

'Durch viel Elend Angst und Noth kommen wir zum Leben/'

'Wir müssen fort Gott hat es so beschlossen.'

'Meiner Sünden Schuld ist mir nun vergeben.'

'JEsu meiner SeelenLust laß mich dich anbeten'

'Ich komm’ O GOtt mit klagen.'

'Höchster GOtt und HErr der Himmel!'

'Mitten wir im Leben sind.'

'Das blinde Göttelein'

'Wer gottloß ist hat diese Welt bezwungen'

'GOtt wendet offtermahl viel Unglücks von uns ab/'

'Gekräncktes Mutter Hertz! wisch’ ab die bittre Zähren!'

'Uber das bittre Leyden und Sterben unsers HErrn JE-Christi.'

'Könnt’ ich ein Madrigal/ wie ichs verlang’ aufsetzen?'

'was ich dort […] <br> <br> nach Anleitung des Englischen Lob-Gedichts ex Esa. VI. auf die Bahn gebracht habe. ¶ 1. ¶ Komm liebste Seel! Und lerne hier/'

'Ein Exempel wollen wir sonstwoher (b. [= Von Hn. Buchholtz aus seinem Poetischen Psalter.] <br> <br> entlehnen: nemlich den 130. Psalmen […] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ 1. ¶ Aus der Tieffe meiner Sünden'

'7. Damit ich aber auch etwas von meiner eigenen Arbeit hinzu thue/ will ich ein paar Strophen aus der trostreichen Betrachtung der himmlischen Gnaden Gaben des H. Geistes (d. [= In meinen Christlichen Fest-Gedancken p. m. 39.] <br> <br> hierbey setzen […] <br> <br> ¶ 1. ¶ Fünffzig Tage sind verflossen/'

'8. Solte aber ein Gottliebende Seele sich etwan lieber mit geistlichen Gedancken ergetzen wollen? So stellen wir ihm einige Verse von Dactylischer Art/ welche der also genannte Prutenius dort (b. [= Hr. Mich. Kongehl in der Belust. bey der Unl. Part. I. p. 200.] <br> <br> gesetzt […] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ Jauchzet ihr Himmel/ ihr Himmels-Verwandten!'

'Auf meine Gedancken seyd lustig von Hertzen/'

'Dem setzen wir zu Lieb etzliche schöne Verse aus unserem angezogenen [S] <br> <br> Hrn. Prutenio (c. [= Hr. Mich. Kongehl Libro allegato p.m. 145.] <br> <br> ) wann er den wiederlebenden und triumphirenden Todes Tod besinget mit diesen Gegen-rollenden Versen/ die er auch nicht in gewissen Strophen abgefasset hat: ¶ Es hatten die Hirten die Hürden verlassen/'

'7. Solches zu beweisen will ich einige Strophe von meiner Arbeit allhier mit anfügen/ worinn die siegende Jael eine Aufmunterung thut zu einem frölichen Lob- und Danck-Lied. […] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ 1. ¶ Höret ihr Himmel und fasset zu Ohren!'

'Liebe'

'4. Zu einem Exempel eines nachdencklichen Vornlaufs hat sich vorbemeldter Herr Schottel den holdseligen JESUS Nahmen dienen lassen. […] <br> <br> ¶ I. n der Welt einer ist allein'

'6. Es sind auch die Sibyllinischen Vornläuffe nicht ohne Verwunderung anzusehen/ als: [griech.] <br> <br> , wie auch [griech.] <br> <br> , wo mit wir aber nicht länger aufhalten wollen/ sondern verweisen den Leser sonst wohin. (c. [vid. Giess. Maj. loco cit. & D. Samuel Langen/ Christselige Sterb-Kunst/ XLVIII. Andacht p. 705.] <br> <br> )'

'CHRISTO SOLI LAUS ET HONOR.'

'Prospera in JOSEPHO'

'Adversa in JOBO'

'Vom Joseph wird gerühmt/ daß er aufs Königs Wagen'

'Das Unglück überfiel den Job mit vollen Wagen'

'Unser HErr JEsus CHrist'

'Ey! Sey uns tausend mahl Willkommen!'

'Nimm Freude/ und springe O Troherbach!'

'7. Ist also wohl war/ was oben angezogener berühmte Mann (d [Herr. Harsdörffer im CLI. Gespräch Spiel.] <br> <br> schreibet/ wann er sagt: Die edle Poeterey ist eine keusche Jungfrau/ welche alle Unreinigkeit hasset/ und Anfangs sonderlich zu dem GOttesdienst gewidmet/ auch von den Völckern/ die sonst aller Wissenschafften und Künsten unwissend gewesen. Nun aber wird sie zum öfftern (welches zu betrauren und zu beklagen ist) als eine gemeine Metze zur Wollust und Uppichkeit mißbraucht!'

'4. Und ist demnach kein Wunder/ daß denen Poeten sonderliche Nahmen beygeleget werden/ welche bedeuten/ daß Sie von den Musen oder Göttinnen der freyen Künste gleichsam angefeuret werden/ und daß Phoebus selbst ihr Gemüth entzünde/ indem sie sagen: (e. [= Ovidius Lib. VI. Fastorum. vers. 5.] <br> <br> ) ¶ Est Deus in nobis, agitante calescimus illo, ¶ Impetus hic sacrae femina mentis habet. ¶ Welches ich dorten (f. [In Viridario meo Poëtico Parte II. p. m. 35.] <br> <br> ) also teutsch gegeben. ¶ Es ist ein GOtt in uns/ so sagen die Poeten/ ¶ Wann der sich in uns regt/ so wird uns warm gemacht; ¶ Und was durch dessen Trieb von uns wird vorgebracht/ ¶ Ist anders nicht/ als wanns herkäm von den Propheten. ¶ 5. Und ist dieses Orts nicht zu verschwei-[S] <br> <br> gen/ daß etzliche von denen alten Vättern und Lehrern der ersten Christlichen Kirchen die Poeten anders nicht genennt haben als Propheten-Diebe: Weil sie nemlich viel aus der H. Schrifft gestohlen oder genommen haben/ wie fürnemlich in des Ovidii Buch/ Metamorphosis genannt/ oder die Verwandelung/ aus welchem es scheint/ daß er viel mit unter sein Fabelwerck/ und erdichtete Schrifft mit eingemenget habe. ¶ 6. Sonst werden sie auch Brüder der Natur genennt; Weil sie nemlich nicht allein ein Ding klug und sinn-reich erfinden und fürstellig machen/ als wann sichs in der That und Wahrheit also befände; sondern auch/ weil sie der Zeuge-Mutter aller Dinge/ der Natur/ dergestalt nachahmen/ daß sie alles eigentlich u. natürlich vorstellen/ wie es an sich selbst ist'

'7. Exempel [zu den Sonetten, J.T.] <br> <br> finden sich hin- und wieder/ sonderlich bey dem Hrn. Gryphio, deme sie sonderlich beliebet/ daher ich dann auch grossen Lusten darzu bekommen/ so daß ich alle Evangelia/ so durchs ganze Jahr hindurch gefunden werden/ auf gewisse Maaß in Sonneten gebracht habe. Uber das hatte ich zu Speyer/ eine geistliche Kunst Kammer aus der H. Schrifft zusammen getragen/ welche in 400. Sonneten bestunden. Aber! Ach leyder! Aber diese nutzliche Sachen haben kein ander Licht gesehen/ als daß sie mit der grausamen Einäscherung der Marggräfflichen Residenz Durlach zugleich verbrennet worden/ und sind also jämmerlich zu Grund gegangen. ¶ 8. Damit aber doch etwas von meiner Arbeit dieses Orts mit eingeruckt werde/ so will ich ein geistliches/ und zwar ein Passions-Sonnet/ und zwar nach diesem unterzeichneten Schemate verfertiget worden ist/ auf die Bahn bringen. ¶ 9. Wer aber andere Gattungen/ als von funffzehen-Sylbigen lang-gekürtzte Reymen/ über Gottes unbegreiffliche Regierung aus (Tit.) Fräuleins Catharinae Reginae von Greiffen-Berg etc. genommen/'

'3. Mit diesem stimmet ein anderer (c. [Guil. Blancus Tractatu de Anagrammatibus referente Poët. Maj. Giessenâ Lib. II. cap. 5. p. 293.] <br> <br> ) überein/ welcher auch der Meynung ist/ daß es eine alte Erfindung seye/ welche sonder Zweiffel von den Hebräern und ihrer Cabala herkomme/ wann er also setzet: Illi enim (Hebraei) juxta primam partem Cabalae per GEMATRIA literas transponunt.'

'[zu den Paragrammatibus, J.T.] <br> <br> 7. Dieses Orts kan ich mit unverantwortlichem Stillschweigen nicht vorbey gehen daß dieses tiefsinnige Kunst-Stück sich in unserm H. Bibel-Buch auch blicken lässet/ indem an seinem Ort ein recht wunderns-würdiges Exempel (b.[= Apocal. 13. vers. 18.] <br> <br> gelesen wird: Dann wann Johannes vom Antichrist redet/ so bricht er unter andern in diese nachdenckliche Wort heraus/ und sagt: Hier ist Weißheit. Wer Verstand hat/ der überlege die Zahl des Thiers; dann es ist eines Menschen Zahl/ und seine Zahl ist. 666. ¶ 8. Wann man nun diese beyde Wort: Römischer Pabst/ nach denen numeris monadicis ausrechnet/ so kommt/ welch sich zu verwundern ist/ die angeregt Zahl 666. vollkommlich heraus/ welches wir aber auf sich beruhen lassen'

'3. Was ihren [der Romane, J.T.] <br> <br> Ursprung anbetrifft/ so können wir zwar dieses Orts keine verläßliche Nachricht davon vorstellig machen; Daß es aber keine neue/ sondern ziemlich alte Erfindung seye/ will fast daher erscheinen/ weil sich auch dergleichen in den Biblischen Historien finden lassen. ¶ 4. Dann als der Prophet und königliche Hof-Prediger der Nathan dort (a. [= 2. Samuel XII. vers. 1. seqq.] <br> <br> ) eine recht gefährliche Commission an den König David bekäme/ welchen er seine Laster vortragen sollte/ so ware er nicht so einfältig und so thöricht/ daß er ihm gesagt hätte: Höre Herr König! Dir soll ich sagen: Du seyest ein Ehbrecher und Mörder; sondern es bediente sich dieser kluge Prophet einer Nachdencklichen Geschicht Gedicht/ durch welche er den König gar artlich dahin brachte/ daß er sich selbst sein eigen Urthel fällte/ und er also zur Erkänntniß seiner Sünden gebracht wurde. ¶ 5. Die Sache verhält sich kürtzlich also: als Nathan vor den König kame/ erzehlte er ihm/ daß zween Männer/ ein reicher der sehr viel Schaf und Rin-[S] <br> <br> der gehabt; und ein Armer/ der nur ein eintziges Schäflein gehabt/ an welchem er all seine Freude gesehen/ die er sich in der gantzen Welt hätte wünschen mögen. Nun aber habe sichs zu getragen/ daß dem reichen Mann ein Gast zu Hauß kommen; dem er gern hätte etwas zu richten lassen wollen. Ob er nun zwar besagter massen sehr viel Schaf und Rinder gehabt/ so habe er doch derselbigen allmiteinander verschonet/ und habe dem armen Mann sein einziges und recht liebes Schäflein genommen/ habe dasselbige geschlachtet/ und habe dasselbige vor seinen Gast zu gerichtet. Als David dieses recht unbilliche Verfahren angehöret/ ist er wieder diesen recht gewalthätigen reichen Mann im Eyffer entbrannt/ und hat ihm ein ziemlich schwehres Urtheil gefället/ und gesagt: so wahr der HErr lebt/ der Mann ist ein Kind des Todes/ der das gethan hat. Darzu soll er das Schaf vierfältig wiedergeben/ darum/ daß er solches gethan/ und nicht verschonet hat. Kaum David diese Wort außgeredet/ da zog der Nathan die Larve vom Gesicht/ redete den König getrost an und sprach: Du bist derselbige Mann! Du hast das Wort des HErrn verachtet! Uriam den Hethiter hastu erschlagen mit dem Schwerdt! Sein Weib hastu dir zum Weib genommen/ ihn aber hastu erwürget mit dem Schwerdt der KinderAmmon. Hierdurch hat Nathan den König so mürb gemacht/ daß er in sich gegangen/ sein Unrecht erkennt/ bitterlich geweinet/ und GOtt seine Sünde abgebetten. ¶ 8. Ein ander recht bedenckliches Exempel wird uns an seinem Ort (b. [Judic. IX. 7. seqq.] <br> <br> ) vorgestellt an den Bäumen/ [S] <br> <br> was dieselbige vor merckwürdige Reden unter sich gehalten haben/ da sie einen König unter sich haben erwehlen wollen. Dann als Jotham der jüngste Sohn Jerub Baal, (der von siebenzig Brüdern/ so alle erwürget worden/ übergeblieben war) den Sichemitern ihre Undanckbarkeit/ so sie am Hause Gideon begangen/ nachdrücklich verweisen wolte/ bediente er sich folgenden Geschicht Gedichts/ indem er die Bäume/ als redende Personen aufgeführet/ welche den Oelbaum mit freundlichen Worten angesprochen/ daß er ihr König seyn solte. Als aber dieser eine abschlägliche Antwort von sich gegeben; Seyen sie zum Feigen-Baum gegangen/ und (weil auch dieser nicht gewolt) von dem zum Weinstock. Als nun alle sich mit ehrlichen Ursachen entschuldiget/ und keiner unter ihnen die königliche Regierung übernehmen wollen; seyen alle Bäum zum Dornbusch gegangen/ und gesagt: ists wahr/ daß ihr mich zum König salbet über euch? So kommt und vertrauet euch unter meinen Schatten! Wo aber nicht? So gehe Feuer auf vom Dornbusch und verzehre die Zedern Libanon! ¶ 9. Allhier muß man nun nicht meynen daß es ein blosses Mährlein/ lächerliche Fabel/ oder ein ersonnenes Gedicht seye; sondern es wird unter diesem Gedicht eine merckliche Geschicht bemäntelt/ welche sich wahrhafftig begeben/ als die Sichemiter so viel Königs inder unrechtmässiger Weise erwürget/ und den Abimelech umgebracht haben/ wie dann solches die Historie mit mehrern Umständen ausfündig macht. ¶ 10. Ob nun diese Exempel nicht vor eine Roman [S] <br> <br> oder ein sinnreiches Geschicht Gedicht/ könne gehalten werden/ lasse ich andere verständige Leut urtheilen. ¶ 11. Gesetzt aber? Es werde widersprochen! daß dergleichen Geschicht Gedichte in der H. Schrifft gefunden werden/ wie wir uns deswegen mit keinem Menschen in einigen Wort-Streit uns einzulassen gedencken; (sondern wir lassen einem jeglichen seine Gedancken) so kan doch dieses durchaus nicht geläugnet werden/ daß die geschickteste Leute sich dergleichen Art zu schreiben gemeiniglich bedienen/ indem sie nemlich gleichsam in einem Gedicht eine wahrhafftig geschehene Sache in annehmlicher Erzehlung vorstellen/ und der gantzen Welt kund machen.'

'Dahero dann auch hochgelehrte Leute diesen Rath geben/ daß welche sich auf die H. Schrifft/ und derselbigen Vortragung zu legen Willens sind/ die sollen sich von Jugend an in der Ticht-Kunst [S] <br> <br> [ü] <br> <br> ben damit sie hernach in hurtiger Erfingung allerhand schöner Gleichnüssen desto fertiger und geschickter seyn möchten'

'Biblia.'

'Hrn. Harsdörffer in seiner großmüthigen Judith.'

'Ach Gott mein HErr wie werd’ ich doch genaget/'

'in der Theatralischen Darstellung des König Davids von jenem belobten Poeten (b. [= Herr Schottelius Lib. III. Cap. 3. p. 928.] <br> <br> '

'Hrn. Harsdörffer in seiner bescheidenen Thamar/ wie auch in dem reuigen Cain'

'was dort (d. [= Hr. Michael Kongehl in der Belustigung bey der Unlust. Part. I. p. m. 187.) der Hr. Kongehl in seinem Pfingst-Gesang […] <br> <br> ¶ Ergeistert euch ihr blöden Seelen!'

'14. Dieser Titel/ gleichwie gedruckt worden ist/ lautet also: Der Christlichen Teutschen Wahrheit gehabte Audientz bey dem Allerchristlichsten König Ludwig XIV. zu Versailles am Tag des H. Apostels Thomae den 21. Decembris 1689. Worinn/ im Nahmen des Christlichen EUROPAE, der König seines bißherigen Verfahrens erinnert/ und deswegen Rechenschafft von ihm begehrt wird. Freyburg gedruckt im Jahr 1690.'

Dunckelberg, Conrad

Zur Teutschen Prosodi Vierstuffichte Lehr-Bahn

'Ein/ der/ die/ das/ GOtt/ Fürst /Printz / Graff.'

'Mein Gott/ wie hast du mich verlassen?'

'Samaritanische'

'Also in Propriis: Pharo, Aron, Isac, aus Pharao, Aaron, Isaac.'

'Gleits-Mann/ Gnüge/ gnug/ gnau/ Gnade/ für Geleits-Mann/ Genüge/ genug/ genau/ Genade.'

'Gleits-Mann/ Gnüge/ gnug/ gnau/ Gnade/ für Geleits-Mann/ Genüge/ genug/ genau/ Genade.'

'Im Adjectivo: sündlichs/ erbärmlichs.'

'It. In des Columbi Grab-Schrifft/ so Herr HoffmannsWaldau aufgesetzet: ¶ Der Wind trieb meinen Leib/ die Ehre meine Sinnen:'

'Die Liebe hat dich/ GOtt/ vom Thron herab gezogen.'

'Heilgen/ seelgen/ ewgen.'

'Augustin'

'Was bring’ ich? was sing’ ich ietzt JEsu zu Ehren?'

'Gebeth'

'Gut: Barmhertzigkeit/ Leid. Nicht: Barmhertzigkeit/ Zufriedenheit.'

'Jesulein'

'Doch rennet Opitius in Klagl. p.m. 51. hinaus/ aus.'

'Hat auch der Herr von Bircken in seiner Anweisung zur Teutschen Poesie C. S. n. 33. eine Probe gestellet/ woraus dieses: ¶ Wird mich der Himmel noch immer begnädigen/'

'Philippus Caesius in Helicone p.m. 11. setzet diesen Hexametrum: ¶ Als Isaac schertzet mit seinem Weibe Rebecca.'

'Geld/ Welt/ hinweg! der Himmel nimt mich auff.'

'GOtt schick auff diese Stadt den güldnen Friedens-Schein.'

'Schau/ Juda/ wie dein Löw den Teuffel überwunden.'

'Wiewohl hat JEsus dort zu Canaan gehandelt/'

'Ob gleich das wilde Meer mit Wasser-Wellen droht/'

'Wohl dem/ der seinen Geist in GOttes Hand befielt/'

'Komm/ werther Geist/ von deinen Himmels Zinnen:'

'Ob gleich kein einig Stern noch Liecht am hohen Himmel wacht/'

'Höchster Fürst des Friedens/ gib den Ländern Ruhe.'

'Starcker Simson/ Heiden-Zwinger/ schlag zu Boden deinen Feind.'

'Bleibe deinem GOTT getreu bis zur Sterbe-Zeit.'

'JESU/ süssester Nectar meiner Seelen/'

'Seuffze zu GOtt!'

'Jauchtzet/ ihr Bürger/ es kommet der Heyland herbey.'

'Doch wird ein vierzehn-sylbichter beliebt/ welcher nach Art eines Lateinischen Pentametri, wie Caes. in Helic. p. 13 zeiget nach der Caesur eingerichtet. ¶ Vierzehn-sylbichte: ¶ Preise/ Jerusalem/ GOtt/ welcher die Thore beschützt.'

'Jerusalem/ melde die herrliche Freude.'

'Verlaß das wilde Welt Getümmel/'

'Wie selig stirbt ein Simeon?'

'Ey nu! Es mag der Himmel fallen'

'Den wird Vernunfft gar nicht betriegen/'

'O Thor/ o schnöder Wollust Sclav/'

'Wem ist das beste Haus gebaut?'

'Die Welt'

'Was wiltu heute sorgen'

'Mein JEsu/ wie verbirgstu dich'

'Willkommen/ Himmels-Printz/ in deinem Eigenthum.'

'Ach! was ist doch Herren-Gnade/'

'JEsus bleibet doch mein Leben/'

'JEsu/ ich gedenck ietzt deiner/'

'JEsu/ faß du meinen Sinn:'

'wie Opitius in Holoferne: ¶ O/ ihr Götter/ saget mir/'

'Lobe mir Zimbeln der ob allen Himmeln'

'Wer sich in die Weite wagt/'

'Alles/ was dieß Welt-Gebäude'

'Fügen hinzu aus Lucae cap. 16. ¶ I. Der verdammliche Höll-Bruder. ¶ Ich leide Pein! Die Pein ist unbeschreiblich.'

'II. Der im Himmel getröstete Lazarus. ¶ O Himmels-Stand! Wie wohl ist meiner Seelen'

'Ein Exempel siehe sonderlich in Opitii Judith.'

'Sein GOtt: Ein GOtt.'

'Kleiden: Leiden/ Heiden.'

'Sünde: Winde.'

'Ein Himmlisches Echo: ¶ Gegrüsset/ Wald und Thal! Gegrüsset Einsamkeit!'

'Laster und Creutz mit Dornen'

'Paßion-Creutz. ¶ O'

'Himmel sende gutes Glücke'

'Hertz/ Hertz/ zu GOtt!'

'TTOGUZZTZZUGOTT'

'§. 134. Ein Gottes-Mann schrieb auff ein Täfelein/ so ein Parallelegrammum vorstellet/ dieses Wort JOHANNES, welches von der Mitten auswarts 44mahl zu lesen. ¶ SENNAHANNES'

'Er heisset Johannes. ¶ ERHEIS'

'SENNAHOJOHANNES'

'§. 137. In Form eines Rhombi, oder geschobenen Quadrate möchte die Englische Weynacht-Freude also abgebildet werden. ¶ E […] <br> <br> ¶ Praesentiret nach der inwendigen Länge und Breite ein Creutz/ welches den gecreützigten Frieden-Fürst/ oder Friede-Sprächer/ JEsum/ andeutet: Von aussen wird die Figur von dem E/ auff unsern Emanuel deutenden/ rings umher geschlossen.'

'Fügen noch hierzu einen Stern/ womit am heiligen Stern-Feste iemanden zu gratuli] <br> <br> /aqren: ¶ Fiatur'

'Endlich fügten sich die 12 Heilige JEsus-Legaten auff einem Dodecaëdio, dessen iede hedra einen der Apostel nach seiner erduldeten Todes-Marter in einem Hexametro Latino auffführete.'

'So hat auch die Dichter-Kunst unsere Vorfahren angetrieben/ daß sie bey Freud- und Leid Wesen mit Sprach-Vermischung einige Reime auffgeführet/ dergleichen zur Urkunde in dem Dobberianischen Closter in Mecklenburg auff Peters Wiesen Grab-Schrifft zu lesen. Hiervon lauten die ersten Heroici also:[S] <br> <br> ¶ Hier Peter Wiese tumba requiescit in ista,'

'Solche Art hat auch gefallen jenem Petro Dresdensi, welcher etwa Anno 1410/ oder noch wol eher/ die feine Weynachts-Ode: In dulci jubilo &c. mit vermischten Versen auffgesetzet und unserer Kirchen überlassen. Diesem zur Nachfolge setzen wir folgende vermischte Strophen aus dem wohl-bekannten Jesus-Liede: ¶ 1. ¶ Ach mein Hertz-liebes JEsulein!'

'Und eben so gab auch der darauff gerichtete Neu-Jahrs-Wunsch dieses: ¶ 43. 46. 513. 61. 159. 187. 443. 250.'

'Aus der Hochgebohrnen Fr. Antonien Sibyllen/ geb. Gräfin von Barby &c. Ihrem Symbolo: Wie GOtt wil/ ist mein Ziel/ fasseten wir diese Worte Cabbalisticè erwogen: ¶ 12 10.10 89 352 349 143 84'

'Und eben so viel kömmt aus JA JESU Freude.'

'SChVVartzbVrg/ DeIne FVrsten-SChVVester sChLäffet sChon.'

'Lutheraner: Lauter Ehren.'

'Lobet den Herren/ alle Heyden!'

'Ey was wollen die Fluthen bellen?'

'1. Ach! wenn soll es doch geschehen/'

'Es sey die Propositio: Ich verlasse die Welt/ weil ich den Himmel funden. Die Elaboratio führet dieses zum Wandel-Gedichte: [S] <br> <br> ¶ Weg du schnödes Weltgetümmel/ Weg/ du schnödes Weltgetümmel.'

'Trochaische Jesus-Kette: ¶ Schaue/ Zion/ Auserkohrne/ wie ich mich mit dir vertraue.'

'1. Der Leib/ 2. das Geld und Gut 3. der Seelen Seeligkeit/'

'Es ist die Nacht'

'Jesus ist mein höchstes Guth.'

'Wie Es GOtt Gefällt/ zeigen die Anfangs-Littern den Nahmen: ¶ Wilhelmus Emmanuel Gutmann/ Gothanus.'

'Steht/ Sünder! haltet Fuß! Wir gehen in der Irre'

'Als in dem Liede: Da JESUS an dem Creutze stund etc. muß der vierte Vers Gatten-los stehen. Also in diesem schillert der andere: ¶ Gesamte Jünger flohen.'

'§. 186 Carmen Antithetico-Amphibolicum: ¶ Ich sage gäntzlich ab = = Wollüsten anzukleben'

'Auff einen prahlichten Eisen-Fresser. ¶ Da/ da/ du Wunder-Thier! Du grosser Eisen-Fresser:'

'Antanaclasis: Die GOttes-Macht macht alles gut.'

'Epanalepsis. Der Himmel war sein Verlangen/ drum nahm ihn der Himmel.'

'Epanodos. Er verläßt die Erde/ daß er den Himmel gewinne und gewinnet den Himmel/ daß er die Erde verlassen könne.'

'Paregmenon. Der Sterbenden sterbliche Leib wird durch seeliges Absterben zur ewigen Unsterbligkeit befördert/ daß er nicht mehr ersterben kan.'

'Homoeopt. Ich bin die Welt zu verlassen willig: das Himmlische zu betreten begierig: GOtt zu schauen freüdig.'

'Exempel einer Grabes-Inschrifft: ¶ Hier/ Wandrer!'

'§. 142. Cabbala [hebr.] <br> <br> bedeutet in Ebräischer Sprache eine Nehmung/ da man ieden Alphabets-Buchstab in gewisser Geltung angesetzt/ daß er so oder so viel gelten soll/ als: […] <br> <br> ¶ Dieses Alphabets Cabbala dienete jenem Simon Wolff Branden/ Schutz-Jüden in Berlin/ daß er aus dem 21. Psalm Davids eine Weissagung erfunden/ worinnen er die Köngliche Crönung des Durchlauchtigsten/ Großmächtigsten Herrn Friederichs III. Chur-Fürsten zu Brandenburg/ So den 18. Januar. Anno 1701. zu Königsberg in [S] <br> <br> Preüssen celebriret wurde/ sehr genau untersuchet/ daß auch der Gecrönete/ der Crönungs-Ort und die Salbungs-Zeit in Wunder-voller Cabbala heraus gebracht worden/ so artig/ als wenn in solcher Davidischen Ode gäntzlich auff die Hohe Friedrichs-Crönung der David gezielet hätte: Denn aus des Psalms Worte/ [hebr.] <br> <br> , Melech, das ist/ König/ bringt er Cabbalisticè 90. heraus/ und eben so viel trägt auch die Vocula, [hebr.] <br> <br> , Ducs, womit die Ebräer einen Chur-Fürsten zu benennen pflegen.'

'Dergleichen Cabbalisches Werck hat auch Herr Daniel Ernst Bablonski Ihro Königl. Majestät in Preüssen Hoff-Prediger/ nachsinnlich eben solche Darids-Ode in Cabbala befunden. ¶ Denn er calculirt aus des Psalms Uberschrifft: ¶ 40.'

'Daß auch hoch-treibende Palm-Zweige vor diesem Sieges-Zeichen/ tapffere Helden zu beehren/ gewesen/ ist aus 1. Macch. 13. vers. 51. 2. Macch. 10. v. 7. Joh. 12. v. 13. Apoc. 7. 9. und anders woher sattsam bekannt.'

'Gönnet GOtt das Leben/ so mögen auch noch Evangelische Sonn- und Fest-Tages-Madrigalien durchs gantze Jahr ausgeliefert werden.'

Ludwig, Gottfried

Deutsche Poesie dieser Zeit

'Und wenn du noch so sehr auff deine Wohlfarth denckst/'

'Bleib bey dem/ was GOtt befohlen/'

'Ein Christen-Kind zu seyn/ sind warlich grosse Sachen;'

'Wenn uns der Neider will schädlich seyn/'

'Scheint dir der Neider am hefftigsten/'

'Hier gehts den Frommen wunderlich/'

'Was ist ein Lexicon? ein Buch/ das mancher liebt/'

'GOtt Lob! daß noch ein Käyser lebt/'

'Ich bin ein junger Mensch/ und suche mein Gelücke/'

'Ich kenne dein Gemüth/ dein mehr als böses Wesen/'

'I. ¶ Nun geht es Preussen wohl/ weil es dem neuen König/'

'mag folgendes Carmen gelesen werden/ welches Tit. Herrn Rath und Amtmann Förstern in Schleusingen/ bey Absterben seines Enckels in Kühndorff/ [S] <br> <br> Christian Günther Schmidts/ von mir ausgefertiget ward: ¶ Gleichwie wir insgesamt mit ihnen uns betrüben/'

'Man läst alles der nichtigen Welt/'

'Was GOtt will/'

'Wer gedultig weicht/'

'Wer sich klug läst nennen/'

'GOtt und Glücke wird es fügen/'

'Laß die Welt mit ihren närrischen Trachten/'

'Was will unser Fleiß hier heissen/ wenn GOtt fehlt?'

'Sey getrost/ wenns harte scheinet/ denn der Himmel'

'Was die böse Welt hier liebet/ sind nur Eitelkeiten/'

'Seit ich dich/ mein Abraham/ gründlich habe lernen kennen/'

'GOtt trauen'

'Der Mensch bedenckts/'

'Den Höchsten hassen/'

'Wenn Franckreich so erhitzt'

'Mein JEsus stirbt am Creutz/ und ich'

'Da GOtt noch über uns/ und alles selbst regiert/'

'Himmlische Lust'

'Heyland/ wo bleibst du so lange mit deinem Versprechen?'

'Meide und leide/ wie Christen gebühret/'

'Scheints gleich/ ob sey der Sieg'

'Was uns des Höchsten Mund in seinem Wort verheissen/'

'Der Schluß ist schon gemacht/ wer hier nicht hertzlich gläubet/'

'GOttes Huld weicht dennoch nie.'

'Des Höchsten treue Huld weiß nicht zu weichen.'

'GOttes recht hertzliches Wollen.'

'Wenn ein Armer gleich verachtet scheint/'

'Wer immer weit herauff sich zu erheben suchet/'

'Wenn sich der Sünder durch Busse bekehrt/'

'Jenes/ das Jambische/ wurde in unserm Gymnasio nach erwünschter Geburt des Durchl. Erb-Printzen zu Zeitz (sie geschach den 12. Augusti 1700.) unterthänigst ausgesprochen. [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ I. ¶ Was nur von Göttern weiß/ muß wieder Götter geben;'

'Das andere/ ein Trochaisches/ ist einem guten Freund von mir verfertiget/ als Se. Hochfürstl. Durchl. zu Sachen-Römhild den Königlichen Dänischen Elephanten-Orden empfiengen/ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ II. ¶ Theurer Hertzog/ unser Trost/ edles Kleinod dieser Erden/'

'so beliebet mir/ die Ode beyzufügen/ welche/ als Ihro Hochfürstl. Durchl. zu Sachsen-Zeitz/ unser gnädigster Nutritor, am 11. Maji Anno 1702. bey hoher Anwesenheit in Schleusingen/ dem von unsrer studierenden Jugend unterthänigst-prae-[S] <br> <br> sentirten Teutschen Poetischen Dramati vom Leben und Tod Fürst George Ernsts/ Grafen und Herrn zu Henneberg/ ein hoher Spectator zu seyn sich gnädigst gefallen lassen/ zum unterthänigsten Danck vor hochgemeldte Gnade von dem andern Epilogo [...] <br> <br> ¶ I. ¶ So laß denn/ grosser Fürst!'

'Man seh die stoltze Welt von forn und hinten an/'

'So bist du auch/ mein Freund/ von uns nun weggereist/'

'Noch sucht die Einfalt nicht/ was redlich/ zu studieren/'

'Hochtheurer Mann/ hier kommen wir gegangen/'

'Diß ist gewiß/ wenn man sein Amt nicht führet/'

'Ist An. 1700. bey Christlicher Beerdigung Fr. Magdalena Barbara/ gebohrner Schadin/ gewesenen Eheliebsten Herrn M. Christiani Junckers/ wohlmeritirten Con-R. bey dem Gymnasio in Schleusingen/ welcher den 2. Maj. a. e. gemeldte seine Liebste früh bey sich im Bette an seiner Seite wider alles Vermuthen todt erblicket/ nomine Gymnasii verfertiget worden. ¶ Wir selber mögen uns nicht recht vor Kummer fassen/'

'auff den erwünschten Geburts-Tag des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Bernhards/ Hertzogs zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ auch Engern und Westphalen/ u.s.w. unsers gnädigsten Herrn und Nutritoris, von mir in unterthänigster Devotion d. 10. Sept. An. 1697. verfertiget. ¶ I. ¶ Fürst/'

'an der andern Hochzeit d. 28. Jun. gemeldten Herrn M. Junckers A. 1701. mit Jgfr. Maria Elisabeth Wagnerin/ nomine Gymnasii übergeben. ¶ An den sel. ¶ Herrn Vater ¶ der ¶ Jungfer Braut. ¶ Frommer Wagner! soltest du noch anitzt das Leben haben/'

'Solches begreifft eine Anrede der Praeceptorum unsers Gymnasii bey Beerdigung eines frommen Scholarens/ Joh. Seb. Hammers/ A. 1698. den 19. Jun. an die zurück gebliebene Commilitones: ¶ Nun Glück zu auff deine Reise/ von uns liebgehaltener Sohn/'

'Wer nur mit dem zu frieden lebt/'

'der erste Verß aus dem 32ten Psalm: ¶ Wohl dem/ dem seine schwere Sünden'

'Wenn wir ja unterliegen'

'Soll ich hier leben'

'Unser GOtt wird doch nicht müde'

'Will es hageln/ blitzen/'

'Lobet ihr Himmel/ lobsinget ihr Sterne/'

'Nun muß sich der Teufel ins Fäustgen nein schämen/'

'Wer vor der bösen Welt hier richtig wandelt/'

'Biß hieher hält uns GOtt den Rücken/'

'Als aus eines Oster-Ode; ¶ Schweig Satan! sprich kein Wort/ die Nacht ist dir benommen/'

'Du liegest. Wer hilfft dir? Du bleibest verlassen/'

'VII. Folgen dahero einige Exempel zur Erläuterung obiger Reguln/ daraus die unterschiedliche Arten von blossen und vermischten Oden/ die Alexandrinischen Oden/ die Imitationes der Kirchen-Melodien/ die Endigung des Sensus mit einer Strophe/ die bräuchliche Zahl der Zeilen in einer Strophe/ und a. m. zu erkennen; sonderlich/ wenn man dazu nimmt/ was unten von Madrigalischen Oden wird gesagt werden. ¶ I. ¶ Als dem Hoch-Wohlgebohrnen Herrn/ Herrn Adam Liebmann von Beust [...] <br> <br> ein Hoch Adel. Männl. Erbe erwünscht gebohren wurde/ erwieß das Gymnasium allhier seinen gehorsamsten Respect in einer Nacht-Music und folgender Ode: [S] <br> <br> ¶ I. ¶ Wir wollen nicht hinfort als Schuldner bleiben/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ II. ¶ Herrn Ephori, Friedrich Ernst Meisens/ Hoch-Ehrwürden ward nach dem am 10. Nov. 1699. in Leipzig erhaltenen Gradu Doctoris Theologiae folgende Ode in geziemender Observantz und unter einer A-[S] <br> <br> bend-Music vom gedachten Gymnasio abgesungen: ¶ 1. ¶ O du wohlgeprießner Mann! ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ III. ¶ In mehr genanntem Gymnasio gehn die me-[S] <br> <br> ditationes poenitentiales acht Tage vor der Beichte an. Da ich nun A. 1697. solche mit einer Buß-Ode anzufangen pflegte/ hierzu aber im Winter das Evang. IV. Adv. und der Tag Thomae gute Anlaß gaben/ geriethen die Verse auff die Melodey: Wer nur den lieben GOtt läst walten etc. also: ¶ 1. ¶ Wer bistu? heist ietzund die Frage/'

'Geh in die Schrifft. Geh/ laß dich GOttes Finger lehren!'

'Schweig doch von bessrer Zeit: Die Leute sind gestorben/'

'Trau lieber nicht! daß du was woltest klagen/'

'1. ¶ Gönnts uns GOtt/ so thut der Neid'

'1. ¶ Fall Himmel ein/ du sollst mich doch nicht schrecken/'

'Was grämst du dich/ da doch dein Schöpffer lebt/'

'1. ¶ Nur weg du Welt!'

'Was suchstu denn/ da ich zur Beichte geh/'

'Ein Gespräch zwischen einem Soldaten und Studenten. [S] <br> <br> ¶ Soldat: ¶ Niemand kan so viel verrichten;'

'Auff die ersten zwey Verse des Liedes: ¶ Herr/ wie du wilt/ so schicks mit mir/ ¶ läst sich folgende Parodie zu einem Hochzeit-Liede gebrauchen: ¶ 1. ¶ GOtt schicks recht/ wie ich will/ mit mir/'

'Ein Exempel/ das ich zur Buß-Andacht An. 1701. um Michaelis aus Matth. XXV. v. 1. 23. welche Parabel zugleich den Locum de [S] <br> <br> Ecclesia aus dem Compendio Theologico erkläret hat/ im Auditorio mit meinen Untergebenen auf die Melodie: Wer nur den lieben GOtt etc. verfertiget: ¶ 1. Ecclesia dum comparatur'

'Zum Exempel aber ist diese Pfingst-Ode: ¶ 1. ¶ Flamen adsis! Te rogamus,'

'Nun aber setze ich theils eine richtige Teutsche Parodie auf das mehr genannte Lied: Wer nur den lieben GOtt läst walten/ etc. so statt eines Leichen-Liedes zu gebrauchen: ¶ 1. ¶ GOtt pflegt im Creutze recht zu walten;'

'Theils zwey Lateinische Oden/ so unter einigen andern in meinem Elpidoro Cizensi oder Lateinischem Dramate, das ich auff obengenennte Hochfürstliche Geburt des Durchl. Printzen in Zeitz/ Herrn Friderici Augusti, unterthänigst auf hiesigem Theatro auffgeführet/ und dem Druck überlassen habe/ befindlich; [...] <br> <br> ¶ 1. ¶ MYSIS, tua spes impleta'

'Nemlich/ Herr Weise hat in seinen reiffen Gedancken p. 362. eine Teutsche Parodie auf die Lateinische Moteta: Verbum caro factum est, also/ daß solche bey geringer Veränderung völlig kan darnach gesungen werden; ich aber habe nach eben solcher zur Sommer-Buß-Andacht An. 1702. etwas gemacht/ und absingen lassen. Der Text ist dieser: ¶ JEsu/ der du alle Last'

'Satz. ¶ Ist diß die Zeit/ da man dich wieder sieht/'

'I. ¶ Satz. ¶ Wen kan die Finsterniß der trüben Nacht erfreuen/'

'II. ¶ Auf einen/ der Doctor worden. ¶ Satz. ¶ Wem GOtt das Glücke giebt/'

'Pindarisches Madrigal, ¶ so ¶ Einer de Principe docto disputirt hätte. ¶ Erster Satz. ¶ Geehrter Freund/ wir sehn die schönsten Proben'

'Wir wünschen euch alle den himmlischen Segen;'

'Mein Unglück scheint mir zwar sehr groß.'

'Ists nicht genung/ daß uns GOtt das verbeut/'

'Zum Beschluß des alten Jahrs. ¶ Das alte Jahr will nun zu Ende gehn.'

'Mein Vetter ist mir gar zu gut/'

'Hochzeit-Carmen: ¶ Mein Freund/ die Post ist überbracht/'

'Auf das Fest der Himmelfarth Christi/ [...] <br> <br> ¶ Mein Heyland geht'

'Madrigal vom Frühling. ¶ Der Frühling hat vorlängst'

'Madrigal vom Sommer. ¶ GOtt hats also gesetzt.'

'Auf den Tod einer Jungfer. ¶ 1. ¶ Ist diß das Bild/ ist diß die Blüthe/'

'I. ¶ Bey dem Actu Oratorio de Pace An. 1696. ließ ich 4. Oden auf die Themata drucken/ von welchen zwey dieses Innhalts: ¶ 1. ¶ Bis hieher hält uns GOTT den Rücken/'

'1. ¶ Grosser GOtt/ wenn wilst du doch'

'II. ¶ An. 1699. bey Hochfürstl. Gnädigst-angeordneter Visitation unsers Gymnasii ward in dem Actu solenni de Elogiis Visitatoriis gegenwärtige Ode abgesungen. [...] <br> <br> ¶ 1. ¶ Nun/ aufgeweckter Geist/'

'Andacht eines bußfertigen Sünders. ¶ Jetzt denckt mein Geist zurück an die vollbrachten Stunden/'

'Ists nichts als lauter Tand in dieser bösen Welt/'

'Auf die Mayen-Lust. ¶ Nun ist die Mayen-Lust auch endlich angegangen/'

'I. ¶ Als die Schwester tauffen ließ. ¶ GOtt Lob! sie muß ein Kind dem Pfarr zur Tauffe schicken;'

'II. ¶ An einen/ der auf die Universität Jena reiset. ¶ So will Er/ werther Freund/ von unsern Gräntzen scheiden/'

'III. ¶ Abend-Andacht. ¶ Ein Tag ist abermahl vollbracht/'

'IV. ¶ Gebet in Verfolgung. ¶ GOtt sieh/ was ich mich erkühne/'

'V. ¶ Sonnet/ ¶ Einem armen Studioso ins Stamm-Buch zu schreiben. ¶ Hier muß sich mancher Mensch rechtschaffen lassen drücken/'

'Wer seinen Nechsten sucht im Handel zu betrügen/'

'Es liegt die gantze Welt in lauter Aergernissen/'

'I. ¶ Ein ungereimtes Sonnet ¶ Auf die andere Hochzeit Herrn M. Junckers/ das oben gedachtem Hochzeit-Carmini statt des Wunsches angehänget ward. ¶ Wir lassen uns den Preiß von andern gerne nehmen/'

'II. ¶ [...] <br> <br> ¶ Pfuy/ daß sich mancher Mensch mehr einer Saue gleicht/'

'Fünf Finger sind der Hand von GOtt recht wohl gelassen;'

'Auf das bekandte: ¶ Er ist noch nicht reich gestorben. ¶ Ein Armer spricht dich nicht umsonst um etwas an.'

'Auf den Tod Hn. M. Sauerbiers/ Wohlverdienten Archi-Diaconi in Schleusingen/ machte ich nebst einem Syrischen/ Griechischen und Lateinischen Carmine diß Epigramma, mit Noten: [S] <br> <br> ¶ Ein Obadias Leib [...] <br> <br> liegt hier durch uns begraben;'

'Unter das Bild eines Tyrannen. ¶ Diß will dem Nahmen nach ein rechter Christe seyn.'

'An einen Geitzhalß. ¶ Was hastu den Narren am Gelde gefressen/'

'Aus dem/ ¶ Die Lehrer werden leuchten etc. ¶ Protasis. ¶ Stellt sich der Sternen Licht mit solcher Klarheit ein:'

'Itzt ist die verkehrte Welt. ¶ Protasis. ¶ Jetzt leider will der Sohn mehr/ als der Vater/ gelten.'

'Auf den verstorbenen König Jacob. ¶ Vor diesem hieß ich zwar ein König von drey Reichen;'

'Abschied eines Freundes an seine Schwester. [S] <br> <br> ¶ Thesis. ¶ Nun/ Schwester/ kan ich nicht mehr länger bey dir seyn.'

'Des Heylands Krönung. ¶ Ich leider vor die Welt/ was giebt man mir zu Lohne?'

'Nur auf den letzten Fall ein eintziges Exempel aus den Novellen zu nehmen/ so kamen bey dem verstorbenen Jacobo vor: Die letzte Rede Jacobi/ der hinterlassene Printz von Wallis/ die ins Kloster gegangene Königin/ das Königliche Begräbniß/ die Gedancken Ludwigs Königs in Franckreich/ die Gedancken des damahls noch lebenden Königs in Engelland Wilhelmi/ u. s. f.'

'I. ¶ Als ich an des Wohlgebohrnen Herrn von Osterhausen standmäßigem Begräbnisse in Schleusingen den 10. Octobr. 1700. in der Parentation einen rechten Johannis-Ritter entworffen hatte/ schrieb ich bey der gedruckten Danck-Rede aus gehorsamstem Respect gegen das Hochwohlgebohrne Osterhausische Hauß hinten dieses Epigramma oder Trost- und Todten-Verß: ¶ Sich gleich von der Geburt an biß ans letzte drücken'

'IV. ¶ Kommen die drey Grabschrifften/ welche ich von meinen drey lieben Kindern/ die alle noch im Mutterleibe ihre Seelen GOtt überlassen/ und deren die ersten 2. Söhne/ das letzte eine Tochter war/ hiesiger Gewohnheit nach zu lesen gesetzt: ¶ Von dem ersten. ¶ Mein Freund! verzeihe mir/ daß ich drey Worte schreibe:'

'Von dem andern. ¶ Hier liegt der andre Sohn; doch wieder ohne Nahmen/'

'Von dem dritten. ¶ Der Eltern drittes Kind/ und wieder todt gebohren/'

'An das Kind und Pathen. ¶ Es sey mein treuer Wunsch vor dich zu GOtt geschickt/'

'I. ¶ Ein Griechisches/ Luciani: ¶ [griech.] <br> <br> '

'E. g. Bey dem Englischen Successions-Wercke kommen folgende Theses vor: ¶ [...] <br> <br> ¶ (3.) Das Haupt-Absehen ruhet auf Erhaltung der Religion. [...] <br> <br> '

'I. ¶ Als Jungfer Maria Euphrosyne Eisentrathin allhier den 10. Octobr. An. 1701. den Montag drauff/ da man von der Hochzeit des Lammes Sonntags in der Kirchen geprediget hatte/ verschieden war/ setzte ich folgende Todes-Betrachtung den Hochbetrübten Eltern zu Trost: ¶ Hochbetrübtes Eltern-Paar!'

'II. ¶ Der fürnehme Theologus und Hochfürstl. Hof-Prediger zu Moritzburg an der Elster/ Herr Michael Christian Ludwig/ starb den 27. May An. 1700. und ich stellte aus behöriger Observantz in einer solennen Lateinischen Oration in hiesigem Gymnasio denselben als HEROEM ECCLESIAE CIZENSIS vor/ wozu mir Gelegenheit gab das Elogium, so man BUCERO an einem Ort gesetzt: In Bucero fuit Augustini acumen, Hieronymi linguarum varietas & doctrina, disciplina Cypriani, Ambrosii autoritas, Origenis scientia, Chrysostomi in docendo perspicuitas, Bernhardi integritas in vita. Etsi uberiora haec fuerint in illis priscis ECCLESIAE HEROIBUS, tamen particulas ex omnibus excellentissimis Bucerus tanto studio arripuit, tot ornamentis perpolivit, ut, si non unus cum omnibus, tamen separatim cum singulis comparari possit. ¶ Er selbst/ der selige Theologus, hatte diese Verse in dem von ihm hinterlassenen Curriculo vitae zu Anfang gebraucht: ¶ Jesus me fecit, Jesu cum sanguine purus ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ Nun solten sothane Materien zugleich zu einem Inscriptions-Exempel/ vielleicht nach folgendem Abriß/ wohl gedienet haben: ¶ Zu so vielen unglückseligen Oertern muß sich nunmehro leider! auch die Hochfürstl. Residentz zur Moritzburg an der Elster zehlen!'

'III. ¶ Eine Epitaphische Inscription könte diese auf hiesigen nunmehro sel. Archi-Diaconum, Herrn M. Sauerbier/ dessen oben Meldung geschehen/ seyn [S] <br> <br> ¶ Geehrter Leser!'

'An. 1700. im Winter/ da durch die in unserer Gegend eingerissene Kranckheit eilff aus unserm Gymnasio Abschied nahmen/ starb auch Joh. Caspar Hopffner/ von Leina/ ein Primanus Veteranus; und damahls schrieb ich ietztkommende Erinnerung an meine Untergebene: ¶ Liebste Untergebene!'

'Ein Exempel/ da ich bey unsern Meditationibus Poenitentialibus aestivis An. 1701. den Locum ex Esa. VIII, 1. 2. 3. 4. nach Anleitung des sel. Herrn D. Carpzovs Predigt/ die er Festo Johannis An. 1693. gehalten/ erkläret/ und zugleich den Locum in Compendio de Christo, hieraus aber eine Inscriptions-Materie Teutsch gegeben/ und eine Lateinische Inscription aus der Ubersetzung zu machen gesucht habe/ wird das Werck und den Nutzen solcher Teut-[S] <br> <br> schen Inscriptions-Exercitationum zeigen: ¶ Eine recht sonderliche Zeit/ da Johannes der Täuffer/ dessen Gedächtniß wir in unserer Buß-Woche feyren/ gebohren ward!'

'Es ist solches mein erstes Programma Rectorale, dadurch ich zu dem am 16. Jun. An. 1696. anzustellenden Actu Oratorio in hiesigem Gymnasio invitirte. ¶ Quod faustum, felix fortunatumque esse jubeat'

'IX. Endlich gaben mir in meinen Lectionibus privatis die Worte Mureti, Orat. X. Vol. I. [S] <br> <br> Sapientia perfecta in hominem cadere non potest, recteque judicavit sive Thales Milesius, sive quis alius, (non enim inter omnes convenit) solum DEUM esse sapientem, Anlaß zur Inscription über eine Schul-Pforte: ¶ Freund/'

'I. ¶ Ein Leichen-Gedicht im Verß-Briefe. ¶ Denn als einer von meinen Tisch-Genossen/ Joh. Gottfried Seidensticker/ den 20. Jan. 1699. starb/ berichtete ich an dessen Herrn Vater c. T. Herrn Anton Seidenstickern/ fürtrefflichen JCtum [...] <br> <br> / wie auch des Käyserlichen freyen Exemt-Stiffts SS. Simonis & Judae in Goßlar Dechanten/ die Kranckheit und Tod folgender massen: ¶ Hochschätzbarer Patron/'

'II. ¶ Ein Verß-Brieff/ der die Antwort auff eine Hochzeit-Einladung praesentiret. Der Casus ist auf zwey alte Schul-Freunde gemacht. ¶ Hier hast du/ werther Freund/ was ich dir schuldig geblieben/'

'III. ¶ Ein kurtz Exempel/ da die Liebe zwischen Braut und Bräutigam in einem Hochzeit-Carmine mit dem Titul: Brieff-Wechsel zwischen Arcos und Celinde angeführet wird; der Wunsch aber kan in beliebigem Genere von dem Autore Carminis folgen. ¶ Arcos an Celinde. ¶ So sollst du/ Treuste/ mir nunmehr den Wunsch gewähren/'

'IV. ¶ Noch ein Exempel/ da Constantino an Celinden schreibt. Die Antwort von Celinde ist beyzusetzen/ wie auch der Hochzeit-Wunsch. [S] <br> <br> ¶ Celinde, dieses Blatt wird ietzt was grosses wagen/'

'Als Herr Simon Göbel/ Hoch-Fürstl. Sächs. Hof-Advocat und Bürgermeister in Römhild das Syndicat bey des H. R. Reichs freyen Stadt Schweinfurt An. 1701. Mens. Jul. antrat/ ward ihm folgende Epistel statt eines Carminis propemptici von mir übermacht. ¶ DOMINO'

'Weil mir in dieser Brieff-Freyheit gleich der Ebräische Brieff in die Hände kömmt/ den ich bey Christlicher Beerdigung eines frommen Discipuli, Joh. Abel Altmüllers/ von Wasungen/ an den Herrn Diaconum daselbst/ nebst einem Teutschen Carmine An. 1699. drucken lassen/ will ich ihn hier beyfügen/ um auch dadurch zu weisen/ daß statt eines Carminis ein Brieff passire. [S] <br> <br> ¶ [hebr.] <br> <br> '

'Poëta Poenitentialisproponit ex Loco Matth. XVIII. v. 6. ¶ I. Emblema, inque eodem [...] <br> <br> '

'(IV.) Ein Geistlicher zeiget das heilige Bibel-Buch/ darinnen die Wörter Alles und Nichts mit grossen Buchstaben geschrieben stehen/ und dabey folgende Worte sind: ¶ Alles/ was ihr in der Welt könnt mir eurem Witz ergründen/'

'(V.) Eine grosse Suite der Knaben/ die um Alles und Nichts GOtt bitten/ mit diesen Worten: ¶ Gib uns alles/ grosser GOtt/ was du meynst/ das uns hier fromme!'

'Aus dem Symbolo Claudii Tiberii Drusi, Generis Virtus Nobilitas est, ¶ läst sich dieses Madrigal an einem von Adel ausarbeiten: ¶ Er ist ein Edelmann;'

'An. 1699. den 17. Decembr. muste ich bey Christ-Adelichen Begräbniß-Solennien der Wohlgebohrnen Frau Agnesen Euphrosynen Zastro/ gebohrnen von Witzleben/ die Danck-Rede in hiesiger Stadt-Kirche ablegen; weil mir nun beyde Geschlechts-Wapen deren von Zastro und von Witzleben gute Gelegenheit gaben/ daraus das Leben und Tod der Hoch-Adelichen Matron vorzustellen/ so geschahe es unter solchen Emblematischen Versen. Bey den Witzlebischen Sparren hieß es ¶ Quantum in cantheriis instar!'

'I. ¶ Ein geistlich Exempel oder Gespräch Christi mit einem Gläubigen. ¶ Gläubiger. ¶ Mein Heyland/ was beweget dich'

'II. ¶ Rätzel auf die Gedult. ¶ Ersonnene Praedicata. ¶ Es ist ein Baum/ und steht doch in keiner Erde/'

'I. ¶ Auf die Lügner. ¶ Der Teufel hat die Lügen selbst erdacht/'

'II. ¶ Auf die Widerkunfft Chur-Fürst Johann Friedrichs. ¶ Deine Länder freuen sich/ daß du/ Hertzog/ wieder kommen;'

'1. ¶ Ein Freund muß sich in Freud und Leid rechtschaffen fügen;'

'I. ¶ Ein Pocal auf eine Hochzeit. ¶ Der Glantz/ so gantz'

'Auf den Tod ¶ Herrn Superint. Rumpels in Saltzungen verfertigte ein Untergebener diese Urnam: ¶ O Tod!'

'Hierzu füge ich die Disposition, welche Herr D. Carpzov sel. in Leipzig in einer Leichen-Predigt über Apoc. XIV. 13. A. 1693. gehabt hat: ¶ Das Echo gläubiger Christen. ¶ Sie rufen ¶ I. Mühseligkeit. das Echo ist Seligkeit.'

'I. ¶ Blühe/ biß du selbst be-gehrst/'

'(1.) Ein Ebräisches auf das Jahr 1702. aus Jer. XXXI, 22. ¶ [hebr.] <br> <br> '

'Auf An. 1702. ¶ Ah! paCeM Dona toties bone ChrIste rogate!(3.) Ein doppelt Teutsches/ und zwar ¶ [hebr.] <br> <br> eines im dicto Biblico, Psal. 166. v. ult. aufs Jahr 1668. ¶ GeLobet sey GOtt/ Der MeIn Gebet nICht VerVVirfft. ¶ [hebr.] <br> <br> eines im Verse/ aufs Jahr 1702. ¶ GOtt sey HErr In Den SaChen!'

'Mein gantzes Thun und Werck besteht auf GOttes Fügen;'

'man theilet Gottlieb in 2. [S] <br> <br> Wörter/ Gott und lieb/ und nimmt hernach daher die Invention zu einem Carmine.'

'Gedult im Leide. (793) ¶ Durch Cabbalistische Drey-Eck-Zahlen mit Zuthuung I. ¶ Nutzbar. (794) ¶ Elaboratio: ¶ Es stelle sich das Creutz mehr als gedoppelt ein!'

'Es ist das Programma, welches [S] <br> <br> vier Alumnis unsers Gymnasii, Chrstian Fritzen/ Joh. Ernst Möllern/ Joh. Melchior Albrechten und Caspar Mäyen bey ihrer Valediction geschrieben ward: ¶ DITHYRAMBUS. ¶ Musa pangit, Musa cantum'

'daß ich eines dem Herrn von [S] <br> <br> Bircken entlehne/ der aus dem Opitz/ wie es auch Herr Wagenseil in seiner Teutschen Reim-Kunst anführet/ also zusammen gestickelt: ¶ [G: Zl. v. 497.] <br> <br> Wir sehen/ wie der Leib des Menschen muß verderben.'

'als wollen wir von dergleichen [S] <br> <br> Spiel-Versen nur ein paar NeuJahr-Wünsche herbey setzen/ die bey den vielen heutigen Mund-Wünschen den sonst erhaltenen Nahmen der Tändel-Wünsche gewisser massen zu behaupten scheinen. ¶ In Gen. Elegiaco. ¶ Gebe der Höchste/ daß du noch magst sehr viel Zeiten erblicken/'

'In Gen. Phaleucio. ¶ Ich mag andern wohl ihr Geschencke gönnen/'

"4.) Und wer will an solcher Möglichkeit zweifeln/ da die/ so de versibus fortuitis geschrieben/ unterschiedene Exempel aus der [S] <br> <br> Teutschen Bibel anführen/ darinnen solche Zeilen ausgesprochen sind/ die sich zu mehr genannten Lateinischen Generibus bringen lassen. Dergleichen Versus fortuiti sind: ¶ Luc. I, 38. ¶ Sieh' ich bin des HErren Magd/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Gen. XXVI, 8. ¶ Daß Isaac schertzte mit seinem Weibe Rebecca. ¶ I. Cor. IX, 24. ¶ Lauffet nun also/ daß ihr es ergreiffet. ¶ Esa. XXI, 14. ¶ Bringet den Dürfftigen Wasser entgegen. ¶ Act. II, 40. ¶ Lasset euch helffen von diesen unartigen Leuten. ¶ Gen. IX, 7. ¶ Und reget euch auf Erden/ ¶ [...] <br> <br> "

'Bekandt ist zu N. von einer Jungfer/ wie/ als sie ehemals auf das Dorff kömmt/ und bey Erblickung einer Gluckshenne mit ihren Jungen die Geschickligkeit im Haußhaltungs-Wesen will sehen lassen/ davon aber in der Stadt wenig mag erfahren haben/ ihr die Pfarrin auf die Frage antworten sollen; Je Fr. Pfarrin/ saugen denn die Hünchen noch? Wo nun einer neuen Pfarr-Frau ein Hochzeit-Carmen erfordert würde/ und ihr/ oder auch der gantzen Compagnie das Histörchen dürffte bewust seyn/ warum solte diß Episodium nicht Statt finden?'

'I. ¶ Das Glück spielt wunderlich.'

'Als tot. Tit. Herr D. Gottlob Friedrich Seligmann/ Prof. Theol. des Chur- und Fürstl. Consistorii Assessor und Pastor zu S. Thomas in Leipzig/ seine ältere Jungfer Tochter/ Tit. tot. Jungfer Johannam Catharinam/ tot. Tit. Hn. M. Heinrich Pippingen/ damahls Mittags-Predigern in Leipzig/ zur Ehe gab/ ward an gemeldten Herrn D. Seligmanns Magnificentz von mir folgendes Carmen überschickt: ¶ Seint mich des Höchsten Winck ein Amt hier heisset treiben/'

'II. ¶ Zum besten Andencken oben bereits genennten Herrn M. Rumpels/ Superint. zu Saltzungen sel. ward in unserm Gymnasio bey einer Elaboratione menstrua folgendes Dramatische Gedicht abgelesen: ¶ Des Morpheus starcker Dampff zog mich einst in sein Garn/'

'Wie dergleichen am besten einzurichten/ wird vielleicht der Berg-Reigen für die in den Gräfl. Schwartzburgischen Bergwercken bauende Gewercken und arbeitende Berg-Leute darthun/ als der von einer vornehmen Person auffgesetzt ist/ und statt eines Exempels nicht unbillig beygefüget wird. ¶ Abend- und Morgen-Lied ¶ für die ¶ Berg-Leute und Bergwercke. ¶ Im Thon: ¶ Wie schön leuchtet der Morgen-Stern/ etc. ¶ 1. ¶ Ein Bergmann legt/ HErr JEsu Christ/'

'Es er- [S] <br> <br> zehlt ein gewisser Theologus, es habe einer in der Braut-Suppe die verstorbene Jungferschafft vorgestellt/ und hierauff aus dem Liede/ Nun last uns den Leib begraben/ eine Parodie gemacht.'

'In des sel. Hn. Morhoffs Operibus Poëticis p. m. 602. stehen unterschiedene Strenae, auch eine/ da er den Theologis sub auspicium anni summum finem wünscht/ mit folgenden Versen: ¶ Dent alii gemmas, multa auri pondera donent, ¶ [...] <br> <br> ¶ Solcher Wunsch ward An. 1696. in Poetischen Stunden mit diesen Worten übersetzt/ die nach veränderter Application zum N. J. Wunsch an einen Patron dienen können. [S] <br> <br> ¶ Wer reich von Silber ist/ der mag ihm Schätze bringen/'

'Immittelst aber/ daß es an Exempeln nicht gebreche/ soll hier eine Sententz aus dem Mureto folgen/ welche vertirt/ amplificirt und applicirt wird/ solcher Gestalt aber ein kurtz Trauer-Carmen an [S] <br> <br> einen Priester/ der über den Tod seines Sohnes betrübt ist/ praesentiret. ¶ Mur. Orat. X. Vol. I. ¶ Fieri prorsus non potest, ut recte id faciamus, quod jubemur, nisi prius, quid jubeatur, intelligamus. ¶ Elaboratio. ¶ Soll ein Mensch den andern lehren/ steht ein Christ dem andern bey/'

'Erfreulichst sprach der Mund den Hertzens-Seufftzer aus.'

"Ehr' GOtt den HErrn/ eh' dir dein Leb'n hier noch verschwindt/"

'Wer seinem Schöpffer traut und dessen Allmacht ehret/'

'Es wolle mein Patron mir gütig pardonniren/'

'I. ¶ Versetzte Verse/ ¶ da nichts zu verändern oder hinzu zu thun; Das Metrum der ordentlichen ist in dem mehr genannten Kirchen-Liede: ¶ Wer nur den lieben GOtt läst walten/ etc. ¶ Du du ein grosser Sünder bist/ wie willstu heilig zu nennen seyn? dieweil dein Thun des Satans ist/ bistu nicht heilig zu erkennen. Drum stelle nur dein Rühmen ein/ indem du nicht heilig seyn kanst. ¶ In die Ordnung gebrachte Verse. ¶ Wie willstu heilig seyn zu nennen/'

'Ich weiß ein Wort/ das freylich wenig/ die doch auff der Welt Christen seyn wollen/ wissen.'

'Ich weiß ein schönes Wort/ das freylich wenig wissen/'

"Wenn uns der Satan denckt/ wie's ihm gefällt/ zu schlagen/"

'Du bleibst bey deiner Art und mehr als alten Sünden/'

'Gesetzt/ es hätte einer de Novellis disputirt/ ein guter Freund aber hätte folgenden Verß dazu geschrieben: ¶ Diß ist die schöne Schrifft/ mein Freund/ von deinem Fleiße/'

'Ich habe in den Lectionibus poëticis bißher die Cantica Hennebergica zum Griechisch-Lateinisch- und Teutsch-Poetischem Exercitio angewendet/ und besinne mich/ daß/ da des seel. Herrn D. Samuel. Zehneri Lied/ Ach HErre du gerechter GOtt/ etc. zu einer teutschen Variation im Genere Alexandrino dienen solte/ ich [S] <br> <br> den Sensum behielt/ die Phrases[/Aq] <br> <br> auch guten theils/ den Rhythmum aber zum gemeldten Genere aussuchte: Welches/ damit es klärer erhelle/ und die Jugend erkenne/ wie auch aus den Kirchen-Gesängen so gottselige als Poetische Ubungen vorzunehmen/ will ich (1.) gedachten Herrn Zehners drey Verse/ so variiret worden sind/ und im Gesang-Buch stehen/ ordentlich hersetzen/ (2.) die Materie, die von mir zur Variation gegeben ist/ beyfügen/ (3.) das Carmen selbst hinzu thun/ das sich auff obgemeldte Freyheit im variiren bezieht. ¶ I. ¶ Herrn D. Sam. Zehners Lied: ¶ Drum laß auch ietzt die gottloß Rott'

'Auff seines Herren Wort muß sich ein Knecht bequemen/'

'Daß doch der arme Mensch sich so vollkommen preiset/'

'Noch besser geschicht eine solche Ubersetzung aus Biblischen Sprüchen/ worinnen zum Exempel dienen kan die Ubersetzung des Macht-Spruchs Joh. III. Also hat GOtt die Welt geliebet/ etc. in folgende Ode: ¶ I. ¶ Also/ also hat GOtt die Welt/'

'3.) In Ubersetzung kurtzer Gedichte. Das Exempel sey diß Lateinische: ¶ Hanc vitam cari tibi concessêre Parentes,'

'Muret. Orat. X. ¶ Croesus olim petendi oraculi causa Delphos misit, qui sciscitarentur, quomodo felicitatem posset consequi? Responsum autem redditum est plane praeclarum, si se ipse cognosceret, demum beatum fore. [S] <br> <br> ¶ Ubersetzung. ¶ Ich weiß mehr als zu wohl/ wie mich die Sünden plagen/'

'Gewisser maßen läßt sich hieher bringen/ was Anno 1698. in einer Ode/ aus des Oraculi bekandten Worten/ die es/ als Christus gebohren worden/ vorgebracht soll haen/ ist elaboriret worden. [S] <br> <br> ¶ Oraculum Apollinis ad Augustum Caesarem: ¶ [griech.] <br> <br> '

'In dem kurtzweiligen Redner steht folgende Historie und elendes Carmen. ¶ Historia ¶ Ein eigensinniger Priester auf dem Lande/ welcher ein Liebhaber der Poesie war/ hatte seinen Sohn auff eine Schule gethan/ nicht ferne von seinem Dorff/ wo er Prediger war. [...] <br> <br> '

'Casus. ¶ Ein Sohn schreibet an seinen Vater aus dem Gymnasio in teutschen Versen/ dazu er sich den Innhalt in Theses gesetzt/ und folgender maßen: ¶ 1. Ich habe in vier Wochen von ihm keinen Brieff bekommen.'

'Casus I. ¶ Man will einem beym Magisterio gratuliren.'

'Casus II. ¶ Es hat ein guter Freund Hochzeit.'

'Zum Exempel/ ¶ Es läse einer folgendes Carmen Gratulatorium an einen Priester wegen wieder erlangter Gesundheit. ¶ Die Kranckheit ist vorbey/ der Schmertz ist abgewendet/'

'So ist nun die Gefahr der Kranckheit überwunden/'

'Es sey die erste Disposition: ¶ Theses: Liebet die Gottesfurcht.'

'Das Alter wird geehrt. ¶ quis? das Alter/ oder der alte Greiß/'

'Casus. ¶ Am verstrichenen 18. Octobr. Anno. 1702. hat die Academie zu Wittenberg durch GOttes Gnade ihr andres Jubel-Jahr/ nach zurück-gelegten 200. Jahren seint ihrem Ursprung/ erlebt. Was mir hierbey vor Themata zu Jubel-Carminibus aus genennten Fontibus eingefallen sind/ will ich kürtzlich anmercken: ¶ à re ipsa, heissen die ¶ Themata: ¶ Das A. 1702. gefällige Wittenbergische Jubel-Fest.'

'Dispositio naturalis: ¶ 1. Der Bräutigam heißt Christian/'

'2.) Die Rätzel pflegen offt den Hochzeit-Carminibus und insgemein aus den Nahmen der Verlobten angehängt zu werden/ welches/ so man in seinen Schrancken bleibt/ nicht uneben ist/ weil die Ge-[S] <br> <br> wonheit Rätzsel auf den Hochzeiten vorzutragen von den alten Hebräern auf die Griechen/ und von diesen auf die Römer gekommen. Ich weiß auch/ daß An. 1693. der sel. Theologus, Herr D. Carpzov in Leipzig/ vermöge seines damahligen Methodi Schematicae ex Evangelio Dom. II. post. Epiph. seinen Zuhörern drey Hochzeit-Rätzel vorlegte: ¶ 1. Bey der allerherrlichsten Hochzeit mangelt es am Getränck. [...] <br> <br> '

'1.) Bilder-Gedichte sind/ deren Verse so eingerichtet werden/ daß sie durch ihre Verkürtz- und Verlängerung/ gefälliges Ein- und Ausrücken/ diese und jene Figur (e. g. Pocal/ Ey/ Creutz/ etc.) praesentiren.'

'XIV. Die Cabbalistischen oder Paragrammatischen Verse. Dabey zu mercken vorkömmt: [S] <br> <br> ¶ 1.) Die Cabbalistischen oder Paragrammatischen Inventiones beruhen auf Erklärung unterschiedener Wörter oder wohl gar Zeilen durch andere Wörter und Zeilen/ und diß zwar durch Beyhülffe gewisser Zahlen/ die man aus gleichfalls gewissen Cabbalistischen Registern sucht. Der Uhrsprung solcher Cabbalen oder Auslegungen kömmt von der Juden/ welchen es Michael Stiefel/ der bekandte Rechen-Meister/ zu erst nachthun wollen: Und vor einiger Zeit haben sich Leute gefunden/ die dergleichen so wohl in Teutschen als Lateinischen Carminibus anzuwenden gesucht. ¶ 2.) Da aber solch Cabbalistisch oder Paragrammatisch Wesen gar weitläufftig ist/ und mehr/ als ein Alphabeth hat/ darinn ein Buchstabe bald diß den Zahlen nach/ bald ein anders/ aus gesetzten Proportionen/ gilt; so will ich mich hierbey wieder nicht auffhalten/ sondern den/ so ein mehrers verlangt/ auf Hn. Hennings Cabbalologiam weisen/ und indeß zu einiger Wissenschafft von solchen Cabbalistischen/ Alphabeten viere hersetzen [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ Wenn man nun zu einer Materie die Invention haben will/ suchet man aus seinem Themate, wie viel wohl solches nach diesem und jenem Cabbalistischen Alphabet an Zahlen austrage/ und so man in andern nachdencklichen Worten eben diese Zahl finden kan/ scheint hernach die Ausarbeitung desto leichter zu werden.'

'XXI. Ich dörffte fast bey den Spiel-Gedichten zum Beschluß diejenigen Klapp-Reime anführen/ deren sich ihrer annoch viel in den Dispositionibus ihrer Predigten bedienen/ solcher Gestalt aber mit Zwang den Vortrag in Reimen abfassen/ weil ich keine andere Ursache solches Verfahrens sehen kan/ als daß man sein Poetisch Ingenium zur Unzeit zu weisen denckt/ und dem Text öffters die höchste Gewalt thut. Also trug einer einst in einem Collegio Homiletico ex I. Petr. V, 10. vor: GOttes Treuheit/ und des Creutzes Schlechtheit/ wozu der Theologus in der Censura sagte: Warum nicht auch/ der Menschen Narrheit? Doch wider diesen Lusum, der vor Alters noch (besiehe Hn. Morhof. Unterricht p. m. 606.) hat mögen excusiret werden/ wird mehr in den Libellis und Collegiis Homileticis geredt. ¶ XXII. Es giebt auch endlich noch einige/ die es denen Alten nachthun wollen/ und nach denen in der Kirche beliebten Liedern/ Puer natus &c. In dulci, &c. Teutsche und Lateinische/ oder auch anderer Sprachen Verse unter einander mischen. Welches aber/ wie es sich durch genannte Lieder nicht behaupten läst/ bey deren Ursprung [S] <br> <br> gantz ein andrer Zustand war/ viel weniger durch ältere Zeugnisse/ als da die Wissenschafft der Teutschen Poësie nicht so weit kommen; also kan man es anietzo nicht anders/ als Lusum ingenii tituliren. Und so viel von den Spiel-Gedichten/ über welchen ich mich fast müde geschrieben habe.'

'allermassen ich noch hieher zu zehlen kein Bedencken trage die Braut-Messen/ die Dramatischen Verse/ die völligen Dramata, die Jäger-Lieder/ die Berg-Reyhen/ die Poetischen Wälder/ die Braut-Suppen/ und endlich die Versiones oder Ubersetzungen. Von ieder Art etwas. ¶ I. Braut-Messen sind Gedichte/ die bey Copulationen pflegen abgesungen zu werden/ solcher Gestalt aber in der Invention was Geistliches/ zur Composition was Geschicktes/ und zwar meistentheils in Oden-Art praesentiren. Ich will eine solche [S] <br> <br> Braut-Messe hierbey fügen/ die zum Grunde die Worte hat aus Psal. XLVIII, v. 10. ¶ GOtt/ wir warten deiner Güte in deinem Tempel. ¶ Sonata. ¶ [G: Cant. I. & II.] <br> <br> GOtt/ durch dessen weises Fügen'

'Ob nicht gewisser massen hieher zu rechnen/ Wenn die Paßions-Historie mit untermischten Versen abgesungen wird/ mögen andere urtheilen. Denn obgleich die Fictiones abgehen/ so werden iedoch frommer Christen Suspiria an derer Stelle gesetzt/ und hat man andere Biblische Historien unter diesem Nahmen vorgestellet/ warum wolte man hier den Titul eines Dramatis nicht auch brauchen? Also ist auf Hoch-Fürstl. Durchl. zu Sachsen-Römhild gnädigsten Befehl An. 1701. die Geburt und Beschneidung unsers Heylandes in solcher Dramatischen Art recht erbaulich zusammen gezogen und abgesungen worden.'

'Anietzt wünsche von Hertzen/ daß/ nachdem so Reguln/ als Exempel/ auch andern Gemüthern zu Dienst/ dem Druck übergeben sind/ ein gleicher Succes von GOtt erfolge/ und die kommende Zeiten also beschaffen seyn mögen/ daß wir unsre Poetische Gedancken auf beliebliche Fälle einzurichten haben/ den geneigten Leser der allwaltenden Güte GOttes treulichst empfehlend! Geschrieben in Schleusingen zu Ende des Jahrs 1702. da kurtz zuvor Ihro Hoch-Fürstl. Durchl. zu Sachsen-Naumburg/ Unser Gnädigster Nutritor, Dero Hennebergische Lande mit besonderer Landes-Regierung und Consi-[S] <br> <br> storio gnädigst versehen/ weßwegen das HochFürstl. Sachsen-Henneb. Gemeinschafftl. Gymnasium nach der von mir gehaltenen solennen Oration de novis Hennebergiae Saxo-Numburgensis dotibus, die gehörige Auffwartung in einer Abend-Music und Ode darzulegen gesucht/ die/ statt fernern Eingangs/ hier billig angeführet wird: ¶ 1. ¶ Auf Antheil Hennebergs/ du Land des theuren Printzen/'

'Wie so gar geistliche Materien in berührter Brieff- und Liebes-Gestalt vorkommen können/ ist in Herrn von Zieglers Helden-Liede/ a. T. zu sehen; und wird vielleicht besser zu sehen seyn/ wenn die versprochene Epistolae Heroicae Herrn Pritii, de amore mystico Jesu & fidelium, solten an das Tages-Licht kommen.'

'In Herrn D. Carpzovs Rätzeln/ die nur angeführet sind/ war der Clavis das Evangelium.'

Uhse, Erdmann

Wohl-informirter Poët

'3. Comparata, oder dergleichen Dinge/ worinnen ich zwey Personen oder zwey Sachen miteinander vergleiche. z.e. Den Cardinal Portocarero mit dem Cardinal Richelieu.'

'Wir wollen einiges Exempel auf den so beruffenen Polter-Hanß verfertigen: ¶ Stehe stille!'

'Wer wahre Busse thut/ der kan vor seine Sünden/'

'Allein das kan man nicht passiren lassen/ wenn einer mit den alten Meister-Sängern die Worte Sack/ und Stab/ fein und heim/ Greiß und Geist etc. oder mit dem unvergleichlichen Poëten/ Hanß Sachsen/ aus dem Liede: Warum betrübstu dich mein Hertz/ folgendes mit einander reimen wolte. ¶ Weil du mein GOtt und Vater bist/'

'Die viel erlitten han/'

'Also machte ich vor einiger Zeit auf das stetige Regenwetter zur Erndte-Zeit folgende Zeilen: ¶ Mein GOTT/ so trauret dann der Himmel alle Stunden/'

'Als der damahlige Herr Licentiat Ittig zum Superintendenten in Leipzig bestätiget ward/ verband sich eine gewisse Compagnie daß ein jeder etwas Poëtisches auf diesen Hochgelehrten Mann verfertigen solte/ und da brachte einer folgende Arbeit: ¶ Ihr edlen Leipziger/ wischt eure Thränen ab/'

'So schrieb eine [S] <br> <br> gewisse Person von den Leipzigischen Gärten folgender Gestalt: ¶ Zu Leipzig lacht alles von aussen und innen/'

'Es sind unterschiedne Sachen/'

'Frisch auff mein Hertz!'

'Wir nützen durch Sitzen und Schwitzen nicht viel/'

'Wer wolte doch von uns im Creutze traurig seyn/'

'So lang’ ich dieses weiß: GOtt will mein Vater seyn/'

'Ey! was solt’ ich traurig seyn?'

'Wer fromm und lustig ist/ der hat das höchste Gut.'

'Ach lieber GOtt beschütze ferner unser Land/'

'Beschütze lieber GOtt/ noch ferner unser Land.'

'Wen JEsus liebet/ darff in keiner Noth verzagen.'

'Der liebe GOtt versorgt uns/ und hilfft aus den Nöthen.'

'Wer seinen JEsum liebt/ darff nimmermehr verzagen.'

'Der HErr versorget uns/ und hilfft aus allen Nöthen.'

'Also kan ich vor Brüder und Schwester/ Christlich und Ehrlich sagen: Brüd- und Schwester/ Christ- und Ehrlich.'

'Wolte ich diese Worte: Meinen JEsum laß ich nicht: in eine Arie durchführen/ so würde ich das Genus Trochaicumnehmen. Hätten mir diese Worte zu meinem Grunde gefallen: Lieben hat allen der Himmel befohlen: So würde ich das Genus Dactylicum darzu anwenden'

'Mit GOtt gewagt'

'GOtt stärckt die Hertzen'

'Muß gleich die Welt vergehn/'

'Wem JEsus nicht im Hertzen schwebet/'

'Der Mensch lebt auf der Erden eine kurtze Zeit/'

'Denckt einer/ weil er lebt/ fein fleißig an das Sterben/'

'Komm/ edle Poësie, du schönste/ komm gegangen/'

'Weicht/ Trauer-Geister/'

'Irrdische Schätze vergehen/'

'Merckt auf ihr Sterblichen/ was GOtt in Welschland thut!'

'Es sieht zwar übel aus/'

'Wer nach GOtt nicht fragt/'

'Also gratulirte An. 1703. ein beliebter Leipziger dem jetzo mit Ruhm regierenden Herrn Burgemeister Herrn D. Johann Alexander Christen in Leipzig zu der nach Würden erlangten Burgermeisterlichen Ehre folgender massen: ¶ 1. ¶ Betrübtes Leipzig/ freue dich/'

'Also ward unlängst ein neu-gebohrnes Töchtergen folgender massen bewillkommet. ¶ 1. ¶ Willkommen/ liebstes Kind/'

'Also verfertigte ein guter Freund folgendes/ als Se. königl. Majest. in Preussen An. 1701. von der Crönung aus Preussen wieder in die Marck zurücke kam/ und einem Ritterschlage zu Sonnenburg beywohnen wolte. ¶ 1. ¶ Grosser König nimm mit Gnaden'

'Ach sagt mir nichts von Gold und Schätzen/'

'Was ist doch diese Welt?'

'es ist solches ein Leichen-Gedichte: ¶ Mein Bilgram eile nicht/'

'Erster Satz. ¶ Nun/ Schwester/ du gehst hin/'

'Ob uns gleich die Menschen neiden/'

'Also ward An. 1694. bey ei-[S] <br> <br> ner gewissen Vermählung ein Gespräch zwischen Cleandern und Florinen vorgestellet/ da sich in des Cleanders Anrede alle Strophen mit den Worten: Vergnüge mich mein Kind; in der Florinen Antwort aber alle Strophen mit den Worten: Du schertzest nur mit mir! anfiengen und beschlossen. Die gantzen Oden können in der ersten Entée des Musen-Cabinets pag. 13. und 15. gelesen werden. Wir behalten allhier zur Probe von einer jedweden Ode nur die erste Strophe: ¶ Cleander: ¶ Vergnüge mich mein Kind!'

'So könte ich selbige folgender Gestalt auf etwas Geistliches richten: ¶ 1. ¶ Ich rede nur mit Steinen/ ¶ […] <br> <br> [S] <br> <br> […] <br> <br> ¶ Wiewohl bey solcher Application muß man sich wohl hüten/ daß man nicht etwan liederliche und garstige Sachen auf etwas Göttliches richte/ denn das würde ein Gespötte werden. Sonst wäre zu wünschen/ daß mancher aus seinen Liebes-Liedergen dergleichen Geistliche Oden machte und statt jener absänge.'

'Also machte Anno 1702. auf den Tod des weitberühmten Kauff-Herrn zu Leipzig/ Hn. Johann Grafens/ ein werther Freund/ mit dessen Erlaubnüß ich seine Arbeit allhier anführen werde/ folgenden Vers-Brief. Der Titul lautete also: [S] <br> <br> ¶ Es soll ¶ diß wenige ¶ Herrr Grafens Hauß ¶ bekommen/ ¶ Das ¶ einen blauen Stern ¶ zum Zeichen ¶ angenommen. ¶ Der Inhalt dieses Briefes war folgender: ¶ Du hochbetrübtes Hauß'

'Herr ¶ Doctor N. ¶ soll ¶ Diß Brieffgen selbst ¶ erbrechen/ ¶ Ein andrer ¶ möchte sich vielleicht ¶ ins Siegel ¶ stechen. ¶ Der Inhalt lautete folgender massen: ¶ Mein Herr/ Er ladet mich zu seiner Hochzeit ein/'

'Wer sonst einen kurtzen Abriß von einem Epigrammate haben will/ der mercke nur die zwey Verse des Masenii, Omne Epigramma sit instar apis, sit aculeus isti'

'Fast lauter gantze Strophen kamen auf eine Person/ in demjenigen artigen Gespräche/ welches dem Durchl. Printzen Eugenio von Savoyen und dem in Cremona gefangenen Duc de Villeroy vor weniger Zeit angedichtet worden. Weil nun dasselbe gar curieus und lustig (ob es gleich etwas reiner seyn könte und solte) ist/ und zeiget/ wie schwer die Teutsche Sprache den Frantzosen zu reden vorkommt/ wird es dem munteren Leser nicht mißfallen/ wenn sich solches gantze Gespräch allhier praesentiret. [S] <br> <br> ¶ Villeroy. ¶ Allons par force! Ha! Was mak dock die Fransose?'

'Exempel eines reinen Echo: ¶ Bistu ein Barbar/ oder Christ?'

'Exempel eines noch reinern Echo: ¶ Bistu ein Jesuita?'

'Cabbala Triangularis: ¶ 1. 3. 6. 10. 15. 21. 28. 36.'

'Cabbala Quadrangularis: ¶ 1. 4. 9. 16. 25. 36. 49. 64.'

'Cabbala Naturalis. ¶ 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.'

'Cabbala Naturalissima sed minus usitata. ¶ 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.'

'Armuth ist ein grosses Leyden/'

'Gesetzt ich wolte über das Bekäntnüß Petri Matth. 16. Du bist Christus des lebendigen GOttes Sohn! Verse machen/ so könte ich aus den Anfangs-Buchstaben der Zeilen den Namen Petrus folgender Gestalt herausbringen: ¶ Prellt Höllen-Pforten weit zurücke/'

'Also machte ein Gefangener auf Pabst Pium II. folgendes Epigramma: ¶ Laus tua, non tua fraus, virtus, non copia rerum ¶ […] <br> <br> ¶ Wenn solches zurück gelesen wird/ so hat es einen gantz anderen Verstand und lautet also: ¶ Eximium decus hoc fecit te scandere rerum'

'JEsus soll dein Morgen-Stern/ liebster Pathe/ stets verbleiben/'

'Auf solche Art verfertigte unlängst zu Leipzig eine gewisse Person ein Begräbnüß-Carmen auf die Frau Schubartin/ gebohrne von Hardtmannin/ welches sich also verhielt: ¶ 1. ¶ So reißt der Himmel etwas ein/'

'Bey der Beerdigung Herrn Burgemeister Falckners zu Leipzig An. 1703. ward der Leipzigische Moses und Atlasdurchgeführet.'

'Nimm vor dieses alles meinen Danck/ mein Gebet/ meinen Gehorsam an.'

'Gott segne ferner deine Verrichtungen bey der Jugend.'

'2) Probatio. Denn man findet an Ihr schöne und mancherley Farben/ wie auch einen angenehmen Geruch/ welches ihre Frömmigkeit/ Keuschheit/ Sittsamkeit und Manierligkeit ist.'

'Amplif. ab Exemplo. Käyser Ferdinandus besuchte seiner Gemahlin Grab gar offte/ weinete dabey und sagte: Hier liegt nechst GOTT mein liebster Schatz auf dieser Welt.'

'Conclusio. Nun GOtt tröste/ stärcke/ beschütze und segne ihn anderweit.'

'Votum. GOtt segne den Jäger und das Rehe/ er lasse beyde fruchtbar/ und ihr Hauß stets einen schönen Wald seyn.'

'1) Dei erga homines.'

'Votum. GOTT lasse diese Liebe auch in dem Ehestande starck seyn.'

'Elaboratio. ¶ Die Liebes-Krafft ist starck! wer in der Welt gewesen/'

'nicht Jungfern-Zwinger/ sondern Kloster'

'Ich bin gar sehr erfreut/ wenn ich an GOTT gedencke/'

'Es hat der weise GOtt den reichen Mann veracht’t/'

'Du hast/ gerechter GOtt den reichen Mann veracht’t/'

'Solcher gestalt klang die Leichen-Inscription, welche Friderico Severo, Marggrafen zu Meissen/ gemacht ward/ nicht gar zu zielich: ¶ Hier liegt ein Fürste löbelich/ quem vulgus flebile plangit.'

'2. Metonymia: ¶ Wenn ein frommer Christ die Hände zu dem Himmel ausgebreit’t'

'4. Interrogatio: ¶ Wer tadelt GOttes Rath? Er meyn’t es immer gut/'

'5. Exclamatio: ¶ O Schmertzens volles Wort! Die Christen führen Krieg/'

'Partcula Nam absens: ¶ Ich warte meiner Pflicht/ so mir GOtt auferlegt/'

'Antecendens, post Consequens: ¶ Wenn die Noth am grösten ist/ und uns GOtt mit Rath erscheinet/'

'Consequens, post Antecedens: ¶ Da verspüret man/ wie gut es der Höchste mit uns meynet/'

'Aetiologia distinctè posita: ¶ David greifft den Goliath'

'Aetiologia occulta: ¶ Der kleine David greifft mit GOtt den Riesen an/'

'Exemplum 1) clare positum: ¶ Die Brüder pflegen sich nicht allemahl zu lieben/'

'2) occulte positum: ¶ Wie mancher Esau stellt jetzt seinem Jacob nach/'

'Wenn einer bey Beerdigung eines einigen geliebten Sohnes: den seinen Isaac opffernden Abraham durchgeführet hätte'

'Hingegen/ wenn einer bey Beerdigung einer geliebten Tochter: den seine [S] <br> <br> Tochter beweinenden Jephtha vorgestellet hätte/ könte man durch Veränderung der Personen bey Beerdigung eines geliebten Sohnes: den seinen Joseph beweinenden Jacob aufführen.'

'Wer GOtt/ der ihn geliebt/ aus seinen Liebes-Thaten'

'Wie eine Henne pflegt die Jungen zu beschützen/'

'1. ¶ Es wird dabey wohl bleiben/'

'Conclusio: Es bleibet dabey: Man kan die Seinen nicht ohne Klagen von sich lassen. Doch müssen die Christen ihre Klagen mäßigen. ¶ Probatio: Denn die selig-Verstorbenen leben in grosser Herrlichkeit.'

'Wolte man nun eine Imitation hierauf machen/ so wäre die Disposition dazu folgende: ¶ Protasis: Es ist kein Mensch ohne alle Sünde. ¶ Amplif. â Confut. ubi ¶ 1. Object. Thes. Man höret aber in der heiligen Schrifft von vielen heiligen Leuten. ¶ Amplif. ab Exemplo: Dergleichen war Enoch/ Johannes/ Maria. ¶ 2. Respons. Allein alle diese Personen sind nicht ohne alle Sünde gewesen/ sondern haben nur nicht so grobe Sünden begangen. ¶ Amplif. â Chria Accessor. ubi1. Thes. Accessor. Ein Mensch ist zwar frömmer/ als der ander/ doch kan er nicht ohne alle Sünde seyn. ¶ 2. Amplif. â Simili: Auch der reineste Atlas ist nicht ohne alle Flecke. [S] <br> <br> ¶ Conclusio: Es bleibet wohl wahr: Kein Mensch ist ohne Sünde. Doch müssen rechtschaffene Christen der übrigen Sünde aufs möglichste widerstehen. ¶ Probatio: Denn das will ihre Christen-Pflicht haben. ¶ Die Elaboration soll folgende seyn: ¶ Kein Mensch ist ohne Sünde;'

'VIII. Die Namen der heydnischen Götter kan man zwar in Politischen/ nicht aber in Theologischen Materien brauchen. z. e. [S] <br> <br> ¶ Dieses ist recht: ¶ In Ungarn hört man jetzt nicht viel von Krieges-Waffen/ ¶ […] <br> <br> ¶ Dieses aber ist unrecht: ¶ Jupiter giebt Sonnenschein'

'2.) Fromm. Amplificatio â simili. Gelehrsamkeit ohne Frömmigkeit ist ein Mond/ der zwar licht/ aber keine Wärme giebet.'

Reimmann, Jacob Friedrich

Poesis Germanorum Canonica & Apocrypha Bekandte und Unbekandte Poesie der Teutschen

'Der Teuffelische Geitz vergifftet/ schwächet/ tödtet.'

'Der rennet sporenstreichs ins euserste Verderben/'

'Wo der verfluchte Geitz das Hertze eingenommen/'

'Der Geitz ist schädlich. ¶ [...] <br> <br> ¶ Was ist der schnöde Geitz/ ein Laster unsrer Sitten/'

'Der eine Geitzhals strebt nach andrer Leute Glücke/'

'Das ist die Eigenschafft der Laster unsrer Sitten/'

'Ein Mensch der Tag und Nacht im bahrem Gelde rühret/'

'Ein Geitz-Halß scharret nur auf seinen Weitzen Kuchen/'

'Ein Geitz-Halß suchet nichts als seine Lust zu stillen'

'Wo der verfluchte Geitz des Menschen Hertz besitzet/'

'Z. E. Paulus I. Timoth. am 6ten schreibet: ¶ Der Geitz ist eine Wurtzel alles Ubels.'

'Der teuffelische Geitz hat Judä Hertz verblendet/'

'GOtt ist mein Troß in Noth/'

'Ach! wenn doch GOttes Geist dein böses Hertze rührete'

'Der Mensch ist nach dem Fall die schlimste Creatur'

'Nachdem sie hatten gessen'

'JEsus schrey zur neundten Stund/'

'Ein Kindelein so löbelich'

'Das Bild der Sterbligkeit'

'Wie wir auch unsern Schuldigern'

'Deiner Sünden grosses Meer'

'Den S. Johannes mit Springen zeigt'

'Nicht von Manns Blut noch vom Fleisch'

'Den Tod Niemand zwingen kund'

'Daß mich bald mög ableiten'

'Weicht ab all Ubelthäter/'

'Hilff/ daß ich sey von Hertzen fromm/'

'Hie ist das rechte Osterlamm'

'Wir gläuben all an einen GOTT/'

'In Glauben fest und wohl gerüst'

'Ich bin allein dein Gott und HErr/'

'Er hat einen Vater-Sinn/'

'Den Tod Niemand zwingen kund'

'Und wenn des Satans-Heer'

'Liebster JEsu wir sind hier'

'Die Hoffnung mir auch giebe/'

"Entflieh'n des Teuffels Listen"

'Wenn sich der Menschen Hulde'

'Eh wird vergehn die Welt'

'Der Mensch ist Gottloß und verflucht/'

'Das gantze Gsetz hat Er erfült'

'Die Gnade GOtts alleine'

'Das wollstu GOtt bewahren rein'

'Gedencke HErr der schweren Zeit/'

'Auf dein Gnad will ichs leiden/'

'Der Mensch ist Gottloß und verflucht'

'Den Todt verschlingt das Leben mein/'

'Darum auf GOtt will hoffen ich/'

'Die Ehre'

'§. 10. Von dem Genere Elegiaco hab ich meinem Discipulis ein Exempel vorgeschrieben/ als Anno 1702. den 20. April: Meinen vielgeehrten Herrn Schwager und Collegen Hn. Paulo Christophoro Höpfnero zu der ehelichen Verbindung mit meiner Schwester Sophia Elisabetha in ihrer aller Nahmen solte gratuliret werden; ¶ SOPHIA heist die Braut/ da alle Welt nach freyet/'

'Erste Verschränckung. ¶ Weistu/ geliebter Mensch/ was die Gedancken nützen?'

'Andere Verschränckung. ¶ Die Wahrheit ist an sich nicht böse und nicht gut/'

'Das Sünden-Gifft das wir von Adam her geerbet'

'Er wird eben nicht zu der wahren Reu erfodert'

'Ach! du allerhöchster GOtt/ was hab ich bey dir verbrochen?'

'Es ist nur ein GOtt und ein HErr'

'Jetzo wird alles zum Creutze gezehlet'

'Es hat uns der Höchste Gedancken gegeben'

'Wiewohl wir doch zur Probe ein Exempel aus des Hn. von Bircken Anweisung zur Deutschen Poësie c. 5. [S] <br> <br> n. 33. mit allegiren wollen. ¶ Wird mich der Himmel noch immer begnädigen'

'Kan sich der Wille wohl selber vertreiben?'

'I. ¶ Soll ich das Mittel benennen/'

'Weilen die Seelen im Himmel entsprungen/'

'Unserer Weißheit einiger Grund'

'Prop. Ein rechtschaffener Christ läßet sich kein Creutz und Unglück in seiner Seelen Ruhe stöhren. ¶ Conf. Denn er hat seine Hoffnung auf die Göttlichen Verheissungen als auf einen Felß gegründet.'

'Vanis successibus'

'§. 8. Z. E. Ich solte einem wohlgerathenen Studioso Theologiae ein Carmen funebre zu Ehren machen.'

'Und wie ich bey dem ersten vornehmlich s. naturam, docilitatem, pietatem, eruditionem, patientiam & candorem zu loben/ hingegen bey dem andern s. mortem praematuram zu beklagen/ und endlich bey dem letzten s. glücksel. Zustand zu urgiren Ursach hatte;'

'4.) Du warest Gottesfürchtig. ¶ Confirm. Denn dein Hertz war mit Göttl. Liebe entzündet.'

"I. ¶ Ich such' ein Ebenbild von deinen Selten-heiten"

'Hingegen wenn ich diesen Lehr-Satz des IV. Gebothes in einem Emblemate vor Augen stellen wolte/ so muste die [griech.] <br> <br> gantz geändert und zum Exempel ex physica speciali ein junger Storch gemahlet werden/ der den Alten auf seinen Rücken aus den brennenden Neste träget/ mit Umschrifft/ Amore Parentis Vel ex igne per ignem, ¶ Durch die Gunst ¶ Aus der Brunst.'

'Amplif. â Contrar. Aber es gehö-[S] <br> <br> ret nicht mit zu des Salomonis Silber-Flotte.'

'Prop. Der Himmel laße dero Durchl. im Glücke leben.'

'I. ¶ Wenn ich Durchlauchtigste das Glücke nicht genossen/'

'Z. E. Anno 1700[/Aq] <br> <br> / als ich meine Untergebene de laudibus Linguarum peroriren ließe/ wurde bey der Endigung einer jeglichen Oration von dieser Ode eine Strophe musiciret [S] <br> <br> ¶ I. ¶ Die Sprachen sind ein Schacht da güldne Adern liegen'

'Z. E. als Anno 1699. der hochwürdige und hochgelahrte Herr Joh. Melchior Götze der [S] <br> <br> Heil. Schrift Doctor, Fürstl. Sächs-Consistorial-Rath/ an der hiesigen Haupt-Kirche St. Martini Past. Prim. und Scholarcha eben in dem Rosen-Monat von denen Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn Rudolph August, und Anton Ulrich/ Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg etc. etc. zum Consistorial-Rath verordnet wurde/ habe ich meine Pflichtmäßige Beyfreude und Vergnügung unter dem Bilde eines bepurperten Rosen-Stocks in nachfolgender Ode entschatten wollen. ¶ I. ¶ Hochwürdiger/'

'§. 7. Imgleichen als Anno 1701. der Weyland Wohl-Edle/ Groß-Achtbahre und wohlgelahrte Herr Andreas Haupt/ der hiesigen Stadt- und Raths-Schule zu S. Martini treu verdienter Con-Rector, mein lieb-wehrtester Collega, der Zeitlichkeit entrissen und in der besten Blüthe seines Alters zur Erden bestattet wurde/ habe ich dessen geliebtes Andencken im Nahmen des gesammten Collegii unter dem Bilde einer beglückten Sonnen-Blume vor Augen stellen und in der nachfolgenden Symbolischen Ode entschatten wollen: ¶ I. ¶ Indem wir uns bemühn ein solches Bild zu mahlen/'

'Denn als Anno1702. der Hoch-Edle-Vest- und Hochgelahrte Herr Friderich Joh. Stock/ der hiesigen Königl. Preußischen Regierung hoch-ansehnlicher Advocatus Ordinarius zum grossen Leydwesen der Seinigen dieses Zeitliche gesegnen muste/ habe ich dessen Gedächtnis im Nahmen Dero sämtl. allhiesigen Regierungs-Advocaten unter dem Bilde einer Unverstockten Alöe vorgestellet/ und in nachfolgender Tro-[S] <br> <br> chaischen und Symbolischen Ode entworffen. ¶ I. ¶ SOllen wir Wohl-Seeliger/ ein geliebtes Bild entstatten'

'Ich nahm Anno 1699. Die Kühn-[S] <br> <br> heit dem Hoch-wohlgebohrnen Herrn von Fuchs Königl. Preußischen würcklichen Geheimten Etats-Rath des Consistorii Praesidenten, und Lehn Directori, Erb-Herrn in Malchau etc. etc. einen critisirenden Geschichts-Calender von der Logica zu dediciren. Und weil es in einer Symbolischen Ode geschehen solte; so nahm ich das Bild der Sonne/ und brachte davon die nachfolgenden Strophen zu Marckte: ¶ I.¶ LAß die Cimmerirer verneinen'

'Z. E. Als Anno 1702. der Weyland Hoch-Edle/ Veste und Hochgelahrte Herr Johannes Drude/ bey dem Königl. Preuß. Steur-Directorio allhie hochbestalter Condirector, und eines Hoch-Edlen [S] <br> <br> und hochweisen Raths dieser Stadt höchst-verdienter Burgermeister/ zum höchsten Leydwesen der gesamten Bürgerschafft dieser Zeitlichkeit entrissen wurde; habe ich dessen Preiß-würdigstes Gedächtnis in nachfolgenden Hieroglyphischen Carmine entwerffen sollen. ¶ WO ein Regente stirbt/ da müssen Flammen-Säulen'

'§ 7. Von der Ersten Gattung [Carmina discreta in Strophes, J.T.] <br> <br> habe ich Anno 1702. ein Exempel gegeben/ da wir in einem Actu Oratorio von der ersten Decade derer Halberstädtischen Bischöffe peroriren ließen. ¶ I. ¶ LAß sich AEgypten Arm an Pyramiden bauen'

'§. 8. Hingegen habe ich in der andern Gattung [Carmina discreta in Sectiones, J.T.] <br> <br> einen Versuch gethan als Anno 1703. der Allerdurchlauchtigste und Großmächtigste König in Preußen Friderich unser Allergnädigster Herr sein Krönungs-Fest mit öffentlichen Solennitäten zum drittenmahle feyren ließe. Denn da habe ich aus unterthänigster Devotion eine AEgyptische Flammen-Säule aufgerichtet/ daran [S] <br> <br> ¶ Auf der Ersten Seite. ¶ I. ¶ Der Mond im neuen Lichte.'

'§. 6. Als Anno 1698 der Hoch-Ehr-würdige und Hochgelahrte Herr Johann Melchior Götze der Heil. Schrifft D. an der hiesigen Haupt-Kirchen zu S. Martini Past. Prim. und Scholarcha von dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Johann Wilhelm/ Hertzogen zu Sachsen etc. etc. zu dero Consistorial-Rath verordnet wurde/ habe ich meine Vergnügung hierüber in nachfolgenden Madrigal zu erkennen gegeben. [S] <br> <br> ¶ Madrigal. ¶ DIe Ceder wächst im Stehen.'

'§. 7. Als Anno 1696. die Wohl-Edle und Tugend hochbegabte Fr. Juliana Sophia Wiesemeyerin/ gebohrne Dieterichsen/ des Wohl-Edlen/ Vest und Rechts-hochgelahrten Herren Hieronymi Wiesemeyers/ wohl meritirten Stadt-Richters/ und bey der Königl. Preußischen Regierung allhie Advocati Ordinarii hertzlich geliebte Ehe-Liebste in der besten Blüthe ihres Alters von dieser Welt gefodert wurde/ habe ich dem höchst betrübten Herrn Wittwer zu Trost meiner Schuldigkeit in nachfolgenden Madrigal bezeugen sollen. Und obwohl dasselbe das allererste gewesen/ daß ich in [S] <br> <br> der Welt gemacht habe: So finde ich dennoch daß die obgedachten Reguln in demselben nicht vergessen worden. ¶ Madrigal. ¶ DEr Adler dringet aus den Käfig in die Lufft'

'§. 8. Ich habe auch Anno 1700. dergleichen Parabolisches Madrigal vor einen guten Freund gemacht. Wiewohl ich mich noch diese Stunde nicht zu beginnen weiß in wessen Nahmen/ und wem es zu Ehren aufgesetzet/ immassen sich denn in meinem MSto nicht mehr Nachricht gefunden/ als daß es auf einen Todes-Fall einer Frauen verfertiget/ und daß die Invention auf dem [S] <br> <br> Leichen Texte Proverb. ult. cap. v. 10. [?] <br> <br> 20. genommen. ¶ Madrigal. ¶ DIe Perle mus der Schärffe weichen.'

'§. 9. Hingegen nahm ich die Invention aus dem Nahmen und Wappen/ als ich bei bey der Beerdigung der Wohlgebohrnen Fr. von Boden-Hausen vor einen vornehmen Freund dergleichen Madrigal aufsetzen muste. Denn weil diese berühmte Geschlechter einen halben Mond und eine Schere führen; so nahm ich hieraus Anlaß zu nachfolgenden Gedancken; [S] <br> <br> ¶ Madrigal. ¶ DEr Boden bricht wenn ihn die Würmer stechen.'

'Und dannenhero als Anno 1699. ein Hoch-Edler und Hochweiser Rath allhier am Tage Hilarii nach der alten Gewohnheit von neuen erwehlet und aufgeholet wurde; Nahm ich mir die Freyheit und ließ unter andern auch nachfolgendes Madrigal aus der Feder fliessen: ¶ Madrigal. ¶ DIe Sonne gibt dem Rosen-Stock das Leben'

'§. 13. Als der Hoch-Edle Vest und Hochgelahrte Herr Johann Chri-[S] <br> <br> stian Reichhelm/ ICTUS und Erb-Herr des Adelichen Freyen Ritter-Guthes zu Güstern/ das mit der Hoch-Edlen und Tugend-hochbegabten Jungfrau Maria Elisabetha Cellariin, Herrn Heinrici Cellarii Weyland Doctoris Medicinae, Weitberühmten Practici und eines Hochw. Dom-Capituls allhie Physici Ordinarii ältesten nachgelassenen Tochter/ geschlossenen Ehe-Verlöbniß Anno 1700. den 3. Augusti Christ-gebührend vollenziehen wolte; Habe ich einem von meinem damahligen Discipulis dieses nachfolgende Parabolische Sonnet in die Feder dictiret: ¶ Sonnett. ¶ Itzt da der Reiche-Halm den Ackermann vergnüget.'

'Und wird daher vor itzo nichts mehr übrig seyn/ als daß wir dem geneigten Leser die Odam Parabolicam vor Augen legen/ die wir Anno 1700 in einem Actu Oratorio gebraucht/ da wir de laudibus & maculis disciplinarum instrumentalium publicè peroriren liessen. [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ I. MISOSOPHUS. ¶ Was ist die Wissenschafft damit wir uns so brüsten?'

'§ 5. Als der Allerdurchlauchtigste Großmächtigste Monarcha Friderich der Dritte/ Marggraf zu Brandenburg/ des Heil. Römischen Reichs Ertz-Cämmerer und Chur-Fürst etc. etc. etc. Anno 1701. den 18. Jan. sich mit denen glorwürdigsten Solennitäten zum Ersten König in Preußen krönen/ und also die Weissagung Joachimi Primi, darinne er dem Durchl. Chur-Hause zu Brandenburg schon vor 200. Jahren eine Crone propheceyet/ in die hochgewünschte Erfüllung treten ließ; Habe ich im Nahmen der gesammten Collegen an unserer S. Martini Schulen das nachfolgende Paradigmatische Sonnet entworffen und darin die unvergleichlichen Eigenschafften unsers [S] <br> <br> großmächtigsten Königes in unterthänigsten Respect entschatten sollen. ¶ Sonnet. ¶ DAs Glück das Friderich den Ersten angeblicket'

'§. 6. Hingegen als der Wohl-Ehrwürdige Groß-achtbahre und Wohlgelahrte Herr Johannes Conradus Schwan/ der Christl. Gemeinde zu Athenstädt treumeinender Seel-Sorger mit der Wohl-Edlen viel Ehr- und Tugend begabten Jungfer Cathari-[S] <br> <br> na Elisabetha Stieglitz/ das Weyland Wohl-Ehrwürdigen/ Groß-achtbahren und Wohlgelahrten Herren Matthiä Stieglitz/ wohl meritirten Pastoris zu Athenstedt nachgelassenen Jungfer Tochter den 25. Junii 1699. sich höchst vergnüglich vermählen liesse: habe ich nach der Anleitung derer Nahmen die nuptias heterogeneas oder die ungleiche Gleichheit derer unterschiedenen Verliebten in der nachfolgenden Elegia Paradigmatica entworffen. ¶ DEr Liebes-GOTT verknüpfft nicht immer gleich und gleiche.'

'So wird es der geneigte Leser nicht vor übel nehmen/ wenn ich demselben von dieser Gattung nur ein eintziges Exempel zur Probe übergebe/ [S] <br> <br> welches ich Anno 1699. entworffen/ als der Wohl-Edle/ Vest und Wohlgelahrte Hr. Andreas Feur-Stacke/ der hiesigen S. Martinis Schulen wohl verdienter Sub-Con-Rector mit der Wohl Edlen viel Ehr- und Tugend-begabten Jungfer Margaretha Elisabetha Germerinn/ des Weyland Wohl-Ehrwürdigen/ Groß-Achtbahren und Wohlgelahrten Herrn Herrn Johann Germers wohl-meritirten Pastoris zu Hauß-Neuendorff hinterlaßenen Jungfer Tochter sich höchst-vergnüglich vermählen ließ. ¶ DEr Schlaff besuchte mich mit seinen dreyen Söhnen.'

'WEnn wir die Hieroglyphica nach ihren ersten Uhrsprung betrachten/ so sind sie in der Wahrheit nichts anders/ als pallia ignorantiae, das ist solche Bilder/ derer sich die Aegyptischen Priester vor Zeiten an statt der Schrifft bedienet/ wenn sie die Blösse ihrer armseeligen Theologie und Philosophie vor denen Augen des gemeinen Mannes nicht prostituiren wollen; Denn daß ich an die elenden Sachen anitzo nicht gedencke/ die durch diese H. Bilder-Schrifften [S] <br> <br> zu weilen abgeschattet worden/ was konte wohl ungesaltzener und abgeschmackter ausgesonnen werden/ als die albernen Merckmahle selbst/ die zu der Bedeutung derselben gebrauchet wurden. Da muste ein kleines Kind den Eintritt des Menschen in die Welt/ ein alter Mann ihren Ausgang aus derselben/ ein Falcke den Allgewaltigen GOTT/ und ein Crocodill das unverschämte Wesen bedeuten. Und wenn denn diese zweifelhaffte Figuren nun endlich mit grosser Mühe fertig worden; So bestand das gantze Geheimnis darinn/ daß dadurch diese einfältige und überall bekannte Warnung solte abgebildet werden; O ihr Menschen/ die ihr in die Welt kommet und daraus gehet/ GOtt hasset das unverschämte Wesen. Wannenhero der scharffsinnige und wohl belesene Engelländer Edvardus Stillingfleet in seinen Origin. Sacris c. 2. p. m. 244. diese [S] <br> <br> Aegyptischen Characteres nicht uneben mit unter die difficiles nugas rechnet/ und sich über den Athanasium Kircherum moquiret/ daß er in seinen Oedipo Aegyptiaco mit diesen elenden Träumen so viel Zeit verspielen wollen.'

'§. 3. Und freylich wenn wir elenden Menschen nach dem Fall noch so viel Vermögen hätten/ daß wir die himmlischen und irrdischen Dinge recht klar erkennen/ und dieselben so wohl nach ihrem [S] <br> <br> Wesen als auch nach ihren Eigenschafften fein gründlich vor Augen stellen könten: So wolte ich dem Empedocli selst Beyfall geben und die Oratores und Poetas Parabolicos dem AEsopischen Hund vergleichen helffen/ der nach dem Schatten schnappete und das Fleisch aus dem Munde entfallen ließ; Allein weil nebst der Heil. Schrifft auch die tägliche Erfahrung bezeuget/ daß es unserm Verstand in dem Erkäntnis der Dinge nicht viel besser gehet als denen blöden Augen der Fleder-Mäuse/ die in dem schönsten Lichte der Sonnen erblinden müssen: So kan ich biß dato noch nicht absehen/ warum die Oratores und Poeten zu tadeln seyn/ die die Beschaffenheit der Sache mit einem Gleichnis erleutern/ davon sie das wahre Wesen noch nicht deutlich vor Augen stellen können. Ein Bräutigam vergnüget sich an dem Brust-Bilde seiner Geliebten/ wenn er dieselbe in Person noch [S] <br> <br> nicht besitzen kan. Und wir alle mit einander halten das Contrafait unsers Heylandes JESu Christi in hohen Ehren/ ungeachtet wir von der Aehnlichkeit desselben nichts allerdings überzeuget sind. Und wenn wir hiebey bemercken/ wie sehr sich der Heil. Geist in denen Schrifften des Alten und Neuen Testaments in die Gleichnisse verliebet hat; so werden wir von uns selbst erkennen/ daß wir den wahren Gebrauch derselben wegen des vielfältigen Mißbrauchs nicht gäntzlich aufheben dürffen. Ich geschweige daß unter einem Logico und Oratore eine grosse Klufft befestiget/ und daß der Augustinus in seiner 119. Epist. von denen Similibus nicht unrecht geschrieben hat; Quemadmodum multa per vitrum & succinum per lucent jucundius; Ita magis delectat veritas per allegoriam relucens.'

'§. 2. Jemehr aber diese wohlgemeinte Absicht an einem Christen zu loben ist/ je weniger wird ihm von denen unpartheyischen Gemüthern verübelt werden können/ wenn er sich der Fabeln in solchen Fall als eines angenehmen Mittels der Erbauung bedienet. Als dort der Jotham denen Bürgern zu Siechem remonstriren wolte/ wie unbedachtsam sie gehandelt/ daß sie den Abimelech zu ihrem Könige erwehlet/ da [S] <br> <br> erdichtete er seinen sinnreichen Apologum von denen Bäumen. Und als der Nathan dem König David zu Gemüthe führen wolte/ wie sehr er sich vergriffen/ daß er dem Uria sein Weib weggenommen/ da erzehlet erihm vorhero eine Fabel von einem Schaafe. Und gesetzt auch daß diejenigen was Fabel-hafftes zu behaupten trachten/ die die Fabeln AEsopi dem König Salomoni zuschreiben wollen; so lässet sich doch aus denen angeregten Exempeln so viel erkennen/ daß der rechtschaffene Gebrauch der Fabuln nicht gäntzlich verbothen sey/ und daß der Paulus I. Tim. 4. v. 7. nicht alle sondern nur die Unchristlichen und Alt-Väterischen Fabuln verworffen.'

'812. Hat Ludovicus Pius die gantze Bibel in Deutsche Verse übersetzet/ welche glorwürdige Version aber in denen nachfolgenden trübseeligen Zeiten wiederum verlohren gangen. (3 [Morhoffius im Unterricht von der Deutschen Sprache c. 7. p. 311.] <br> <br> ) ¶ 860. Hat Ottfridus ein Mönnich des Closters Weissenburg die Evangelia in alte Deutsche Verse übersetzet/ welche [S] <br> <br> Arbeit noch bis dato vorhanden ist (4 [Morhoffius I. c. p. 317. Hoffmans-Waldau in der Vorrede derer Deutschen Gedichte.] <br> <br> )'

'Eod. [1382, J. T.] <br> <br> Hat einer mit Nahmen Freydanck ein Buch in [S] <br> <br> Deutschen Versen geschrieben/ das er der Laien Bibel nennet/ darinn er die vornehmsten Historien A. und N. Test. in Deutsche Verse verfasset und allerhand feine Lehren mit untergemischet (12 [[Morhoff, J.T.] <br> <br> I. c. p. 362.] <br> <br> )'

'1410. Hat Petrus Dresdensis das bekante Lied: In dulci Jubilo, nun singet und seyd froh; verfertiget und damit den Weg zu denen deutschen Kirchen-Gesängen algemach gebahnet. (13 [[Morhoff, J.T.] <br> <br> I. c. p. 368.] <br> <br> )'

'1522. Giebet der Nic. Baumann Secretarius bey dem Hertzog in Mecklenburg den so genannten Reiniken Voß zum erstenmahl ans Licht/ darinn er die Arglistigkeit der Welt und die Beschaffenheit des Hof-Lebens so scharffsinnig vorgestellet/ daß der Janus Guilielmus Laurenbergius davon geurtheilet; Es sey kein besser [S] <br> <br> Buch nechst der Bibel. (17 [Morhoff I. c. p. 366.] <br> <br> ) ¶ 1524. Hat der Seel. Lutherus verschiedene Geistl. Lieder oder Oden gemachet/ die voll Geist und nachdrücklicher Worthe sind. (18 [Morhoff c. 15. p. 712.] <br> <br> )'

Omeis, Magnus Daniel

Gründliche Anleitung zur Teutschen accuraten Reim- und Dicht-Kunst

'auch ihres [der ‚Winßbeckin‘, J.T.] <br> <br> Gemahls des Herrn Winßbecken Erinnerung an seinen Sohn in Praefat. Taubmanni ad Culic. Virgil. zu lesen; da die andere Strofe also anfänget: ¶ Sun/ minne minneklichen GOtt/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Sohn/ liebe inniglich GOtt/ ¶ [...] <br> <br> '

'als des von Eschenbach Historie vom großen Alexander/ mit diesem Anfange: ¶ GOtt deiner Wunder manicvalt/'

'ein Lied/ wie die göttliche Weißheit und weltliche Thorheit miteinander disputiren/ in Hanns Folzen Hahnen Kratts-Ton'

'Sey getreu biß an den Tod/ so will ich dir die Cron des Lebens geben!'

'Sey getreu biß an den Tod/'

'Vatter unser in dem Himmel!'

'Vatter unser im Himmelreich etc.'

'Jetzund kommt der Heiden Heiland'

'Nun kommt der Heiden Heiland etc. ¶ Wir ziehen diese Beispiele an/ nicht zur Verachtung der alten geistreichen Kirchen-Lieder/ sondern weil sie unsrer Jugend vor andern bekannt sind; habens auch denen frommen auctoribus derselben nicht vor übel/ weil man damals nur die Syllben abgezehlet/ und auf den eigentlichen Wort-Ton wenig acht gegeben.'

'Es giengen fünf Männer in Tempel zu beten.'

'als wann dort die Jünger Johannis den Heiland fragen: Bist du/ der da kommen soll? darf der Vers nicht so lauten: ¶ Bist du/ der da kommen soll? ¶ sondern/ ¶ Bist du/ der kommen soll?'

'Hör/ liebe Seel/ dir rufft der HErr'

'O Mensch/ gib acht/'

'Wo soll ich fliehen hin/'

'Such nicht in deinem Christenthum'

'Wer nur den lieben GOtt läßt walten/'

'Auf/ auf/ mein Herz/ und du mein ganzer Sinn/'

'Auf/ auf/ mein ganzes Herz/ und du mein Sinn!'

'GOtt ist unsers Lebens Heil/ unsre veste Zuversicht/'

'Als der rohte Sonnen-Wagen durchgebrochen durch die Nacht/'

'wie im bekannten Kirchenlied/ Wie schön leucht uns der Morgenstern: ¶ Singet/'

'Irdisches Leid/'

'Lebest du wieder/ du Leben im Tod/'

'Hierauf dienet zur Antwort/ daß Herr von Birken folgendes Beispiel hinterlaßen: ¶ Wird nun der Himmel mich immer begnädigen/'

'O heiliges Fest/'

'Wer glaubig dem Himmel vertraut/'

'Mein JEsus lebt/ der HErr ist auferstanden/'

'Du Göttliche Flamme/ du Flamme der Liebe!'

'Wol! Es hat sich eingefunden'

'Welche das flüchtige Leben/'

'Lieblicher JEsu/ herzliche Wonne/'

'Die Sapphische Art kommet vor bei dem Klajo im Leidenden JEsu; wo er die verfinsterte Sonne also angeredet: ¶ Welche Regen-Wolke hat dich verstecket?'

'Liebstes Kind/ Immanuel/ uns gebohren/'

'Was des Himmels Schlüße verhängen/'

'Du mein Vatterland/ das du warst gewesen'

'Und Isaac scherzet mit seinem Weibe Rebecca.'

'Das Lateinische Elegiacum Genus hat Herr von Birken nachgemacht in seiner Prosodie p. 31. 32; aber gar gezwungen. Diese laufen etwas beßer/ aus einem Wunsch an zwei Neu-verlobte: [S] <br> <br> ¶ Was ein menschlich Herz von innen und außen betrübet/'

'Und diese Latinisirende Vers-Sucht ist so neue nicht. Es schrieb schon vor fast anderthalbhundert Jahren Conrad. Gesnerus in Praefat. ad Josuae Maalers Dictionarium Germanico-Latinum: Nos ad Latinorum Graecorumque imitationem numerosa meditari carmina coepimus: id quod in Hexametris heroicis parum feliciter procedit. E.g. ¶ „O Vatter unser/ der du dein ewige Wohnung/ erhöchst inn Himmeln/ dein Namen werde geheiligt etc.“ ¶ In Phaleucis vero melius succedit: ¶ „HErr GOtt Vatter im Himmel/ ewig/ einig/ dein Nam werde geheiligt/ geehret etc.“'

'Diß ist (1) außer Zweiffel unrecht/ wann ich reimen wolte Eitelkeit/ Ewigkeit'

'Diß ist der beste Wunsch/ GOtt geb’ uns Freud und Friede!'

'Diß ist der beste Wunsch/ GOtt gebe Freud’ und Friede!'

'Es bleib Gerechtigkeit und Fried auf unsrer Erde/'

'Meiner Sünden Schuld/ ist mir nun vergeben.'

'JEsu meiner Seelen Lust/ laß mich dich umfangen:'

'Schau/ vermählte GOttes-Seele/ deinen Heiland JEsum an.'

'Ihr tragt den Dornen-Kranz; mich krönt die Ewigkeit.'

'Ich lieb/ Herr/ herzlich dich.'

'Die Flecken des Gesichts benimmt der Ister-Fluß:'

'wie auch des Herrn von Birken XII Dutzent kurze Tag-Seufzer/ in so viel Quatrains oder Vier-Versen begriffen. Deren das erste ist: [S] <br> <br> ¶ Wann du des Morgens erwachest. ¶ Du wachest/ als ich schlief: Jetzt/ HErr/ da ich erwache/'

'Fünf sind meines JEsu Wunden/'

'Bet an/ am ersten Tag/ die Sonne deiner Tage/'

'Ein Achtling über die Wunder-Zeichen bei Christi-Tode: ¶ Diß ganze Rund bewegt sich und erschrickt;'

'Zum Beispiel; Es hat Herr von Hofmannswaldau in seinen Vermischten Gedichten pag. 37 folgendes geschrieben: ¶ An eine Freundin. ¶ Freundin/ laß das Gift der Zeiten/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ Hieraus könnte nun folgende Parodie gebracht werden: ¶ Die bald darauf seelig-verschiedene Freundin antwortet: ¶ Weg/ du schnödes Gifft der Zeiten/'

'Ein Beispiel kan seyn aus dem 126 Psalm/ v. 5. 6. ¶ Satz. ¶ Ach was soll uns wol erfreuen'

'Satz oder Major: Wer jung und wol stirbt/ ist nicht zu betrauren. Dieses kan mit schönen Gleichnißen ausgeführet werden; als: Beßer ists ja bald an den Port gelangen/ als lange auf der Unglücks-See herum wallen: Beßer/ bald gekrönet werden/ als lange streiten: u.s.f. ¶ Gegensatz oder Minor: dieser Studiosus ist zwar in der Blühte seiner Jahre/ iedoch wie er wol gelebt/ also auch wol gestorben. Hier können seine Frömmigkeit/ Fleiß und seeliges Ende gerühmet werden. ¶ Nachsatz oder Conclusio: Derowegen soll man ihn so sehr nicht beweinen; sondern vielmehr wegen des bald erlangten Portes (oder bald erlangter Himmels-Krone) ihme glückwünschen.'

'Eine Parodie und Pindarische Ode zugleich ¶ Ist in meinem Collegio Poëtico A. 1700 gemacht worden/ über den Tod Herrn Martin Götzen Philos. Candidati, welcher nach ausgestande-[S] <br> <br> nen Examinibus Philosophicis, im M. Junio selbigen Jahres/ seel. verschieden/ da er kurz darauf am Petri und Pauli-Fest hätte Magister LL. AA. sollen renuncirt werden. ¶ Satz. ¶ Allhier in diesem eitlen Leben'

'Als wann z.B. der Innhalt des Sonnets wäre: Deo servire, summa libertas; so könnte ich schließen: Die höchste Freiheit ist dem Allerhöchsten dienen. Oder: Lacrymae peccatorum, vinum Angelorum; Der Sünder Weinen ist der Engel Freuden-Wein. Da denn der Poët/ der ein Sonnet machet/ gleich anfangs auf dergleichen schickliches Ende muß abzielen und bedacht seyn.'

'I. ¶ Nato Christo evanuerunt Oracula. ¶ Das Heiden-Liecht beginnt zu funkeln;'

'II. ¶ Christus ist erstanden. ¶ Die Sonne fängt vor Freuden an zu tanzen.'

'wiewol dieser hierinnen nicht zu imitiren/ wann er sein VItes Madrigal/ -[S] <br> <br> auf ein Fürstlich-Altenburgisches Beilager also ausgefertiget: ¶ Glück zu/ Glück zu/ du edler Stamm aus Sachsen/'

'wie folgendes Exempel aus des Herrn von Birken Windischgrätz-Oettingischen Gespräch-Spiel p. 43 u.f. anzeiget: ¶ Nur dißmal spricht nicht waar/ du plaudrendes Gerücht!'

'Rondeau ¶ über das Wort Christi am Creuz: ¶ Es ist vollbracht. ¶ Es ist vollbracht. Der Schatten ist vergangen;'

'Eine andere Art des Wiedertrittes kommt vor bei Herrn Morhof im Unterricht pag. 801: ¶ Der Waßer-Gott sah einst den Paris eilen/'

'Ein dergleichen Geistliches Sing-Gespräch zwischen JEsu und einer glaubigen Seele/ könnte sich also anfangen: ¶ S. Gönne/ daß ich dir erzehle/'

'Was ist der Welt Bezirk? Ein Klump der Eitelkeiten.'

'In Herrn Schottels T. Prosodie f. 8. sind auf der 215. 216 u.f. Blat-seiten ein Ey/ eine Thurn-Seule/ ein Creuz und Pocal von Teutschen Versen anzutreffen.'

'O Krieg/ du schnöde Pest/ bist du wol schön zu nennen?'

'als die Englische Weihnachts-Freude'

'der Rein- und harte Diamant/ eines rechtschaffenen GOttes-Lehrers Bildniß / auf Herrn Reinharts Theol. seel. Ableiben'

'Oder bei den Begräbnißen: der in Friede fah-[S] <br> <br> rende Simeon'

'z.B ¶ Hochzeit-Gedicht. ¶ I. Ietzund ists Früling/'

'Oder: ¶ I. Ietzund ists Winter/'

'Ein Theologus heirahtet eines Medici Tochter.'

'Als Antecedens: Gott hat dir einen Sohn bescheret.'

'Also kan z. B. König David ex Loco Adjunctorum genannt werden/ der braune/ Gott-geliebte/ tapfere/ groß glaubige/ süß spielende/ flüchtige/ herrschende/ siegreiche.'

'Vor andern lauten in Teutscher Sprache die Epitheta wol/ wann sie Composita, oder aus zweien zusamm gesetzet sind: als der drei-geleibte Mann/ (Geryon) der zwei-gespitzte Berg/ (Parnaßus) der grünlicht-gelbe Frosch/ der Gold-gekrönte Fürst/ der Pfeil-geschwinde Flug u. s. w. Noch schöner aber/ wann sie gleichlautende oder Antitheta sind: als/ der braun-gebrannte Mohr/ die drei-gedritte Schaar (Musae) der drei-geeinte GOtt.'

'Ich fürchte keine Hölle in JEsu Wunden-Höle.'

'daß das liebe Kind unter Gottes und der Engel Schutz groß möge erwachsen'

'Joh. Clajus Weihnacht-Lied A. 1644; und Freuden-Gedicht über Christi Wunder-Geburt A. 1650.'

'und versichert/ daß kein Tag solle vergehen/ daran er nicht des Patrons Gesundheit und Wolwesen dem guten GOtt bestens empfehlen werde.'

'Christ. Gryphii Poët. Wälder p. 663. 665. 674. 676. 677. 679. 682. 685, auf hoher Patronen und Gönnerinnen Namens-Lichter; p. 698. 701, auf eines vornehmen Geistl. Namens-Fest.'

'Er kan auch N. Jahrs-Verehrungen austheilen/ z. B. einem Theologo des Janus Schlüßel/ die Himmels-Sphaere/ einen ob den Wolken schwebenden Adler'

'Nun tretten wir eine neue Schiffart an/ und stehen schon am Ufer; richten unsere Augen nach der Cynosur gen Himmel/ und ruffen den HErrn an/ dem Wind und Meer gehorsam sind/ daß er uns behüte vor Sturm/ vor den ungeheuren Wallfischen und andern Meer-Wundern. Haben wir diesen bei uns/ so können wir nicht verderben.'

'Wird diese nun Doctor Theologiae, Juris; Medicinae u. s. f. so kan ich ex Loco Generis loben die Theologie/ Wißenschaft der Rechten/ Medicin/ Philosophie/ Poësie.'

'Ist der neue Rector ein Theologus, so kan gesagt werden/ was die Königin der Tugenden/ die Gottes-Furcht/ für heilsame Gesetze werde fürschreiben/ und wie der neue Schul-Regent denen Frommen sich gelind erweisen/ denen Himmel-stürmenden Riesen aber sich wiedersetzen werde.'

'er kan loben seine kluge Freigebigkeit und Güte/ durch welche Tugend die Menschen GOtt gleich werden.'

'Endlich zahlet der Poët für soviel gute Werk fromme Worte; bittend den höchsten All-Vergelter/ daß er über den Patron sein volles Heil-Horn wolle ausschütten/ ihn mit lang-gesundem Leben und beharrlicher Glückseligkeit bekrönen'

'Morhofs Dank-Schrifft an den Herzogen zu Mecklenburg/ wegen der beigelegten Profeßion der Poësie zu Rostock/ p. 39 [S] <br> <br> & seqq. Dank-Lied zu GOtt für die Wolthaten/ so er uns im alten Jahr erwiesen/ ibid. p. 324.'

'Man vergleichet ihn [den Feldherrn] <br> <br> ex Loco Parium & Exemplorum mit dem Josua/ Gideon/ Juda dem Maccabaeer/ mit dem Alexander/ Caesar/ und mehrern aus den Historien'

'Zum Beispiel können hier dienen Jo. Clajus in der Höllen- und Auffahrt Christi; item im Engel- und Drachen-Streit'

'An der Braut lobet man die Schönheit so des Leibes als Gemütes; insonderheit von den Tugenden die Gottesfurcht/ Keuschheit/ Häuslichkeit/ Kunst-Liebe u. d. Man erörtert auch ehr-geziemend die Fragen/ Ob es beßer sey im ehlich- oder ehlosen Stande zu leben? zumaln/ wann eines von Beeden ein Mönch oder Nonne werden wollen'

'dadurch man den neuen Ehleuten anwünschet [...] <br> <br> GOttes reichen Segen in allen Stücken/ und endlich ein seelig-doch spates Ende.'

'Er führet ein das klagende Raht-Haus/ die lamentirende Kirche'

'Da wird gesagt: Von GOTT komme Leben und Tod; GOttes Wille sey der beste; ein frommer Christ spreche mit Hiob: Der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen v. Unser Glaube werde durch solche Betrübniße/ wie das Gold im Feuer/ probiret; und müßen denen / die GOtt lieben/ alle Dinge zum besten dienen. Wir seyen Menschen/ und müßen alle sterben: es wäre ja beßer den Port bald erreichen / als lang auf dem Meere wallen; beßer die Crone bald erhalten/ als lange streiten u. s. w. Die Seele ruhe in Abrahams Schos/ und der Leib in seiner Kammer/ biß auf den jungsten Tage/ da es heißen wird: Wiedersehen macht/ daß man das scheiden nicht acht. Man kan des Verstorbenen Seele/ oder einen Engel erzehlend einführen/ in was Freuden sie ietzt lebe. Man kan eine Trostschrifft stellen/ als wann sie der Seelige seinen be-[S] <br> <br> trübt-hinterlaßenen vom Himmel herab gesandt hätte.'

'wie das Raht-Haus/ die Kirche oder Schul/ gezittert und gewanket'

'oder danket vielmehr dem gütigen Himmel/ daß er den Patron aus dem Grab/ darinnen er schon mit einem Fuße gestanden/ zurück gezogen und wieder aufgerichtet.'

'und wird der Engel Schutz-Geleit/ auch sonst gute Gefärtschaft/ angewünschet; oder daß er/ wie Ulysses die Minerven/ oder wie Hercules/ GOtt und die Tugend / zu Führern haben möge.'

'man danket dem Himmel für seinem treuen Schutz'

'und weißaget/ wie er dem Rahthaus/ der Kirch oder Schule/ Stadt und Land/ herrlichen Glanz und Nutzen werde zulegen'

'da sagt der Poët/ wie sehnlich man seine Ankunft erwartet/ und danket dem Himmel/ daß er ihn glücklich hieher gebracht'

'Frei red ich GOttes Lob/ und dank’ ihm Tag und Nacht/'

'Oder Rom. XIII. 11Spahr deine Buße nicht/ bekehre dich noch heut!'

'Korn/ Kron. ¶ GOtt krönt das Jahr/ und was der Feld-Mann führt davon/'

'als/ Eva, Ave!'

'Also stehet auf deß Lobwaßers/ welcher das Teutsche Gesangbuch geschrieben/ seinem Grab: Lob/ was er guts geschrieben hat.'

'Als vom Herrn Christo dem Gott-Menschen: ¶ Sum, quod eram; nec eram, quod sum; nunc dicor utrumque.'

'Die Franzosen nennen diese Bilder-Schrifften Rebus de Picardie; von denen insonderheit handelt le Seigneur des Accords in seinen Bigarrures gleich anfangs Cap. II, da er unter andern erzehlet: Er habe einsmals an einem Closter-Thor abgemahlt gesehen einen auf einer Wiesen todt-liegenden Abt/ welcher den bloßen Hintern (salv. rev.) dargerecket/ aus welchem eine Lilje hervorgesproßen. Nachdem nun der Thorhüter hierüber befragt wurde/ was dieses seltsame Gemähl bedeute? Gab er zur Antwort/ es wäre hierunter ein sehr nutzlicher Verstand verborgen. Dann wann man dieses Gemähl mit Französischen Worten erklären wolle/ so wäre zu sagen: Abbé mort en pré, au cul lis. Welche Worte fast den Schall folgender Lateinischen ausdrucketen: Habe mortem prae oculis.'

'Ex Ecloga I Virgilii:'

'Ex Ecloga IV:'

'und [S] <br> <br> Herr Diedrich von dem Werder/ durch Verteutschung des Torquati Tassi Gottfrieds/ oder Erlöseten Jerusalems; welcher zum zweitenmal aufgelegt und mit Kupfern gedrucket worden/ zu Frankfurt am Mayn 1651. f. 4.'

'Wie dann der Cardinal Perron, ein Franzos/ diese Ungedult an seinen Lands-Leuten vor andern tadelt; auch von sich bekennet/ daß er in seiner Jugend ihme vorgenommen ein Poëma Epicum von der Kinder Jsraël Auszug aus Aegypten/ unter dem Titul la Mosaide, zu schreiben: aber er habe es der Weitleuftigkeit wegen bleiben laßen'

'Heut zu Tag reden auch offt zwo Personen im Prologo, als wie die Irrdisch- und Himmlische Liebe in des Herrn von Birken Psyche.'

'als P. Masenii sein Mauritius Orientis Imperator [...] <br> <br>  ; oder eine erdichtete Geschicht: als ejusdem Masenii Rusticus imperans, und Bacchi Schola eversa: Herrn von Birken Psyche/ Margenis u.d.'

"Ich will nun/ meinem Versprechen gemäs/ ein Paar waarer und deutlicher ex Historia Sacra & Civili genommener Exempel beifügen/ und zeigen/ wie dergleichen Argumenta nach den bißher gegebenen Sätzen können 'disponi'rt werden."

'Argumentum Comoediae ex Lib. I Sam. ¶ a Cap. 17. usque ad cap. 12 Lib. II Sam. ¶ David wird/ nachdem er den Goliath überwunden / vom König Saul zum Eidam und in große Gnade aufgenommen.'

'Also nun von den Künst- und Wißenschaften etwas zu gedenken/ so kan sich praesentiren die Theologie/ als eine Matron schwarz gekleidet/ welche mit dem Angesicht gen Himmel schauet/ und in der einen Hand das Creuz/ in der andern das H. Bibel-Buch hält'

'Folgen die Tugenden. Die Gottseeligkeit wird abgebildet als eine Matron am Kopf geflügelt/ angethan mit einem langen schwarzen Talar/ in der rechten das H. Creutz/ in der linken ein Rauchfaß führend; neben ihr stehet ein Hirsch bei einer Quelle/ dürstend nach frischem Waßer.'

'Die Abgötterei als ein blindes Weib mit einem Weirauch-Faß in der Hand/ vor einem kupfernen Stier kniend.'

'also ist es sehr nutzlich und rahtsam/ daß ein Liebhaber dieses studii öffters ein und andere acutam inscriptionem Latinamaus dem Thesauro, Avancino u. a. ins Teutsche übersetze/ und dabei acht gebe/ wie man so wol die Erfindung der acuminum, als auch die schickliche Figuren und Wörter-Spiele/ ihnen möge ablernen. Zum Beispiel/ wann die Lateinische Inscriptio also lautete: ¶ ADAM. ¶ Siste gradum Viator, & mira leges. ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> So könnte die Ubersetzung auf solche Weiße herauskommen: ¶ Stehe Wanderer/ du wirst Wunder lesen.'

'Sonsten wann ich z. B. dem Erhenkten Judas/ unter dem Baum/ daran er sich erhänget/ eine Grabschrifft machen wolte/ so könnte sie/ ad imitationem Herrn Kienens/ und zwar viel kürzer/ ex Loco Circumstantiarum & Consequentium, also verfaßet werden ¶ Wanders-Mann'

'Noch eins: wann Jac. Masenius in Arte Nova Argutiarum p. m. 218. 219. de Apostolo Petro also schreibet: ¶ Sta, quisquis in hac vita nunquam subsistis, ¶ viator! ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ So könnte dieses ins Teutsche also versetzet werden: ¶ Steh still Wanderer/'

'Dergleichen folgendes über den seeligsten Hintritt Tit. Herrn Herrn Georg Ferdinand Pernauers/ Freyherrn von Perney u. von mir verfertiget/ und an deßen hinterlaßene Hochwolgebohrne Herren Söhne gehorsamst eingeschicket worden. ¶ Klag- und Trost-Schreiben. ¶ Es klopfet hier ein Brief von dienst-verbundnen Händen/'

'Weil ich meinem vor etlich und zwanzig Jahren verfaßten Teutschen Paris ein paar solcher Helden-Briefe angefüget/ als will ich diese/ samt der Geschichte selbsten/ hier dem geehrten Leser mittheilen. ¶ Der ¶ Teutsche Paris ¶ oder ¶ die Liebe ¶ zwischen Grafen Albrecht von Altenburg/ und Helena/ Keiser Heinrichs Fräulein Tochter.'

'Dieses Herzog Ulrichs Sohn/ Przetislaus entführte nachmals Fräulein Jutten/ Keiser Ottens des Andern Tochter / aus dem Nonnen-Closter zu Regenspurg; wovon Herr von Hofmannswaldau in seinen Helden-Briefen am 25 und nachfolgenden Blättern zu lesen.'

'Viele der Heiden haben derer Erfindung dem Apollo/ die Aegyptier dem Osiris/ die Thracier dem Orpheus zugeschrieben. Andere haben denen Musen die Pallas vorgesetzet/ und gedichtet/ daß diese aus des Jupiters Gehirne gebohren worden: anzudeuten/ daß alle Weißheit und [S] <br> <br> gute Wissenschafften von GOtt herkommen. Einige Christ-gelehrte stehen in dieser frommen Meinung/ als hätten schon die aller-älteste heilige Väter/ wann sie im grünen/ bei unschuldig-guter Muße sich erlustiret/ oder ihrem Feld- und Welt-Bau obgelegen/ Lob- und Dank-Lieder/ zur Ehre GOttes/ gedichtet und angestimmet. Zumaln aus heiliger Verwunderung und Erforschung der Natur und Welt-Geschöpfe/ die Hymni oder Göttliche Lobgesänge entsproßen; gleichwie aus der Betrachtung des menschlichen Lebens und Wandels/ die Sitten- und Tugend-Lieder/ auch Straff- und Stichel-Gedichte/ in Gebrauch gekommen. Ingleichen seye es warscheinlich/ fügen sie hinzu/ daß noch vor der Sündflut in der Schule Henoch/ der ein göttliches Leben geführet/ der Höchste mit geistlichen Psalmen und Liedern wäre verehret worden. Ob Noah/ bald nach der Sündflut/ bei dem Opfer etwann auch einen Lob- und Dank-Gesang gen Himmel geschicket/ daran ist fast nicht zu zweifeln: gewißer aber dieses/ daß einige hundert Jahre hernach Hiob und Moses/ als geistig- und geistliche Dichter/ sich haben hervor gethan; und dieser absonderlich ein schönes Dank-Lied dem HErrn angestimmet/ nach dem triumfirenden Auszug der Kinder Israel durch das rohte Meer: * [2. B. Mos. XV.] <br> <br> worbei auch seine Schwester Mirjam das ihrige beigetragen/ und den Weibern am Reigen vorgesungen. Welcher Gestalt besagt-Israelisches Volk an der Gränze von Moab/ über einen Brunnen/ ein Lied wechselweiß gesungen/ hat eben deßelben Heer-[S] <br> <br> führer und Capellmeister Moses in seinem IV Buch ** [Cap. XXI. v. 17. 18.] <br> <br> angeführet. Nicht gar anderthalb-hundert Jahr hernach trat im Volke GOttes hervor die Richterin/ Prophetin und Poëtin Debora; welche samt dem Barac/ nachdem sie die Cananiter besieget/ GOtt mit einem herrlichen Triumph-Lied gedanket. ***[B. der Richter Cap. V.] <br> <br> Und glauben etliche/ daß diese Debora eine von den alten Sibyllen gewesen; welche auch Poëtinnen waren/ und ihre Weißagungen in Versen beschrieben. Bald darauf haben die Griechen ihren Amphion aufgestellet/ und von ihm erzehlet/ daß er durch seine liebliche Dicht- und Sing-Kunst die Steine zu den Mauren der Stadt Thebe versammlet; oder vielmehr/ durch seine geschickte Poësie und Wolredenheit/ die hart- und wilden Leute bezähmet habe/ Städte zu erbauen/ und friedlich beisammen zu wohnen. Diesem folgten ihre annoch-berühmte alte Poëten/ Linus/ Orpheus/ Musaeus; wie auch in Italien die Carmenta/ Evanders Mutter/ welche aus Arcadien/ einer Griechischen Provinz/ die Poësie solle dahin gebracht haben. ¶ Um das Jahr der Welt 2890 schwange sich die Poësie mit dem David auf den Könglichen Thron; von welchem Mann und Dichter nach dem Herzen GOttes/ die Poëtische Fabel von dem Apollo und seinen Musen auf dem Parnassus-Berg/ nach etlicher fromm-gelehrter Meinung/ soll herstammen. David nemlich hatte um sich viel Hof-Musicanten/ den Assaph/ Ethan/ Heman/ Jedithun/ und andere/ mit denen er heilige Sängereien [S] <br> <br> angeordnet/ und er selbst auf der Harpfe gespielet. Also hat der Satan/ GOttes Affe/ zu Delphis Pythische Gesang-Spiele angestellet/ und dem Apollo die Leyer/ auch seinen Musen verschiedene Instrumenten in die Hand gegeben. David hat den Riesen Goliath/ und der Sohn Davids den höllischen Python erwürget: dergleichen Thaten werden auch dem Apollo angedichtet. Zu Jerusalem waren zween heilige Berge/ Sion und Morijah/ auf derer jenem David residirte; diesen beeden Bergen wurde der zwei-gespitzte Parnaßus nachgebildet. In Jerusalem war das Jüdische Sanhedrim; also auch zu Delphis der hohe Griechen-Raht der Amphictyonen. Aus dem Berg Sion entsprang der Brunn Siloah/ daraus ein blind-gebohrner sich sehend gewaschen/ und anderseits die Brunnen Gihon/ Rogel und mehrere; welche durch die Dichter in die Kunst-Brunnen am Parnaßus und Helicon verwandelt worden/ als daraus man sich Kunstsehend und gelehrt trinken könne. Diese geistliche Erklärung lassen wir in ihrem Wehrt: und wißen freilich/ daß die Heiden/ weil sie vieler Sachen und Künste Ursachen nicht erkennen können noch mögen/ selbige ihren Göttern zugeschrieben; dahero auch die Erfindung der Dicht-Kunst (wie schon gemeldet worden) dem Apollo zugeeignet/ weil er durch das Delphische Orakel/ von uralten Zeiten her/ in gebundener Rede geantwortet/ und andere dergleichen Oracula oder Götzen-Stimmen Versweiße geweissaget. ¶ Nach Davids und seines Sohnes Salomo (welcher über tausend Lieder gedichtet/ * [1 B. der König. IV. 32.] <br> <br> von denen [S] <br> <br> das so genannte Hohe Lied noch vorhanden ist) weisester Regierung/ ließ sich in Griechenland hören Homerus/ der Fürst selbiger Poësie/ und Vater der Mythischen/ das ist/ der allerältesten Philosophie;'

'Gleichwie nun bei den Ebreern die Hohenpriester/ bei den Babyloniern und Persen die Magi oder Weisen/ bei den Aegyptiern und Griechen die Hierophantae, bei den Indianern die Brachmanen/ und bei den Römern die Pontifices, den fastis und Jahr-Büchern vorgesetzet waren: also haben bei den alten Teutschen ihre Priester/ die Barden und Witdoden/ sich der alten Geschichten und Helden-Thaten ihres Volkes fleissig angenommen/ und derer Andenken durch Lieder fortgepflanzet/ auch damit ihren Gott gepriesen. Dann was die Materie dieser ihrer Lieder anlanget/ so schreibet vorbemeldter Tacitus: Celebrant carminibus antiquis Tuistonem deum terra editum, & filium Mannum, originem [S] <br> <br> gentis conditoremque. Tuistonem, sagt er/ oder wie Conringius und andere lesen/ Tuisconem sive Teutonem; daher auch der Nahme Teutisch oder Teutsch kommet/ und seinen Sohn Mannum; dadurch sie etwann den ersten Menschen Adam verstanden/ und daher noch das Wort Mann und Mensch bei uns verblieben; auch der Lateiner Mas, und der Aegyptier Man und Men fast gleiches Lautes sind. Etlichen meynen/ sie hätten durch den alten Mannum den Noah verstanden; indem sie aus Vermischung der Historien von Adam und Noah/ welche vielleicht durch die Fabeln/ als es zu geschehen pfleget/ sehr verdunkelt worden/ ex traditione majorum vernommen/ daß das ganze menschliche Geschlecht ersäufet worden/ und nur ein Mann/ sammt seinen dreien Söhnen/ übergelieben; welche hernach die Erde unter sich ausgetheilet.'

'Beatus Rhenanus hat in seinen Rebus Germanicis ein alt-Teutsches Gesang/ welches zu Freisingen in einem Closter gefunden/ und/ wie er schreibt/ soll gemacht seyn worden im 485sten Jahr nach Christi Geburt/ als nemlich die Franken zu dem Christlichen Glauben gekommen/ und das Evangelium in Teutsche Reimen zu übersetzen angefangen. Die Vorrede lautet also: ¶ Nu wil ich scriban unser Heil, ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ D.i. ¶ Nun will ich schreiben unser Heil/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Nu freuues sihes alle, ¶ [...] <br> <br> ¶ Nun freuen sich alle/ (oder ieder)/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Und bald hernach redet er also von den Teutschen: ¶ Sie sint so sama kuani/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Sie sind so samtlich kühn/ ¶ [...] <br> <br> '

'und hier nicht übergehen/ was Lambecius [S] <br> <br> Lib. II Comment. de Bibl. Vindob. p. 772 meldet/ daß in diesem Keiserl. Bücher-Schatz vorhanden sey eine alte membrana, darauf die Sonntags- und Fest-Episteln/ samt andern fragmentis A. und N. Testaments/ in alt-Teutschen Reimen meistentheils zu lesen/ um das Jahr Christi 1210 verfertiget/ derer Titul und Anfang also lautet: ¶ Hye hebt sich der Epistler an. ¶ [...] <br> <br> ¶ Eod. lib. II p. 959 gedenket wolermeldter Lambecius einer Historiae Sacrae Vet. Testamenti in Germanicam linguam rhythmice translatae, derer Anfang: ¶ Christ Herre über alle Krafft/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Sonsten hat auch Hottingerus in seinem Bibliothecario quadripartito p. 148. 149 einige fragmenta einer Biblischen Ubersetzung des Alten Testamentes in T. Reimen/ herausgegeben/ und sehr beklaget/ daß das ganze Werk verlohren gegangen. Allein daß selbiges annoch in der fürtrefflichen Wolfenbüttelischen Bibliothec anzutreffen/ bezeuget b. Avunculus meus, D. Jo. Saubertus, in seiner Palaestra Theologico-Philologica [S] <br> <br> p. 193, 194, da er schreibet: [...] <br> <br> . Ferner sind eadem in Palaestra folgende T. Verse excerpiret/ welche den 26 Versicul Exod. IIX sollen ausdrucken: ¶ Sie sprachen/ des mag nicht geschehen/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Es nennet Saubertus diese Ubersetzung vetustissimam Versionem Bibl. Germanicam, ante plus quam quingentos annos conscriptam. Der Auctor soll gewesen seyn Rudolf von Hohen-Ems/ welcher diese Ubersetzung aus Befehl König Conrads/ Friderici II Sohnes/ um das Jahr Christi 1250 soll vorgenommen haben. Ja/ es gedenket auch des dritten Exemplars einer in alt-Teutsche Reimen Biblischen Ubersetzung Herr Conringius, in Epist. Gratulatoria Natalis duode-[S] <br> <br> nonagesimi ad Ducem Augustum Lüneb. gloriosiss. mem. p. 59 schreibend: Inter ducentas sane sex & viginti sive universae Scripturae sive V. Testamenti, Novi item Testamenti separatas septuaginta sex editiones, quas tua manu, Principum decus, in augustam bibliothecam, thesaurum illum librarium incomparabilem, retulisti, comprehenditur etiam MSta Bibliorum translatio vernacula perantiqua, proso sermone bis, & ter verso; quas inter & illa est, cujus specimen in Theologicae Blibliothecae volumine pronuper exhibuit meritis in rem omnem sacram profanamq; celeberrimus Hottingerus. ¶ Im Anfang des XIVten seculi, nemlich A. 1303 hat Hugo von Trimberg sein weitleuftiges Werk von Teutschen Reimen zu Ende gebracht/ so der Renner genennet wird/ darinnen er die Laster selbiger Zeiten des Geistlich- und weltlichen Standes entdecket/ und zur Gottseeligkeit/ Erbarkeit und andern Tugenden gute Vermahnung giebt. Von diesem Renner stehen auch zwei alte MSta in der Wolfenbüttelischen Bibliothec, aus denen man ersehen kan/ wie sehr das Werk im gedruckten verändert worden; und soll auch eines auf Papier/ in der Pauliner-Bibliothec zu Leipzig/ anzutreffen seyn. Zu der Zeit des Hugo von Trimberg lebte Freydank/ der ein Buch verfertiget/ so er die Lajen-Bibel nennet/ worinnen er die fürnehmsten Geschichte des A. und N. Testaments in Teutsche Reimen gebracht. Es werden in der mehr belobten Hochfürstl. Bibliothec zu Gotha unterschiedliche geschriebene seiner Gedichte [S] <br> <br> vorgezeiget/ mit der Uberschrifft/ Freigedank. Und schreibet obangezogener Spangenberg: Man hielte damals auf keinen Spruch nichts/ den nicht Herr Freidank gedichtet. A. 1317 starb Heinrich von Frauenlob/ welcher der H. Schrifft Doctor zu Mainz gewesen/ und solchen Zunamen daher bekommen/ weil er zu Lob des weiblichen Geschlechts sehr viel Lieder gedichtet/ insonderheit etliche von der H. Jungfrauen Maria/ die man unserer Frauen Lied geheißen; und ist er/ am Andreas Tag gedachten Jahres/ von etlichen fürnehmen Matronen aus seinem Hause biß in den Domm zu seiner Grabstette getragen/ auch diese von ihnen mit Wein begoßen worden. ¶ Vielleicht in diesem oder folgendem Jahrhundert mag geschrieben seyn worden das alte T. Reimen-Buch de Infantia Christi; welches auch in Griechisch- und Arabischer Sprache zu finden: massen Lambecius Lib. VII Comment. de Biblioth. Vindob. p. 270. 271 meldet/ daß ein Griechisches MStum in der Keiserl. Bibliothec zu Wien anzutreffen/ deßen auctor Thomas Israëlita genennet wird; und soll ein gleiches MStum in der Königl. Bibliothec zu Paris verwahret werden. Des Golii Arabisches MStum hat vor 6 Jahren/ nemlich A. 1697, Henr. Sike, cum versione Latina & Notis f. 8. zu Utrecht im Druck herausgegeben/ unter dem Titul: Evangelium Infantiae, vel Liber Apocryphus de Infantia Servatoris. In der Hochfürstl. Bibliothec zu Gotha aber wird vorgezeigt eine Teutsche Version auf Pergamen/ unter dem Titul: Hie hebt sich an unsers Herrn [S] <br> <br> Kindheit und sein Leben. Es kommen darinnen unterschiedliche Mährlein vor. Unter andern/ ¶ Daz Jesus ainem Kind sein Krüglein wieder ganz macht. ¶ An einem Tag daz kint Jesus. ¶ [...] <br> <br> ¶ Etliche nennen dieses Buch Evangelium quintum, oder Evangelium Pueritiae, und halten solches in sonderem Wehrt. Es urtheilet aber Lambecius sehr wol davon/ wann er schreibet: Sive sub Thomae Israëlitae nomine, sive sub nomine S. Matthaei Apostoli, sive sub quocunque alio specioso titutlo Liber de Infantia Christi se venditet, certo tamen constat, eum, tanquam fabulosum & supposititium, omnique autoritate & fide carentem, a sancta Ecclesia Catholica jam olim merito improbatum & rejectum esse. Hierauf führet Lambecius die gemeine Meynung der Kirchen-Vätter an/ daß Christus vor dem ersten Zeichen zu Cana in Galilaea kein Zeichen oder Wun-[S] <br> <br> der gethan; und beweiset solches aus dem Epiphanio, Chrysostomo und Baronio. Ein gleiches judicium hat schon zu seiner Zeit Lutherus hierüber gefället im VII Haubt-Stuck der Tischreden/ vom HErrn Christo/ p.m. 93: Viel Fabeln sind von vielen erdichtet/ was JEsus in seiner Kindheit und Jugend gethan habe/ wie zu sehen ist im Buch mit dem Titul/ de Infantia Salvatoris, oder de Vita Jesu. Weil aber in demselben Buch viel lächerlich närrisch Ding stehet/ hat es nie kein Ansehen gehabt bei den Christen. ¶ Zu Ende des vierzehenden/ und Anfang des fünfzehenden Seculi, regierte eine Reimsucht von Teutschen und Lateinischen Reimen untermischet/ dieser Art/ als das noch bekannte Weihnacht-Lied ist/ In dulci jubilo, nun singet und seyd fro! Von deßen auctore, Petro Dresdensi und seinen Liedern/ ein mehrers kan gefunden werden in Disputatione Acad. Jac. Thomasii de Petro Dresdensi, so zu Leipzig A. 1678 gehalten worden. Im funfzehenden Jahr-hundert lebte unter andern Sebastian Brand/ ein berühmter Rechts-gelehrter und Keiserlicher Raht/ welcher ein Lateinisch-poëtisches Büchlein/ de Moribus & facetiis mensae, sive Thesmophagiam, in T. Reimen übersetzet. Der Beschluß des Werklein lautet also: ¶ Ob nun wer ander sytt und wise/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> '

'Im andern Theil dieses Werkes zeiget sich eine Teutsche Mythologie/ oder Lehre von den Poëtischen Fabeln/ welche ich iederzeit [S] <br> <br> zu Ende meiner Collegiorum Poëticorum kürzlich tractiret; nicht zwar/ daß wir bloß hin der erdichteten heidnischen Gottheiten Herkunft und Begrebniße erzehlet/ und also nur an der Schale wären hangend geblieben/ (wie es gemeiniglich von den Mythologischen Scribenten zu geschehen pfleget) sondern wir haben anbei den Kern gekostet/ und den Theologischen/ Sittlichen/ Natürlichen/ Historischen Verstand und Bedeutung kürzlich an- und hier viel weitläuftiger ausgeführet; auch nun in dem gedruckten Anhang zugleich gezeiget/ wie die meinste dieser heidnisch-Poëtischen Gedichte aus den Büchern Mose und andern Schrifften des Alten Testaments ihren Ursprung genommen.'

'Hieher gehören die Hymni oder Lob-Gesänge/ so zu Ehren der Heidnischen Götter abgesungen werden: als des Opitzen Lobgesänge dem Bacchus und dem Kriegs-Gotte zu Ehren verfaßet; dergleichen zwar zu verfertigen einem Christen nicht wol anstehet. Vielmehr sind hier zu loben Dan. Heinsii Lobgesang JEsu Christi/ welches erstermeldter Herr Opitz aus dem Holländischen ins Hochteutsche gebracht; item selbsten des Opitzen Lobgesang über die Geburt Christi u. d. m. ¶ Von den Lateinern kan hier gelesen werden Claudianus de Laudibus Stiliconis, & Serenae Reginae; Panegyris Heroica Caroli V, in Masenii Palaestra Eloqv. Lig. p. 214 & seqq. Barlaeus Tom. I Carm. de Laudibus Card. Richelii, & Friderici Arausiorum Principis, P. II p. 251 u. a. m. Insonderheit aber vid. Morhosii Hyle Invent. Poët. p. 142. allwo die Encomiastica Carmina Personarum, und p. 143. 144 variarum Rerum & Imaginum Laudes angezeiget werden. Add. Jo. Dekeni Observatt. Poët. Edit. Kilon. p. 90 & seqq. wo von dem Carmine Panegyrico oder exornativo gehandelt wird.'

'Von diesen und dergleichen mehreren sind zu besehen die schon belobte Caes. Ripae Iconologia, und Jac. Masenii Speculum Imaginum Capp. 19 & 20. Absonderlich von Ausbildung- und Vorstellungen der heidnischen Götter und Göttinnen/ besiehe erstgedachten Masenii Speculum Imag. Capp. 22. 23. 24. Ant. Verderii Imagines Deorum; Balbinus in Verisimil. Cap. V §. 4, da er handelt de Imaginibus Poëticis; wie auch P. Franc. Pomey in seinem Pantheo Mythico sive Fabulosa Deorum Historia, Francofurti f. 8. 1701.'

'Dieses Großen Carls Sohn Ludwig der Fromme/ soll sich bemühet haben/ die ganze Heilige Schrifft/ per Poëtam quendam Saxonem, in Teutsche Verse zu bringen; welche Ubersetzung aber vermuhtlich nicht mehr vorhanden. Zu den Zeiten Keisers Lotharii I und Ludwigs des II hat Ottfried/ ein Mönch des Closters Weißenburg/ gelebet/ welcher die Evangelien in T. Versen heraus gegeben/ und Luitberto dem Erz-Bischoffen zu Mainz überschrieben. Dieses Werk (so genannt wird Ottfried Evangelien-Buch) hat B. Rhenanus zu erst gefunden; wie er in seinen Rebus Germanicis erzehlet. Die Verse/ davon Herr Hofmann einige anführet/ sind noch sehr rauh und unverständlich/ doch von zimlich-gutem Geist. Es ist von diesem Evangelien-Buch ein MStum in der höchstschätzbaren Keiserlichen Bibliothec zu [S] <br> <br> Wien/ und vom Lambecio Lib. II Comment. de Biblioth. Vindobon. Cap. V. p. 415. seqq. weitläuftig recommendiret ; welches auch dem ienigen/ daraus Matthias Flacius Illyricus den Otfridum zu Basel drucken lassen/ weit vorgezogen wird. GOtt gebe/ daß wir das herrliche Werk bald sehen mögen/ so der hochverdiente Herr D. Schilter zu Straßburg A. 1698, nî fallor, in einem sonderbaren edito specimine heraus zu geben versprochen/ unter folgendem Titul: Volumen Evangeliorum Otfridi, Monachi Weissenburgensis, in quinque libros distinctum, ante annum Christi 876 conscriptum. Nunc infinitis locis emendatius editum, interpretatione Latina, variis lectionibus notisque illustratum a Joanne Schiltero. Im zehenden Jahr-hundert/ unter der Regierung der Keiser Otten I und II, sind die Meister-Singer schon entsprungen; derer Lieder Reineccius in seiner Oration de Historiae dignitate, nach den alten Helden-Liedern stellet. M. Cyriacus Spangenberger in seinem Buch/ so er von der edlen und hochberühmten Kunst der Musica/ und deren Ankunft/ Lob/ Nutz und Wirkung/ wie auch von Aufkommen der Meister-Singer/ zu Ehren der löbl. und ehrsamen Gesellschaft der Meister-Singer zu Straßburg/ im Jahr 1598 verfertiget/ schreibet unter andern/ daß die Meister-Singer für Keiser Otten A. 691 auf dem Reichs-Tag zu Wormbs von dem Geistlichen Stande seyn verklagt worden/ als wann sie verschiedene Lieder zu dieses Standes Verkleinerung erdichtet/ und unter die Leute gebracht hätten. Es [S] <br> <br> hätte sie aber Keiser unschuldig befunden/ und sie vielmehr privilegiret'

'Dieses ist allhier von der Meister-Singer Ursprung zu merken. Wir wollen aber bald hernach ein mehrers von ihnen anführen; und hier noch gedenken der Lebens-Beschreibung des Cöllnischen Erzbischoffen Annonis, in alt-Teutschen Reimen; welche etwan vor 600 Jahren geschrieben/ und von Martin Opitzen zu Danzig A. 1639 ex membrana veteriherausgegeben/ auch mit sehr nutzlichen Anmerckungen vermehret worden.'

'Aber auf den heutigen neuen Medaillen, werden entweder suo Marte erdichtete/ oder aus einem bekannten Poëten entlehnte hemistichia, ganze Verse/ zuweiln wol gar disticha, oder auch dicta S. Scripturae ausgedrucket. Auf die vor dreien Jahren vorgegangene Päbstliche Wahl Clementis XI hat ein fürtrefflicher Geist ein sehr schönes Numismaangegeben/ da auf einer [S] <br> <br> Seite zu sehen die Bildniß Ihrer Päbstlichen Heiligkeit/ vormals Cardinaln Albani'

'Nun fragt sichs/ Ob die Schau-Spiele/ wovon wir bißhero gehandelt/ heut zu Tage unter den Christen in wol angeordneten Republiquen zu erdulten? Viele von denen Gelehrten antworten mit ja: indem nirgend in H. Schrifft gelesen wird/ daß dergleichen Ergetzlichkeiten schlecht hin verboten; ja es werden von Luthero und andern die Bücher Job/ Judith und Tobiae vor schöne Comoedien gehalten. Die jenige Schau-Spiele sind freilich nicht zu billigen/ die GOtt verunehren/ und den Leser und Zuschauer ärgern; aus welchen manche Matronen und Jungfrauen/ die schamhaft und züchtig in das Spiel-Haus gegangen/ geil und frech wieder herausgehen. Und solches geschicht gemeiniglich heut zu Tage bei uns/ durch die gemeine Comoedianten und ihre schändliche Nach-Spiele; daher dann die Leute/ so von solchen liederlich- und ärgerlichen Schau-Spielen Beruf [S] <br> <br> machen / und um das Geld den Leuten die Laster durch die Augen in das Herz spielen/ in alten und neuen Zeiten/ denen Taschen-Spielern/ Gaucklern/ Seil-Tanzern und andern verächtlichen Personen gleich geachtet worden. Aber Schau-Spiele vernünftig schreiben und spielen/ die Jugend damit zu üben/ auch zu feinen Sitten und beherzter Redfertigkeit anzugewöhnen/ solches ist nicht unlöblich noch sträflich; und schreibet der gelehrte Erasmus an einem Ort/ Es wäre gut/ wann man alle: Biblische Historien zu Schau-Spielen machte/ und die Jugend sich darinnen öffentlich üben liesse; maßen solches offt mehr als eine übereilte Predigt verfangen und nutzen würde. Jedoch will ich dieser Frage wegen iederman bei seiner Meynung gerne laßen / und darüber mit niemand einigen Streit anfangen.'

'Es war dieser Herr Johans Freyher zu Schwarzenberg und hohen Landsberg/ Herrn Sigmund von Schwarzenberg etc. Sohn/ ein sehr fromm- und gelehrter Cavalier [...] <br> <br> . Er hat/ nebst mehrern Schrifften [...] <br> <br> auch ein Buch/ Memorial der Tugend betitelt/ mit Figuren und T. Reimen durch und durch verfertiget: darinnen er erstlich handelt von den vornehmsten Historien des A. und N. Testaments/ hernach von einigen Griechischen/ Römischen/ und neuen Geschichten/ auch überall seine Lehren mit beigefüget; z.e. bei der Historie von Simson schreibet er: ¶ Merck Samson kam umb seinen Leib/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ Vom reichen Mann Lucae XVI singet er also: ¶ Der reich Man/ Gottes hi vergaß/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Er hat ingleichen über den Tod seiner Gemahlin/ Fr. Kundigund/ gebohrnen Gräfin zu Rynegk/ die er innigst geliebet/ ein langes T. Carmen, genannt der Kummer-Trost/ geschrieben/ deßen Schluß ist: ¶ Mein sün und töchter nemet war/'

'Von A. 1516 bis 1567 hat ein ehrlicher Burger und Schuhmacher anfangs/ hernach Schulmeister/ zu Nürnberg/ Hannß Sachs/ etliche tausend Stücke/ d.i. geistlich- und weltliche T. Reim-Gedichte/ Comoedien/ Tragoedien/ und allerhand seltsame Spiele/ kurzweilige Gespräche/ wunderbare Geschicht- und Fabeln geschrieben/ und zum Druck nach und nach verfertiget; auch derer noch sehr viel ungedruckt hinterlaßen. Es finden sich darunter Sachen von guter Erfindung; und ist zu bewundern/ daß ein Handwerksmann/ der Lateinisch- und anderer Sprachen unkündig/ so [S] <br> <br> mancherlei Geist- und weltliche Gedichte/ in nicht gar ungeschickten Reimen/ selbiger Zeit nach/ zu Mark bringen können. Sein geistreiches Lied/ Warum betrübst du dich mein Herr etc. wird annoch von vielen frommen Seelen sehr wehrt gehalten.'

'Barthol. Regenbogen/ seines Handwerks ein Schmidt/ und Muscatblüt/ (derer Töne erst gedacht worden) waren zu ihrer Zeit benamte Dichter; und hat jener/ nebst andern/ zum Gedächtnis des Frauenlobs an die I. Maria im Zug-Tone ein Lied gestellet; dieser aber sehr viele hinterlaßen/ unter denen sind: Von der Schöpfung und Adams Fall zwey; das Geistliche Ackerwerk; die Geistliche Mühle; [...] <br> <br> von frommen Weibern'

'Ingleichen gehöret hieher Bartholme Ringwaldt/ welcher unter andern auch ein scriptum de Plagio Ernesti & Alberti Ducum Saxoniae hinterlaßen. Dieser war Pfarrherr in Langfeld/ und hat A. 1588 ein Buch von T. Reimen/ welches er die Lauter Warheit nennet/ ausgehen laßen; darinnen angezeiget wird/ wie sich ein weltlich- und geistlicher Kriegsmann in seinem Beruf verhalten soll [...] <br> <br> . Seine Lieder/ Kommt her zu mir/ spricht GOttes Sohn etc. Es ist gewißlich an der Zeit etc. und andere mehr/ werden noch in unsren Kirchen gesungen.'

'wie auch der Vielgekörnte (Diederich von dem Werder) verschiedene T. Ubersetzungen und Gedichte/ sonderlich des Torquato Tasso Gottfried oder Erlösetes Jerusalem/ herausgegeben'

'A. 1627 hat Jo. Valentin Andreae, der folgends hochbenamte Theologus und Philologus, erstgedachten Herrn von Bartas Triumph des Glaubens in hochteutsche Verse übersetzet/ und Matth. Berneggero überschrieben.'

'Herr Rist/ Simon Dach und Röling/ sind wegen ihrer schönen geistlichen Lieder/ auch der erste etlicher andern Schrifften wegen/ billigst zu loben; unter denen doch die letztere scripta die ersten weit übertreffen.'

'Zu des Ordens Sinnbild haben sie [die Mitglieder des Pegnesischen Blumenordens, J.T.] <br> <br> anfangs gesetzet die siebenfache Rohr-Pfeife Pans; damit anzudeuten/ daß/ gleichwie diese unterschiedliche Rohre in einer Pfeife vereiniget/ zu einen Ton zusammen-stimmen/ also auch diese Pegniz-Hirten mit ihren Liedern und Gedichten alle auf einen Zweck/ nemlich zu GOttes Ehre/ zur Tugend-Lehre/ und Teutscher Sprache und Dicht-Kunst Ausübung und Vermehrung/ abzielen sollen. Durch den Pan haben sie nicht so wol den alten Hirten-Götzen/ als den unsterblichen GOtt/ der alles in allem ist/ verstanden; und diesem Sinnbilde beigeschrieben: ¶ Melos conspirant singuli in unum. ¶ Alle zu einem Ton einstimmende. ¶ Nach Strefons seeligsten Abschied wurde Floridan dieser Gesellschaft anderer Praeses oder Fürseher; welcher/ etwan bei Erinnerung seines in dem Fruchtbringenden Palmen-Orden geführten Namens/ des Erwachsenen/ auch in Betrachtung/ daß es schicklich wäre/ wann diese von den Blumen benamte Gesellschaft auch eine Blume zum Sinnbild darstellete/ mit Genehmhaltung seiner wehrten Weid-Genoßen/ hierzu die Granadillo oder Passion-Blume ersonnen; derer man beischreiben kan: ¶ Divini scena doloris. ¶ Das Leidens-Fürbild unsers Erzhirten. [S] <br> <br> ¶ Und dieses noch mehr/ weil auch der hochseelige Strefon die Paßion-Blume allen andern Blumen fürgezogen/ und folgende schöne Reim-Zeilen darüber verfertiget: ¶ Als einst/ in den Sommer-Stunden/ ¶ [S] <br> <br> '

'Zum Beispiel/ der gewesene dritte Fürsteher/ Herr Martin Limburger/ ein Keiserl. gekrönter und scharfsinniger Poët/ auch sehr beredter GOttes-Lehrer zu Krafftshof/ allwo er/ als Norischer Dädalus/ den von [S] <br> <br> vielen fremd- und einheimischen bewunderten Labyrinth und Musen-Wald angeleget/ bekam bei der Einnahme den Ordens-Namen Myrtillus/ und die blaue Kornblume/ mit dem Beiwort: ¶ Nach dem Himmel gefärbet! ¶ und deßen Erklärung: ¶ Es hat des Himmels-Farb mein Herz und meine Blum. ¶ [...] <br> <br> '

'Vid. Jos. Stegmanni Christognosiam T. I. sub tit. Christi Strenophori'

'D. Hildebrandi Tract. de Veterum Christianorum Arte bene moriendi, Ott. Aicheri Theatrum funebre, Masenii Speculum Imaginum & c.'

'Von den Teutschen Rähtseln und Wort-Grifflein ist zu lesen Herrn Harsdörfers Simson/ welcher dem Nathan und Jotham beigedrucket ist'

'dergleichen Schrifften sind Callistrati Expositiones Statuarum, Philostrati liber Iconum; Ant. Verderii Imagines Deorum, Lugd. Batav. 1610. Caes. Ripae Iconologia, Romae f. 4t. 1603, cum amplificatione Jo. Zaratini, Venet. f. 4t. 1645. u. a. m. ingleichen Masenii Speculum Imaginum veritatis occultae.'

Redtel, Friderich

Ein Nohtwendiger Unterricht von der Teutschen Verskunst Entworffen

'alß: Abram/ für Abraham/ Pharo/ für Pharao/ Isac für Isaac/ Aron für Aaron/ etc.'

'alß: der Höchst’ ist groß und reich. Ich lob und preise GOtt.'

'Derohalben muß ich nicht sagen: Göttelich für Göttlich'

'Wenn aber Herr Opitz setzet im 94. Ps. Frömdeling für Frömdling; im 144. Ps. Gräntze-Stein für Gräntz-Stein; Im Gesange des Hohen Liedes/ Weiherauch für Weyrauch; Im 6. Gesange: Nußewald für Nußwald/'

'also saget Herr Opitz im 51. Ps. heilger Geist/ für heyliger Geist. Idem de verà religione. der Egyptsche Tag/ für der Egyptische Tag. Der Höllsche Bösewicht/ für der Höllische Bösewicht. Das Israelsche Blut/ für das Israelische Blut. Idemim hohen Liede Nun er hat mich eingenommen in sein heilges Schlaffgemach. Ewge für Ewige/ Bräutgam für Bräutigam.'

'Also soget Hr. Opitz im hohen Liede: ¶ Von dem mich nichts auff dieser Erden scheidet/'

'Derowegen saget Herr Opitz recht […] <br> <br> in den klage Liedern Jeremiä: Manch junges Weibes-[S] <br> <br> Bild für manches junges Weibes-Bild'

'Alß: GOtt/ Götter/ Gottes/ göttlich/ göttlicher'

'Derohalben muß ich nicht sagen […] <br> <br> Tilge-Sünd/ sondern Sünden-Tilger/ nicht Stürme-Höll/ sondern Höllen-Stürmer.'

'Und Herr Opitz saget vom donnernden GOTT: ¶ GOTT/ der Donner läst mir starcken brummen rollen:'

'Von welchen Herr Sacer in seinen Erinnerungen pag. 35. §. 37. saget: ¶ Qui versus? Dij terris illam avertite pestem.'

'Demnach setzet Herr Opitz recht in seinem Jonâ den Accusativum und nicht den Nominativum wen er also schreibet: ¶ In dessen kömmt von dem/ der Thier und Menschen zwinget.'

'Im gleichen/ wen Herr Franck in einem Liede vom H. Geist singet: ¶ Süsser Hertzens-Safft/'

'nicht deine Wunderthaten hoch; sondern deine hohen Wunderthaten'

'Wenn aber Herr Lutherus übersetzet Vater Unser/ so ist nicht davor zu halten/ alß solte er nicht gewust haben/ daß das Adjectivum muste vor dem Substantivo stehen/ sondern er hat dadurch die Kindliche Liebe andeuten wollen/ die zuvor Vater muß sprechen/ ehe sie Unsere Nichtigkeit erwehnet/ wie davon die Theologi. Den ersetzet offt auch in seiner Bibel Unser Vater.'

'alß wenn sage: Es ist vielen bekand/ Und der Seel Herr Lutherus Luc. 2. Sihe diesser wird gesetzt zu einem Fall und aufferstehung vieler in Ißrael: also auch Herr Opitz im 104. Psalm. ¶ Dem Menschen muß die Erde Kräuter geben.'

'GOtt mit Seegen uns bekröhne'

'Ich wil das Werck mit GOtt nun fangen'

'Es ist gewiß/ das Gott längst habe deinen Lauff'

'Es ist ein schöner Spott/ das Leben geben auff/'

'Idem im 27. Psalm. ¶ Du steckest mich in Pein [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ Idem im 7. Psalm.'

'So saget Gott/ und nam die Göttin zu ihm ein.'

'Wird dir durch keinen Freund für gutes recht gethan/'

'GOtt schlage nicht mit Blitz und Donner ein.'

'Dennoch saget Herr Opitz recht im 73. Psalm. ¶ Was seh’ ich auff gen Himmel zu? ¶ […] <br> <br> ¶ Und im 2. Psalm: ¶ Waß fichtet doch die Schaar der Heyden an?'

'Daher saget Herr Opitz im Hohen Liede: ¶ Wan der rohte Tag anbricht/ und nicht bricht an.'

'und sagen wie Opitz: ¶ Er hat den Tempel dir verwüstet auß und auß ¶ Idem: ¶ Der Herr hat mein Gebet genommen auff und an'

'alß wan Opitz sagt im 38. Psalm: ¶ HErr/ was ich dir vor-will-tragen. ¶ Idem: Eh man sich nun-kan-sehen. ¶ Idem: Dem ich die erste Bahn.'

'Es ist falsch/ wen man im Gebet des HErren spricht: Verlaß uns unser schuld. Den es solt erlaß uns unser schuld heissen/ wie auß des Herrn Lutheri verdolmetschung Matth: 18. 27. und Johann. 20. 20. zu sehen ist.'

'Idem im 143. Psalm. ¶ Herr zeige mir dein wollen an.'

'Und Herr Flemming I.1. odar. 2. ¶ Ich wil forthin mit streitenden Gebethen'

'Idem im 50. Psalm. ¶ Diß gibst du an/ und Ich bin Stum dazu'

'Und bey dem Herrn Gryphio: ¶ Kein Schloß/ kein Schild/ kein Schwert/ kein Tempel/ kein Altar.'

'Es begiebet sich/ und ist vergund/ daß die Pöeten zuweilen/ eine Sache desto besser abzubilden von einerley art Verse in die andere fallen/ alß wen Herr Franck zu Guben in seinem Gedichte von der Susanna diselbe fürstellet wie Sie/ da Sie zum Tode verdammet worden/ Abschied von ihrem Manne/ auch Eltern genommen/ verläst er die Alexandrinischen ( in welcher art Verse sonst das gentze Drame geschrieben) und geräht auff kürtzere Verse/ die sonst von den Frantzosen Vers Communs genant werden/ und wil dadurch die Hertzens-Angst der Susannen/ so viel müglich/ vorstellen/ also schreibend: ¶ Mein! Ach! Mein! Mann! Ach! gute Nacht! O Schmertzen!'

'Demnach führet Herr Francke die Ohn-mächtige Susannam in vorgemeldetem Gedichte also ein: ¶ Mein Atem wil mir schwinden'

'Fröliche/ Liebliche Lustige Sachen'

'GOtt ist der rechte Herr/ der unß kan alles geben/'

'Hersche du Herr der gantzen Welt/'

'Meiner Sunden Last ist mir nun benommen/'

'Jesu meines Hertzens Lust/ laß mich dich hoch ehren/'

'Wir müssen fort/ Gott hat es so beschlossen […] <br> <br> Rist. 4. 6.'

'als Schott. I. 2. c. 5. seiner Verßkunst: ¶ Welcher Mensch alhier sich nur wil auff eitelkeiten gründen/ […] <br> <br> ¶ Idem d. I. c. 6. von der Ewigkeit. ¶ Was ist diß für ein schweres Wort/ das Marck und Bein verzehret/'

'Also reime Ich recht/ wen ich setze: ¶ Die Sünd’ ist eine Last so in die Höll’ unß stürtzet/'

'Alß Herr Francke im i. Buch seiner Pöetischen Wercke pag. 28. v 14 setzet: ¶ Den da der erste Sünder […] <br> <br> [S.] <br> <br> […] <br> <br> ¶ Confer Tscherningen. c. I.'

'Item Herr Stegman: ¶ Es ist einmahl genung die Kirchen sind verhert'

'Und Herr Klinckebeyl ¶ Es wird die Pöesie von Tölpeln nur verachtet'

'Ein ander: ¶ Es ist ein schlechtes Werck/ sich einen Christen nennen/'

'Waß/ daß/ GOtt/ Spott/ wir/ dir/ Gebott/ bey-GOtt/ […] <br> <br> '

'Also auch bey Herr Risten in seiner verschmäheten Eitelkeit/ in dem Liede des andern Seelen-Gesprächs: ¶ Rauch geht aus deiner Nasen'

'Gleichergestalt bey Herr Bircken: ¶ Euer hohen Witze Pracht'

'Herr Francke hat in Anapaestischen Versen solches gethan I. 4. Pöet pag: 310. wen er saget: ¶ Die jenigen/ welche nur wenig auf spielen/'

'alß wen Herr Opitz in de Verit: Religion: Chritian: setzet: ¶ Wem ferner Blumen auch zulesen wil belieben'

'Wir haben dergleichen vor Jahren auf Herr Johan. Christoff Repentinen Hochzeit gemacht/ da wir also schreiben: ¶ Die Himmlische Gaben'

'aus Soladons Schimpff- und Ernsthafften Gedichten genommen. ¶ Gedulde dich und murre nicht/'

'auß Herr Alhard: Möllers Tyrocinio Pösios. ¶ Schau und hör Michael'

'auß Herr Schottelii Verßkunst I. 2. c. 5. genommenen Versen: ¶ Menschen Freundschafft/ Menschen lieben wil ich nicht/'

'Oder nachgesetzter Art/ wie bey Herr Tscherningen: [S] <br> <br> ¶ Liebet Friede/ legt zur Seiten Haß und Streiten ¶ Alß den Brunquell allerpein.'

'Vermischt stehen sie bey Herr Opitzen Psalm 81. ¶ Lobet jeder Mann'

'Und bey Herr Tscherning dieser gestalt: ¶ Last sich freuen'

'Vermischt stehe sie bey Herr Risten in nachgesetztem Gedichte. ¶ Alle/ die ihr Kunst/ Verstand/'

'Hoffnung ist ein vester Stab'

'Männer nehmen/ Hochzeit machen/'

'Vermischt mit den Siebensylbigen werden sie bey Herr Clajo in diesem Weihenacht-Gedichte gelesen. [S] <br> <br> ¶ I. ¶ Sey wilkommen heyge Nacht'

'Wilstu gern hier dem Teuffel gleichen'

'HErr/ du wirst ja endlich zu uns kommen […] <br> <br> wegen des Exempels besiehe Müllers Tirocinium pöeseos pag: m. 25.'

'Nun o Herr jetzt komm laß ein Ende seyn/'

'Nun mein liebster GOtt/ GOtt von Ewigkeiten'

'Waß ist doch der Koht/ der KlippenEinge-Weid'

'Meiner Sünden grosse last/ drückt und reuet mich'

'Alles sey dir GOtt allein/'

'Es kommt durch Erfahrenheit/ und ist grosse Kunst/'

'Zage nicht im Leyden/ wen dich Trübsall quälet'

'Diese lose böse Welt/ GOtt und recht nicht achtet'

'Soll ich armer schweigen jetzt/ oder soll ichs sagen'

'GOtt ist unsers lebens Heyl/ unser feste zuversicht'

'alß beym Clajo: ¶ Das geschlagne Teuffels-Heer/ stürtzt sich in die Schweffel Flüsse'

'Wer der Tugend sich ergibt/ und auff Gottes Hülffe traut/'

'Herr Schottel: ¶ Tugend/ Fried/ Gerechtigkeit/ die werden endlich wieder kommen doch/'

'Man klagt'

'bey Herr Schottelio I. 2. c. 6. seiner Verßkunst: ¶ Die Leute/'

'bey Herr Flemmingen in seinem ersten Buch der Od. I. also: ¶ Laß dich nur nichts tauren'

'Die Nacht ist hin/ ¶ […] <br> <br> ¶ Schot.'

'auß Herr Schweinitz geistlicher Hertzens Harffe genommene Reimzeilen: ¶ Creutz/ Unglück/ Kranckheit sind gemein und müssen seyn'

'bey Herr Flemmingen I. I. Od. 2. ¶ GOtt der ist der / der nicht nur hier in Nöhten/'

'Herr Tscherning im Unvergl. Bedencken Cap. 15. in der 1. Anmerckung/ da er sagt: [S] <br> <br> ¶ 1. ¶ Licht der Poeten/'

'bey Herr Alhard Möllern d. I. p. M. 59. 60. auff diese weise: ¶ Wann in der Sinnen Land bey dir/ mein Mensch auffgehet.'

'welche Herr Opitz am 27. Sontag nach Trinitatis aus der 1. Ep. Petri Cap. 3. gesetzet/ zu sehen ist: ¶ Seyd jetzt und allezeit'

'bey Herr Risten/ in seinen Himmlischen Liedern lesen wir: ¶ Ich wil für allen Dingen'

'wie aus folgender Herr Opitzes Strophe, genommen aus dem Gedichte/ (so er auff den 25. Sontag nach Trinitatis über den Text 1. Thess. 3. gemacht) zu ersehen. ¶ Das blinde Volck der Heyden/'

'Herr Clajus, wen er saget: ¶ Gott leidet Noht/ und ich bin hold'

'Wann nun Emanuels Posaunen ¶ […] <br> <br> ¶ Alhard Müller d. I.'

'Und bey Herr Opitz im 137. Psalm: ¶ An Babylons begrünten Flüssen'

'bey Herr Alhard. Müllern also: ¶ Ach Jesus/ du mein Heyl/ und Gnaden-Thron/'

'bey Herr Opitzen am Sontag nach dem Christage auß der Epistel an die Galater am 4. ¶ So lange Zeit ein Erbe bleibt/ ein Kind'

'Herr Opitzen in seiner Prosodia Germanica. c. 7. p. M. 74. da er dieses Exempel gesetzet: ¶ Im fall du wilt was Geistlich ist erlangen'

'Herr Opitz hat sie auff eine andere Art eingemischt im hohen Liede und zwar im 3. Liede desselben/ da die Sulamitinspricht: ¶ Läßt Salomon sein Bette nicht ümbgeben'

'Mit Salomon, o GOtt/ ich vor dich trete/'

'Heyliger Herr'

'Ihr Bösen/ seyd frölich in weltlichen Tagen/'

'Herr Clajus brauchet Sie in diesen Sapschen Versen: ¶ Singet und Klinget in Christlichen Landen/'

'Bey Herr Buchnern: ¶ I. ¶ Nichtige Freuden'

'Bey Herr Clajo. ¶ Der traurige Winter ist gäntzlich verschwunden'

'Bey Herr Alhard Müllern also: ¶ JEsu/ du quelle der Gnaden/ mein Leben/'

'Weise seyn heisset gnug haben/ ¶ […] <br> <br> Alh: Müller.'

'bey Herr Schott: I. 2. c. 7. seiner Verßkunst/ auff diese Art: ¶ Christum den Herren anschauen/'

'Nun dan/ nun mein treuer Herr'

'Rechte Vergnügung die wohnet nicht hier/'

'Dennoch setzt Herr Aug: Buchner: [S] <br> <br> ¶ Ach Gott wie sind wir doch imer nicht weise'

'Grosse gesamlete zeitliche Güter besitzen'

'Der Eitelkeit macht'

'Wer Gottes Wort höret'

'Das Menschliche Leben geht hin/'

'Kein Leben auff Erden bestehet/'

'Die Menschen die lieben die weltliche Zier/'

'Das gute/ das fromme man allezeit lobet und rühmt'

'Der Wille muß sich der Vernunfft ergeben/'

'aus des Opitzen 1. Ps. genommen/ aber/ sind sie steigend: ¶ O Seelig ist wer in der bösen Raht'

'wie Herr Schottelius I. 3. c. 3. Seiner Verßkunst dafür hält […] <br> <br> als in diesem seinem Exempel: [S] <br> <br> ¶ Was in der Welt geschieht hab ich erfahren'

'wie auß Herr Caesii folgenden zu ersehen: ¶ Thu recht und rede frey/ scheu dich für Niemand nicht/'

'Zum Exempel wollen wir folgendes Sonnet/ so Herr Schweinitz gesetzet anführen: ¶ Denck/ o Mensch! wer du bist/ wie Hoch und Wol gebohren/'

'Herr Caesius hat diß Dactylische: ¶ Heilige Hertzen betrachtet mit Sinnen/'

'Ein Sonnet von Anapaestischen Versen hat das Fräulein von Greiffenberg in ihrer Uranien auff die Zeit der Erndte.'

'1. Alle Welt ist sorgen-voll'

'1. Ach wen soll es doch geschehen'

'In der Uranie des Fräuleins von Greiffenberg ist dieses: ¶ 1. ¶ Unglück ist mein Täglich Brod:'

'Trautes/ süsses Jesulein ¶ […] <br> <br> Schottel.'

'1. ¶ Ob schon wiederstand/ und schwere Noht'

'Frölich auff/ ihr Himmels-Volck/ last uns diesen Sahl umfahren/ ¶ […] <br> <br> [S] <br> <br> […] <br> <br> Herr Schurtz Capellmeister zu Wolffenbüttel.'

'Ein Creutz von Jambischen Versen. ¶ Kommet Freunde doch/'

'Auff LEOPOLDI Nahmens-Fest stehet dieses Bildgedicht. ¶ Ich komme; und Fromme.'

'Bildreime nebst einem angehengten Bild-Gedichte. ¶ So wir für einen andern auff Herr M. Frid: CRAMERI, Pastoris ad D. Nicolai Nahmens-Tag mit fliegender Feder auffgesetzet hatten. ¶ 1. Waß behaget/'

'Glück Schick/'

'alß in diesem Herr Schott. Gedichte/ worin vorn lässt der Nahme JEsus. ¶ In der Welt einer ist allein/'

'Ein Geistlich Bitt-Lied/ nach der Melodie: Nun ruhen alle Wälder/ geordnet was der Anfang der Verse betrifft/ nach denen Nahmen Dorothea Elisabeth R. von Mir. ¶ DU GOtt voll guter Gaben/ laß mich dich immer haben'

'Ein Christlich Lied täglich zu gebrauchen/ nach der Melodie: Gott des Himmels und der Erden/ geordnet/ was der Anfang der Verse betrifft/ nach denen Nahmen Catharina Loysa R. auch gesetzet von Mir. ¶ Christ O! ewger Sohn/ des Vaters/ Ebenbild und schöner Glantz/'

'Ein Geistlich Lied täglich zu singen/ gemacht auff den Nahmen: Sophia Elisabet E. nach der Melodie: Gott deß Himmels und der Erden/ etc. auch von Mir. ¶ SEy mir höchster GOtt gewogen/ Vater/ Sohn und heylger Geist/'

'Also haben wir auch auff den Nahmen JESU dieses Lied gesetzet/ nach der Melodie: Auß tieffer Noth etc. oder HErr Straff mich nicht in etc. ¶ ICh bitt/ O HErr/ komm doch zu mir/ mit deinem reichen Segen/'

'Wenig sind ach GOtt der Frommen/'

'so Herr Schott: gleichfals ist/ wird das Wort Christus von unten gelesen. ¶ So ich leben soll/ wil ich stets mich üben/'

'A Der Leib A Das Geld und Gut/'

'Das 3. Madrigal. ¶ So Herr Ziegler von seiner eigenen Heyraht gesetzet. ¶ Ich wünsche mir ein Weib/'

'welche wir unter eines andern Nahmen auff eine Hochzeit gemacht: ¶ Satz. ¶ Was ehret/ vermehret/ bringt völliges Glück/'

'eine Unwiederholete Pindarische Ode/ so wir auff unsers numehr Sehl Herrn Schwieger Vaters Nahmens-Tag mit eingeführet/ in sich begreifft. ¶ Herr Vater/ liebster Freund/ ich bin gar hoch erfreuet/'

'Paradisisches Wunsch-Gedichte. ¶ Satz. ¶ Kräfftigster Himmel/ du gebet des Guten/'

'Zum Exempel kan dieses Gedichte stehen/ welches wir auff Herr Christoph: Crollen Hochzet gemacht. ¶ 1. ¶ Herscher aller Ding auff Erden/'

'Ringel-Reim. ¶ Das Alte HIR VERGEHT/ wer sicher hier mit Leben/'

'wir haben ihm [Tscherning, J.T.] <br> <br> [S] <br> <br> eine solche Ode nach gemacht auff Herr Christian Braunschweigen Hochzeit/ welche also lautet: ¶ 1. ¶ Packt euch ihr Spötter/'

'1. ¶ Die Himmlische Gaben/'

'Folgendes Exempel setzet Herr Schott: loco citato seiner Verßkunst: ¶ 1. ¶ Nun mein GOtt was kan ich mehr/'

'1. ¶ Unser HErr JEsus Christus.'

'Logographus aenigmaticus. ¶ Es ist auff dieser Erd ein schön/ starck/ wildes Thier/'

'Zum Exempel wollen wir diese auß Hr. Schott: hersetzen. ¶ […] <br> <br> ¶ Das Ander. ¶ Wan dich dein rechte Aug’ hier ärgert/ solt duß reißen'

'Also haben wir das Begräbniß Carmen bey Hr. Land-Raht Strauses Beerdigung genommen â notatione nominis von seinem Nahmen/ nemlich vom Srauß und dessen Eigenschafft. ¶ Struthio altero Oculo terram, altero Coelum intueri consuetus. [S] <br> <br> ¶ ES wird ein grosses Thier in Asien gefunden/'

'Auff das Begräbniß der Woll-Edlen Fr. Dorotheae Sophiae Michaelis haben wir folgendes ex loco effecti gesetzet: ¶ Matrona fide antiquâ tàm Civili, quàm Ecclesiasticâ celeberrima. ¶ WEr da der alten Treu ein schönes Bild wil haben/'

'Gleicher gestalt haben wir ex loco adjuncti von den adjunctis Officiis des Hr. Johann Petri Ruhrhoffs/ bey seiner Beerdigung/ folgendes Carmen gesetzet: ¶ WEn man/ nach Christen art/ die Letter Jacobs steiget/'

Hunold, Christian Friedrich

Die Allerneueste Art/ Zur Reinen und Galanten Poesie zu gelangen

'Weil dieses alles nicht wahr ist/ so kennet man hieraus die falsche Hoheit der Gedancken. ¶ Wenn ich von einem gewissen Frauenzimmer/ deren Mann gestorben/ sagen kan: Diese Dame hat eine so warhafte Sittsamkeit/ und keusche Frömmigkeit in ihrem Hertzen/ daß man solche/ so wohl als man sie aus dem Gesichte siehet/ dennoch schöner aus der Aufführung erkennet/ und meidet alle verdächtige und freye Gesellschaft so streng/ daß man [S] <br> <br> sie mehr durch ihr edles Leben vor eine Wittwe halten muß/ als durch den Tod ihres Mannes.'

'Was kanst du doch darzu/ daß du so schöne bist?'

'Stets ohne GOtt vergnügt? Schlecht kan ein Hertze lachen/'

'So mache/ Schöne dich denn deine Schönheit wehrt;'

'Wenn ein Frauenzimmer zween Liebsten hat/ so wählet sie ohnfehlbar diesen/ von welchem sie das meiste Vergnügen hoffet: nun scheinet der Him-[S] <br> <br> mel/ wenn er verbotnes Küssen ausser dem Ehestand so höchst mißbilliget/ ein eyfriger Neben-Buhler bey einer Schönen zu seyn/ welchen will sie nun befriedigen? in welches Armen will sie sich am glückseeligsten schätzen? Soll ein Mensch/ der noch darzu des Himmels feind/ dem Himmel vorgezogen werden?'

'Ich meines Orts habe ihrer [der Opern, J.T.] <br> <br> zwey/ als Salomon und Nebucadnezar verfertiget'

'sich auf dem Theatro im Nacht-Habit herüm arbeiten zu lassen/ einen Amanten in die Kammer nachzuziehen/ und tausend dergleichen Sachen/ die das Opern-Frauenzimmer so schön natürlich macht/ will anitzo nicht berühren/ sondern zu meiner eigenen Schande anziehen/ wie in Salomon, einer geistlichen Opera ausgeschweiffet/ indem mich nach dem Gousto der Leute gerichtet: Aria. Schöner Anblick solcher Wangen/'

'und wenn der Mund dort spricht: Ach wie schön ist es/ keusch zu seyn!'

'die liebliche Geberden und Bewegungen des Leibes: Ach wie schön ist es! und was denn? keusch zu seyn? Ach hätte ich in der Opera nicht von der Keuschheit singen hören/ so hätte meine keusche Gemühts Ruhe behalten! so habe einmahl einen Klugen seufftzen hören.'

'Glückseelig ist aber eine Person/ die in keiner Profession lebet/ die sich so schwer bey den Menschen/ geschweige bey GOtt behaupten und verantworten läßt.'

'Ich weiß/ ein edler Geist kan sonder Scham und Sünden'

'Ach Eva! dieses würckt dein schnöder Apfelbiß/'

"Barmhertz'ger/"

"Ich will zu'm (zu dem) Tempel gehn/"

'Heiliger/ endigen/ bändigen/ etc.'

'Daher hustete jener Poëta Lorberandus schrecklich auf den Schlegel/ als er in seinem Carmine inaugurali, so er vor dem Comite Palatino herbehten muste/ unter andern saubern Gemächte auch dieses Stoß-Gebethgen in aller Andacht mit vorbrachte: [S] <br> <br> ¶ Mein lieber Vater hier/ der gleichfalls auch Magister/'

'Ich rede wohl zu viel.'

'Wohl dem/ der seinen Willen'

'Ich bin in GOtt vergnügt/'

'Laß alle Wetter krachen.'

'Ich bin in GOtt vergnügt.'

'Ich habe das Lied: Wer nur den lieben GOtt läßt walten etc. auff gleiche Melodie übersetzet: Qui spem & fortem collocabit'

'2. ¶ Quid juvat myrias curarum?'

'LI. Weil dis: GOtt im Schoosse sitzen/ sich mit Glücke speisen/ u. s. f.'

'Soll sich Trost und Vergnügen'

'Wer nach der Tugend strebt/ des Ruhm wird ewig seyn.'

'Immer an der Erden kleben/'

'Nun weichet die nichtige Liebe der Jugend.'

'Machet die Thore weit!'

'Machet die Thore weit.'

'Ich bin in mir vergnügt/ frey von Verdruß und Sorgen.'

'Nun morgen will ich predigen/'

'LXXIV. Wiewohl in kurtzen Versen wolte ich mich wegen dieser Cautelen eben nicht groß bekümmern/ noch eine Tod-Sünde damit begehen. Z.E. Meine schöne'

'Mein GOtt erhöre mich/ und seegne mein Studiren/'

'Wo GOttes Seegen fehlt/ und wo sein Geist nicht ist/'

'Music und Poesie ergötzen unsern Muht.'

'Lisette will durchaus ins Nonnen Closter gehn/'

'Ein Schmeichler rühmt ein Weib/ sie sey ein Himmelreich.'

'Ach ja/ Celinde setzt mich in die Zahl der Frommen/'

'Ihr Leute/ lasset mich doch nur in meiner Ruh.'

'Ein Schmauß in Ehrbarkeit ist eben nicht zu schelten.'

'Schinden und Wuchern ist Teuflische Kunst.'

'Die frohe Seele geht vom Himmel zu der Erden/'

'Vom Himmel entstehen die Flammen der Liebe/'

'HErr Bruder/ bist du denn gesund nach Dresden kommen?'

'Im Nahmen einer gewissen hohen Persohn/ an eine noch Höhere. ¶ Eröffne dieses Blat/ das dir ein offnes Hertze/'

'Noch ein Paar dergleichen/ im Nahmen eines Frauenzimmers.'

'ERbrichst du diesen Brief/ so dencke/ daß mein Hertze'

'MEin Engel! doch ich soll dir schwerlich also schreiben.'

'Cleander. ¶ ERöffne hier mein Licht/ was meine Hand geschrieben.'

'MEin Engel/ bist du mir noch wie vorhin geneigt/'

'Es ist aber fingiret/ daß Amnon geschrieben/ ehe er die Blut-Schande begangen. ¶ Amnon an Thamar. ¶ DIe Banden der Gedult sind Amnons Brunst zerrissen.'

'Thamar an Amnon. ¶ DEr Anblick deine Briefs ist mir vergnügt gewesen/'

'Auf gleichen Schlag waren andere Briefe verfertiget/ welche sie einander nach vollbrachter That geschrieben/ und da die Liebe in Haß verwandelt war. Item einen der Thamar an Absolom/ darinnen sie es ihm klaget/ und einen von Absolom an sie/ darinnen er sie tröstet. Doch sie sind mir gestohlen worden.'

'Sey doch vergnügt.'

'I. ¶ Erbarme dich/ du Schönheit dieser Welt/'

'I. ¶ Die falsche Chlorinde. ¶ 1. ¶ O schnöder Gyps/ der an den Jungfern klebt/'

'IV. ¶ Die falsche Welt. ¶ 1. ¶ MEin Glücke steht auf schwachen Füssen.'

'An Celien. ¶ 1. ¶ ICh sehe dich zum erstenmahle/'

'IX. ¶ Der Welt Uberdruß. ¶ 1. ¶ ADieu, du schnöde Welt/ du Angst- und Marter-Hauß/'

'XI. ¶ Freyers Gedancken. ¶ 1, ¶ WEg mit den abgeschmackten Possen/'

'XII. ¶ Bey einer Magister-Promotion. ¶ Im Thon: ¶ Ich armer Hauß-Knecht habe nun etc. ¶ 1. ¶ ICh Candidatus habe nun'

'XIII. ¶ Indifferent. ¶ 1. ¶ ICh hab ein Wort geredt: Ich bin so/ wie ich bin.'

'XIV. ¶ Fast dergleichen. ¶ 1. ¶ ICh will vergnügt und stille leben.'

'XVI. ¶ Die Zufriedenheit. ¶ 1. ¶ MEin Hertz/ weßwegen kränckst du dich/'

'XVII. ¶ Trost-Gedancken über ungerechten Verdacht. ¶ 1. ¶ HImmel/ ach! du kennst mein Hertze.'

'XXV. ¶ Auf einen vereckelten Traum. ¶ 1. ¶ VErdammtes Bild! verfluchte Phantasey!'

'XXVIII. ¶ An Sie. ¶ 1. ¶ MEin KInd/ es schmeckt mir doch kein Kuß/'

'XXIX. ¶ An Fontanetten. ¶ 1. ¶ IHr eiteln Bücher/ fahret hin'

'XXXI. ¶ An Amoenen. ¶ 1. ¶ ICh hab ein Wort geredt: Mein Kind/ du bleibest mein.'

'XXXII. ¶ Die schöne/ doch arme/ aber dabey glückseelige/ und daher vergnügte Myliette. ¶ 1. ¶ ICh bin vergnügt im Unvergnügen.'

"XXXIV. ¶ La Folie d'Espagne. ¶ DU strenge Flavia,"

'XXXV. ¶ Das vergnügte Gemühte. ¶ 1. ¶ ICh hab ein Wort geredt: Ich bin in mir vergnügt.'

'XXXVI. ¶ Dergleichen. ¶ 1. ¶ MEin Hertze/ sprich dich doch zu frieden.'

'XXXVII. ¶ Olorenen. ¶ 1. ¶ ERgötze dich/ befriedigtes Gemüthe/'

'XL. ¶ Amoenen. ¶ 1. ¶ SO muß nunmehr ein Thränen-Brunn im Hertzen/'

'XLIII. ¶ 1. ¶ ACh ja/ nur wie der Himmel will/'

'L. ¶ 1. ¶ GEtrost mein Geist!'

'LII. ¶ 1. ¶ WEnn zwey fest verknüpfte Hertzen'

'LIII. ¶ 1. ¶ VErsichre dich der ungefärbten Treu/'

'LIV. ¶ WEr einmahl recht getreu zur Liebes-Fahne schwört/'

'LV. ¶ 1. ¶ GEdult/ ihr Kümmerndten Gedancken!'

'LVI. ¶ 1. ¶ WIe glücklich ist ein solch Gemühte/'

'LVIII. ¶ 1. ¶ KOmm/ Einsamkeit/ mein Haupt-Vergnügen!'

'LIX. ¶ 1. ¶ IHr stillen Lüffte/ helfft mir klagen.'

'LX. ¶ 1. ¶ ACh funckelt nur/ ihr hellen Sterne/'

'LXI. ¶ 1. ¶ LAß/ Hoffnung/ deinen Blick mir noch zum Labsal seyn/'

'LXII. ¶ 1. ¶ VErlaß mich nur/ du Unruh der Gedancken.'

'LXIII. ¶ 1. ¶ ICh soll und will bey meinem Unvergnügen'

'LXVI. ¶ Anietten. ¶ 1. ¶ DEr Tag hat seinen Schmuck auf heute hingethan.'

'LXVII. ¶ Auf eine gewisse Liebes-Affaire, da der Liebhaber zum Narren wurde. ¶ 1. ¶ VErschmachte nur in deinen Ketten/'

'LXVIII. ¶ An die Durchl. Amomene. ¶ 1. ¶ DU kleine Welt von allem Himmels Ruhme/'

'Mein Hertz/ wie wurde dir?'

'Gleichfalls wolte ich mich vor keinen Pietisten in der Poesie schelten lassen/ wenn ich das Capo zweymahl/ in der Mitten und am Ende/ setzte. Z. E. ¶ Es ist nichts umsonst gethan.'

'Glück zu/ ihr schönen Gallerien!'

'Absonderlich aber meine Opera Nebucadnezar pag. 176. [S] <br> <br> der Theatralischen Gedichte/ als in dem ersten Aufftritt der dritten Handlung: ¶ Aria, ¶ Ach herber Anblick solcher Noth/'

'Madrigal, ¶ Als Laura erzürnet vom Spiegel lieff. ¶ NArcissus liebet sich/'

'Madrigal ¶ Auf das Hof-Leben. ¶ WAs ist der Hof? Ein stetes Fastnachts-Fest/'

'Madrigal le Contraire ¶ Was schmählst du auf den Hof/'

'Madrigal. ¶ Ein Kerl/ der keine Galle'

'Madrigal. ¶ PHilberto sah die schönste der Najaden'

'Madrigal. ¶ Als Eusebie wieder gesund wurde. ¶ ES stritten nächst um dich der Tod und die Natur.'

'Sonnet. ¶ UNd wärest du/ Nicot/ auch gleich kein Edelmann/'

'Zu Herrn D. Riemers/ Superint. in Hildesheim/ ehedessen Profess. in Weissenfels/ Gemählde. ¶ DU Held in Israel/ du theurer Gottes-Mann/'

'Unter ein gewisses Contrefait. ¶ ALs nächst dein Contrefait beym Mahler fertig war/'

'Als der König in = = = = = in den Zeitungen fälschlich todt gesaget wurde. ¶ DEr Tod sprach: = = = = du must des Todes seyn.'

'An die tugendhaffte und schöne Amaranthe. ¶ ALs einst die Tugend sah/ wie schändlich in der Welt'

'Rätzel. ¶ ES ist ein Wunder-Ding/ das auch GOtt selbst nicht hat/'

'Ehre. ¶ 4. ¶ WEr glücklich leben will/ der muß sich mir verbinden.'

'Gelehrsamkeit. ¶ 5. ¶ MEin Schatz und Reichthum ist unmöglich zu ergründen.'

'Tugend. ¶ 6. ¶ WAs rühmet ihr euch viel? der Ruhm muß doch verschwinden.'

'GEld will aller Losung seyn.'

'CCIV. Und folgende Figur soll ein Kreutz bedeuten: ¶ Des schweren Creutzes Last'

'Hört an ein Nagel-neues Quodlibet,'

'CCXVI. Ich habe einen gantzen Jahr-Gang auf alle Sonn-Fest- und Apostel-Tage ausgearbeitet/ davon ein Paar Exempel die Sache erläutern mögen. ¶ Psalm XXXIV, 19. ¶ Der HErr ist nahe bey denen/ die zerbrochenes Hertzens sind/ und hilfft denen/ die zuschlagen Gemüht haben. ¶ Aria. ¶ GOTT/ dir ist meine Noht bekant.'

'Matth. XI, 28. ¶ Kommet her zu mir alle/ die ihr mühseelig und beladen seyd/ ich will euch erquicken. ¶ Aria. ¶ UNd warum kömmt mein arm Gebet vor dich.'

'Psalm XXXIV, 6. ¶ Welche ihn ansehen und anlauffen/ derer Angesicht wird nicht zu schanden. ¶ Aria. ¶ WOhlan/ das wird auch mir geschehen.'

'Ps. CXLV, 18, 19. ¶ Der HErr ist nahe allen/ die ihn anruffen/ allen/ die ihn mit Ernst anruffen/ er thut/ was die Gottesfürchtigen begehren/ und höret ihr Schreyen/ und hilfft ihnen. ¶ Ps. LXXIII, 3, 5. XXXIX, 8, 10. ¶ Ich muß sehen/ daß es denen Gottlosen so wohl gehet. Sie sind nicht im Unglück/ wie andere Leute/ und werden nicht wie andere Menschen geplaget. Nun/ HErr/ wes soll ich mich trösten? Ich will schweigen/ und meinen Mund nicht aufthun/ du wirsts wohl machen. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ 1. ¶ ICh will schweigen'

'Ps. LXXIII, 12. XLIX, 7. Job. XXXI, 24. Ps. XL, 18. Thren. III, 14. ¶ Siehe/ die Gottlosen sind glückseelig in der Welt/ und werden reich. Sie verlassen sich auf ihr Guth/ und trotzen auf ihren grossen Reichthum. Sie stellen das Gold zu ihrer Zuversicht/ und sagen zu dem Gold-Klumpen: Mein Trost! Ich bin arm und elend/ der HErr aber sorget vor mich. Der HErr ist mein Theil/ spricht meine Seele/ drum will ich auf ihn hoffen. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ 1. GUt und Geld'

'Prov. XI, 28. Ps. IX, 10, 11. ¶ Wer sich auf Reichtum verläst/ der wird untergehen/ aber die Gerechten werden grünen/ wie ein Blat. Und der HErr ist des Armen Schutz/ ein Schutz in der Noht. Drum hoffen auf dich/ die deinen Nahmen kennen. Denn du verlässest nicht/ die dich/ HErr/ suchen. ¶ Eine Braut-Messe. ¶ Sir. XXVI, 1. ¶ Wohl dem/ der ein tugendsam Weib hat. ¶ Aria. ¶ KEine Kostbarkeit von Schätzen'

'v. 4. ¶ Ein tugendsam Weib ist eine edle Gabe/ und wird dem gegeben/ der GOtt fürchtet. ¶ Aria. ¶ HIer ist das gelobte Land/'

'v. 5. ¶ Er sey reich oder arm/ so ists ihm ein Trost/ und macht ihn allezeit frölich. ¶ Aria. ¶ WOhl dir/ du hast es gut!'

'Tob. VII, 15. ¶ Der GOtt Abraham/ der GOtt Isaac/ und der GOtt Jacob/ sey mit euch/ und helffe euch zusammen/ und gebe seinen Seegen reichlich über euch. ¶ Aria. ¶ GEbet seelig/ edles Paar!'

'CCXVII. Wir wollen auch ein klein Divertissement mit einer Lateinischen machen/ die zu einer Huldigungs-Predigt gebraucht worden. ¶ Da pacem, Domine, in diebus nostris. Aria. ¶ DEus, aperi Coelorum'

'Quia non est alius, qui pugnet pro nobis, nisi tu, Deus noster. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ DEus Dux fortissimus.'

'Ps. LXXXV, 9--12. ¶ Audiam, quid loquatur in me Dominus Deus, quod loquatur pacem plebi suae. Veruntamen prope timentes eum salus ejus, ut inhabibet gloria in terra nostra. Misericordia & veritas obvient sibi, justitia & pax osculentur se. Veritas de terra oriatur, & justitia de coelo prospiciat. ¶ Aria. ¶ O Terra felicissima,'

'2. Cor. VI, 2. ¶ Tempore accepto exaudivi te, & in die salutis adjuvi te. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ PLaude nunc Saxonia!'

'Psalm XXI, 2, 3. ¶ Domine, in virtute tua laetabitur Rex, & super salute tua exultat vehementer. Desiderium cordis ejus tribuisti ei, & petitionem labiorum ejus non denegasti ipsi. Sela!'

'1. ¶ Cantata. ¶ Aria. ¶ ISt es denn umsonst gethan/'

'E. N. ¶ 2. ¶ Cantata. ¶ ACh JEsus weinet!'

'Cantata. ¶ Turbabor. ¶ Aria. ¶ ME miserum! miseriarum'

'Cantata. ¶ ACh wohl dem/ der ein gut Gewissen'

'Cantata. ¶ ACh wohl dem/ der ein gut Gewissen'

'Cantata. ¶ VErdammter Neid!'

'Cantata. ¶ Aria. ¶ IHr hellen Sterne des Glücks/'

'Cantata. ¶ Aria. ¶ NIchts ist süsser/ als das Lieben.'

'Cantata. ¶ JA ja/ ich weiche nicht.'

'Cantata. ¶ GLück und Opinion'

'Cantata. ¶ EIn jedes Ding an seinen Orth.'

'Cantata. ¶ BIstu darzu gebohren/'

'Cantata. ¶ SChister in der Welt!'

'Cantata. ¶ MEin Glücke schläffst du noch?'

'Cantata. ¶ GEliebter Platz der süssen Einsamkeit/'

'Cantata. ¶ Ich bin nun so.'

'Cantata. ¶ MEin Glücke lacht.'

'Cantata. ¶ An ein Collegium Musicum. ¶ UNvergnügt! so muß ich klagen.'

'Cantata. ¶ SAnfftmuht/ Langmuht/ Freundlichkeit/'

'Gestalt ich auf diesen Schlag ein Leichen-Carmen gemacht/ als ein Hoch-Adliches Hauß über das Unglück zweyer Söhne zur See/ und Absterben einer Fräulein Braut/ auch den Todt einer verheyrahteten Tochter fast zu gleicher Zeit beweinen muste. Es hieß also: ¶ DAß GOtt erbarm! so stürmen alle Fluten'

'CCXXXII. Ich habe einmahl in wenig Stunden dergleichen Genus auf eine Hochzeit nach Augsburg ausfertigen müssen. Weil nun die Zeit kurtz/ muste ich aus meinen vorhandenen Cantaten zusammen raffen/ was ich konte. Inzwischen mag es doch zu einem Exempel dienen/ und zwar der Titul hieß: ¶ Die verliebte Nonne.'

'Und zwar Anfangs eine Ode/ darinnen auff [S] <br> <br> ein Durchl. Haupt gezielet wird/ welcher eine grosse Antwartschafft zu hoffen/ doch bey gegenwärtigen Kriege die Früchte des Friedens liebet. ¶ 1. ¶ DIe Krieges-Wetter mögen rasen.'

'Die getreue Schäfferin ¶ DAPHNE, ¶ In einer ¶ PASTORELLE'

'Als da ist Joseph in drey Operen zu Dreßden; Ulysses in zweyen zu Wolfenbüttel/ praesentiret worden.'

'CCXCI. Es ist mir allemahl lächerlich vorkommen/ wenn man die Historie von Joseph oder vom verlohrnen Sohn gespielet; und den Personen Teutsche/ Lateinische odrr Christliche Nahmen zugeleget hat. Das gehöret mit unter die absurda Comica.'

'Denn man nennet sie [die Opera, J. T.] <br> <br> entweder nach einer oder zweyen Haupt-Personen/ wie folgende Bellerophon, von dem vornehmsten im Spiele/ heisset; oder nach dem Haupt-Inhalte des Wercks/ also daß der Bellerophon auch könte intituliret werden: Die vom Himmel geschützte (belohnte) Unschuld und Tugend. Bisweilen wird auch beydes zusamen gesetzet: Die vom Himmel geschüzte Unschuld und Tugend stellet vor Bellerophon in einer Opera. Unsere mag demnach heissen: ¶ BELLEROPHON ¶ In einer ¶ OPERA.'

'LII. Hier werden etliche Früchte von meiner Andacht folgen. [S] <br> <br> ¶ Aus Psalm XXVII, 11--14. ¶ 1. ¶ ACh weise mir/ HErr/ deine Wege/'

'Aus Psalm LXII, 6, 7, 8. ¶ 1. ¶ MEine Seele bleibet stille.'

'Ein Morgen-Lied. ¶ 1. ¶ ERmuntert euch/ erquickten Glieder!'

'Ein Abend-Lied. ¶ 1 ¶ GOTT Lob! der Tag ist nun beschlossen.'

'Ein Tisch-Lied. ¶ 1. ¶ NUn wir sind auch dismahl satt/'

'Ein Buß-Lied. ¶ 1. ¶ GErechter GOtt! was kan ich sagen?'

'Ein Abendmahls-Lied. ¶ LAß irrdische Geschäffte stehen/'

'Ein Sterbe-Lied. ¶ 1. ¶ ACh! daß nicht die letzte Stunde'

'Dergleichen. ¶ 1. ¶ ACh süsse Stunde brich doch an!'

'Ein Danck-Lied.'

'Von der Vergnüglichkeit. ¶ 1. ¶ COntentus mea vivam forte.'

'LXX. Schwaben und Francken haben auch ihre besondere Grillen/ allermeist lassen sie das E. am Ende der Wörter weg. Z. E. Lieb/ Gnad/ Seuch/ Speiß/ etc. vor Liebe/ Gnade/ Seuche/ Speise etc. welches uns aber zu hart klinget.'

'Oratoria: Ein unschuldiger Mensch/ welcher sich der wahren Tugend befleisset/ ist immer der Welt ein Dorn in Augen/ und wenn der Himmel nicht sein Trost wäre/ solte es je zuweilen schlimm um ihn stehen. [S] <br> <br> ¶ Poetica: Tugend muß sich immer leiden/'

'LUst/ Ergötzen und Vergnügen'

'XVIIII. Bey dieser: Ich will den Himmel lieben; sind die Rationes zuerst gesetzt. ¶ Der Himmel weiß alle Vergnügung zu geben.'

'Prop. Leipzig ist ein galanter Orth.'

'Prop. Die Poesie recommendiret einen tugendhafften Menschen überall.'

'Prop. Es ist alles eitel.'

'Prop. Ananias, ein Geistlicher schmälete auff eine gleichfalls geistliche Person/ der er nicht gar grün war/ daß sie eine Perruque trug.'

'Exemplum, Salomonis/ Simsons etc.'

'Testim. Pauli: Die da reich werden wollen/ fallen in Stricke etc.'

'In hohen Ehren. causa: Je höher die Würde/ je grösser die Bürde/ je stärcker die Gefahr.'

'Propos. Lieben mag ich nicht.'

'Antecedens: Du begehest dein Hochzeitfest.'

'Da ich eine artige Meditation anstellen könte/ mit wem sich das Frauenzimmer vereiniget hätte/ als: mit GOtt/ mit der Tugend/ mit einem Liebsten etc.'

'Die Tugend ist ein Genus/ und hat unter sich die Keuschheit/ Mäßigkeit/ etc. Die Keuschheit ist eine Species, und gehöret in die Classe der Tugend.'

'Also ist der Vater causa efficiens, GOtt aber/ als Stiffter des Ehestandes/ causa principalis.'

'Die Forma eines Theologi ist Oratio, Meditatio, Tentatio &c.'

'cur? damit er GOtt vor seine Güte dancke/ und sich mit den Seinigen in zuläßlicher Lust darüber ergötze.'

'Hingegen/ da ein Carmen auff das Symbolum einer Durchl. Person/ was GOtt im Himmel will/ das geschehe; verfertiget werden solte/ so muste sich auff den ersten Anblick der Jambische POeten-Kasten zu rechte rücken.'

'Prop. Celinde/ ich mag dich nicht mehr lieben.'

'Antec. Sein froher Gebuhrts-Tag ist erschienen.'

'Antecedens. Itzo regieret der annehmlichste Monat des Jahres/ nehmlich der May.'

'Es wurde ein Leichen-Carmen gemacht/ auff ein Gottseeliges Frauenzimmer/ welches von Kindheit an wenig gesun-[S] <br> <br> de Tage gehabt/ und ward damit auf das Lied: Meinen JEsum laß ich nicht etc. gezielet/ mit welchem sie sich sonderlich zu trösten wuste. ¶ Thesis. Johann Georg/ der Erste/ führte zum Symbolo: Meinen JEsum laß ich nicht.'

'Es ist eine Oratio Poetica oder Panegyricus von einem Leib-Hunde eines grossen Herrn. [...] <br> <br> ¶ Exordium bis dahin: Was man in Versen schreibt etc.'

'DEr edlen Poesie muß man sich offt erbarmen/'

'SOll nun der freye Reim sich zu den Eltern kehren;'

'HIernächst so darff ich wol den Nahmen nicht verschweigen.'

'SOll nun die Feder mehr den Lebenslauff beschreiben/'

'AUch unveränderlich verbliebst du im Habite.'

'ISt die Vergnügsamkeit ein Schatz von allen Schätzen;'

'DIe rare Sparsamkeit ist dir auch erb- und eigen.'

'WIe aber nie kein Bildso schön gemahlt gewesen/'

'DOch etwas mangelt dir/ das fällt mir itzund ein.'

'DArgegen fällt mir bey die curiöse Frage:'

'ALlein/ wie wird es nun in Zukunfft mit dir werden?'

'Die dritte Sorte/ die von ein und andern Exempel sich verleiten lassen/ die Wissenschafft zu verachten/ erfüllet/ so zu sagen/ die gantze Welt. Ich allein/ der die Welt nur ein wenig gesehen/ habe über tausend wegen der schlimmen Lebens-Art einiger Priester/ von allen insgesammt/ von ihrem Amte/ von Anhörung Göttlichen Worts und denn so weiter von der Heil. Schrifft selber lästerlich reden hören/ daß bey ihren Atheisti-[S] <br> <br> schen Urtheilen in eine betrübte Betrachtung gerahten; Wie leichte Gründe der bösen Menschlichen Natur dienen/ ihre verfluchte Würckung in einem unordentlichen Leben zu beschönen.'

'Wenn sich wenige Philosophi zu Poeten/ so schicken sich alle rechtschaffene Poeten hauptsächlich Philosophi zu seyn/ wegen ihres vor andern vor Natur empfangenen durchdringenden und zur Er-[S] <br> <br> kentniß verborgener Warheit fähigen Geistes. Denn diese Göttliche Wissenschafft hat/ ich weiß nicht was geheimes und verborgenes in sich/ welches allen nicht gegeben noch offen stehet/ sondern nur dem ¶ Ingenium cui fit, cui mens divinior. ¶ der einen gleichen Verstand/ und ein erleuchtetes Gemüht hat. Sind nicht meine sondern des Flacci Worte; wie auch Plato an vielen Orten nicht undeutlich lehret/ ob er gleich den Mißbrauch verwirfft. ¶ Will einer vielleicht einwenden/ die Weißheit in der Poesie habe nicht das Absehen/ noch die Wirckung in Erbauung der Menschen/ als die andere eigentlich genannte Philosophie; dem antworte: bey manchen Poeten vielleicht beydes nicht/ und bey manchen auch mehr; oder in Lesung der Poesie hat die darinnen begriffene Weißheit offt mehr heilsame Wirckung bey manchen Leuten/ als die andere Scholastische Philosophie. Des vortrefflichen alten und jungen Herrn Grüphien geistliche Lieder und Gedichte/ wie auch des Hrn. Hofmanns-Waldau seine/ etc. nebst dieser beyden und des Herrn von Lohensteins höchst-schätzbaren Sit-[S] <br> <br> ten-Lehre. Ja des Herrn Ober-Hof-Predigers Neumeisters an dem Reichs-Gräflichen Promnitzischen Hofe/ Geist-reich bewegende geistliche Cantaten, anderer itzo nicht zu erwehnen/ könten zu einiger Behauptung meiner Meinung angezogen werden.'

'Der blosse Nahmen eines geistlichen Buchs ist mancher ihrem Gewissen zuwider/ daß es keines Anblicks gewürdiget wird: alleine in Roman/ darinnen manchmahl die schärffsten Sitten-Lehre enthalten/ wird nicht mit solchem Eckel durchblättert/ weil er [S] <br> <br> bey Bestraffungen ihrer Laster auch etwas in sich führet/ das ihrer Neigung in billigen Stücken schmeichelt. Ein geistlich Buch fliehet ein wollüstig Frauenzimmer wie die Schlange den Beschwehrer/ weil sie vorher weiß/ was vor unangenehme Dinge sie daraus zu gewarten; einen Roman aber nicht/ weil sie nicht weiß/ was sie aus solchen zu erlernen; und wer sieht endlich/ der sich noch so sehr vor dem Sterben fürchtet/ die Gräber nicht mit einigen Nachdencken an/ wenn er durch einen Lust-reichen Gang unvermuhtet auf einen Gottes-Acker geleitet wird. (*[In Menantes Satyrischen Roman/ der Spatzier-Gang auf den Gottes-Acker.] <br> <br> ) Ein Poetisch Buch wird vor angenehm und gefällig geschätzt/ und wegen seines Ergetzens geliebet; der Tugend wegen aber selten aufgeschlagen/ bey derer man hernach mit mehrer Verwunderung/ gleichsam wie vor einer Rarität stille stehet/ wenn man sie so schön darinnen findet: Ja ich habe ein Frauenzimmer/ das vor hundert Reichsthaler nicht den Spruch: Huren und Ehebrecherinnen wird GOtt richten/ hätte aufgeschlagen/ mit Begierde ein Straff-Gedicht solcher Geilheit durchlesen gesehen. Warum? sie wuste/ wie die Schrifft solche Laster tadel-[S] <br> <br> te; hier trieb sie die Neugierigkeit an/ umb zu wissen/ was der Poete davon sagen würde; und unter von mir gemerckten peinlichen Seufftzern fing sie hierauf an: Es sind schöne Gedancken.'

'Es gibt so Kluge unter sie/ [der Opern-Frauenzimmer, J.T.] <br> <br> daß wenn sie so schön leben/ als schön (manchmahl auch garstig) sie zu raisonniren wissen/ so würde lauter Lob-Reden vor sie verfertigen. Gleichwol will aus Christlicher Hoffnung/ es werde eine vielleicht einen Anfang darzu machen/ mich im Voraus darauff befleißigen/ und ihnen zu Liebe annoch gantz kurtz den Grund ihrer Fehler untersuchen/ damit/ wenn selbiger gehoben/ ein edler Leben folgen könne. ¶ Alles Opern-Frauenzimmer ist von Natur von einem wollüstigen Temperament: denn daher kömmt es/ daß sie zur Music incliniren/ freundlich/ höflich und leutseelig sind. Wenn man denn solche Frauenzimmer jung in die Opern thut/ so wird ihre Passion zur Wollust vermehret/ die Neigung ihres Hertzens befriediget/ und ihnen Lebens-Unterhalt dabey geschafft. Was ist vermögender/ einen in übler Lebens-Art zu er-[S] <br> <br> halten/ als Vergnügen und Interesse? Vielmahls habe dergleichen Personen/ wenn ihnen ein Priester oder sonst jemand das Hertz gerührt/ über ihre Sünde weinen gesehen. Wollüstige Personen sind leicht zu bewegen/ und also lassen sie zuweilen eine Reue und Neigung zu einem edlen Leben blicken; allein wo ist das Beharren/ da auf der andern Seiten das Interesse? Wodurch ernehren sie sich/ wie sie gewohnet? Die Tugend dürffte endlich siegen/ wenn die Wollust durch einen anständigen/ und das Interesse durch einen solchen Liebsten contentirt würde/ der sie ausser denen Opern honneter halten könte; und solches wünsche als ein guter Freund von Grund der Seelen. Was aber die Männer anbelangt/ solches müssen zu einer friedseeligen Ehe eine gute Opinion, und wenn sie ja nicht viel gutes glauben können/ in Regard der künftigen Auffuhrung die Christliche Maxime aus dem Corpore juris canon. vor Augen haben: ¶ Meretricem in uxorem ducere, est bonum opus facere. ¶ Und legen endlich Ubelgesinnte meine wohlmeinende Gedancken hierüber als eine [S] <br> <br> Verläumdung aus/ was saget denn die Schrifft darzu: Sirach cap. 9. Fleuch die Bulerin/ daß du nicht in ihre Stricke fallest. Gewöhne dich nicht zur Sängerin/ daß sie dich nicht fahe mit ihrem Reitzen. Also will lieber mit dem Himmel ein Verläumder/ als mit den Menschen ein Schmeichler seyn. ¶ Viele schöne Regeln hat nun der Herr Autor in diesem Wercke von den Opern entworffen; allein ob und wie man mit eben dem tugendhafften Gemühte aus/ wie in die Opern gehen/ und die Stimme des Frauenzimmers hören/ ohne die Sirenen Charmes in das Hertz dringen lassen könne/ hat er mir/ ich weiß nicht/ ob einem mehr Erfahrnen / oder sonst warum/ auszuführen übergeben/ so auch nächst GOtt in einem andern Tractat mit aller bescheidenen Höflichkeit geschehen soll.'

'XX. In der andern Classe waren faule Patres, solche Würmer/ welche der Eigenschaft unserer Sprache nicht nachgedacht/ spndern immer bey der alten Leyer blieben sind/ und haben die wahre Losung behalten: Narravere Patres, & nos Narravimus omnes.'

'XVI. ¶ Von Oratorien. ¶ CCXI. ¶ Eine Oratoria ist eine vortrefflich schöne Art/ und vornehmlich wird sie uns in geistlichen Sachen und Kirchen-Stücken contentiren. ¶ CCXII. Sie ist aber kürtzlich also beschaffen/ daß ein Biblischer Text und Arien unter einander gewechselt werden. Bisweilen thut man auch ein oder ein Paar Gesetze aus einem Choral-Gesang darzu.'

'XLVIII. Wir wollen aber eben nicht eine neue Division des Styli, und eine Distinction zwischen dem Stylo Ecclesiastico und Politico machen/ weil doch jener mit diesem eine grosse Verwandschafft hat/ ohne nur/ daß er sich mit seinen Realien auf die heilige Schrifft und Glaubens-Lehre gründet/ und in Worten/ und Phrasibus seine Richtschnur gemeiniglich nach unserer Teutschen Bibel nimmet. [S] <br> <br> ¶ XLIX. Und dannenhero muß man sich in geistl. Liedern vor allen Dingen an Biblis. Worte und Phrases binden und halten/ wo es sich thun läst/ und dergleichen zur vorhabenden Materie vorhanden sind. Man redet doch lieber mit dem heiligen Geiste/ als aus Menschlicher Weißheit und eigner Speculation. So dann wird es auch an Kern und Nachdruck nicht fehlen. ¶ L. Hiernächst schreibe man so deutlich und geistlich-einfältig/ als man immer kan/ und setze sich Lutherum/ Bartholomäum Ringwalden/ Johann Francken/ Simon Dachen/ Johann Herrmannen/ Paul Gerharden/ und andere geistreiche Männer/ zur Imitation vor/ nehmlich qua dictionem & realia, nicht aber/ zu mahl bey den Alten/ qua constructionem & Rhytmos, welche hier eben so rein/ wie in andern Gedichten seyn müssen. ¶ LI. Man machet sonst einen grossen Staat von Johann Risten. Allein mein Judicium, ohne jemanden zum Praejudiz von ihm zugeben/ so finde ich in dem zehenden Gesange kaum ein bisgen Safft und Krafft/ welches ein andächtiges Hertze recht vergnügen könne. Wie konte es aber auch anders kommen? Indem er den Buchführern alle Lieder/ und derer gantze Lasten voll/ ums Geld ausfertigte. Gleichwol waren sie in grosser Estime, das macht/ er hatte einen Mantel um/ welcher Opinio heisset.'

'Und wenn man kein ander Fundament hat/ so redet und schreibet man auff die Arth/ wie D. Luther die heilige Bibel übersetzet.'

'XLI. Locus Testimoniorum schliesset den Troup, und beziehet sich entweder auff ein Dictum Biblicum, oder Hypothesin und Principium, so schon insgemein von der klugen Welt recipiret ist/ oder schön Apophthegma, und Sententiam eines weisen Mannes/ oder Emblema, oder Medaille, oder Gewohnheit/ oder Symbolum, und was dergleichen Curioesitaeten mehr sind. Z. E. Sirach spricht: Gewöhne dich nicht zur Sängerin/ daß sie dich nicht fahe mit ihren Reitzen. Einer mahlete eine Sirene/ und schrieb darzu: Incantat dum cantat, &c.'

'Sein [Hofmannswaldaus, J.T.] <br> <br> sterbender Socrates redet mit beweglicher moralischer Klugheit/ und seine geistlichen und andere Lieder von der Zufriedenheit und Ausschmückung des Gemühts/ führen so schöne Sitten-Lehre in sich/ daß/ welches eines jeden Poeten Propos seyn soll/ in dem Herrn von Hofmanns-Waldau die Weißheit mit [S] <br> <br> der Anmuht sich vermählet/ und wir so edle Eltern an den hinterlassenen Poetischen Kindern erkennen können.'

'Doch ist ihm [E.N., J.T.] <br> <br> auch nicht unbewust/ das Er in einem Stande nunmehro lebet/ darinnen man der Leute Wahn viel zu Gefallen thun müsse/ und ein Priester auch zur Gesundheit seines Leibes keine Pfeiffe Toback/ den doch GOtt zum rechten Gebrauch so wohl als andere Kräuter erschaffen/ in Gegenwart solcher Leute rauche/ die aus blinden Irrthum sich daran ärgern. ¶ Aus diesen und keinen andern Ursachen enthalte mich seiner besondern Benennung der Weltlichen Gedichte wegen/ weil er/ wie mir bekandt/ seine Muse nunmehro zu Gottes Ehren allein/ und trefflich hören läst; und wende mich zu dem Herrn Ober-Hof-Prediger bey dem Reichs-Grafen von Promnitz/ Hrn. Erdmann Neumeister/ dessen geistlicher Cantaten wir oben bereits erwehnet. Ich will sie nicht rühmen/ sondern solche zu lesen/ oder sie in denen vielen Kirchen/ wo man sie mit der Music eingeführt/ zu hören bitten/ so werden Seufftzer/ Thränen oder eine innerliche Tugendhaffte Bewegung ihre besten Lob-Reden seyn. Was die Poesie [S] <br> <br> anbelangt/ so ist solche desto schöner/ weil sie der Schrifft-gemäß/ und von keinen hochtrabenden Menschlichen Gedancken ist. Will man sagen/ weil sie so natürlich geistlich/ so habe er nur in wohlfliessende Reime gebracht/ was in der Schrifft in ungebundener Rede stünde? O nein/ man siehet die Züge und die Gänge seiner edlen Genie und Poesie gar wohl/ und ist desto vortrefflicher/ daß er sie durch den Heil. Geist aus seinem Geiste genommen. ¶ Nach diesem Muster habe mich bemühet/ meine wenige geistliche Gedichte zu verfertigen/ und nach solchem werde auch meine übrigen/ deren der Himmel viel wolle seyn lassen/ einrichten. Die Music nun solcher geistlichen Cantaten, legt der Würdigkeit der Poesie keine Unehre/ sondern eine nicht gemeine Krafft zu andächtiger Bewegung vollends bey/ und wird solches zu glauben genug seyn/ wenn man weiß/ daß es der berühmte und in Kirchen-Stücken besonders vortreffliche Herr Capell-Meister Krüger am Hochfürstlichen Weissenfelßischen Hofe gemacht;'

"Der hochgelehrte Hr. Doctor und Professor Mencke/ in Leipzig/ führet mit einer zierlichen und in der Poesie geschickten Feder in dem Gratulations Carmine auff den Herrn Ober-Hof-Prediger Neumeister/ oder in der Frage: Ob ein Poete wohl Superintendens seyn könne? unter andern an: daß Marcus Antonius Flaminius einer [S] <br> <br> von den Frömsten und Gelehrtsten gewesen/ von dem Monsieur Bayle saget: Sa pieté n'empecha pas, qu'il ne fit un tres grand nombre de Vers amoureux, & tres-amoureux, quoi qu'il fût Ecclesiastique. Conf. Menage Anti-Baillet T. I, p. 337. Ob er gleich im geistlichen Stande/ und dabey von besonderer Frömmigkeit war/ so verhinderte dieses dennoch nicht/ daß er eine grosse Menge verliebter/ und zwar sehr verliebter Verse machte. Und Mademoiselle de Scudery, welche den Affect der Liebe in ihren Gedichten und Romanen vortrefflich ausgedruckt/ soll gleichwohl selbst davon frey geblieben seyn. ¶ An welchen und vielen andern angeführten Poeten wohlgedachter Herr Professor Mencke nicht die Liebe/ sondern nur den Mißbrauch dieser edlen Passion in der Poesie getadelt; Und darinnen bin ich so wohl mit ihm eins/ als mit mir selber uneins bin/ in meinen ersten und vor 5. Jahren heraus gegebenen Gedichten/ einige schlüpffrige Gedancken durch die Feder fliessen zu lassen. Sie sollen Virtualiter darinnen ausgelöscht seyn; und wiederhol ich hier zum Beschluß: [S] <br> <br> Daß keine vergnügtere und dabey edlere Beschäfftigung ist/ als seine Poesie dem Himmel/ sich selber/ oder seiner Gemühts-Zufriedenheit/ und hohen/ wie auch andern tugendhafften oder Tugend bedürfftigen Personen zu Gefallen und Ruhm verfertigen. ¶ Was den Himmel und die Zufriedenheit anbelangt/ so hat/ wie der Herr Doctor Mencke in gedachten gelehrt-geschickten Carmine anführet/ Gregorius Nazianzenus, welcher den Poetischen Geist/ den Geist Gottes genannt/ sein Ertz-Bischoffthum zu Constantinopel im 55sten Jahres seines Alters aufgegeben/ üm die Poesie besser abzuwarten."

Weise, Johann Ernst

Unvorgreiffliche Gedancken von Von Teutschen Versen

'Wer wünscht nicht diß und das/ der zielt auf Gold und Geld/'

'Mel. Ich will seiner Gewogenheit mißbrauchen/ und denselben um ein Beyspiel ersuchen. Hier werden sich unter meinen Büchern Herrn [S] <br> <br> Weisens reiffe Gedancken finden/ vielleicht können wir wol eine Probe antreffen. ¶ Ursent. Nachdem er das Buch genommen/ und aufgeschlagen. Gar wohl/ und eben findet sich auf dem 179. Blat ein kurtzes Leich-Carmen, welches also heißt: ¶ „Nur einmal ist zu viel/ wenn eine Liebste stirbt/'

'Satzte sich [Melintes, J.T.] <br> <br> also an seinen Studier-Tische/ nahm Herrn Weisens reiffe Gedancken/ und in selbigen unter den Lehr-Gedichten das fünff und sechzigste vor sich/ und brachte nach vielfältigem Nachsinnen und grosser Mühe wegen der Construction diese Arie zuwegen: ¶ I. ¶ Ich spiele nicht! ich habe mich verbunden/'

'Wer GOttes Liebe sucht/ der zeige seinen Fleiß.'

'Tene ergo lacessere flamma ¶ […] <br> <br> [S] <br> <br> […] <br> <br> ¶ Also schreckte dich das Feuer/ biß das trotzige Gewässer/'

'I. ¶ Ach du Blume grüner Jugend/'

'I. ¶ Auf die nichtige Welt-Freude!'

'II. ¶ Hochzeit-Arie!'

'V. ¶ Studenten-Andacht.'

'Was meinem GOtt beliebt (das will ich gerne sehen:'

'I. ¶ Er mag nicht eitel seyn.'

'II. ¶ Er nimmt Abschied von der Erden.'

'III. ¶ Er mag nicht lieben.'

'Die Allusiones wollen wir ebenfalls an einem Exempel weisen/ und zwar an einem geist-[S] <br> <br> lichen Exempel, da man auf Biblische Historien und Sprüche abzielet. ¶ Auf den Tod eines alten Mannes.'

'I. ¶ HImmels-König süsse Freude!'

'HIer endet sich mein Fleiß! Ist irgend was versehen/'

'Wer seine Bibel fleissig umblättert/ wird alsobald mercken/ wie die Allusiones hier gehäufft seyn/ und wie sie sollen angebracht werden.'

'Wie ich dann meinem GOtt täglich Danck-Opffer abschicke/ daß er mich den Grund zu meinem Studieren unter diesem galanten Lehrer hat legen lassen/ vor dessen Gloir und Wohlergehen ich allezeit dem Vater Römischer Dicht-Kunst folgenden Wunsch abborge: ¶ O mihi tam longae maneat pars ultima vitaeSpiritus & quanhtum fat erit tua dicere facta. [S] <br> <br> ¶ Oder wie es Teutsch heissen möchte: ¶ Läßt GOTT mein Lebens-Ziel in festem Zirckel gehen/ ¶ Soll Feder/ Mund und Hertz auf FERBERG Nach-Ruhm sehen.'

'Allein ich möchte schier dasjenige umgekehrt hieher ziehen/ was der berühmte Doctor Herr Riemer in der Vorrede seines verblümten Christenthums einem Ungeistlichen vorleget/ da er sagt: Dicunt sed non faciunt, daß ich verändert sage: Dicunt sed non probant.'

Grüwel, Johann

Hochteutsche kurze/ deutliche und gründliche Vers- Reim- Und Dicht-Kunst

'Wer Himmel-Schlüssel hat/ der kan den Himmel schlîssen;'

'Und mittelst sein Gebät des Himmels-Gunst genîssen/'

'Also inn dem Wôrte: Heilige/ ist die Erhebung auf der Syllbe: Hei/ und der Fall ist auf den Syllben: li und ge.'

'Also höret man bald/ daß inn dem Wôrte: Heilige/ die erste Syllbe erhoben/ dy beide andere fallend sind. Darüm ist die erste lang; die andern beide aber sind kurz. Doch kan die letzte Syllbe inn: heilige/ auch ohn Ubellaut lang außgesprochchen/ und darüm lang gebrauchet werden.'

'Ermuntre dich O Mensch/ und trage grôß Verlangen'

'8. Allezeit sind 1. die Einsyllbige ein gewisses bedeutende Wörter/ als: GOtt/ Haus/ Lid/ Wôrt. e. g. ¶ GOtt hat sein Härt und Haus/ ¶ […] <br> <br> ¶ Inn disem Reim ist das einsyllbige Wort: GOtt kurz […] <br> <br> . Hingegen in dem folgendem Reim: ¶ GOtt hat bey uns Härt und Haus/'

'Wir erfaren inn der Taht/'

'Ob wîr anitzo zwâr geldlose Zeiten haben:'

'Also wird der geneigte Leser bey meinem nachfolgendem 16. geistlichen Lide inn acht nemen dy Reime: [S] <br> <br> klebet/ hebet. Häßlich/ greßlich. Borgen/ sorgen. Tüchtig/ züchtig. Hiher gehören inn den bekanten Lidern: Wy schön leuchtet der Morgen Stern/ und des Herrn Schirmers: O heiliger Geist kehr bey uns ein etc.'

'Wen tödt’t die Gicht'

'GOtt hat sein Härt und Haus/'

'Münch’ und böse Pfaffen'

'Nichts ist GOttes Segen gleich/'

'Wir erfaren inn der Taht'

'Tunkelheit bitet der Sünde die Hand.'

'Ein geistlich Mann ist von der Welt geschiden'

'Durch Gedult das Kreuz u. die Beschwerde'

'Wer straks wil seyn ein Herr/ der wird zuletzt ein Knecht/'

'Libet Billigkeit und Recht/ laßt euch auch bald weisen: ¶ […] <br> <br> ¶ Dise beyde Verse haben sechs volle Trochaeos; inn der Mitten haben sie zum Durchschnitt das Wort: Recht und GOtt; (so man einen Nachsatz/ oder Zusatz kan nennen) und klingen daher besser.'

'Darüm klinget es lange so lîblich nicht/ als das fünfte/ das Zusatzwort: Recht und GOtt/ dem Vers einen angenemeren Durchschnitt gibet.'

'JEsus ist mein/ Trost/ den ich weiß.'

'Der Maz ist ein verruchter glauben-loser Mann'

'3. Weil auch gute Poëten das kurze e vôr dem Vocali im Verse nicht elidiren/ als Hofmannswaldo inn dem Tränen der Tochter Jephte pag. 20. v. 2. Ich zittere und etc. vers. 5. und 12.'

'Paul Gerhart inn Crügers 67. Lid. v. 5. Deine Engel. v. 7.'

'S. V. Birk. 119. L. v. 4. Beut’ der Wölfe. v. 13. Sünd’ mir: Mühd’ [S] <br> <br> genug.'

'heil’ge'

'Genade oder Gnade'

'wywol ich weiß/ daß vorneme Poëten solche gebraucht haben/ und daß bisweilen dy Meinung/ darauf es im Vers hauptsächlich an kommt/ erfodere einen unreinen Reim zu gebrauchen/ als: wenn Oben mit Glauben inn m. geistl. Lid. No. 2. Str. 3. gereimet wird/ da es auf der Mariä Glauben ankam/ und sich sonst kein Reim-Wôrt schikken wolte.'

'Agatha d.i. Vaterkelter. Abida/ (kunstreicher Vater) Abisua/ (Heilvater) Adama/ (bluhtroht) Zidonia (herrschender Herr) Ahaliba (meine Hütte.) Asia (ein Prophêt I. Reg. II. v. 10.) Alia (der Herr ist hôch.) Atara (Krôn I. Par. 2. v. 26.) Athalia (ein gottlos Weib 2. Reg. 8. v. 26.) Batseba (ein schön Weib wird Königinn 2. Sam. II. v. 4.) Dise und dergleichen fremde Wörter geben ein Reim-Wôrt auf ja/ und zeigen zugleich an/ daß ein Poët nicht ein Fremdling sey inn der heiligen Schrift/ und inn den weltlichen Historien.'

'Weil aber die Wörter/ so sich mit ihm [S] <br> <br> reimen schôn No. 3. Lit. B. gesetzet/ so wird der Leser es da wyderholen/ und dabey die fremden Wörter nicht vergessen/ dy sich mit ihm reimen e.g. Abinadab. Matth. 2. v. 4. Ahab Jer. 29. v. 22. I. Reg. 16. v. 29. & seqq. Eliab (GOTT Vater/ I. Reg. II. v. 23.) Joaab (gelîbter Num. 10. V. 29.) Joab 2. Sam. 2. v. 13. Jobab (Schreier Gen. 36. v. 33.) Jonadab (freygêbig 2. Reg. 10. v. 15. &c. &c.'

'Nach diser Vôrstellung lautet von meinen geistlichen Lidern das achtzehende/ also anfangend: ¶ JEsu Sohn Davids! laß dich gnädig finden/'

'Zu dergleichen Exempel sey das erste von meinen geistlichen Lidern/ also anfangend No. 1. ¶ Dîr Christe GOttes Sone'

'Man könte Sy wol nachkünsteln/ wy im I. Buch Mosis der Herr Luterus ungefehr einen solchen gesetzt hat: ¶ Vater Isaac scherzte mit seinem Weibe Rebecca'

'Mîr ging/ mîr geht/ mîr wird es gehen inn der Welt'

'Feu’r/ Erde/ Wasser Luft dy Element mich nären/'

'Der Anfang sey von GOtt/ der selbst der Anfang ist/'

'No. 29. der Geistl. ¶ Es ist gewiß ein Ding/ das über alles ist/'

'Also [S] <br> <br> findet man inn meinem geistlichen Lîde No. 16. also anfangend: ¶ Vom Himmel sä’t der Akkers-Mann etc.'

'Großer Menschen Freund hast von Ewigkeit'

'Zudem ist Ewigkeit/ Selenleid/ Wogenheit besser ein Trochaeus mit einer übrigen Syllbe/ als Dactylus.'

'Darüm kan Ewigkeit/ Selenleid/ Wogenheit kein Dactylus hîr seyn'

'zum Exempel sey die erste Strophe von meinem geistlichem Lîde No. 12. der Geistl. ¶ Wol dem! der inn der Ehe libet/'

'Also ist mein geistl. Lîd vermischt: No. II. ¶ Last uns mit den dreyen Weisen'

'Ein Exempel über dy/ so aus denen Kling-Ge-[S] <br> <br> dichten genommen sind/ sey auß meinem Geistlichen No. 16. ¶ Vom Himmel sät der Akkermann'

'Dergleichen Strophen sind inn meinen Geistl. zu sehen.'

'Auf dem kürzsten Tag im Jahr. ¶ NNn freut euch meine Glieder/'

'Dergleichen ist zu finden inn meinen Geistlichen No. 61. 70. 73.'

'Dergleichen ist inn meinem Geistl. Lîde/ also anfangend: No. 2. ¶ Wachcht auf ihr Menschen insgesammt/'

'Was ist das/ dem man stäts nachstellt? Echo/ Geld.'

'Ein rein Echo: ¶ Ihr Zänker/ was bringt eure Sachch? Echo. Ach.'

'Von Noä Zeit wahr diß der Gang:'

'Also hören dy Ringel-Verse da auf/ wo sy angefangen haben/ als: Homerus Iliad 13. ¶ Welchen GOtt mit milder Hand'

'Ein gleiches Exempel ist befindlich inn meinem 24. Geistlichen Lide.'

'Die Raute. ¶ Dy'

'Der Circul. ¶ Der'

'Das Herz. ¶ Herz! schmerz'

'als/ der Name JOHANNES kommt auß den ersten Buchstaben der folgenden Verse: ¶ Ich befinde inn der That/'

'Ein solches Lîd ist/ welches man inngemein das güldene ABC nennet/ und ich nach der rechten Vers- und Reim-Kunst eingerichtet habe/ wy solches unter meinen Geistl. verbesserten Lîdern befindlich ist/ No. 37. Also hat der Göttliche Poët und Prophêt König Davîd seinen 119. Psalm nach Ordenung des Hebreischen Alphabêts inn 22. Absätzen/ oder Strophen/ geteilet/ deren jede acht Verse/ (so alle mit einerley hebreischen Buchstaben anfangen/) begreifet.'

'Also wird auß Leid/ Lied/ wy der König David durch sein grôßes Leid ermuntert worden/ so manches schönes Lied zu dichten/ und es allen Creuzträgern trôstgebend zu hinterlassen.'

'Erklärung. ¶ O König Friderich! dein Name zeigt es an/'

'Zum Exempel sey dise Pindarische Ode ¶ Vom Garten-Lob. ¶ Strophe oder Satz: ¶ DEn Gärten gibt man billig Preiß/'

'Sein [Neumarks, J.T.] <br> <br> herauß gegebenes Exempel lautet also: ¶ Grôsser GOTT ¶ STreue deinen güldnen Rêgen auf diß Pâr und sy erfreue/'

'Als ich bey flîßender Poëtischen Ader einen Versuch that/ folgeten dise ¶ Ketten-Verse: ¶ Sorgen wil ich nicht für den andern Morgen/'

'Also reimet sich inn disen Ketten-Versen das kurze o inn Sorgen/ Morgen/ Borgen: inn soll/ voll/ wol: inn GOtt/ oth/ Spott/ und der vorhergehende Consonans, als Reim-Richter/ hat seinen gebührlichen Unterscheid inn den Reim-Wörtern.'

'Item: das kurze i inn nicht/ bricht/ Christ/ ist.'

'O Unbestand!'

'DEin Ruhm/ Arate, ist bekant/'

'Christentlich/ für Christlich.'

'Fromb/ für fromm.'

'Lobesam/ daß der M. J. Sprenge oft mißbrauchet/ als: ¶ Des Nachts mir bald im Traum vorkam/'

'Und abgehalten auch darvon/'

'Nur dises bitt ich für und für:'

'als: der Mann ist grôß/ dy Frau ist fromm/ das Ding ist löblich. Sonst heißt es: Der grôße Mann/ dy fromme Frau/ das löbliche Ding. Herr Rist: O GOtt sehr reich/ für: O sehr reicher GOtt.'

'Joh. Heermann/ 262. L. Str. 1. Als solches ward geschlagen an/ für: angeschlagen. 268. L. Str. 3. Bald traten sy der Krippen zu/ für: bald traten sy zu der Krippen. [S] <br> <br> ¶ Paul Gerhard/ 144. L. Str. 7. Wer sich nun da stellet ein/ für: einstellet. 242. L. Str. 7. Wilst du nicht sehen an/ für: ansehen. 273. L. Str. 12. Wirst du inn Gnaden nemen an/ für: annemen. Denn in futuro stehet dy Praepositio allzeit vorn. ¶ J. Franc, 149. L. Str. 8. Man wird das Feu’r der Lîb auf dem Altàr dîr zünden an/ für: dîr anzünden.'

'Solches soll gezeiget werden auß des êdlen Herrn Risten schönem Morgen-Lide: ¶ GOtt der du selber bist das Licht/'

'Wenn uns der Himmel auf- wird nêmen.'

'heilger für heiliger'

'Im Himmel/ von: inn dem Himmel.'

'Vom Himmel hôch da komm ich her/ das ist: von dem Himmel.'

'Du solst Gott liben von ganzem Herzen/ und von ganzer Selen/ das ist: von dem ganzen Herzen: und der ganzen Sele.'

'Lazarus für einen Armen'

'Der Apostel/ d.i. Paulus.'

'Sey gegrüßet du König der Juden!'

'Behüte uns GOtt für Forchen-Stiche/ dy machchen vîl Löchcher.'

'Oft ist der Jünger Judas ein Judas.'

'Er empfing vîl Wunden/ Wundern dy uns heilen.'

'Kan ich den Himmel nicht durch mein Gebet bewegen/'

'Wy hat doch GOtt dy Menschen so lîb!'

'Der im dritten Himmel unterrichte Apostel.'

'O der unendlichen Barmherzigkeit GOttes gegen dy Sünder!'

'18. Wenn dy Sonne inn dy Hölle scheinet. d.i. Nimahls.'

'DIe Hochteutsche Vers-Reim- und Dicht-Kunst erfodert Sachchen und Wôrte. Die Sachchen sind entweder Geistlich oder Weltlich. Unter den Geistlichen bekanten ist das Lîd Mosis und Mirjam wol das älteste/ das sie gesungen/ als GOtt den Pharao mit den Egyptern im roten Mär ersäufet hatte/ das zu sehen im 15. Cap. des andern Buchs Mosis. Sonderlich aber sind die Psalmen/ oder Lider/ des Königs David/ auch sehr alt. Denn man hält dafür das der David gelebet zu der Zeit als Troja von den Grichen verstöret worden. Hundert und 50. Jahr darnach hat [S] <br> <br> Homerus Gelegenheit genommen/ seine Rhapsodias von dieser Verstörung zuschreiben und also sind die Lider des Mosis und Davids vîl älter als des Homeri Schriften/ den man für den ältesten weltlichen Poëten hält.'

'Da teilen sich dy Verse/ Reime und Gedichte nûn bald inn Geistliche und Weltliche/ wy auch im Anfange diser Kunst angefüret ist. ¶ I. Dy Geistliche haben auf nichts/ als auf GOtt ihr Absehen/ wy sy denselben loben und preisen/ und ihm Dank sagen wollen für alle Guhttaten Leibes und der Selen. Imgleichen daß sy ihn üm himmlische oder zeitliche Güter bitten. Oder daß sy ihn anrufen inn Kreuz/ Unglükk und Verfolgung. Oder daß sy Vergebung der Sünden suchen durch andächtige Buß-Gesänge. Diser Ahrt nûn sind inn der Evangelischen teut-[S] <br> <br> schen Kirche vîl verhanden/ und werden von Christlichen Poëten noch immer mehr zu Tage geleget. Dergleichen hihr anzufüren achte ich nicht nötig zu seyn; sondern wil den verlangenden Leser hinngewisen haben zu dem Teil dises Buches da meine geistliche Lîder/ Gedichte/ Seufzer/ Wünsche und Sprüche bey einander gefunden werden.'

'Solche Beschaffenheit haben auch alle Strophen oder Reim-Schlüße/ dergestalt/ daß dy folgende Strophen/ dy man auch einen Vers nennet/ (wy denn auch dy Periodi inn der Heil. Schrifft Verse genant werden/ darüm das Wôrt: Vers/ ein aequivocum ist/ das bißweilen eine auß gewissen Füßen verbun-[S] <br> <br> dene Reie/ bißweilen eine Strophe/ dy aus gewissen zahlbaren Versen bestehet; Dan einen Vers des Capittels in der Bibel bedeutet) eben so vîl Verse/ und der Vers so vîl Füße müsse haben/ als dy erste Strophe.'

'24. Sententiae, Lehr-Sprüchche/ dadurch etwas geleret wird/ ohn ein Bild/ auch ohn ferner nachsinnen des Lesers. Solche Lehr-Sprüchche fangen inn M. Weltl. No. [S] <br> <br> 207. und endigen sich 235. Wer dy Sprüche Solomonis hiher wil zihen/ der wird vîl gute Leren inn Geistlichen und Weltlichen darinn finden. Ob es Verse sind/ davon mögen dy Hebräisten urteilen/ meine sind Verse und Reime'

'(a) Dyjenigen/ welche schôn längst inn der Teutschen Sprache gebräuchlich gewesen/ und so bekant/ daß sy auch das gemeine Volk verstehet. e.g. Contributiôn, Quartîr, Servîs, Cavallier, Monath/ Testament/ Firmament/ Cathechismus/ Calender/ Religiôn/ Exempel/ Sacrament/ Altâr/ Prophêt/ Tempel/ Evangelium/ Capitel/ Vers/ Absolution/ Epistel/ Apostel/ Music/ Captain/ Prinz/ Domina, Aebtißinn/ Prior, Cantor, Rector, Pastor, Cüster/ diese und dergleichen ob sy gleich aus einer fremden Sprache entstanden/ so haben sy doch das Teutsche Bürger-Recht längst erhalten/ und müssen nicht verstôßen werden.'

'II. Müßen gute hôchteutsche Wörter gebraucht werden/ wo dy Verse sollen angenehm seyn/ nehmlich solche Wörter/ wy sy von D. Luttern inn der Teutschen Bibel/ von gelehrten Predigern auf der Canzel gelesen und gehöret werden.'

'Er muß auch ferner bey den Ahrten zu reden und schreiben inn Acht nemen/ daß diselbe seind ¶ 1. Höflich nicht schandbahr. Also schreibet dy Heilige Schrift: Saul sey inn eine Höle gegangen seine Füße zu dekken. d.i. Dy Nohtdurft zu tuhn. Also: zu Stule gehen/ oder dy Wand mit den blossen Rükken ansehen.'

'2. Kan dy Erfindung inn Geistlichen auß der Bibel/ oder dem Text an dem Fest- oder Sontage hergenommen werden. Also hat Herr Opitz dy Psalmen und Episteln inn schöne anmutige Verse gebracht.'

'An Se. Königl. Majestet inn Preußen/ Friderich. ¶ O Wahrer Friderich! O König reich von Friden!'

Wahll, Johann Samuel

Poetischer Wegweiser

'Vater unser in Himmelreich etc. desgleichen in diesen Verse: Unser lieber Vater du bist etc.'

'Ist also der Vers aus einem bekannten Kirchen-Gesange falsch: Denn deer Tod kömmt uns gleicher Weiß etc.'

'Und schicken uns mit allem Fleiß,'

'Flüchtige, Zornige/ Selige etc.'

'v.g. Wenn Eli freundlich thut, verderben seine Söhne.'

'Eben also abgeschmackt ists auch, wenn man die Worte oder Syllben über Gebühr verkürtzet oder verlängert, wie in diesen Kirchen-Gesängen: ¶ Gib deinem Volck einerley Sinn auf Erd etc. ¶ [...] <br> <br> ¶ Denn im ersten muß es völlig Erden, im andern aber nur GOtt heissen. Hier protestire ich zwar einmahl vor allemahl wider alle Läster-Zungen, welche mich etwan beschuldigen möchten, als wenn ich die Geistreichen Kirchen-Gesänge Gottseliger Alten bößlich durchzöge, allein ich sage von Grund des Hertzens, daß ich sie ihrem Geiste und der guten Intention derer seel. [S] <br> <br> Autorum nach höher aestimire, als die galantesten Arien der heutigen Poeten. Sie haben freilich die reine Poesie dazumahl nicht gehabt, inzwischen lassen sich die Fehler daraus am besten zeigen. Wiewohl es finden sich auch Kirchen-Gesänge, welche fast nach allen Grund-Sätzen der heutigen Welt richtig sind, wie mich dann unter andern das Lied: HErr JEsu Christ/ du höchstes etc. offt inniglich vergnüget. [...] <br> <br> Ich gestehe, wie gesagt, gerne, daß dabey wenig oder keine Andacht, vielmehr aber Aergerniß empfinde, und getraue mir mit einem andächtigen Vater-unser etc. GOtt einen weit grössern Dienst zu thun. Soll und muß es aber gesungen seyn, so will ich ja lieber einen Psalm oder Lobgesang/ in ungebundener Rede anstimmen, ehe ich etwan in Ermangelung eines reinen poetischen Liedes der galanten teutschen Sprache so viel Gewalt thun wolte. Denn da ist es gewiß, daß in einem eintzigen: O! du GOttes Lamm/ das der Welt Sünde trägt etc. oder Christe, du Lamm GOttes, der du trägst die Sünde der [S] <br> <br> Welt, erbarme dich unser, desgleichen in dem gewöhnlichen Gesange: GOtt sey uns gnädig und barmhertzig etc. oder in dem Lobgesange Mariä: Meine Seele erhebt den HErrn etc. etc. mehr Krafft enthalten, als in hundert so ungereimten Liedern. Ich will der Autorum zu schonen in Exempeln anzuführen mich nicht aufhalten; gebe aber einem ieden selbst zu überlegen, woher es komme/ daß nicht nur der ungelehrte Pöbel, sondern auch wohl verständige Leute öffters ins Gelack hinein singen, daß kein Verstand heraus kömmt, und niemand verstehet, was er singet, und bey GOtt haben will. Ob, und wie solchem Ubel abzuhelffen, will ietzo, weil es eben meines Ammtes nicht, nicht berühren. So viel sage nur noch, daß ich mir öffters selbst neue Lieder nach alten beweglichen Kirchen-Melodeyen machen müssen, wenn ich in diesen oder jenen Stücke meine Andacht recht haben wollen, und in denen Gesang-Büchern nichts tüchtiges habe finden können.'

'Demnach ist es falsch gereimt: ¶ Des Himmels Herrligkeit'

'Ertz-falsch sind folgende aus einem bekannten Abend-Liede: ¶ Wir bitten deine Göttliche Krafft,'

'Dergleichen sind: Abend, Achsel, Aland, Blumen, Barthol, durch/ fromm, frölich, Graupen, Gersten, Haber, Heckerling, Halffter, hundert, tausend, keusch, Mensch, Wachs, Wechsel etc.'

'GOtt hilfft der Christenheit das schwere Creutz ertragen.'

'v. g. Mit meinem GOtt allein will ich zufrieden seyn,'

'Seint du geschrieben hast bin ich vergnügt gewesen.'

'Was acht ich allen Überdruß,'

'So soll ich denn ô GOtt, zu deiner Taffel gehen?'

'Ich sencke meinen Geist in GOttes Fugen ein,'

'GOtt du bist wunderbahr, und wunderbahr dein Rath,'

'Die Sachen treffen offt mit ihren Nahmen ein,'

'Wohl-Edler, wilst du nun das Saal-Athen verlassen,'

'Ein Mensch kan offtermahls des andern Engel seyn:'

'O! böse Zeit, wie quälest du die Frommen,'

'Hier lieg ich dir zum Füssen,'

'Trochaeische sind die ersten 6. Zeilen in dem Liede: JEsu meine Freude etc.'

'Wer den Schrancken'

'Dactylische sind in dem Kirchen-Gesange: ¶ Hastu denn, JEsu, dein Angesicht gäntzlich verborgen?'

'So hast du denn, JEsu, dein Angesicht gäntzlich verborgen? etc.'

'Getreuer GOtt, hör meine Seuffzer an,'

'GOtt Lob! der Streit ist aus,'

'Der Seegens schwangre Herbst vergnüget unsre Seelen/'

'Wie lange wilstu grosser GOtt'

'Zum Exempel aber einiger Madrigalischen Verse wollen wir als ein Stück eines Theatralischen Gedichtes die Anrede Rebeccens an ihren Jacob beysetzen, als sie ihn zu ihren Bruder Laban in Haran fliehen heisset: ¶ ARIA. ¶ Weiber List kan alles zwingen,'

'Ein Exempel einer völligen Cantate mag folgendes seyn, so auf eines Medici Hochzeit verfertiget worden, das Thema davon ist: Der krancke Medicus. ¶ Lieben ist der stärckste Gifft,'

'Eben dergleichen auf eine Christliche Matrone, so zwey Tage vor Pfingsten gestorben: ¶ Begehet Sterbliche, das Lauber-Hütten Fest,'

'Mehre fort Augustus Zeit dieses Mannes Glück und Ehre,'

'Als Isaac schertzte mit seinem Weibe Rebecca.'

'Dieses Genus hat absonderlich in Arien und Oden grosse Lieblichkeit und Nachdruck und hat mein seel Groß-Groß-Vater, Herr. M. Joseph Clauder, ehemals Rector des Gymnasii, hernach Archi-Diaconus der Kirchen zu Altenburg, dreyhundert dergleichen geistliche lateinische Gesänge, unter teutschen Melodien und Metris heraus gegeben, so gut man zu derselbigen Zeit das Reimen verstanden, welche sich alle mit sonderbahrer Andacht singen lassen. Da man aber anjetzo die Art recht zu reimen genauer verstehet, können freylich viele, der Reime wegen, nicht passiren. Doch will ich davon folgendes anführen, welches auch nach heutiger Reim-Art seine völlige Richtigkeit hat, nehmlich der Anfang folgender Lieder aus dessen Psalmodiae novae. Centuria I. als: ¶ Hertzlich thut mich verlangen etc. p. 605. ¶ Ardenter ingemisco ¶ [...] <br> <br> ¶ HErr JEsu Christ, ich weiß gar etc. p. 671. ¶ Mihi quod hinc Jesu, scio ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ O Welt ich muß dich lassen etc. p. 543. ¶ Te, Munde, derelinquo ¶ [...] <br> <br> ¶ Ach! GOtt und HErr etc. p. 399. ¶ Ah! mi Deus, ¶ [...] <br> <br> ¶ HErr JEsu Christ, wahr Mensch etc. p. 457. ¶ Jesu potens Homo-Deus,'

'In dem ich dieses schreibe, fließt mir das bekannte Kirchen-Lied: In dich hab ich gehoffet, HErr etc. also in Lateinischen Reimen aus der Feder: ¶ In Te speravi, Domine,'

'[...] <br> <br> [S] <br> <br> Ingleichen dieses: ¶ O! GOtt du frommer GOtt/ etc. ¶ O! DEus optime, quorumvis fons bonorum,'

'Auf einen/ so Polycarpus geheissen: ¶ Hier liegt der dürre Rest von Polycarpus Zweigen, ¶ [...] <br> <br> ¶ Auf einen/ Nahmens Daniel: ¶ Hier ist ein Daniel in seine Grufft gefahren,'

'Das Körnlein, so man hier in seine Grufft gebracht,'

'Dir aber, Seeligster, will ich verbunden bleiben,'

'Inzwischen soll dein Grab die kurtze Beyschrifft haben'

'Denn vor diese Themata Conjuncta: Priestern ist vergönnet zu heyrathen/ die Mitternacht ist die beste Zeit des Tages/ der Herbst ist die beste Zeit zu freyen etc. mache ich folgender Gestalt Themata simplicia: Die wohl-vergönnte Priester-Ehe, die billige Ober-Stelle des Herbsts, die billige Ober-Stelle der Mit-[S] <br> <br> ternacht etc.'

'Thema universale, welches sich auf alle beziehet, wäre: alle Menschen sind sterblich. Kein Mensch ist ohne Sünde. Alle Jungfern sind verliebt. Kein Christe verzweifelt an Gottes Hülfe.'

'Thema singulare, welches sich nur auf ein Individuum beziehet, wäre: Petrus ist ein bußfertiger Sünder; Christus ist das höchste Gut der Frommen. ¶ Wer in der Logica die Doctrin de Enunciatione begriffen, wird auch hierinnen leichtlich weiter fortkommen.'

'Thema purum ist, welches, so es simplex, nur aus einem Termino, so es aber conjunctum, nur aus einem Subjecto und einem eintzigen Praedicato bestehet. v. g. Die immer grünende Sachsen-Raute; Priester dürffen heyrathen etc. ¶ Thema mixtum ist, welches, so es simplex, aus mehr als einem Termino, so es aber conjunctum, mehr als aus einem Subjecto und Praediciato bestehet. v. g. Der verdrießliche Jungfer- und angenehme Weiber-Stand, Priester und Philosophi dürffen heyrathen und Kinder zeugen.'

'Collatione geschicht es, wenn zwey Personen gleiches Nahmens mit einander verglichen werden. Bey Beerdigung eines Priesters, der Elias geheissen, wäre das Thema: Der im [S] <br> <br> Himmel-gefahrne Elias. Oder auf einen Priester, Nahmens Michael: Der mit dem Drachen streitende Michael etc. ¶ Oppositione, wenn man erweiset, daß zwey Personen gleiches Nahmens einander ungleich sind. Also könnte man einen Joseph durch folgendes Thema durchziehen: Der unkeusche Joseph, oder der unrecht benahmte Joseph. Auf einen Saul: Der GOtt dienende Saulus. Johannes ausser dem Kercker. ¶ Significatione, da ich die Bedeutung des Nahmens vor mich nehme, und erweise, daß eine Person damit übereinkomme, oder nicht. v. g. Auf einen Petrum: Der unwanckelbahre Felß: Auf einen, der Petrus Müller heisset: Die auf den Felß gegründete Mühle: Auf einen Priester/ der Petrus Fischer heisset: Der reiche Fischzug Petri. Auf einen, der Samuel heisset: Der von GOtt erbetene Samuel. Auf eine Braut Dorothea: Die beste Gabe GOttes. Eine die Maria heisset: Die wohlgeplagte Mara. Auf einen Priester/ Nahmens Kinder-Vater: Der im Werck und Nahmen getreue Kinder-Vater. Auf einen, der Christoph Maurer heisset: Die auf Christum gegründete Mauer etc. Auf den König in Franckreich, welcher allezeit Christianissimus heisset: Der aller unchristlichste Christianus.'

'Uxor heist [S] <br> <br> per Anagramma, wenn der Duplex in seine Simplices c. und s. resolviret wird: Orcus, drum schickte sich zu einem Hochzeit Carmine: Das irrdische Feg-Feuer, oder die zeitliche Hölle. etc. Und lassen solche Anagrammata gar fein, wenn sie auch nur, als Argumenta illustrantia oder amplificantia angebracht werden/ wovon nachfolgende Exempel anführe, welche ein gescheider Kopff wohl wird zugebrauchen wissen: Justus Lipsius, per Anagramma: Pius stili usus. Sigismundus, Musis dignus, Augustus, Gustavus. Logica, Caligo. Laudator, Adulator. Pietismus. Piis metus; und Herba Nicottiana, In bona Charitate.'

'Zum Exempel: Weberus führet in seiner Arte discurrendi p. 3. und 5. von denen Nahmen Adam und Maria artige Gedancken. Adam hält alle vier Theile der Welt in sich, wenn man einen ieden Buchstaben vor ein Griechisches Wort nimmt, nehmlich: [griech] <br> <br> . Welches die vier Theile der Welt: Morgen, Abend, Mitternacht und Mittag bedeutet. Drum schickte sich das Thema: Die Vortrefflichkeit des Nahmens Adam. Und auf den Nahmen Maria schickte sich das Thema: Der aller vollkommenste Weiber-Nahme, weil solches Worts Buchstaben fünff heilige Weibs-Personen in sich begreiffen: Mariam, Mosis Schwester, [S] <br> <br> die demüthige Abigail, schöne Rahel/ die tapffere Judith/ und die fromme Annam/ die Mutter Samuelis.'

'Bey Verehligung eines Priesters: Die wohl-vergönnte Priester-Ehe.'

'Von Perschafften und Symbolis kan man gleichfalls seine Gedancken haben. v. g. Eine vornehme Person führet in ihrem Petschaffte, zwey Cornua Copiae, darüber eine hell-scheinende Sonne stehet, mit der Beyschrifft: Jehovae Gratia ditat. Daher ziehe das Thema: Der fürtreffliche Reichthum GOttes etc. Auf das Symbolum: Per Aspera ad Astra, wäre etwan dieses Thema zuziehen: der rechte Himmels-Weg etc.'

'Wenn einer auf der Reise nach Engelland geblieben: Das Himmlische Engelland/ oder die wohlvollbrachte Reise nach Engelland.'

'Also ist GOtt Causa Efficiens aller Dinge, die Eltern sind Causa Efficiens ihrer Kinder.'

'Drum schickt sich auf einen Hertzog von Sachsen-Gotha das Thema: Der wieder-lebende oder unsterbliche Ernestus, der Fromme.'

'Der Zweck eines Medici ist die Gesundheit, drum setze bey dessen Absterben: Die himmlische Gesundheit, oder die beständigste Gesundheit.'

'Der Effect eines Pfarrers ist eine Predigt. [S] <br> <br> Wenn nun einer auf der Cantzel stürbe, wäre das Thema: Die sich selbst gehaltene Leichen-Predigt. Eines Reisenden Effectus ist gleichsam die Reise oder Wallfahrt. Wenn nun einer auf der Reise stürbe, wäre das Thema: Die verdrießliche Wallfahrt menschlichen Lebens, oder: Die wohl-zurückgelegte Reise.'

'Weil nun um Jena her viel Berge liegen, als schicket sich auf einen vornehmen Mann des Orts: Der Jenaische Wunder-Berg. Wenn ein Mitglied eines Ober-Consistorii stürbe: Der höchste Rath des Allerhöchsten. Wittenberg, heist so viel, als ein weiser Berg, drum schickte sich auf eine Promotion daselbst: Der überstiegene Berg der Weißheit. Und weil Lutherus daselbst gelebet, wäre auf einen vornehmen Theologum solcher Stadt dieses [S] <br> <br> Thema zu ziehen: Der wiederlebende Lutherus.'

'Auf eine Person, welche in ihrer Jugend aus dem Vaterlande gekommen, und nachdem sie sich an einigen Orten aufgehalten, in der Fremde gestorben: Das rechte Vaterland im Himmel.'

'Ein gewisser Autor mahlet einen Diamant, welcher von der Sonne bestrahlet/ desto lieblicher spielet/ mit der Beyschrifft: Clarius inde micat. Hieraus fliesset das Thema: Der durch JEsus Gnaden-Schein vermehrte Tugend-Glantz.'

'Wenn die Alten die Mässigkeit und Frömmigkeit haben abbilden wollen/ haben sie einen Elephanten gemahlet/ weil dieses Thier gantz mäßig lebet, und gleichsam sehr fromm ist, drum wäre das Thema: Die ruhm-würdige Elephanten Tugend.'

'Daher fliesset bey Absterben eines alten verdienten Mannes das Thema: Der freudige Tod der Frommen.'

'Ingleichen wer bey Beerdigung eines guten Freundes, die Condolenz Davids über seinen Jonathan: Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonathan/ anbringen wolte, muß allerdings darzu lange Jambische Verse nehmen. Und stehet es gewißlich schön und beweglich, wenn man dergleichen Biblische oder Profan-Sentenzen und Sprichwörter in seinen Carminibus mit ihren selbst eignen Worten mit einmischet.'

'Illustratio. Die Alten musten GOtt offt unter Bäumen dienen. ¶ Probatio. Abraham hat solches gethan im Hayn Mambre.'

'Periphrasis. ¶ Da, wo man weiter nichts als Meer und HImmel sieht'

'Antitheton. ¶ GOtt pflegt die Niedrigsten am höchsten zu erhöhen etc.'

'Epiphora, weil alle Strophen diesen Schluß haben: ¶ Mein GOtt, ich bitt durch Christi Blut,'

'Exclamatio. ¶ O! du verkehrte Welt, was wirst du noch beginnen'

'Jena soll so viel heissen als Gehenna, drum sagt man davor: Der Himmel in der Hölle.'

'Mein GOtt, derselbe weiß, daß ich es treulich meine etc.'

'Hier liegt begraben Melcher, ¶ [...] <br> <br> ¶ Ich wolte mehr dergleichen abgeschmackte Dinge aus Kirchen-Gesängen und sonst ziemlichen Poeten anführen, wenn ich nicht die Nahmen derer Autorum schonete.'

'Hochtheurer GOttes-Mann'

'Daher hat der weise Plato nicht unrecht gethan, wenn er die Poesie [griech.] <br> <br> genennet/ weil sie ja in ihren Umfange alle andere Künste und Wissenschafften beschliesset. Eben dieses will Marsilius Ficinus, wenn er an einem Orte schreibet: Grammaticus sit Poeta meus, Philologus, nempe Antiquarius, Polyhistor, Philosophus & Politicus, praesertim autem Theologus, & in moribus politus, & in virtutibus multiplex. Welches einem ieden als eine nützliche Lehre zu fleißiger Ausübung bestens recommendire und also vor dieses mahl das gantze Werckgen im Nahmen GOttes beschliesse. ¶ SOLI DEO GLORIA!'

'Doch muß man auch in diesem Stücke nicht zu viel thun, denn das kömmt ziemlich abgeschmackt heraus, wenn etliche Nasenweise alle aus andern Sprachen herstammende Wörter verteutschen wollen, welche doch durch täglichen Gebrauch in der teutschen Sprache gleichsam das Bürger-Recht erhalten haben, dergleichen sind v.g. die Termini Technici, wie auch alle andere, welche nicht in Teutschland jung geworden v.g. Fenster, Wanne/ Keller/ Cammer/ Closter, Rosen, Violen/ Mönch etc. welche, weil sie von denen Lateinischen: Fenestra, Vannus, Cella, Camera, Claustrum, Rosa, Viola, Monachus &c. herkommen, etliche aus der teutschen Sprache verweisen wollen und daher vor Fenster: Tage-Leuchter, vor Closter, Jungfer-Zwang etc. sagen.'

'Man muss sich auch hüten, daß man durch allzu grosses Trauren GOttes allein weisen Schluß nicht tadelt, und einen alten Greiß von achzig Jahren, welchen niemand bejammert, welcher auch gerne sterben wollen, nicht allzu sehr beweine. Thun also diejenigen recht thöricht, welche den Tod, da er doch GOttes Ordnung, so grausam durchziehen, und ihn gleichsam zum Schelme und Diebe machen. Ist die Wunde nicht groß, so braucht man nicht viel Pflaster, hat man aber Trost vonnöthen, so giebet so wohl die Heil. Schrifft als die gesunde Vernunfft sattsamen an die Hand. Endlich wünschet man dem Verstorbenen Glück zu der ewigen Seligkeit, welche man gegen diesem Leben herrlich heraus streicht, wobey man sich aber aller Heydnischen Fabeln und Terminorum zu enthalten. Denn was hat eine Christen-Seele mit denen Elisischen Feldern, mit denen Parcen, mit dem Cerbero, [S] <br> <br> und mit denen Höllischen Flüssen zuthun, welche sich an Christi Verdienst und Wunden eintzig halten soll.'

'Thema simplex ist nur ein einziger Terminus. Wenn ich zum Exempel in einem Carmine handele: vom Nilo, vom gelobten Lande etc. so ist solcher Terminus ein Thema simplex.'

'Durch die Zeiten sind zu verstehen so wohl die Haupt-Eintheilungen des Jahres in Frühling, Sommer, Herbst und Winter, als auch die Monate, Wochen und Tage, so wohl nach ihrer Benennung derer darauf gelegten Nominum Propriorum, als auch nach ihren wöchentlichen Nahmen, ingleichen die vier Haupt-Theile des Tages: Morgen, Mittag, Abend und Mitternacht, so auch die Stunden des Tages, und alles, was sich in solcher Zeit iedesmahls zugetragen, wobey gleichfalls die Sonn- und Fest-Tags Evangelia nicht hindan zu setzen, ja sogar die himmlischen Zeichen, so auf ieden Tag fallen, geben öffter zu Inventionibus nicht unebene Gelegenheit, auch die gantze Natur, und [S] <br> <br> was in derselben vorgehet, muß wohl observiret werden. ¶ [...] <br> <br> Im Sommer bei einer Gratulation: Die kühlen Winde göttlicher Gnade. [...] <br> <br> Auf die Sonntage Cantate und Jubilate bey einer Leichen: Das himmlische Cantate, der Frommen Jubel-Fest im Himmel. Auf den Palmen Sonntag: Der Gläubigen Palmen-Fest im Himmel. Wenn einer in der Marter-Woche stürbe: Das in der Marter-Woche gehaltene Opfer-Fest; ingleichen auf Pfingsten: Das Lauber-Hütten-Fest im Himmel, oder auf den Sonntag, da von denen Arbeitern im Weinberbe gehandelt wird: Der Feyerabend menschlichen Lebens, oder der erfreuliche Groschen zum Tage-Lohn, desgleichen von Johanne im Gefängniß, auf Begräbniß eines Johannis: Johannes ausser dem Kercker. [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> Auf Ostern bey einer Leichen: Das Fest der ungesäuerten Brode. [...] <br> <br> Bey einer Leiche am Sonntage Rogate: Das erhörte Gebet der Frommen, oder Exaudi bey Rogate. Dergleichen Themata sind auf die Nahmen der Tage: [...] <br> <br> Der auf den Donnerstag des Creutzes erfolgte Freytag. Der ewige Sonntag der Frommen. [...] <br> <br> Wenn eine auf den Tag Regina stürbe: Die bekröhnte Himmels-Königin, oder in der Jahrmarckts-Woche: Das ewige Jahrmarckts-Fest im Himmel. [...] <br> <br> Wenn einer über der Mittags-Mahlzeit stürbe: Das vollführte Mittags-Mahl im Himmel. Wenn einer des Morgens stürbe: Das schleunig erhörte Morgen-Gebet.'

'WAs Exempel sind, ist allen Kindern bekannt, nehmlich alle alte und neue, geistliche und weltliche Begebenheiten und Gebräuche, wie etliche Exempel weisen werden. ¶ Wenn ich bey einem Leichen-Carmine, da einem Vater ein eintzig geliebtester Sohn gestorben, das Exempel Abrahams als er auf Befehl GOttes seinen Sohn Isaac aufopfern wolte. zum Grunde stellte/ ist das Thema: Der von Abraham willig aufgeopferte Isaac. Ingleichen wenn einer durch Feuer, Wasser, Krieg oder Diebstahl um das Seine gekommen, könnte man den gedultigen Hiob, welcher auch alle seine Kinder u. Güther verlohren zum Exempel vorstellen, u. denn so das Thema ziehen: Der unschmertzlich Verlust irrdischer Dinge. Wenn man auch lieset, daß der Heydnische Philosophus Anaxagoras alle seine Güther abgetreten und verschenckt/ damit ihm selbige von himmlischen Betrachtungen nicht abziehen möchten, ingleichen, wie er stets nach den Himmel gewiesen und gesagt, die weltlichen Güther verhinderten ihn, nach den allgemeinen Vaterlande zu trachten'

'§. 15. ¶ Locus Testimoniorum. ¶ HIeher gehören alle Biblische Sprüche, alle Testimonia oder Effata Politica, alle Apophthegmata und nachdenckliche Reden vornehmer auch sterbender Personen. Wie die Exempel weisen sollen. ¶ Also schicket sich bei Celebrirung eines Königlichen Geburths-Fests, auf das Dictum: Dies ist der Tag, den der HErr gemacht hat/ lasset uns freuen etc. etc. das Thema: Die von GOtt gemachte Freude. Und auf das: Ich habe einen guten Kampff gekämpffet etc. etc. bey Beerdigung einer Fürstlichen Weibs-Person: Die auf vielen Kampff gekröhnte Himmels-Fürstin. Ingleichen auf das Dictum: Uns ist ein Kind gebohren/ ein Sohn [S] <br> <br> ist uns gegeben etc. etc. und er heist wunderbahr etc. etc. der wunderbahre JEsus-Nahme'

'§. 17. ¶ Einen sonderbahren Nachdruck hat es, und stehet fein, wenn man ein Dictum Biblicum oder [S] <br> <br> profanum mit eben solchen, oder wenig veränderten Worten anbringen kan, wie es heisset. Dergleichen Dicta sind v. g. ¶ Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonathan etc.'

'Es ist solche der studirenden Jugend zum Besten geschrieben/ so [S] <br> <br> lasse auch der Grundgütige GOtt selbige zu förderst zu seiner H. Ehre/ und denn zur Wohlfahrt der Jugend/ auch sonderlich des hiesigen Gymnasii ausschlagen/ als bey welchem ich sie durch seine Gnade nun ins fünffte Jahr her bey meinem Ammte nicht ohne allen Nutzen verspüret. ¶ Weil ich sonst auch schon bey der ersten Aufflage zur Erläuterung dieses Werckgens meine Poëmata, so viel ihrer selbst haben kan/ heraus zu geben versprochen/ und es aber bis dato nicht füglich geschehen können/ als habe auch diese Messe mit etwas Geistl. meiner Geistlichen Hauß-Capelle darzu den Anfang machen wollen. Finden sich gute Verleger/ so soll sich/ wenn GOtt Leben und Gesundheit verleihet/ bald ein Band meiner Carminum, auch wohl andere der Jugend nützliche Dinge zeigen. Hiermit GOtt befohlen.'

'Kircherus [S] <br> <br> meldet in seinem Oedipo AEgyptiaco, daß der Heydnische König in Egypten Psammilaus einen sehr hohen Obeliscum zu Heliopolis der Sonnen aufgerichtet/ welchen auch Käyser Augustus der Sonne gewiedmet.'

Rottmann, Johann Friedrich

Lustiger Poete

'Ich wünsche alles Guts/ euch vielgeehrte Braut;'

'ICh grüsse euch mein lieber Vater/'

'Mein lieber ältester und einiger Sohn/'

'Wären demnach folgende Wort-Wechselungen unrichtig: ¶ Vor Papst ----- Der fromme Ertz-Vater. ¶ [...] <br> <br> ¶ Jungfern-Kloster -- GOttes Thier-Garte oder Jungfern-Zwang.'

'Das Pincksen-Pulver meiner Frömmigkeit'

'Der Bogen Papier Christlicher Liebe'

'Der Honig des Creutzes'

'Man pflegt im Winter zwar nicht wohl ins Feld zu rücken/'

"Min Fründ jie hevet geht ind't Corpus Juris kecken/"

'Solcher gestalt ist vormahls die Invention à tempore genommen/ als einer an Sanct Martini Abend/ die gewöhnigliche Märtens-Ganß/ mit diesem Versen beehrte: ¶ Thema: ¶ Die verzehrte Märtens-Ganß: ¶ Elaboratio: ¶ Neulich wie ich tieff in Sorgen'

'II. A causa materiali, dann so etwa ein Leichen-Gedicht zu verfertigen vorfiele/ könte es genennet werden: Die glücklich geendete Schiffahrt des Lebens/ der nunmehro in GOTT ruhenden etc.'

'Thema: ¶ Die Lobens-würdigen Jungfern. [S] <br> <br> ¶ Elaboratio: ¶ Jungfern seynd die Liebsten Leute/'

'Ergo mihi uxorem qualem ducam, anne Puellam?'

'SOlcher Gestalt hat auch jener Griechischer Poet Simonides sein Thema à persona genommen/ in dem Gedicht/ worinnen er die mancherley Arten des Frauenzimmers darstellet/ welches ein anderer in folgende teutsche Verse gebracht: [S] <br> <br> ¶ Thema. ¶ Die mancherley Art des Frauenzimmers. ¶ Elaboratio. ¶ Herzu/ herzu/ herzu! Hat jemand nicht vernommen/'

'Thema: ¶ Die sich jetzt närrisch-aufführende Welt/ in einem Hochzeit-Gedicht dargestellet etc. ¶ Elaboratio. ¶ Man sieht/ Herr Bräutigam/ nichts hilfft das grosse Prangen/'

'Weswegen er [Augustin Paoletti, J.T.] <br> <br> dann die frommen und tugendhafften Weiber/ welche aber zu diesen [S] <br> <br> Zeiten sehr rar/ mit nachgesetztem Gedicht beehret. Dessen Disposition folgende: ¶ Protasis. Ein Weib ist das Beste auf der gantzen Welt. ¶ AEtiologia: Denn sie 1. zum Beschluß von GOTT/ aus Fleisch und nicht aus Erden gemacht. 2. Sie kan des Mannes Hertz/ wie sie nur immer will/ wenden.'

"Thema. ¶ Das Beste auff Erden/ ein tugendhafftes Weib. ¶ Elaboratio. ¶ Ein' andre Feder her! Ich wil die Weiber preisen/"

'Protasis I. Weiset den Liebes-Gott zurück. ¶ AEtiologia I. Weilen er fromm und keusch.'

'Thema: ¶ Die fast alles bezwingende Liebe. ¶ Elaboratio. ¶ Wie so/ Herr Bräutigam/ wer wolte Euch mißgönnen/'

'Thema: ¶ VOTIVA ACCLAMATIO IN NUPTIAS. &c. ¶ Elaboratio. ¶ Sic Tibi totum'

'Thema. ¶ Das wanckelbahre Frauen-Volck. ¶ Elaboratio. ¶ Wie dem Meer gantz nicht zu trauen:'

'Thema: ¶ Der in seinem Leben und Sterben einem Käse gleichender Mensch: Bey dem seligen Absterben des etc. dargestellet. ¶ Elaboratio: ¶ Die menschliche Geburth/ der Menschen Thun und Leben/'

'Thema: ¶ Die gefährliche Liebe in einem Hochzeit-Gedicht dargestellet. ¶ Elaboratio. ¶ Der starcke Simson hat fast jederzeit gesieget/'

'weswegen denn hier hergesetzet/ und von allen poëtisirenden Anfängern/ wegen seiner Zierlichkeit/ und trefflichen Redens-Arten/ gelesen zu werden verdienet/ des Andreae Gryphii Gedicht/ so er zu Lobe der teutschen Arianen verfertiget/ und der Edition so 1644. zu Leyden gedruckt vorgesetzt. Es lautet aber folgender massen: ¶ Ihr/ die ihr auff der See der kümmerreichen Welt'

'Uns Jungfern ist nunmehr auch die Gedult entrissen/'

'Ach heiliger Andres! Ach mach uns doch zu Weibern/'

'Quicunque vult esse frater'

'Der gute Schweiß mochte vielleicht ehmahlen gehöret haben/ daß man die Schneider Böcke nennete/ derohalben er denn auff solche Version gerathen/ welches doch einen solchen jungen Menschen noch eher zu perdoniren/ als jenem Münche/ welcher aus der Bibel diese Worte vertiren solte: ¶ Et comedit Adam de Pomo vetito; ¶ Welches er solcher Gestalt that: Adam comedit Adam hat umher benagt/ de pomo vetito von einem stinckenden Apffel.'

'Thema: ¶ Wittwen-Lob. ¶ Elaboratio: ¶ Verzeih mir Jungfern-Volck/ es soll in meinem Schreiben'

'Thema: ¶ Wittwer-Leben ¶ Elaboratio. ¶ Ihr armes Wittwer-Volck! Die ihr alleine lieget/'

'Wer schmäht das schnöde Volck doch mehr als Advocaten?'

'Ihr dürfft nicht gleich/ Ihr klugen Damen/ gläuben/'

'An den Rübezahl: ¶ König der Riesen! Monarche der Höhen!'

'Weicht nichtige Grillen/ weich Einsamkeit hin!'

'Herr Baltzar Koch ist guter Art/ Patritius, Senator,'

'Hochzeit-Verse: ¶ Quid VVelhamerum Leuti de nomine dicunt?'

'O Schönstes Bild der Schönen!'

'PUrgantius ein Mediciner/'

'TReu und Beständigkeit'

'MAn sagt ich sey versprochen/'

'DEr gute Bruder Studeo sey dennoch gut genug/'

'SOlt ich mich länger noch mit Thränen quälen?'

'WEr mit dem Liebes-Band recht ist umgeben/'

'ICh laß die Leute klagen'

'O Göttin meiner Augen-Lust/'

'EIn Weib hat zwar das Unglück eingeführt'

'SO soll Vernunfft und Freyheit gantz verschwinden?'

'ACh ich arme Magd!'

'MEin Gemüth ist gantz verirret'

'NIchts ist so galant gebohren'

'UNter allen Glückes-Schätzen'

'ISt ein Leben in der Welt'

'NIemand weiß wir schwer mirs fällt'

'UNglückliche Stunden'

'WAs bringt es doch ein'

"VOrmahls hab' ich jederzeit"

'MEin Engel gute Nacht! der Himmel wills nicht gönnen/'

'SPrich mein Hertze dich zufrieden'

'ZAchäe komm nur an/'

'ACh Rosilis! des Unglücks Unterthan/'

'Hochzeit-Gedicht. ¶ Propositio Major. ¶ WEr in seiner Lebens-Zeit'

'AUff eine nicht Liebens-würdige. ¶ ICh wolte wol dein Lob/ O Mädgen! hier beschreiben/'

'An die jungen Freyer. ¶ WIlt du ein Ehmann seyn und deine Liebe zeigen/'

'EUr Faß ist angezapfft; Ihr müsset euch nun schämen/'

'ICh wünsche/ daß der Bräutigam vielfältge seinen Nahmen'

'Klage/ einer betagten Jungfer. ¶ DU wiederruffend Bild/ ach! Höre doch mein Klagen/'

'Vespottungs-Gespräch zwischen einer höhnischen Jungfer/ und losen Junggesellen. ¶ Er. GOtt gebe Euch/ O schöne Jungfer! Glücke!'

'Gespräch zweyer verliebten Zwerginnen/ als sie beyde von Galans verlassen wurden. ¶ Bellis. ¶ ACh! Siehe Hertzens-Kind/ wie mich der Himmel quälet!'

'Nonne. ¶ ME tibi, teque mihi genus, aetas & decor aequant'

'Auff die Courtesirende Jungfern. ¶ JUngfern Volck hat diese Sinnen: Der zuerst ihr Kräntzlein nimmt/'

'Veränderung der Ehe. ¶ Als jener Amtmann starb/ sprach er zu seiner Frauen:'

'Eine Frau die schwereste Last. ¶ Als jener Sturm das Schiff wolt in den Abgrund reissen/'

'Ein faul Weib. ¶ CAjus hat ein zierlich Weib; Was nur ist von ihr die Sage;'

'An einem Pater und der Nonne. ¶ WIe stehet ihr so nah/ Herr Pater/ bey der Nonnen?'

'An eine Nonne. ¶ EIne Nonne war nicht müßig/ eh sie wolte müßig seyn/'

'Auff einen Münch. ¶ DEs Münches Vater ist gewiß ein Mönch gewesen/'

'Auff die drey Facultäten. ¶ DIe Seel hat Adams-Fall den Priestern untergeben/'

'Oder. ¶ Juristen/ Aertzte/ Prediger/ seynd alle drey beflissen/'

'An die Advocaten. ¶ IM Himmel brauchen wir nun einen Advocaten;'

'Ein Scheeren-Schleiffer an seine Frau. ¶ FRau/ die ihr durch den Spruch des Priesters mich gewonnen/'

'Auff einen reitenden Pennal. ¶ STax/ ein Pennal/ wolt auch mit andern Burschen reiten/'

'Eines Juden. ¶ DIe Christen sollen einst dafür die Hölle haben/'

'Eine andere poëtisirende Dorffschafft/ machte ihren verblichenen Prediger diese: [S] <br> <br> ¶ HIer liegt begraben Herr Melcher/'

'Ein Niedersächsischer/ und in der Poësie nicht tieff verstiegener Schulmeister/ setzte seinem Sauff-Bruder zu Ehren dieses: ¶ RAhet tau/ wer ligt in düssen Dreck?'

'Ein Ey. ¶ ES ist ein kleines Klösterlein/'

'Hieher gehöret auch die Inscription, so jener fromme Bürger über seine neue Hauß-Thür hat setzen lassen/ nemlich: ¶ Das Wirths-Haus steht allhier/ und heißt tom schwarten Schwänicken/'

'Sey demnach das I. welches man im II. Theil des L. R. auff einen verstorbenen Scharffrichter findet. ¶ *** ¶ KOmmt herbey'

'Das III. welches einer auff das bißher widerwärtige Glück des Königs von Franckreich setzte. ¶ STerblicher!'

'Auch glaube ich/ daß/ falls den [S] <br> <br> Urschreiber obigen Gedichts/ die Worte des Augusti Paoletti, welche in dessen Discursib. pag. 168. zu lesen/ wären beygefallen/ er solche gar bequem hätte anbringen/ und seine Sachen noch mehr damit bekräfftigen können. Es schreibet aber derselbe folgender Gestalt: Legisse memini in Artemidoro somniorum Interprete, explicationem somni admirandam. Somniat quispiam se crucifigi: Praesagium est nuptiarum. Brevi Nuptiae sunt futurae. Ut sic forte ostenderet, nunquam posse melius, quàm Cruce statum conjugalem & Nuptias exprimi. Viro celebri in somnis crucifigi, Nuptias designat. Quidam cum adhuc esset liber, credere non potuit, ad postquam expertus, fateri ultro compellebatur. ¶ Ut potiar, patior, memini me dicere nuper. ¶ [...] <br> <br> ¶ Theodorus antiquus Philosophus, Nuptias senectuti comparabat, fortassis, quia sicut ea inter aetates hominis miserrima est. Crediderim etiam, Larvae infernalis hoc stratagema fuisse, quo Jobum aggrederetur, mulierem interire non est passus. Credite, nunquam Job in majori fuit periculo, ut caderet, patientiam amitteret & animam, quàm dum eum invasit mulier. Diabolus ergo uxorem non occidit, quia uti eâ voluit, ut ultimum faceret insultum, ut bene hoc expressum à Poeta: [S] <br> <br> ¶ Divitias Jobo, sobolemque ipsamque salutem ¶ [...] <br> <br> ¶ Narratur quoque, in patria longinqua hoc factum, ubi homines simplices erant valde. Audiebant è Suggestu Religiosum, dicentem verba ista Salvatoris: Qui vult venire post me, abneget semet ipsum, & tollat crucem suam, & sequatur me. Singuli ponderosam fabricant sibi crucem, & humeris imponunt: Unus è reliquis loco crucis uxorem bajulabat &c. Aber hievon genug/ und mag sich/ das so sehr angegriffene Frauenzimmer mit jener 72. jährigen Jungfer trösten/ welche/ als sie einst von verschiedenen lustigen Brüder aufgezogen wurde/ mit diesem Worten aufffuhr: Der Gerechte muß viel leyden/ und der Gottlose hat viel Plage! Vermeynend sie hätte sich dadurch treflich verantwortet.'

'Bey welchem Gedicht mir eben einfält/ dasjenige/ womit vormahls die Jüden/ die teutsche Version ihres Ritual-Buchs/ mit Teutsch-Ebräischen Buchstaben/ zu Amsterdam gedruckt/ öffentlich recommendiret. Es klinget aber solches also: ¶ [hebr.] <br> <br> ¶ Ihr alle Manen und Frauen.'

'daß er [Opitz, J. T.] <br> <br> die teutsche Poesie/ wo nicht zur höchsten Vollkommenheit/ jedoch so weit und so hoch gebracht/ daß die vorhergehende/ wie eine Finsterniß gegen [S] <br> <br> diesem neu aufgehenden Licht zu achten/ wie Hr. Lic. Feller. in der Vorrede der teutschen Ubersetzung der Meditationum Gerhardi von Tob. Richtern/ meldet.'

'§. XV. ¶ WIeweit aber obiger Pamphilus in Geometricis profunditatem Virginum erforschet/ erhellet aus der Multiplicatione Prolis, deren bereits fünff vorhanden; Woraus dann zu schliessen/ daß er nicht/ wie er zum ersten mahl den Brey verschüttet/ mit des Jephtae Tochter seine Jungfrauschafft beweinet/ sondern mit dem Pabst AEnea Sylvio sich vielmehr über den Auszug aus dem zwei-blättrichten Schuld-Buche der Liebe müsse gefreuet haben/ angesehen er sonst die Finger nicht wieder an den Ort würde hingestecket haben/ wo er sie bereits einmahl verbrandt.'

'Wie dann solche Art auch jenem Petro Dresdensi gefallen/ indem er etwa Anno 1410. die Weyhnachts-Ode: In dulci jubilo, mit vermischter Sprache verfertiget.'

Weißenborn, Christoph

gründliche Einleitung zur Teutschen und Lateinischen ORATORIE wie auch POESIE

'wie das Lied: Vater Unser im Himmel-Reich etc.'

'Der verliebt sich in das Geld'

'2. Die traurigen Gemüther'

'3. Dahin gehet mein Verlangen/'

'2. Siehstu mein liebster JEsu nicht/'

'3. Mein Gott-geweyhter Sinn'

'4. Die Frommen sind der Bösen Spott.'

'2. Wer des Himmels Kleinod liebet/'

'3. Wer kan doch bey seinen Sünden'

'3. Wer weiß bey seinen Sünden'

'GOtt ist der Mann'

'Die Weißheit und Tugend'

'O JEsu/ meine Wonne/'

'Ich höre/ das die Glocken'

'Wer seinen JEsum redlich liebet/'

'Mein JEsus ist der tapffre Held/'

'Wie mancher ist vertrieben'

'3. Gottloser Leuthe Freude'

'4. Wer seinen frommen GOtt'

'5. Was führt die Welt im Wappen?'

'Seegen und Vergnüglichkeit'

'Zum Exempel diese Proposition: Gott ist allmächtig. Will ich/ beliebter Kürtze halber/ nur 12. mahl anders geben: ¶ 1. Kan wohl der höchsten Macht etwas unmüglich seyn?'

'Zum Exempel diese Sentens: Gott hilfft uns in der Noth. Lässet sich nach den nachfolgenden Reim-Wörtern 15. mahl verändern: ¶ 1. Gott läst sein Gnaden-Oel in unsre Wunden fliessen.'

'So ists der blaße Todt pflegt noch nicht nachzulassen/'

'Die Sünden sind recht hoch gestiegen;'

'Die Menschen/ welche hier als Christen leben/'

'Es stinckt die gantze Welt nach Gott-verhasten Sünden?'

'Christen leben ohne Sorgen/'

'Wer dem Himmel allezeit vertrauet'

'Weil dein hohes Nahmens-Fest mit verneutem Seegen lachet/'

'Bringet ihr werthesten Söhne/'

'JEsu mein Licht/ Leben und Wonne'

'Singet und springet vor Lust/ lasset die Seiten erklingen/'

'1. Befreuet die Hertzen'

'Erfreut dich das holde und günstige Glücke/'

'Nun komm/ du süsser Todt/'

'Das erste Sonnetto auf eine Leiche: ¶ Welt/ trutze nicht so sehr auf deine Herrlichkeiten!'

'Das andre Sonnetto auf Herrn Rosanders Magisterium. ¶ Frühling/ deine Lieblichkeit'

'Das dritte Sonnetto auf die Liebe. ¶ Es pfleget sich alles auf Erden zu lieben;'

'Du komst mir wie der Aetna vor.'

Neumeister, Erdmann

Die Allerneueste Art/ Zur Reinen und Galanten Poesie zu gelangen

'Weil dieses alles nicht wahr ist/ so kennet man hieraus die falsche Hoheit der Gedancken. ¶ Wenn ich von einem gewissen Frauenzimmer/ deren Mann gestorben/ sagen kan: Diese Dame hat eine so warhafte Sittsamkeit/ und keusche Frömmigkeit in ihrem Hertzen/ daß man solche/ so wohl als man sie aus dem Gesichte siehet/ dennoch schöner aus der Aufführung erkennet/ und meidet alle verdächtige und freye Gesellschaft so streng/ daß man [S] <br> <br> sie mehr durch ihr edles Leben vor eine Wittwe halten muß/ als durch den Tod ihres Mannes.'

'Was kanst du doch darzu/ daß du so schöne bist?'

'Stets ohne GOtt vergnügt? Schlecht kan ein Hertze lachen/'

'So mache/ Schöne dich denn deine Schönheit wehrt;'

'Wenn ein Frauenzimmer zween Liebsten hat/ so wählet sie ohnfehlbar diesen/ von welchem sie das meiste Vergnügen hoffet: nun scheinet der Him-[S] <br> <br> mel/ wenn er verbotnes Küssen ausser dem Ehestand so höchst mißbilliget/ ein eyfriger Neben-Buhler bey einer Schönen zu seyn/ welchen will sie nun befriedigen? in welches Armen will sie sich am glückseeligsten schätzen? Soll ein Mensch/ der noch darzu des Himmels feind/ dem Himmel vorgezogen werden?'

'Ich meines Orts habe ihrer [der Opern, J.T.] <br> <br> zwey/ als Salomon und Nebucadnezar verfertiget'

'sich auf dem Theatro im Nacht-Habit herüm arbeiten zu lassen/ einen Amanten in die Kammer nachzuziehen/ und tausend dergleichen Sachen/ die das Opern-Frauenzimmer so schön natürlich macht/ will anitzo nicht berühren/ sondern zu meiner eigenen Schande anziehen/ wie in Salomon, einer geistlichen Opera ausgeschweiffet/ indem mich nach dem Gousto der Leute gerichtet: Aria. Schöner Anblick solcher Wangen/'

'und wenn der Mund dort spricht: Ach wie schön ist es/ keusch zu seyn!'

'die liebliche Geberden und Bewegungen des Leibes: Ach wie schön ist es! und was denn? keusch zu seyn? Ach hätte ich in der Opera nicht von der Keuschheit singen hören/ so hätte meine keusche Gemühts Ruhe behalten! so habe einmahl einen Klugen seufftzen hören.'

'Glückseelig ist aber eine Person/ die in keiner Profession lebet/ die sich so schwer bey den Menschen/ geschweige bey GOtt behaupten und verantworten läßt.'

'Ich weiß/ ein edler Geist kan sonder Scham und Sünden'

'Ach Eva! dieses würckt dein schnöder Apfelbiß/'

"Barmhertz'ger/"

"Ich will zu'm (zu dem) Tempel gehn/"

'Heiliger/ endigen/ bändigen/ etc.'

'Daher hustete jener Poëta Lorberandus schrecklich auf den Schlegel/ als er in seinem Carmine inaugurali, so er vor dem Comite Palatino herbehten muste/ unter andern saubern Gemächte auch dieses Stoß-Gebethgen in aller Andacht mit vorbrachte: [S] <br> <br> ¶ Mein lieber Vater hier/ der gleichfalls auch Magister/'

'Ich rede wohl zu viel.'

'Wohl dem/ der seinen Willen'

'Ich bin in GOtt vergnügt/'

'Laß alle Wetter krachen.'

'Ich bin in GOtt vergnügt.'

'Ich habe das Lied: Wer nur den lieben GOtt läßt walten etc. auff gleiche Melodie übersetzet: Qui spem & fortem collocabit'

'2. ¶ Quid juvat myrias curarum?'

'LI. Weil dis: GOtt im Schoosse sitzen/ sich mit Glücke speisen/ u. s. f.'

'Soll sich Trost und Vergnügen'

'Wer nach der Tugend strebt/ des Ruhm wird ewig seyn.'

'Immer an der Erden kleben/'

'Nun weichet die nichtige Liebe der Jugend.'

'Machet die Thore weit!'

'Machet die Thore weit.'

'Ich bin in mir vergnügt/ frey von Verdruß und Sorgen.'

'Nun morgen will ich predigen/'

'LXXIV. Wiewohl in kurtzen Versen wolte ich mich wegen dieser Cautelen eben nicht groß bekümmern/ noch eine Tod-Sünde damit begehen. Z.E. Meine schöne'

'Mein GOtt erhöre mich/ und seegne mein Studiren/'

'Wo GOttes Seegen fehlt/ und wo sein Geist nicht ist/'

'Music und Poesie ergötzen unsern Muht.'

'Lisette will durchaus ins Nonnen Closter gehn/'

'Ein Schmeichler rühmt ein Weib/ sie sey ein Himmelreich.'

'Ach ja/ Celinde setzt mich in die Zahl der Frommen/'

'Ihr Leute/ lasset mich doch nur in meiner Ruh.'

'Ein Schmauß in Ehrbarkeit ist eben nicht zu schelten.'

'Schinden und Wuchern ist Teuflische Kunst.'

'Die frohe Seele geht vom Himmel zu der Erden/'

'Vom Himmel entstehen die Flammen der Liebe/'

'HErr Bruder/ bist du denn gesund nach Dresden kommen?'

'Im Nahmen einer gewissen hohen Persohn/ an eine noch Höhere. ¶ Eröffne dieses Blat/ das dir ein offnes Hertze/'

'Noch ein Paar dergleichen/ im Nahmen eines Frauenzimmers.'

'ERbrichst du diesen Brief/ so dencke/ daß mein Hertze'

'MEin Engel! doch ich soll dir schwerlich also schreiben.'

'Cleander. ¶ ERöffne hier mein Licht/ was meine Hand geschrieben.'

'MEin Engel/ bist du mir noch wie vorhin geneigt/'

'Es ist aber fingiret/ daß Amnon geschrieben/ ehe er die Blut-Schande begangen. ¶ Amnon an Thamar. ¶ DIe Banden der Gedult sind Amnons Brunst zerrissen.'

'Thamar an Amnon. ¶ DEr Anblick deine Briefs ist mir vergnügt gewesen/'

'Auf gleichen Schlag waren andere Briefe verfertiget/ welche sie einander nach vollbrachter That geschrieben/ und da die Liebe in Haß verwandelt war. Item einen der Thamar an Absolom/ darinnen sie es ihm klaget/ und einen von Absolom an sie/ darinnen er sie tröstet. Doch sie sind mir gestohlen worden.'

'Sey doch vergnügt.'

'I. ¶ Erbarme dich/ du Schönheit dieser Welt/'

'I. ¶ Die falsche Chlorinde. ¶ 1. ¶ O schnöder Gyps/ der an den Jungfern klebt/'

'IV. ¶ Die falsche Welt. ¶ 1. ¶ MEin Glücke steht auf schwachen Füssen.'

'An Celien. ¶ 1. ¶ ICh sehe dich zum erstenmahle/'

'IX. ¶ Der Welt Uberdruß. ¶ 1. ¶ ADieu, du schnöde Welt/ du Angst- und Marter-Hauß/'

'XI. ¶ Freyers Gedancken. ¶ 1, ¶ WEg mit den abgeschmackten Possen/'

'XII. ¶ Bey einer Magister-Promotion. ¶ Im Thon: ¶ Ich armer Hauß-Knecht habe nun etc. ¶ 1. ¶ ICh Candidatus habe nun'

'XIII. ¶ Indifferent. ¶ 1. ¶ ICh hab ein Wort geredt: Ich bin so/ wie ich bin.'

'XIV. ¶ Fast dergleichen. ¶ 1. ¶ ICh will vergnügt und stille leben.'

'XVI. ¶ Die Zufriedenheit. ¶ 1. ¶ MEin Hertz/ weßwegen kränckst du dich/'

'XVII. ¶ Trost-Gedancken über ungerechten Verdacht. ¶ 1. ¶ HImmel/ ach! du kennst mein Hertze.'

'XXV. ¶ Auf einen vereckelten Traum. ¶ 1. ¶ VErdammtes Bild! verfluchte Phantasey!'

'XXVIII. ¶ An Sie. ¶ 1. ¶ MEin KInd/ es schmeckt mir doch kein Kuß/'

'XXIX. ¶ An Fontanetten. ¶ 1. ¶ IHr eiteln Bücher/ fahret hin'

'XXXI. ¶ An Amoenen. ¶ 1. ¶ ICh hab ein Wort geredt: Mein Kind/ du bleibest mein.'

'XXXII. ¶ Die schöne/ doch arme/ aber dabey glückseelige/ und daher vergnügte Myliette. ¶ 1. ¶ ICh bin vergnügt im Unvergnügen.'

"XXXIV. ¶ La Folie d'Espagne. ¶ DU strenge Flavia,"

'XXXV. ¶ Das vergnügte Gemühte. ¶ 1. ¶ ICh hab ein Wort geredt: Ich bin in mir vergnügt.'

'XXXVI. ¶ Dergleichen. ¶ 1. ¶ MEin Hertze/ sprich dich doch zu frieden.'

'XXXVII. ¶ Olorenen. ¶ 1. ¶ ERgötze dich/ befriedigtes Gemüthe/'

'XL. ¶ Amoenen. ¶ 1. ¶ SO muß nunmehr ein Thränen-Brunn im Hertzen/'

'XLIII. ¶ 1. ¶ ACh ja/ nur wie der Himmel will/'

'L. ¶ 1. ¶ GEtrost mein Geist!'

'LII. ¶ 1. ¶ WEnn zwey fest verknüpfte Hertzen'

'LIII. ¶ 1. ¶ VErsichre dich der ungefärbten Treu/'

'LIV. ¶ WEr einmahl recht getreu zur Liebes-Fahne schwört/'

'LV. ¶ 1. ¶ GEdult/ ihr Kümmerndten Gedancken!'

'LVI. ¶ 1. ¶ WIe glücklich ist ein solch Gemühte/'

'LVIII. ¶ 1. ¶ KOmm/ Einsamkeit/ mein Haupt-Vergnügen!'

'LIX. ¶ 1. ¶ IHr stillen Lüffte/ helfft mir klagen.'

'LX. ¶ 1. ¶ ACh funckelt nur/ ihr hellen Sterne/'

'LXI. ¶ 1. ¶ LAß/ Hoffnung/ deinen Blick mir noch zum Labsal seyn/'

'LXII. ¶ 1. ¶ VErlaß mich nur/ du Unruh der Gedancken.'

'LXIII. ¶ 1. ¶ ICh soll und will bey meinem Unvergnügen'

'LXVI. ¶ Anietten. ¶ 1. ¶ DEr Tag hat seinen Schmuck auf heute hingethan.'

'LXVII. ¶ Auf eine gewisse Liebes-Affaire, da der Liebhaber zum Narren wurde. ¶ 1. ¶ VErschmachte nur in deinen Ketten/'

'LXVIII. ¶ An die Durchl. Amomene. ¶ 1. ¶ DU kleine Welt von allem Himmels Ruhme/'

'Mein Hertz/ wie wurde dir?'

'Gleichfalls wolte ich mich vor keinen Pietisten in der Poesie schelten lassen/ wenn ich das Capo zweymahl/ in der Mitten und am Ende/ setzte. Z. E. ¶ Es ist nichts umsonst gethan.'

'Glück zu/ ihr schönen Gallerien!'

'Absonderlich aber meine Opera Nebucadnezar pag. 176. [S] <br> <br> der Theatralischen Gedichte/ als in dem ersten Aufftritt der dritten Handlung: ¶ Aria, ¶ Ach herber Anblick solcher Noth/'

'Madrigal, ¶ Als Laura erzürnet vom Spiegel lieff. ¶ NArcissus liebet sich/'

'Madrigal ¶ Auf das Hof-Leben. ¶ WAs ist der Hof? Ein stetes Fastnachts-Fest/'

'Madrigal le Contraire ¶ Was schmählst du auf den Hof/'

'Madrigal. ¶ Ein Kerl/ der keine Galle'

'Madrigal. ¶ PHilberto sah die schönste der Najaden'

'Madrigal. ¶ Als Eusebie wieder gesund wurde. ¶ ES stritten nächst um dich der Tod und die Natur.'

'Sonnet. ¶ UNd wärest du/ Nicot/ auch gleich kein Edelmann/'

'Zu Herrn D. Riemers/ Superint. in Hildesheim/ ehedessen Profess. in Weissenfels/ Gemählde. ¶ DU Held in Israel/ du theurer Gottes-Mann/'

'Unter ein gewisses Contrefait. ¶ ALs nächst dein Contrefait beym Mahler fertig war/'

'Als der König in = = = = = in den Zeitungen fälschlich todt gesaget wurde. ¶ DEr Tod sprach: = = = = du must des Todes seyn.'

'An die tugendhaffte und schöne Amaranthe. ¶ ALs einst die Tugend sah/ wie schändlich in der Welt'

'Rätzel. ¶ ES ist ein Wunder-Ding/ das auch GOtt selbst nicht hat/'

'Ehre. ¶ 4. ¶ WEr glücklich leben will/ der muß sich mir verbinden.'

'Gelehrsamkeit. ¶ 5. ¶ MEin Schatz und Reichthum ist unmöglich zu ergründen.'

'Tugend. ¶ 6. ¶ WAs rühmet ihr euch viel? der Ruhm muß doch verschwinden.'

'GEld will aller Losung seyn.'

'CCIV. Und folgende Figur soll ein Kreutz bedeuten: ¶ Des schweren Creutzes Last'

'Hört an ein Nagel-neues Quodlibet,'

'CCXVI. Ich habe einen gantzen Jahr-Gang auf alle Sonn-Fest- und Apostel-Tage ausgearbeitet/ davon ein Paar Exempel die Sache erläutern mögen. ¶ Psalm XXXIV, 19. ¶ Der HErr ist nahe bey denen/ die zerbrochenes Hertzens sind/ und hilfft denen/ die zuschlagen Gemüht haben. ¶ Aria. ¶ GOTT/ dir ist meine Noht bekant.'

'Matth. XI, 28. ¶ Kommet her zu mir alle/ die ihr mühseelig und beladen seyd/ ich will euch erquicken. ¶ Aria. ¶ UNd warum kömmt mein arm Gebet vor dich.'

'Psalm XXXIV, 6. ¶ Welche ihn ansehen und anlauffen/ derer Angesicht wird nicht zu schanden. ¶ Aria. ¶ WOhlan/ das wird auch mir geschehen.'

'Ps. CXLV, 18, 19. ¶ Der HErr ist nahe allen/ die ihn anruffen/ allen/ die ihn mit Ernst anruffen/ er thut/ was die Gottesfürchtigen begehren/ und höret ihr Schreyen/ und hilfft ihnen. ¶ Ps. LXXIII, 3, 5. XXXIX, 8, 10. ¶ Ich muß sehen/ daß es denen Gottlosen so wohl gehet. Sie sind nicht im Unglück/ wie andere Leute/ und werden nicht wie andere Menschen geplaget. Nun/ HErr/ wes soll ich mich trösten? Ich will schweigen/ und meinen Mund nicht aufthun/ du wirsts wohl machen. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ 1. ¶ ICh will schweigen'

'Ps. LXXIII, 12. XLIX, 7. Job. XXXI, 24. Ps. XL, 18. Thren. III, 14. ¶ Siehe/ die Gottlosen sind glückseelig in der Welt/ und werden reich. Sie verlassen sich auf ihr Guth/ und trotzen auf ihren grossen Reichthum. Sie stellen das Gold zu ihrer Zuversicht/ und sagen zu dem Gold-Klumpen: Mein Trost! Ich bin arm und elend/ der HErr aber sorget vor mich. Der HErr ist mein Theil/ spricht meine Seele/ drum will ich auf ihn hoffen. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ 1. GUt und Geld'

'Prov. XI, 28. Ps. IX, 10, 11. ¶ Wer sich auf Reichtum verläst/ der wird untergehen/ aber die Gerechten werden grünen/ wie ein Blat. Und der HErr ist des Armen Schutz/ ein Schutz in der Noht. Drum hoffen auf dich/ die deinen Nahmen kennen. Denn du verlässest nicht/ die dich/ HErr/ suchen. ¶ Eine Braut-Messe. ¶ Sir. XXVI, 1. ¶ Wohl dem/ der ein tugendsam Weib hat. ¶ Aria. ¶ KEine Kostbarkeit von Schätzen'

'v. 4. ¶ Ein tugendsam Weib ist eine edle Gabe/ und wird dem gegeben/ der GOtt fürchtet. ¶ Aria. ¶ HIer ist das gelobte Land/'

'v. 5. ¶ Er sey reich oder arm/ so ists ihm ein Trost/ und macht ihn allezeit frölich. ¶ Aria. ¶ WOhl dir/ du hast es gut!'

'Tob. VII, 15. ¶ Der GOtt Abraham/ der GOtt Isaac/ und der GOtt Jacob/ sey mit euch/ und helffe euch zusammen/ und gebe seinen Seegen reichlich über euch. ¶ Aria. ¶ GEbet seelig/ edles Paar!'

'CCXVII. Wir wollen auch ein klein Divertissement mit einer Lateinischen machen/ die zu einer Huldigungs-Predigt gebraucht worden. ¶ Da pacem, Domine, in diebus nostris. Aria. ¶ DEus, aperi Coelorum'

'Quia non est alius, qui pugnet pro nobis, nisi tu, Deus noster. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ DEus Dux fortissimus.'

'Ps. LXXXV, 9--12. ¶ Audiam, quid loquatur in me Dominus Deus, quod loquatur pacem plebi suae. Veruntamen prope timentes eum salus ejus, ut inhabibet gloria in terra nostra. Misericordia & veritas obvient sibi, justitia & pax osculentur se. Veritas de terra oriatur, & justitia de coelo prospiciat. ¶ Aria. ¶ O Terra felicissima,'

'2. Cor. VI, 2. ¶ Tempore accepto exaudivi te, & in die salutis adjuvi te. [S] <br> <br> ¶ Aria. ¶ PLaude nunc Saxonia!'

'Psalm XXI, 2, 3. ¶ Domine, in virtute tua laetabitur Rex, & super salute tua exultat vehementer. Desiderium cordis ejus tribuisti ei, & petitionem labiorum ejus non denegasti ipsi. Sela!'

'1. ¶ Cantata. ¶ Aria. ¶ ISt es denn umsonst gethan/'

'E. N. ¶ 2. ¶ Cantata. ¶ ACh JEsus weinet!'

'Cantata. ¶ Turbabor. ¶ Aria. ¶ ME miserum! miseriarum'

'Cantata. ¶ ACh wohl dem/ der ein gut Gewissen'

'Cantata. ¶ ACh wohl dem/ der ein gut Gewissen'

'Cantata. ¶ VErdammter Neid!'

'Cantata. ¶ Aria. ¶ IHr hellen Sterne des Glücks/'

'Cantata. ¶ Aria. ¶ NIchts ist süsser/ als das Lieben.'

'Cantata. ¶ JA ja/ ich weiche nicht.'

'Cantata. ¶ GLück und Opinion'

'Cantata. ¶ EIn jedes Ding an seinen Orth.'

'Cantata. ¶ BIstu darzu gebohren/'

'Cantata. ¶ SChister in der Welt!'

'Cantata. ¶ MEin Glücke schläffst du noch?'

'Cantata. ¶ GEliebter Platz der süssen Einsamkeit/'

'Cantata. ¶ Ich bin nun so.'

'Cantata. ¶ MEin Glücke lacht.'

'Cantata. ¶ An ein Collegium Musicum. ¶ UNvergnügt! so muß ich klagen.'

'Cantata. ¶ SAnfftmuht/ Langmuht/ Freundlichkeit/'

'Gestalt ich auf diesen Schlag ein Leichen-Carmen gemacht/ als ein Hoch-Adliches Hauß über das Unglück zweyer Söhne zur See/ und Absterben einer Fräulein Braut/ auch den Todt einer verheyrahteten Tochter fast zu gleicher Zeit beweinen muste. Es hieß also: ¶ DAß GOtt erbarm! so stürmen alle Fluten'

'CCXXXII. Ich habe einmahl in wenig Stunden dergleichen Genus auf eine Hochzeit nach Augsburg ausfertigen müssen. Weil nun die Zeit kurtz/ muste ich aus meinen vorhandenen Cantaten zusammen raffen/ was ich konte. Inzwischen mag es doch zu einem Exempel dienen/ und zwar der Titul hieß: ¶ Die verliebte Nonne.'

'Und zwar Anfangs eine Ode/ darinnen auff [S] <br> <br> ein Durchl. Haupt gezielet wird/ welcher eine grosse Antwartschafft zu hoffen/ doch bey gegenwärtigen Kriege die Früchte des Friedens liebet. ¶ 1. ¶ DIe Krieges-Wetter mögen rasen.'

'Die getreue Schäfferin ¶ DAPHNE, ¶ In einer ¶ PASTORELLE'

'Als da ist Joseph in drey Operen zu Dreßden; Ulysses in zweyen zu Wolfenbüttel/ praesentiret worden.'

'CCXCI. Es ist mir allemahl lächerlich vorkommen/ wenn man die Historie von Joseph oder vom verlohrnen Sohn gespielet; und den Personen Teutsche/ Lateinische odrr Christliche Nahmen zugeleget hat. Das gehöret mit unter die absurda Comica.'

'Denn man nennet sie [die Opera, J. T.] <br> <br> entweder nach einer oder zweyen Haupt-Personen/ wie folgende Bellerophon, von dem vornehmsten im Spiele/ heisset; oder nach dem Haupt-Inhalte des Wercks/ also daß der Bellerophon auch könte intituliret werden: Die vom Himmel geschützte (belohnte) Unschuld und Tugend. Bisweilen wird auch beydes zusamen gesetzet: Die vom Himmel geschüzte Unschuld und Tugend stellet vor Bellerophon in einer Opera. Unsere mag demnach heissen: ¶ BELLEROPHON ¶ In einer ¶ OPERA.'

'LII. Hier werden etliche Früchte von meiner Andacht folgen. [S] <br> <br> ¶ Aus Psalm XXVII, 11--14. ¶ 1. ¶ ACh weise mir/ HErr/ deine Wege/'

'Aus Psalm LXII, 6, 7, 8. ¶ 1. ¶ MEine Seele bleibet stille.'

'Ein Morgen-Lied. ¶ 1. ¶ ERmuntert euch/ erquickten Glieder!'

'Ein Abend-Lied. ¶ 1 ¶ GOTT Lob! der Tag ist nun beschlossen.'

'Ein Tisch-Lied. ¶ 1. ¶ NUn wir sind auch dismahl satt/'

'Ein Buß-Lied. ¶ 1. ¶ GErechter GOtt! was kan ich sagen?'

'Ein Abendmahls-Lied. ¶ LAß irrdische Geschäffte stehen/'

'Ein Sterbe-Lied. ¶ 1. ¶ ACh! daß nicht die letzte Stunde'

'Dergleichen. ¶ 1. ¶ ACh süsse Stunde brich doch an!'

'Ein Danck-Lied.'

'Von der Vergnüglichkeit. ¶ 1. ¶ COntentus mea vivam forte.'

'LXX. Schwaben und Francken haben auch ihre besondere Grillen/ allermeist lassen sie das E. am Ende der Wörter weg. Z. E. Lieb/ Gnad/ Seuch/ Speiß/ etc. vor Liebe/ Gnade/ Seuche/ Speise etc. welches uns aber zu hart klinget.'

'Oratoria: Ein unschuldiger Mensch/ welcher sich der wahren Tugend befleisset/ ist immer der Welt ein Dorn in Augen/ und wenn der Himmel nicht sein Trost wäre/ solte es je zuweilen schlimm um ihn stehen. [S] <br> <br> ¶ Poetica: Tugend muß sich immer leiden/'

'LUst/ Ergötzen und Vergnügen'

'XVIIII. Bey dieser: Ich will den Himmel lieben; sind die Rationes zuerst gesetzt. ¶ Der Himmel weiß alle Vergnügung zu geben.'

'Prop. Leipzig ist ein galanter Orth.'

'Prop. Die Poesie recommendiret einen tugendhafften Menschen überall.'

'Prop. Es ist alles eitel.'

'Prop. Ananias, ein Geistlicher schmälete auff eine gleichfalls geistliche Person/ der er nicht gar grün war/ daß sie eine Perruque trug.'

'Exemplum, Salomonis/ Simsons etc.'

'Testim. Pauli: Die da reich werden wollen/ fallen in Stricke etc.'

'In hohen Ehren. causa: Je höher die Würde/ je grösser die Bürde/ je stärcker die Gefahr.'

'Propos. Lieben mag ich nicht.'

'Antecedens: Du begehest dein Hochzeitfest.'

'Da ich eine artige Meditation anstellen könte/ mit wem sich das Frauenzimmer vereiniget hätte/ als: mit GOtt/ mit der Tugend/ mit einem Liebsten etc.'

'Die Tugend ist ein Genus/ und hat unter sich die Keuschheit/ Mäßigkeit/ etc. Die Keuschheit ist eine Species, und gehöret in die Classe der Tugend.'

'Also ist der Vater causa efficiens, GOtt aber/ als Stiffter des Ehestandes/ causa principalis.'

'Die Forma eines Theologi ist Oratio, Meditatio, Tentatio &c.'

'cur? damit er GOtt vor seine Güte dancke/ und sich mit den Seinigen in zuläßlicher Lust darüber ergötze.'

'Hingegen/ da ein Carmen auff das Symbolum einer Durchl. Person/ was GOtt im Himmel will/ das geschehe; verfertiget werden solte/ so muste sich auff den ersten Anblick der Jambische POeten-Kasten zu rechte rücken.'

'Prop. Celinde/ ich mag dich nicht mehr lieben.'

'Antec. Sein froher Gebuhrts-Tag ist erschienen.'

'Antecedens. Itzo regieret der annehmlichste Monat des Jahres/ nehmlich der May.'

'Es wurde ein Leichen-Carmen gemacht/ auff ein Gottseeliges Frauenzimmer/ welches von Kindheit an wenig gesun-[S] <br> <br> de Tage gehabt/ und ward damit auf das Lied: Meinen JEsum laß ich nicht etc. gezielet/ mit welchem sie sich sonderlich zu trösten wuste. ¶ Thesis. Johann Georg/ der Erste/ führte zum Symbolo: Meinen JEsum laß ich nicht.'

'Es ist eine Oratio Poetica oder Panegyricus von einem Leib-Hunde eines grossen Herrn. [...] <br> <br> ¶ Exordium bis dahin: Was man in Versen schreibt etc.'

'DEr edlen Poesie muß man sich offt erbarmen/'

'SOll nun der freye Reim sich zu den Eltern kehren;'

'HIernächst so darff ich wol den Nahmen nicht verschweigen.'

'SOll nun die Feder mehr den Lebenslauff beschreiben/'

'AUch unveränderlich verbliebst du im Habite.'

'ISt die Vergnügsamkeit ein Schatz von allen Schätzen;'

'DIe rare Sparsamkeit ist dir auch erb- und eigen.'

'WIe aber nie kein Bildso schön gemahlt gewesen/'

'DOch etwas mangelt dir/ das fällt mir itzund ein.'

'DArgegen fällt mir bey die curiöse Frage:'

'ALlein/ wie wird es nun in Zukunfft mit dir werden?'

'Die dritte Sorte/ die von ein und andern Exempel sich verleiten lassen/ die Wissenschafft zu verachten/ erfüllet/ so zu sagen/ die gantze Welt. Ich allein/ der die Welt nur ein wenig gesehen/ habe über tausend wegen der schlimmen Lebens-Art einiger Priester/ von allen insgesammt/ von ihrem Amte/ von Anhörung Göttlichen Worts und denn so weiter von der Heil. Schrifft selber lästerlich reden hören/ daß bey ihren Atheisti-[S] <br> <br> schen Urtheilen in eine betrübte Betrachtung gerahten; Wie leichte Gründe der bösen Menschlichen Natur dienen/ ihre verfluchte Würckung in einem unordentlichen Leben zu beschönen.'

'Wenn sich wenige Philosophi zu Poeten/ so schicken sich alle rechtschaffene Poeten hauptsächlich Philosophi zu seyn/ wegen ihres vor andern vor Natur empfangenen durchdringenden und zur Er-[S] <br> <br> kentniß verborgener Warheit fähigen Geistes. Denn diese Göttliche Wissenschafft hat/ ich weiß nicht was geheimes und verborgenes in sich/ welches allen nicht gegeben noch offen stehet/ sondern nur dem ¶ Ingenium cui fit, cui mens divinior. ¶ der einen gleichen Verstand/ und ein erleuchtetes Gemüht hat. Sind nicht meine sondern des Flacci Worte; wie auch Plato an vielen Orten nicht undeutlich lehret/ ob er gleich den Mißbrauch verwirfft. ¶ Will einer vielleicht einwenden/ die Weißheit in der Poesie habe nicht das Absehen/ noch die Wirckung in Erbauung der Menschen/ als die andere eigentlich genannte Philosophie; dem antworte: bey manchen Poeten vielleicht beydes nicht/ und bey manchen auch mehr; oder in Lesung der Poesie hat die darinnen begriffene Weißheit offt mehr heilsame Wirckung bey manchen Leuten/ als die andere Scholastische Philosophie. Des vortrefflichen alten und jungen Herrn Grüphien geistliche Lieder und Gedichte/ wie auch des Hrn. Hofmanns-Waldau seine/ etc. nebst dieser beyden und des Herrn von Lohensteins höchst-schätzbaren Sit-[S] <br> <br> ten-Lehre. Ja des Herrn Ober-Hof-Predigers Neumeisters an dem Reichs-Gräflichen Promnitzischen Hofe/ Geist-reich bewegende geistliche Cantaten, anderer itzo nicht zu erwehnen/ könten zu einiger Behauptung meiner Meinung angezogen werden.'

'Der blosse Nahmen eines geistlichen Buchs ist mancher ihrem Gewissen zuwider/ daß es keines Anblicks gewürdiget wird: alleine in Roman/ darinnen manchmahl die schärffsten Sitten-Lehre enthalten/ wird nicht mit solchem Eckel durchblättert/ weil er [S] <br> <br> bey Bestraffungen ihrer Laster auch etwas in sich führet/ das ihrer Neigung in billigen Stücken schmeichelt. Ein geistlich Buch fliehet ein wollüstig Frauenzimmer wie die Schlange den Beschwehrer/ weil sie vorher weiß/ was vor unangenehme Dinge sie daraus zu gewarten; einen Roman aber nicht/ weil sie nicht weiß/ was sie aus solchen zu erlernen; und wer sieht endlich/ der sich noch so sehr vor dem Sterben fürchtet/ die Gräber nicht mit einigen Nachdencken an/ wenn er durch einen Lust-reichen Gang unvermuhtet auf einen Gottes-Acker geleitet wird. (*[In Menantes Satyrischen Roman/ der Spatzier-Gang auf den Gottes-Acker.] <br> <br> ) Ein Poetisch Buch wird vor angenehm und gefällig geschätzt/ und wegen seines Ergetzens geliebet; der Tugend wegen aber selten aufgeschlagen/ bey derer man hernach mit mehrer Verwunderung/ gleichsam wie vor einer Rarität stille stehet/ wenn man sie so schön darinnen findet: Ja ich habe ein Frauenzimmer/ das vor hundert Reichsthaler nicht den Spruch: Huren und Ehebrecherinnen wird GOtt richten/ hätte aufgeschlagen/ mit Begierde ein Straff-Gedicht solcher Geilheit durchlesen gesehen. Warum? sie wuste/ wie die Schrifft solche Laster tadel-[S] <br> <br> te; hier trieb sie die Neugierigkeit an/ umb zu wissen/ was der Poete davon sagen würde; und unter von mir gemerckten peinlichen Seufftzern fing sie hierauf an: Es sind schöne Gedancken.'

'Es gibt so Kluge unter sie/ [der Opern-Frauenzimmer, J.T.] <br> <br> daß wenn sie so schön leben/ als schön (manchmahl auch garstig) sie zu raisonniren wissen/ so würde lauter Lob-Reden vor sie verfertigen. Gleichwol will aus Christlicher Hoffnung/ es werde eine vielleicht einen Anfang darzu machen/ mich im Voraus darauff befleißigen/ und ihnen zu Liebe annoch gantz kurtz den Grund ihrer Fehler untersuchen/ damit/ wenn selbiger gehoben/ ein edler Leben folgen könne. ¶ Alles Opern-Frauenzimmer ist von Natur von einem wollüstigen Temperament: denn daher kömmt es/ daß sie zur Music incliniren/ freundlich/ höflich und leutseelig sind. Wenn man denn solche Frauenzimmer jung in die Opern thut/ so wird ihre Passion zur Wollust vermehret/ die Neigung ihres Hertzens befriediget/ und ihnen Lebens-Unterhalt dabey geschafft. Was ist vermögender/ einen in übler Lebens-Art zu er-[S] <br> <br> halten/ als Vergnügen und Interesse? Vielmahls habe dergleichen Personen/ wenn ihnen ein Priester oder sonst jemand das Hertz gerührt/ über ihre Sünde weinen gesehen. Wollüstige Personen sind leicht zu bewegen/ und also lassen sie zuweilen eine Reue und Neigung zu einem edlen Leben blicken; allein wo ist das Beharren/ da auf der andern Seiten das Interesse? Wodurch ernehren sie sich/ wie sie gewohnet? Die Tugend dürffte endlich siegen/ wenn die Wollust durch einen anständigen/ und das Interesse durch einen solchen Liebsten contentirt würde/ der sie ausser denen Opern honneter halten könte; und solches wünsche als ein guter Freund von Grund der Seelen. Was aber die Männer anbelangt/ solches müssen zu einer friedseeligen Ehe eine gute Opinion, und wenn sie ja nicht viel gutes glauben können/ in Regard der künftigen Auffuhrung die Christliche Maxime aus dem Corpore juris canon. vor Augen haben: ¶ Meretricem in uxorem ducere, est bonum opus facere. ¶ Und legen endlich Ubelgesinnte meine wohlmeinende Gedancken hierüber als eine [S] <br> <br> Verläumdung aus/ was saget denn die Schrifft darzu: Sirach cap. 9. Fleuch die Bulerin/ daß du nicht in ihre Stricke fallest. Gewöhne dich nicht zur Sängerin/ daß sie dich nicht fahe mit ihrem Reitzen. Also will lieber mit dem Himmel ein Verläumder/ als mit den Menschen ein Schmeichler seyn. ¶ Viele schöne Regeln hat nun der Herr Autor in diesem Wercke von den Opern entworffen; allein ob und wie man mit eben dem tugendhafften Gemühte aus/ wie in die Opern gehen/ und die Stimme des Frauenzimmers hören/ ohne die Sirenen Charmes in das Hertz dringen lassen könne/ hat er mir/ ich weiß nicht/ ob einem mehr Erfahrnen / oder sonst warum/ auszuführen übergeben/ so auch nächst GOtt in einem andern Tractat mit aller bescheidenen Höflichkeit geschehen soll.'

'XX. In der andern Classe waren faule Patres, solche Würmer/ welche der Eigenschaft unserer Sprache nicht nachgedacht/ spndern immer bey der alten Leyer blieben sind/ und haben die wahre Losung behalten: Narravere Patres, & nos Narravimus omnes.'

'XVI. ¶ Von Oratorien. ¶ CCXI. ¶ Eine Oratoria ist eine vortrefflich schöne Art/ und vornehmlich wird sie uns in geistlichen Sachen und Kirchen-Stücken contentiren. ¶ CCXII. Sie ist aber kürtzlich also beschaffen/ daß ein Biblischer Text und Arien unter einander gewechselt werden. Bisweilen thut man auch ein oder ein Paar Gesetze aus einem Choral-Gesang darzu.'

'XLVIII. Wir wollen aber eben nicht eine neue Division des Styli, und eine Distinction zwischen dem Stylo Ecclesiastico und Politico machen/ weil doch jener mit diesem eine grosse Verwandschafft hat/ ohne nur/ daß er sich mit seinen Realien auf die heilige Schrifft und Glaubens-Lehre gründet/ und in Worten/ und Phrasibus seine Richtschnur gemeiniglich nach unserer Teutschen Bibel nimmet. [S] <br> <br> ¶ XLIX. Und dannenhero muß man sich in geistl. Liedern vor allen Dingen an Biblis. Worte und Phrases binden und halten/ wo es sich thun läst/ und dergleichen zur vorhabenden Materie vorhanden sind. Man redet doch lieber mit dem heiligen Geiste/ als aus Menschlicher Weißheit und eigner Speculation. So dann wird es auch an Kern und Nachdruck nicht fehlen. ¶ L. Hiernächst schreibe man so deutlich und geistlich-einfältig/ als man immer kan/ und setze sich Lutherum/ Bartholomäum Ringwalden/ Johann Francken/ Simon Dachen/ Johann Herrmannen/ Paul Gerharden/ und andere geistreiche Männer/ zur Imitation vor/ nehmlich qua dictionem & realia, nicht aber/ zu mahl bey den Alten/ qua constructionem & Rhytmos, welche hier eben so rein/ wie in andern Gedichten seyn müssen. ¶ LI. Man machet sonst einen grossen Staat von Johann Risten. Allein mein Judicium, ohne jemanden zum Praejudiz von ihm zugeben/ so finde ich in dem zehenden Gesange kaum ein bisgen Safft und Krafft/ welches ein andächtiges Hertze recht vergnügen könne. Wie konte es aber auch anders kommen? Indem er den Buchführern alle Lieder/ und derer gantze Lasten voll/ ums Geld ausfertigte. Gleichwol waren sie in grosser Estime, das macht/ er hatte einen Mantel um/ welcher Opinio heisset.'

'Und wenn man kein ander Fundament hat/ so redet und schreibet man auff die Arth/ wie D. Luther die heilige Bibel übersetzet.'

'XLI. Locus Testimoniorum schliesset den Troup, und beziehet sich entweder auff ein Dictum Biblicum, oder Hypothesin und Principium, so schon insgemein von der klugen Welt recipiret ist/ oder schön Apophthegma, und Sententiam eines weisen Mannes/ oder Emblema, oder Medaille, oder Gewohnheit/ oder Symbolum, und was dergleichen Curioesitaeten mehr sind. Z. E. Sirach spricht: Gewöhne dich nicht zur Sängerin/ daß sie dich nicht fahe mit ihren Reitzen. Einer mahlete eine Sirene/ und schrieb darzu: Incantat dum cantat, &c.'

'Sein [Hofmannswaldaus, J.T.] <br> <br> sterbender Socrates redet mit beweglicher moralischer Klugheit/ und seine geistlichen und andere Lieder von der Zufriedenheit und Ausschmückung des Gemühts/ führen so schöne Sitten-Lehre in sich/ daß/ welches eines jeden Poeten Propos seyn soll/ in dem Herrn von Hofmanns-Waldau die Weißheit mit [S] <br> <br> der Anmuht sich vermählet/ und wir so edle Eltern an den hinterlassenen Poetischen Kindern erkennen können.'

'Doch ist ihm [E.N., J.T.] <br> <br> auch nicht unbewust/ das Er in einem Stande nunmehro lebet/ darinnen man der Leute Wahn viel zu Gefallen thun müsse/ und ein Priester auch zur Gesundheit seines Leibes keine Pfeiffe Toback/ den doch GOtt zum rechten Gebrauch so wohl als andere Kräuter erschaffen/ in Gegenwart solcher Leute rauche/ die aus blinden Irrthum sich daran ärgern. ¶ Aus diesen und keinen andern Ursachen enthalte mich seiner besondern Benennung der Weltlichen Gedichte wegen/ weil er/ wie mir bekandt/ seine Muse nunmehro zu Gottes Ehren allein/ und trefflich hören läst; und wende mich zu dem Herrn Ober-Hof-Prediger bey dem Reichs-Grafen von Promnitz/ Hrn. Erdmann Neumeister/ dessen geistlicher Cantaten wir oben bereits erwehnet. Ich will sie nicht rühmen/ sondern solche zu lesen/ oder sie in denen vielen Kirchen/ wo man sie mit der Music eingeführt/ zu hören bitten/ so werden Seufftzer/ Thränen oder eine innerliche Tugendhaffte Bewegung ihre besten Lob-Reden seyn. Was die Poesie [S] <br> <br> anbelangt/ so ist solche desto schöner/ weil sie der Schrifft-gemäß/ und von keinen hochtrabenden Menschlichen Gedancken ist. Will man sagen/ weil sie so natürlich geistlich/ so habe er nur in wohlfliessende Reime gebracht/ was in der Schrifft in ungebundener Rede stünde? O nein/ man siehet die Züge und die Gänge seiner edlen Genie und Poesie gar wohl/ und ist desto vortrefflicher/ daß er sie durch den Heil. Geist aus seinem Geiste genommen. ¶ Nach diesem Muster habe mich bemühet/ meine wenige geistliche Gedichte zu verfertigen/ und nach solchem werde auch meine übrigen/ deren der Himmel viel wolle seyn lassen/ einrichten. Die Music nun solcher geistlichen Cantaten, legt der Würdigkeit der Poesie keine Unehre/ sondern eine nicht gemeine Krafft zu andächtiger Bewegung vollends bey/ und wird solches zu glauben genug seyn/ wenn man weiß/ daß es der berühmte und in Kirchen-Stücken besonders vortreffliche Herr Capell-Meister Krüger am Hochfürstlichen Weissenfelßischen Hofe gemacht;'

"Der hochgelehrte Hr. Doctor und Professor Mencke/ in Leipzig/ führet mit einer zierlichen und in der Poesie geschickten Feder in dem Gratulations Carmine auff den Herrn Ober-Hof-Prediger Neumeister/ oder in der Frage: Ob ein Poete wohl Superintendens seyn könne? unter andern an: daß Marcus Antonius Flaminius einer [S] <br> <br> von den Frömsten und Gelehrtsten gewesen/ von dem Monsieur Bayle saget: Sa pieté n'empecha pas, qu'il ne fit un tres grand nombre de Vers amoureux, & tres-amoureux, quoi qu'il fût Ecclesiastique. Conf. Menage Anti-Baillet T. I, p. 337. Ob er gleich im geistlichen Stande/ und dabey von besonderer Frömmigkeit war/ so verhinderte dieses dennoch nicht/ daß er eine grosse Menge verliebter/ und zwar sehr verliebter Verse machte. Und Mademoiselle de Scudery, welche den Affect der Liebe in ihren Gedichten und Romanen vortrefflich ausgedruckt/ soll gleichwohl selbst davon frey geblieben seyn. ¶ An welchen und vielen andern angeführten Poeten wohlgedachter Herr Professor Mencke nicht die Liebe/ sondern nur den Mißbrauch dieser edlen Passion in der Poesie getadelt; Und darinnen bin ich so wohl mit ihm eins/ als mit mir selber uneins bin/ in meinen ersten und vor 5. Jahren heraus gegebenen Gedichten/ einige schlüpffrige Gedancken durch die Feder fliessen zu lassen. Sie sollen Virtualiter darinnen ausgelöscht seyn; und wiederhol ich hier zum Beschluß: [S] <br> <br> Daß keine vergnügtere und dabey edlere Beschäfftigung ist/ als seine Poesie dem Himmel/ sich selber/ oder seiner Gemühts-Zufriedenheit/ und hohen/ wie auch andern tugendhafften oder Tugend bedürfftigen Personen zu Gefallen und Ruhm verfertigen. ¶ Was den Himmel und die Zufriedenheit anbelangt/ so hat/ wie der Herr Doctor Mencke in gedachten gelehrt-geschickten Carmine anführet/ Gregorius Nazianzenus, welcher den Poetischen Geist/ den Geist Gottes genannt/ sein Ertz-Bischoffthum zu Constantinopel im 55sten Jahres seines Alters aufgegeben/ üm die Poesie besser abzuwarten."

Woken, Franz

Anleitung zur Teutschen Poesie, Zum bequemen Gebrauch Seiner Auditorum entworffen

'Mein treu und redlichs Hertz erstirbt,'

'Mein Hertz,'

'Mein sehnlich’s Wünschen gehet nur dahin,'

'O Himmels Licht durchstrahle meinen Sinn!'

'Himmel,'

'Hier schon Himmlisch seyn ist den Christen eigen.'

'Selige Lust'

'Erquickete Seelen,'

'Aller Jammer ist aus,'

'aber glauben oder schrauben reimet sich nicht/'

'Mein GOtt, wie lässest du mich quälen!'

'Vergänglichkeit, du labest mich.'

'Ich achte kein Sterben,'

'Kein Vogel weiß von meinem Glücke,'

'Mein Vater wird mich wohl ergötzen,'

'Irrdisches Lebens vergnüglichste Frölichkeit/'

'Ich liebe meinen GOtt'

'GOtt meinen liebe ich.'

'Auf die Mönche, so in Barcellona mit auffgebundenen Kleidern auff den Wercken giengen/ und auff die Spanier loßfeuerten: ¶ Laufft, ihr Feinde, allzumahl!'

'Auf dieselben. [Mönche, J.T.] <br> <br> ¶ Bedenckt ihr Mönche nicht, daß ihr seyd GOttes Kinder?'

'Auf Amoenen. ¶ Das Chor der Gratien kam in die Welt herein,'

'Uber eine Magd, so sich in gantz besonderer Wäsche gewaschen. ¶ Ihr geilen Knechte, kommt, verehret diesen Götzen,'

'Auff die Fontangen. ¶ Wie? Wollet ihr den Himmel stürmen?'

'Der HErr, mein Schöpffer will, ich soll die Erde bauen,'

'Die schwartze Liebe. ¶ Eine Frage ist sehr schwehr, die man mir pflegt für zu legen.'

'Das Leben dieser Zeit hat tausend Schmeichelungen,'

'Madrigal. ¶ Was bistu, lieber Mensch?'

'Madrigal. ¶ Verrathe dich nicht selbst,'

'Sonette von der Liebe GOttes. ¶ Es soll mein Geist den grossen Vater lieben,'

'Sonette. ¶ Der Menschen Leben ist ein rechtes Thrähnen-Thal,'

'Satz. ¶ Ihr Bauren, erfreuet! der Friede wird kommen,'

'I. ¶ Buß-Lied. ¶ Mel. Sieh‘ hie bin ich, Ehren-König. ¶ vid. Hällisches grosse Gesang-Buch p. 450. ¶ FEssel meines bösen Hertzens,'

'II. ¶ Buß-Lied. ¶ Mel. Auf hinauf zu deinen Freuden. ¶ Hal. grosse Gesang-Buch p 728. ¶ 1. ¶ Auf! nur auf! du sichre Seele;'

'III. ¶ Danck-Lied nach dem Heil. Abendmahl ¶ Mel. So geh ich denn zum Grabe hin. ¶ Hal. grosse Gesang-Buch p. 188. ¶ 1. ¶ BEglückter Mund, eröfne dich,'

'IV. ¶ Um göttliche Regierung. ¶ 1. ¶ Mein GOtt, mein Lehrer, Heyland, Schöpffer.'

'V. ¶ Morgen-Lied ¶ Mel. Mein Hertzens JEsu meine Lust. ¶ Hal. Gesang-Buch p. 77 ¶ 1. ¶ NUn ist es Zeit, erhebet euch.'

'VI. ¶ Abend-Lied. ¶ Mel. Die Sonn hat sich mit ihrem Glantz gewendet. ¶ 1. ¶ DU Himmels-Licht, durchstrahle meine Sinnen,'

'VII. ¶ Mel. Wer nur den lieben GOtt läst walten. ¶ 1. ¶ ICh weiß, daß mich der Himmel liebet;'

'Zum Exempel sey folgende Ode/ welche gesetzet worden/ als wenn eine Nacht-Music dem Neu ankommenden Käyser Carolo VI. gebracht wäre. ¶ 1. ¶ Sterne, wollt ihr ietzt nicht leuchten?'

'Was wilt du grosser GOtt mir geben?'

'Aria. ¶ 1. ¶ Ach wancke nicht, mein Hertz, und laß dein sorgen.'

'zum Exempel folgende Aria, so auf Absterben der Königin Anna in Engelland und Succession des Neuen Königs in Eyl verfertiget ward: [S] <br> <br> ¶ 1. ¶ Beglücktes Land,'

'Buß-Lied. ¶ 1. ¶ O JEsu, schau doch nicht zurücke,'

"1. ¶ Cantata von der Hofnung. ¶ 'Hofnung ist das Manna Brod,"

'II. ¶ Cantata auf die Falschheit. ¶ O falscher Schein!'

'III. ¶ Cantata vom heiligen Abendmahl. ¶ Weg von mir!'

'IV. ¶ Cantata vom Zweiffel. ¶ Cartesius hat uns’re Welt'

'III. In folgender Oratoria redet JEsus mit der büssenden Seele: ¶ JESUS. ¶ Schicke dich/ Israel/ und begegne deinem GOtt. ¶ Ihr Sünder, ist es nicht genug,'

'IV. Folgendes ist in Eyl aufs Himmelfahrts-Fest gesetzt. ¶ Du bist in die Höhe gefahren/ und hast das Gefängniß gefangen geführet: ¶ 1. ¶ So sieget der grosse Held,'

'III. Zum Exempel eines Zahl-Reimes sey folgendes aufs Jahr 1712. ¶ ChrIstVs Ist MeIn Leben'

'Es thut mir leyd, mein lieber Bruder,'

'Die in Leipzig bekandte Aria: [S] <br> <br> Deiner Schönheit Zauber-Stricke, giebt folgendes geistliches Lied: ¶ 1.¶ JEsu, deine Liebes-Stricke'

'ORatorien werden genennet solche Gedichte/ wie insgemein die Kirchen-Stücke zu seyn pflegen/ da Sprüche aus der Bibel und wiederum Arien mit einander abwechseln.'

Statius, Johann Joachim

Der Wohlgebahnte Weg zu der Teutschen Poesie

'als Gütikeit/ Billikeit/ Seelikeit/ sondern Gütigkeit/ Billigkeit/ Seeligkeit etc.'

'Es hat zwar der Hr. Johann Heinrich Reitz in seinem Teutschen Testament/ welches zu Offenbach am Mayn ediret ist/ an statt des Ph öfters ein F gemacht/ als Josef pro Joseph/ welches er vielleicht um der Deutlichkeit willen gethan/ aber nicht imitabel ist.'

'Thum i.e. die Haupt-Kirche.'

'Die Hölle i.e. der Ort der Verdammten.'

'Der Himmelsteiger i.e. das Gebet.'

'Nonnenkloster i.e. ein Jungfernzwunger etc.'

'Wer GOtt vertraut/'

'Meiner Sünden Schuld ist mir jetzt erlassen.'

'JEsu meiner Seelen-Lust/ du kanst mich erquicken:'

'Der Himmel mag mit Donner dränen/'

'Mein Satz soll seyn: ¶ Ob man schon nicht viel hat/ so lebet doch GOtt noch. ¶ Was traurestu so sehr/ dein Schatz der lebet noch.'

'Wenn einer nach Wien schiffen wolte/ könte man folgenden Gedancken haben. ¶ Nimm hin und trage uns bald zu des Adlers-Hütten/'

'Ein Christ liebet die rohte Farbe. ¶ Roht ist gut/ es spielet herrlich/ himmelblau gefält mir nicht/'

'Betrachtung der sieben Worte Christi. ¶ 1. ¶ O! du halb erstarr’ter Mund/ soltestu anjetzt nicht reden/'

'Grabschrift eines Bauren. ¶ Die Erde gab mir Brodt/ und Brodt stärckt auch das Leben;'

'Grabschrift eines ungelehrten Priesters. ¶ Ein Fremder in der Schrift/ ein Hospes in Postillen/'

'1. ¶ Die Nacht ist hin/ steh’ du mir nur zur Seiten/'

'Von den Sünden/ die gen Himmel schreyen. ¶ Gen Himmel schrey’t der Mord/ die Sodomitereyen/'

'Zwar Salomon ist wol sehr schön geschmücket:'

'Sonnet. ¶ Es ist ein schlechtes thun/ spricht mancher Achte-nicht/'

'Ein anders. ¶ Des Menschen tichten ist in dieser schnöden Welt'

'Rondeau. ¶ Es geh’t kurtz um. Die Welt will sich jetzt schmincken;'

'RONDEAU. ¶ So wechselt Glück und Zeit bey Bösen und bey Frommen/'

'MADRIGAL. ¶ Auf den Tod eines Lehrers der Kirchen. ¶ Wie wird der helle Tag zur Nacht?'

'Als ein guter Freund aus diesem Thränen-Thal Abschied nahm. ¶ Madrigal. ¶ Ach! einen theuren Freund auf schwartz gefärbtem Flore'

'Madrigal. ¶ Wiewol diß Leben voll von Jammer ist/'

'Ein gedoppeltes Madrigal. ¶ Den Mayen will ich zwar jetzt nicht verehren/'

'1. ¶ Ermuntert diß nicht gute Hertzen/'

'Ein Morgen-Lied. ¶ 1. ¶ Wach auf mein Geist und Leben/'

'Ach! Mensch betracht/'

'Den Höchsten lieben/'

'Ein Job sey in der Noht/'

'GOtt leidet Noht/ und ich bin hold'

'Wie wird es unter euch so stille?'

'Der Glaub’ ist kranck/ die Liebe geh’t auf Krücken/'

'Wir leben in der Welt/ die Welt ist unser Handel/'

'1. ¶ Freude die Fülle/ wenn Pferde und Wagen'

'Nichts ist vergraben zu schätzen/'

'Uber der Erden ist wenig Vergnügen/'

'Die Jugend soll fleißig was sparen/'

'Ein frommer Studente lebt niemahls in Sorgen/'

'Ein Pocal. ¶ Im'

'Ein Creutz. ¶ Hier schläft ein zartes Hertz'

'Noch ein Pocal von einer andern Form. ¶ Frölich! mein Jonathan, freudig im Leben!'

'Ein Hertz. ¶ Alle nun'

'Ein Berg. ¶ Endlich'

'Noch ein Pocal. ¶ Rücke'

'Es hat der grosse GOTT den Bogen schon gespant. ¶ […] <br> <br> ¶ ARCUS MINANS EBRIIS simul ac inest adhortatio ad veram poenitentiam & regenerationem spiritualem.'

'Nun hat bald die Sünderin'

'In der Welt ist immer Pein;'

'Auf eine andere Weise/ nemlich mit einem grossen Forder-Buchstaben/ findet man es unter andern in dem schönen Liede: Helft mir Gottes Güte preisen etc. Welches Hr. D. Paulus Eberus zur Ermunterung seiner Kinder verfertiget hat.'

'Biebel Belieb oder Bleibe.'

'Maria'

'D. Martinus Luther. Lehrt uns die Armut'

'Tischer Christe'

'Der Da Den höChsten LIebet/'

'GOtt ist meines Lebens Sonne/'

'Lebet liebster Vater lange/ und in lauter Glücke schwebet.'

'Solche Zeilen wirstu nicht verachten/'

'1. Satz. Die Laster muß man meiden. ¶ Gleichwie ein kluger Geist die falsche Freundschaft meidet/'

'2. Satz. Die Frömmigkeit soll man exerciren. ¶ Obschon in dieser Welt ist lauter böses Leben/'

'7. Satz. Ein jedweder soll mit seinem Stande zufrieden seyn. ¶ Es mag mir in der Welt so bund und kraus auch gehen/'

'8. Satz. Ein Christe soll sich nicht revangiren. ¶ Der Höchste hat ja selbst die Obrigkeit gesetzet'

'9. Satz. Ein Student soll beten. ¶ Wo jemand ist verpflicht’ vor Gottes Thron zu treten/'

'11. Satz. Gute Wercke müssen ohngezwungen seyn. ¶ Wer sich im guten üb’t/ geh’t fleißig in den Tempel/'

'13. Satz. Die Mäßigkeit bringet das Recht der Natur mit sich. ¶ Man soll die Mäßigkeit in allem wol ausüben/'

'14. Satz. Die heilige Schrift muß man fleißig lesen. ¶ Ach liß in Gottes Wort so fort in deiner Jugend/'

'15. Satz. Die Gottesfurcht ist der beste Schatz. ¶ Mancher strebt nach hohen Schätzen/'

'16. Satz. Wer hoch steiget/ fällt oft hoch. ¶ Es trifft der Donner hohe Eichen;'

'20. Satz. Die Gedult überwindet alles. ¶ Sey nur frisch/ mein frommer Christ/ bistu gleich mit Angst umgeben/'

'So machet es der liebe David, als er den Tod seines andern Ichs/ des Jonathans, schmertzlich bedaurete/ wie zuersehen 2. Sam. I. 26. Daselbst stehen nachdrückliche Worte: Es ist mir Leyd um dich mein Bruder Jonathan &c.'

'Diß observirete denn auch wol Jeremias, als er den Tod des Königs Josiae wehmühtigst beklagete/ wie solches erhellet 2. Paral. [S] <br> <br> XXV. 25. Und hiernach hat man sich zu richten/ daß man nemlich die ehret/ die der Ehren würdig: maaßen es sonsten mera simulatio, davon doch ein Christ/ wie billig/ nach dem Exempel Pauli abstrahiren soll und muß;'

'1. ¶ Was ist doch wol der Menschen Leben?'

'So wiltu nun/ mein Freund! aus diesen Gräntzen weichen?'

'So man einer hohen Persohn gratuliren wolte/ die da Anna hiesse/ könte man folgende Gedancken eröfnen. ¶ 1. ¶ Brich an du schöner Tag/ du Tag/ der Rosen streust/'

'Er will/ mein werther Freund/ nunmehro Hochzeit machen/'

'Vor dißmahl lasse ich mir gefallen so wohl den glücklichen als den unglücklichen Zustand des Josephs vorzustellen. Meines erachtens ist diese Historie ohnedem anmuhtig in prosa zulesen: wie vielmehr wird Sie denn in ligata eine feine excitation geben. Der geneigte Leser gebe sich die Mühe/ und perlustire sie ein wenig. Es wird ihm vielleicht nicht gereuen/ sondern vielmehr die Bahn brechen/ andere seine Materien nach diesem Modell zu zuschneiden und einzukleiden. Aber vor dißmahl hievon genug: Sapienti sat! ¶ Descriptio tam culamitosae quam gloriosae Vitae Josephi pii. ¶ Wir wollen deutlich jetzt des Josephs Ruhm beschreiben/'

'Eine andere Elaboration. ¶ Propositio. Lügen soll ein Christe hassen/ fliehen und meiden. ¶ Gewißlich wer da will des HErren Nahmen führen/'

'Vor dißmahl communicire ich dem Leser meine einfältige Gedancken/ die ich bey dem Hintritt des Durchl. Erb-Printzens seel. Carol Christianns von Ostfrießland zu meiner eigenen [S] <br> <br> meditation aus höchster Compassion verfertiget habe. Sie lauten/ wie folget. ¶ 1. ¶ Wie plötzlich sich das Glück der Hohen kan verkehren/'

'1. ¶ Wer nur den Höchsten läß’t regiren/'

'Noch eine andere Elaboraton ejusdem Materiae. ¶ 1. ¶ JEsus meiner Seelen Licht'

'Die dritte Elaboration. ¶ 1. ¶ Siehe doch/ wie ich umgeben/'

'Die vierdte Elaboration. ¶ 1. ¶ Du höchster GOtt/ weil deine Macht'

'Meines theils will ich vor dißmahl dem geneigten Leser eine geistliche Comoedie communiciren/ die da geschmiedet von dem Haman mit der Adprobation des Königes Artaxerxis, und würcklich solte blutig gespielet werden mit dem Israelitischen Volcke / wo nicht Esther und Mardo- [S] <br> <br> chaeus ins Mittel getreten/ und GOtt um die Abwendung der Execution angeflehet hätten. Welches denn GOtt in Gnaden erhörete/ und das Hertz des Königs lenckete/ daß sie wegen der Esther Intercession beym Leben erhalten wurden. Ich habe zwar den Text nicht ad verbum pertractiret/ um beliebter Kürtze willen dieses Büchleins/ sondern nur etwas daraus genommen/ damit ich meinem Versprechen nachkäme/ und auch in diesem Stücke dem Leser nichts schuldig bliebe. Mein Concept ist dieses. ¶ 1. ¶ Artax. Meine grosse Königs-Macht'

'Inscriptio I. ¶ Auf das zerstörete Jerusalem. ¶ Jerusalem!'

'II. Inscriptio. ¶ Der Entwurff einer Grabschrifft. ¶ Wanderer!'

'Der Hr. Harsdörffer ist auch der Meynung/ wenn er an einem Orte spricht: Die Poesie ist gleich einer keuschen Jnngfrauen/ die allem unreinen Wesen feind ist. Aber leyder! zu unserer Zeit wird sie als eine liederliche Dame prostituiret/ und zu allerhand Uppigkeit und Unfläterey von vielen angewendet. Dem sey aber/ wie ihm wolle/ so bleibet doch diß ein richtiger und vernünfftiger Satz: Abusus non tollit usum. Und wer demnach aufs Fleisch säet/ der wird vom Fleische erndten/ Galath. VI. 7.'

'5. Will man Orthographice schreiben lernen/ so darf man nur eine Teutsche correcte Bibel für sich nehmen/ dieselbe fleißig durchlesen/ und dabey wol observiren/ wie dieses und jenes Wort geschrieben; besonders wenn es etwas schwehr ist/ so wird man bald den Nutzen vermercken.'

'REise-Gedichte sind/ da man der von hinnen ziehenden Persohn etwas aufsetzet zum geneigten Andencken/ wobey man denn deroselben den Seegen GOttes und den Schutz der Heiligen Engel anwünschet. So that der alte Tobias, als sein Sohn in die Fremde reisete/ wie zu ersehen c. 5. vs. 23. Tobiae: GOtt sey mit euch auf dem Wege/ und sein Engel geleite euch. Und auf diese Weise wünschet der alte Jacob seinen Söhnen die Barmhertzigkeit GOttes/ als sie in Aegypten zogen/ Getraide zu kauffen/ wie diß erhellet Genes. c. 43. vs. 14. […] <br> <br> Gleichwol aber muß man dem Abreisenden sein Gemüht zu erkennen geben/ daß die Freundschaft wol zwar in etwas/ doch nicht gäntzlich aufgehoben sey/ und der Verlust der Abwesenheit könne [S] <br> <br> schriftlich wieder eingebracht werden/ so GOtt wolle.'

'EIn Hochzeit-Gedichte ist nichts anders/ als eine wolmeinende Gratulation, da man denen jungen Ehe-Leuten alles [S] <br> <br> Gutes und vielen Seegen von GOtt anwünschet und erbittet. Wie die Heimführung der Rebeccae, die Isaac aus Verhängniß GOttes zum Weibe bekam/ geschahe/ hieß es Cap. XXIV. Genes. vs. 60. Und sie segneten Rebeccam und sprachen zu Ihr: Du bist unsere Schwester/ wachse in viel tausendmahl tausend/ und dein Saame besitze die Thore seiner Feinde. Ein gleiches sehen wir/ als der junge Tobias Saram Raguelis Tochter wolte zum Weibe nehmen/ denn da heist es Cap. 7. Tobiae vs. 15. Der GOtt Abraham, der GOTT Isaac und der GOtt Jacob sey mit euch/ und helffe euch zusammen/ und gebe seinen Seegen reichlich über euch.'

'TRauer-Gedichte sind nichts anders/ als daß man den Unfall wehmühtigst vorstellet/ und zugleich daran arbeitet/ wie man das Leydwesen möge versüssen. Welcher Christliche Ritus annoch zu unserer Zeit sehr gebräuchlich ist/ daß man dadurch das gute Andencken der entseeleten Persohn suchet zu stabiliren und zu erneuren. So schreibet auch darvon gar emphatisch der weise Sirach Cap. 44. vs. 12. 13. Und ihr Lob wird nicht untergehen. Sie sind in Frieden begraben/ aber ihr Nahme bleibet ewiglich. Man muß aber einem jedweden diese Ehre ohne meriten nicht beylegen/ denn diß ware entweder eine Eclipsis judicii, oder eine falsche Verstellung; sondern diejenigen verdienen solche Grab- und Denckmahle/ die christlich geleb’t haben und seelig verstorben sind. Denn andere sind es nicht werth/ wie solches der Geist Gottes selbst exprimiret durch den Mund des Propheten Jeremiae Cap. 22. vs. 18. 19. Darum spricht der HErr von Jojakim dem Sohne Josiae, dem Könige Juda: Man wird ihn nicht klagen: Ach! Bruder/ ach! Schwester; man wird ihn nicht klagen: Ach! Herr/ ach! Edeler. Er soll wie ein Esel begraben werden/ zerschleift [S] <br> <br> und hinaus geworffen vor die Thore Jerusalems.'

'Denn eben dadurch kan man in seiner Mutter-Sprache allerhand erbauliche Lieder componiren/ die da dienen zur Ermunterung und Aufweckung den höchsten GOtt zu loben und ihm zu dancken. Es ist auch solches ferner sehr nützlich/ nach der Ermahnung des Apostels Pauli ad Ephesos Cap. 5. vs. 19. 20. Redet untereinander von Psalmen und Lob-Gesängen/ und geistlichen Liedern; singet und spielet dem HErrn in eurem Hertzen. Und saget Danck allezeit für alles GOtt und dem Vater in dem Nahmen unsers HErrn JEsu Christi. Und in dem 3. Cap. ad Collossenses vs. 16. Lasset das Wort Christi [S] <br> <br> unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen/ und geistlichen lieblichen Liedern/ und singet dem HErrn in eurem Hertzen. Diß haben denn auch wohl inachtgenommen die theuren Männer Gottes/ als Lutherus, Gerhardus, Ristius und andere/ welchen auch zu unseren Zeiten viele nachgefolget. Und warum wolte man dieses nicht thun/ so GOtt darzu Gnade und Kraft giebet. Es dienet ja einem mannichmahl zur Stärckung und Erquickung/ wie der seel. Spenerus auch dieses selbsten an einem Orte bekärftiget.'

'Vor dißmahl lasse ich davon judiciren Celeberrimum Theologum Danhauerum, welcher davon in Conc. 45. Part. II. Lactis Catechismi oder der Catechismus-Milch also spricht: Die Comoedien oder Schau-Spiele haben ihre fürtreffliche Nutzbahrkeit/ indem sie gleichsam mentem ac ingenium ad vivum abschildern und formiren. Die alten Historien werden eben dadurch gleichsam erneuret/ der Wille und dessen Affecten werden von Lastern abgemahnet/ die jungen Gemühter werden in denen moribus exerciret/ die Gestus werden nach der Beschaffenheit der Sache permutiret/ die Parrhesiastellet sich auch dadurch ein/ und der todte Buchstab wird gleichsam beseelet/ und so weiter. So hat auch der seel. Doctor Lutherus dieselben nicht gäntzlich verworffen/ wie solches die Vorrede des Büchleins Judiths und Tobiae an den Tag geben und eröffnen. Der berühmte Opitz machet viel Wesens davon/ und extendiret sie weiter als nöthig. Die erste Comoedie soll in Teutschland gehalten seyn Anno 1497. die Reuchlinus in honorem Johannis Episcopi Dalbergensis Worma-[S] <br> <br> tiae componiret hat.'

'7. Diesem setzen wir auch zur Seite des Philips Harsdörffers Gedichte/ der unterschiedene Tractaten von dergleichenMaterie heraus gegeben. Wir lassen uns vor dißmahl begnügen zu wissen/ daß er Geist- und Weltliche Gedichte geschrieben.'

'(2.) Johann Franckens, ICti & Senatoris Gubensis, Poetische Wercke. Dieser hat noch mehr Poetische Sachen verfertiget/ unter andern auch ein Buch/ welches genant wird die Harffe des Vater Unsers etc.'

'(3.) Johann Rist, Pastor zu Wedel/ hat Musam Teutonicam der Nach-Welt hinterlassen/ item den Poetischen Schau-Platz und Parnassum, wie auch seine himlische sonderbahre Lieder/ welche zu Lüneburg per Fratres Stellatos, durch Hans und Heinrich Sternen sehr sauber ediret sind.'

'(5) M. Samuel Baumgartens, eines Schlesiers/ feuriger Schwefel-Regen über Sodom und Gornorrha ist wohl zu lesen. Obiter ist zu mercken/ daß die Herren Schlesier vor andern Capacität haben/ die Poesie zu excoliren/ und sind mehrentheils sinnreiche Köpffe'

'(6) Hr. Andreas Heinrich Buchholtz, Super. Brunsuicensis, war ein feiner Poete. Dessen geistliche Poemata meritiren gelesen zu werden'

'(7.) Paul Gerhard seel. hat viele schöne Lieder verfertiget/ darinn Geist und Leben/ Saft und Kraft/ wie solches unter andern erhellet aus denen bekandten Liedern: Nicht so traurig nicht so sehr etc. item: Warum solt ich mich denn grämen/ item: Schwing dich auf zu deinem GOtt etc.'

Hamann, Johann Georg

Nützlicher und brauchbarer Vorrath von allerhand Poetischen Redens-Arten

'Du gabst zu meinem Heil den allerersten Rath;'

'Heil vor den Schlangen-Biß! Rath uns, mach uns gesund!'

'Gewonnne. gesegnte. vernichtt. ¶ für Gewonnene. gesegnete. vernichtet.'

'Heil’ger Vater, ew’ger GOtt;'

'Barmhertz’ger Vater, güt’ger GOtt.'

'Z. E. so saget gleichfalls Richey: ¶ […] <br> <br> ¶ So überlaß ichs GOtt, der Großmuth und der Zeit; für: ich es.'

'Z. E. beym Richey: ¶ Man könnt auf ewigen Altären etc. für: könnte auf etc.'

'Ich hang an deiner Gnad’ als eine Klett am Kleide etc.'

'Sonn, Himmel, Erd und Lufft sind Zeichen deiner Macht.'

'Erzeige du mir Gnad’, GOtt, weise deine Güt’'

'HErr, willst du von uns ab dein Angesichte wenden?'

'Du hast ja des Gesetzes Joch'

'Ihr blöden Sinnen auf, auf schwingt euch von der Erden'

'Ich bin ein armer Erden-Kloß,'

'Derohalben ist der Reim falsch und unrein, wenn ich Fröhligkeit und Seeligkeit zusammen reimen wollte.'

'Ich tauche meinen Geist in JEsu Wunden ein,'

'Mein Hoffen gründet sich auf GOtt; drum kan ich nicht verzagen;'

'Kommt denn, ihr Völcker, sagt, wie reich die Deutschen seyn. ¶ […] <br> <br> Weichmann.'

'Von GOtt erbethner Printz, in dessen göldner Wiegen ¶ […] <br> <br> Richey.'

'Erwarte nicht von mir, o tieffgebeugter Greiß,'

'O daß mein Gemüthe,'

'Zittau, rede du vor mich. Doch du selber liegst entkräfftet, ¶ […] <br> <br> Wentzel.'

'Weg Pan, weg Peles, weg! du Docken-Werck der Heyden! ¶ […] <br> <br> ¶ Chr. Gryph.'

'Sterbt, Sinnen, sterbt! hat JEsus sterben müssen, ¶ […] <br> <br> ¶ Chr. Gryph.'

'Ich beuge mich, o Höchster! Demuths-voll vor dir.'

'Der Herr geh. Secr. König hat in einer unvergleichlichen heroischen Ode auf den letztern Kirchgang Ihrer Hoheit der Königl. Chur-Prinzeßin zu Dreßden, und zwar in den ersten Strophen gedachter Ode den Caracter einer Ode vortrefflich ausgedrückt. Er sagt: ¶ Auf! Dicht-Kunst! reiche mir die Hand,'

'Inzwischen soll Anfängern in der Poesie folgende Ode, die der Frey-Herr von Canitz auf den Tod seiner Gemahlin geschrieben, zum Muster und Exempel dienen. Sie stehet in den Neben-Stunden unterschiedner Gedichte auf dem 83. und folgendem Bl. ¶ 1. ¶ Soll ich meine Doris missen,'

'Zum Exempel einer Elegie mag folgendes Gedichte aus dem Herrn Chr. Gryphio dienen: ¶ Was kan die Liebe nicht vor Wunder-Dinge zeugen?'

'Weichmann. ¶ Ihr Winde, heult und sauset!'

'Folgendes sey eine Probe, welches Hr. Richey verfertiget, und in Hrn. Weichmanns erstem Theil der Poesie der Nieder-Sachsen auf dem 94. und folgenden Blat anzutreffen ist. ¶ Personen. ¶ Die Freude. Die Demuth. Die Danckbarkeit. Die Eintracht. Die Zeit. ¶ Aria. ¶ Freude. Erhebt euch Dem. Fallt nieder'

'Ich will hier zur Probe eines hersetzen, welches der Freyherr von Canitz verfertiget hat, und auf dem 2. Bl. seiner Neben-Stunden unterschiedner Gedichte zu finden ist. ¶ Der Sünden-Schlaff. ¶ O GOtt! ich bin nicht werth, daß du mir so viel Güte'

'Die Gedichte des gantz unvergleichlichen Frey-Herrn von Canitz bestehen grossen Theils aus Satyrischen Einfällen. Ich will den Anfängern in der Poesie zur Probe folgende in seinen Neben-Stunden Bl. 52. befindliche Stachel-Schrifft hersetzen. ¶ Der Tod des ungerechten Geitzhalses. ¶ Den Harpax, welcher sich zum reichen Mann gelogen,'

'Z. E. ein Creutz. ¶ Auf dich'

'Mein Heyland bleibet mein.'

'ChrIstVs DVX, ergo trIVMphVs.'

Gressel, Johann Georg

Musophili Vergnügter Poetischer Zeitvertreib

'Ich habe nur oben hin den I. II. III. Theil der zusammen getragenen Hoffmannswauldauischer Gedichte durchblättert, so sind mit viel von diesen Redens-Arten vorgekommen, ¶ […] <br> <br> [S] <br> <br> […] <br> <br> ¶ In Geistlichen Gedichten: ¶ Pag. 13.'

'Canaan.'

'Z.E. die Juden, die Jüden, sie gläuben/ sie glauben'

'Du heiligest/ ¶ Predigest/'

'Ich achte nicht ein Haar was mit die Feinde dräuen/'

'Gnade/Genade. […] <br> <br> Heil’ger/ Heiliger. […] <br> <br> Ich seegne/ ich seegene.'