'Bey dem Masenio sein etzliche artige Exempla Symbolorum, als da er aus dem Wapen des Fabii Chisii einen Adler nimt/ worauß er 50. Symbola macht/ und auß der Pamphiliorum Wapen/ eine Taube und Oelbaum/ von welchen er gleichfalls 50. Symbola erfunden. Der Index Masenii, darin er alle Ordnungen der Dinge durchgeht/ uud von jeden kürtzlich die Eygenschafft setzt/ am Rande aber den sensum moralem, nützt treflich zu den Erfindungen.'
'Im Englischen hat Franciscus Quarles Geistliche Emblemata geschrieben/ wie auch Epigrammata, die er divine fancies, nennet. Aber die Emblemata sein mehrentheils aus des Hermani Hugonis piis desideriis genommen/ [S] <br> <br> da er doch derselben mit keinem Worte gedencket.'
'Die Rätzel gehören auch zu den Sinnbildern/ welche gleichfalls ihre fontes inventionum in den vorigen locis haben und bestehen theils in Bildern/ theils in Schrifften. Von jenen handelt Masenius weitläufftig in Speculo Imaginum.'
'Bey den Ißländern hat man ein sonderlich Buch die Edda gehabt/ welches war die Mythologia Poetica der alten Nordischen Völcker/ oder vielmehr ihre Theologia, Physica und Ethica. Es sind zweyerley Eddae gewesen/ die eine als die älteste/ ist in alte unverständliche Verse verfasset von Sämund Sigfuson/ der mit dem Zunahmen Froda/ daß ist/ der Weise genant worden/ und An. 1077. zu Odde in Ißland Prediger gewesen. Die neue Edda hat gemacht Snorrre Sturläson/ ein Vornehmer kluger Mann/ und Ober-Richter über Ißland im Jahr 1222. und auß der ältern des Sämunden zusammen gezogen/ welche Petrus Resenius mit sehr nützlichen Anmerckungen/ und einer weitläufftigen Vorrede heraußgegeben/ darinnen er mit mehren von diesen beyden ddis handelt. In der Königlichen Schwe-[S] <br> <br> dischen Bibliothec soll noch eine andere und besser verhanden sein/ wie Herr Rudbeck meldet. Dieser Snorre Sturleson hat die alte Eddam etwas verändert/ und auff ihre Poeterey gerichtet. Wie nun die Edda ihre Mythologia, so ist die Scalda ihre Metrica und Prosodia gewesen. Arngrimus sagt von dieser also: Scalda est liber de arte Poëticâ Islandorum, qui est quasi praxis Eddae ut Edda inventionem, Scalda usum vel artem adiuvet,'
Kornfeld, Theodor
Selbst-Lehrende Alt-Neue Poësîe Oder Vers-Kunst Der Edlen Teutschen-Helden-Sprache
'als: Göttliches/ Himlisches/ leibliches/ nützliches/ Tapfferkeit/ Mäßigkeit/ gnädiglich/ himlische/ höllische/ irdische & c.'
'als: göttliche/ geistliche/ heilige'
'als: -vv Göttliches/ himlisches/ höllisches/ tägliches/ sterbliches/ heyligkeit/ fröligkeit/ seeligkeit &c.'
'als: Ewigkeit/ seeligkeit; ewiglich/ seliglich'
'Mein Herr Jesu durch dein Blut/'
'Mein JEsu meiner Seelen Schatz'
'Himlischer Vater erlaß mir die Schulde/'
'Ach Vater in des Himmels-Thron/'
'Gott geb‘ uns allen seinen Segen/'
'Gottes Hand/'
'Mein Tugend-Kleid/'
'Das Laster-Lebend werffet weg/'
'Ich singe meinem Gott dis Liedlein zu Ehren/'
'Kommet ihr Völcker und singet mit Freuden/'
'Dieser vorgedachten Jahr-zeits-Versen Exempla habe ich zwar offt gesetzet/ besonders aber in meiner Decuriâ Acclamationum Votivarum primâ, so ich in Jena anno 1666. habe drücken lassen/ da unter vielen anderen Poêtischen Kunst-stücklein sich finden der Jahrzahlen (1) Per num: pronunciationem: ¶ Gott Mehre DoCh Lehre/ VerWahre sIe gantz! […] <br> <br> '
'Ey lasset uns den Herren loben'
'Gott segne nun der Christen Waffen/'
'Laß den höchsten Gott nur walten/'
'Ach! mein Gott/ hilff mir besingen/'
'Ein Exempel des Sonnets/ So ich dem Wollbohrnen Herrn Fride-[S] <br> <br> rich Ulrich von Münchhausen/ da er mit J. Anna Dorothea vom Busch Hochzeit zu Ippenburg machete/ anno 1661. zu Ehren/ unter andern Gedichten/ gesetzet habe/ und zu Rinteln drücken lassen/ also lautend. ¶ Als Jacob in der Fremb von jederman verlassen/'
'Solch ein Wandelgedicht setze Ich hier im Gebeth gegen die in der Nähe herümb wandelende Rühr/ also: ¶ Wandelt itzt herümb die Plag‘/'
'Wie irret doch herümme/'
'Exempel der Echo. ¶ Was hat uns Gott gegeben? Leben.'
'das solche 6. Reigen offtmahln Strophen machen. als: ¶ Lasst uns den HErren singen'
'Exemp. der doppelgängigen. ¶ Des Himmels Zorn'
'An Gläubigen scheint herlich die Frömmigkeit/'
'Was wird uns der Höchste geben? Leben.'
'O reicher Gott! du kanst uns wol ernehren/'
'Der Höchste kan den Krieg erregen/'
'Trauen geistlich/ ist auf festen Grunde bauen;'
'Ein Creutz: [S] <br> <br> dessen Exempel mir beliebet aus meiner Geistl: Verlöbniß pag. 13. so anno 1664. zu Giessen habe drücken lassen/ hieher zu setzen/ juxta Matth. 16. V. 24. ¶ Das Creutz nim auff'
'Ein Pocal; Aus eben-selbigen kurtzen Tractätlein meiner Geistl: Verlöbnüß. p. 29. Ex. Joh. 7. V. 3. Trauet/'
'Ein Baum des Lebens. Aus ebenselbiger Geistl: Verlöbnüß. p: 15. ¶ Ich bin dein grosser Lohn.'
'Ein Laute; so anno 1664. auff Herrn Henr. Klostermans J.U.L. Hochzeit von mir gesetzet/ und gegeben. ¶ Ihr Lauten itzt klinget/'
'Ein Licht aufn Leuchter/ von p. 24. oben gemelter Geist-Verlöbnüß. ¶ Drümb gehet Chrißt Braut zum Himmel richtig fort. […] <br> <br> Joh. 8. V. 12. Psalm. 119. V. 105.'
'Apffel. Und zwar ein Apffel vom Baum des Lebens/ von p. 16. Ebenselbiges meines Tractätleins. ¶ Allhier ¶ […] <br> <br> ¶ Gen: 3. V. 22. & 24.'
'Ein Denck- und Danck-Seule des Wienischen Siegs. ¶ Als man schrieb achtzig drey/'
'Figur eines Eyes; und zwar/ Eines Pasch-Eyes. ¶ Ich wünsch‘ an diesem Oster-Tage'
'Ein anders; Auff eine andere Weise. ¶ Ein Ey'
'Ein Sand-Uhr. ¶ Das du in letzter Stund kanst gute Rechnung machen'
Männling, Johann Christoph
Europäische Parnassus, Oder kurtze und deutliche Anweisung Zu der Deutschen Dicht-Kunst
'Ein kluger <aq>Darius<aq> nimt offt so lieb die armselig-doch treumeinend gegebene Gabe an/ als eine von grosser Phariseer Hand überreichte Heichel <aq>Jubele<aq>, die den Werth zum Grunde und Zeige-Mutter/ den Betrug aber zum Vorhange hat.'
'also sage ich: Gott ist das beste Heyl in dieser Sterbligkeit/ oder auch: GOtt ist in dieser Sterbligkeit das beste Heyl.'
'Die Beywörter werden offt gantz wiedrigen Sachen zugelegt/ als die schöne Sünde/ da doch keine Sünde schön'
'als: Glied/ Glück/ Gnade/ gnau/ grade/ vor Gelücke/ Genade etc.'
'als: Eh’mann/ Weih’rauch'
'Wenn ein Wort sich mit einem Jod anfänget/ als Jerusalem etc. und das vorhergehende Wort sich mit einem e geendiget hat/ so kan das e doch stehen bleiben/ als: das liebe Jericho.'
'Den Himmels-Schlüssen wiederspricht kein Mensch.'
'Die Wollust bahnt auff Schwanen küssen/'
'GOtt wird von uns geliebt und auch gepreiset.'
'Verstrichner Glantz/ gebleichte Pracht/ verweißtes Heiligthum etc.'
'Wer hier die Ewigkeit sucht/ muß noch eh‘ vergehn/'
'wiewohl <aq>Zesius<aq> solches <aq>pag.<aq> 99 seines <aq>Helicons<aq> nicht will gar wohl zulassen/ daß man GOtt und Gebot/ solle reimen/ doch finde ich keine erhebliche Ursachen/ warumb solches nicht solte angehen'
'wie wohl der berühmte <aq>Zesius Loc. cit. p.<aq> 95. und <aq>p.<aq> 107. es verwirfft/ so hat doch Hoffmanswaldau/ <aq>Caspari<aq> und andere gar offt solches gebraucht/ daß sie Leid mit Ewigkeit reimen'
'als Barmhertzigkeit'
'deßgleichen geht es auch an mit dem i und ui/ als Sünden finden/'
'Süsser JEsu wertheste Himmels-Sonne'
'Zur Anweisung eines Exempels ist folgendes Carmen/ auff die Leiche/ Herr Müllers/ <aq>Medicinae Doct.<aq> in Wittenberg Anno 1684. den 22. <aq>Novembris<aq>, in eines andern Nahmen von mir gemacht. ¶ Ist mehr kein Perlen Tranck? nicht kräfftige <aq>Asphalten<aq>,'
'Es werden diese [vers communs, J.T.] <br> <br> am meisten zu Glückwünschungen/ zu Freuden-Zeiten angewendet/ wie ich dergleichen Verße bey Einweihung der <aq>Catheder Lutheri<aq> in Wittenberg/ so Ihro <aq>Magnificentz<aq> Herr <aq>D. Joh. Frid.<aq> Mayer/ mein vielgeehrter Patron/ und an Vater Statt geliebter Gönner/ den GOtt mit zeitlichem und ewigen [S] <br> <br> Seegen beschütte/ anstellete/ Anno 1685. den 23. ¶ April/ unter eines andern Nahmen setzte. ¶ Auff kluge Welt/ betrachte Zeit und Glantz/'
'und [S] <br> <br> habe ich solches in meinem verlohrnen Kinde gewiesen/ so ich zu ehren Herr <aq>D.<aq> Mayern verfertiget; anietzo aber ein Exempel zu setzen/ soll folgendes Rätzel oder <aq>Aenigma<aq> seyn/ von einem Flohe. Vom Fleisch gebohren seyn/ und von dem Fleische leben/'
'deßgleichen <aq>Halman<aq> in seinen Begräbnüß-Gedichten <aq>pag. 83<aq>. gar artlich weiset/ daher ich bin bewogen worden/ eben dergleichen Exempel zu setzen/ von den Worten Fall und Fallen/ also: ¶ Sonnet. ¶ Diß Leben ist ein Fall wo nichts als Fallen wachet/'
'Ein Exempel soll folgendes Leichen-Gedichte seyyn: ¶ Mein Pilgram eile nicht/'
'Wer meine Meinung nicht sattsam kan fassen/ der beliebe folgendes Exempel einer ,Sextinne auff eine Hochzeit anzunehmen/ von dem Liebes-Kusse. [S] <br> <br> ¶ 1. Der Zucken den die Welt vor ihre Freunde trägt/'
'Wie diß Exempel einer Ode auff Pfingsten weiset. ¶ 1. ¶ Die Andacht rufft/ HErr fülle meine Sinnen/'
'Ich bin vorwitzig gewesen solches Irrgedichte also vorzustellen: ¶ Wie irret doch der Menschen Sinn/'
'Diese Form-Reime werden auff zweyerley Arten gemacht (a) wenn der erste Buchstabe einer ieden Zeile von oben biß unten wieder zusammen gesetzt wird als: JESUS. ¶ In mein Hertze soll kein GOtt/ als mein süsser Jesus kommen/'
'Wann die ersten Buchstaben aller Wörter/ so in den Verßen auff einander folgen/ zusammen gelesen werden e.g. in dem Worte JESUS. ¶ Jch Erquicke Sinn Und Seele.'
'wie folgender Buß-Seuffzer den Nahmen JESUS heraus bringet.'
'1. ¶ JCh steh unter deinem Kreutz/ ach mein JEsu gantz verlassen/'
'Zum Exempel soll seyn der Nahme ¶ Daniel von Helmrich/ ¶ meines hochgeehrten <aq>Patronis<aq>, aus solchem kommt nach dem Buchstaben Wechsel heraus: ¶ In Leid kam Ruhe Lohn. ¶ Solches kan in folgende Verße gebracht werden: ¶ Der Morgen folgt auff die Betrübte Nacht/'
'Also ein Hertz. ¶ Treue Hertzen/'
'Die andere wird also gemacht/ als zu einem Paten-Zettel: ¶ JEsus soll der Morgen-Stern liebster Pate stetig bleiben/'
'Mit Gegenhaltung der Worte <aq>Augustini<aq>. ¶ 63 40 128 4 52 26 76 ¶ <aq>Inter Brachia Salvatoris D. Jesu mei, vivere<aq>, ¶ 26 52 61 39 22 19 44 640. ¶ <aq>& mori cupio, ut in eo maneam<aq> ¶ Worauff hernach die Verße können eingerichtet werden also: ¶ So donnre Hagel/ Blitz/ auff meine Scheitel zu/'
'Ein Exempel einer <aq>Parodie<aq> giebt Herr <aq>D.<aq> Müller in seiner Creutz- und Leidens-Schule über die Worte des weltlichen Liedes: [S] <br> <br> ¶ Lebt iemand so wie ich/ so lebt er kümmerlich etc.'
'Uns soll alhier zum Exempel seyn/ eine Aufmunterung des Gemüthes: ¶ 1. ¶ Was wilstu dich mein Hertze selbst verzehren?'
'so soll folgendes Begräbniß-Gedichte unsre Meinung vorstellen. [S] <br> <br> ¶ Der Port ist wohl erreicht/ itzt still ich mein Verlangen/'
'wie zur Anweisung dieses ist/ von Abscheidung eines guten Freudes: ¶ 1. ¶ Fahr wohl geliebter Freund/ diß seuffzet noch mein Hertze/'
'Ein Exempel von 2. Strophen soll uns geben die Bewillkommnung der Stadt Wittenberg/ als wenn der Durchl. Churfürst zu Sachsen darinn seinen Einzug hielte. ¶ 1. Satz. ¶ O Himmel schmücke dich/'
'Ein Exempel soll folgende <aq>Sententz<aq> machen/ aus dem <aq>Ambrosio, Epist.<aq> 60. so ich <aq>Anno<aq> 1681. den 19. <aq>Augusti<aq> zu Wittenberg Herrn <aq>Thebesio<aq> in sein Stammbuch geschrieben. ¶ <aq>Sobriam à turbis gravitatem, Severam vitam, singulare pondus Dignitas sibi vendicat Sacerdotalis.<aq> ¶ Der Laster-Mackel muß nicht am Gespinste kleben/'
'Zum Vorbilde soll diese geistliche Ode seyn. ¶ 1. ¶ Welt ade! Gehab dich wohl!'
'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> I. Zeit-Verkürtzung'
'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 2. Schertz-Gedancken.'
'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 7. Eines Spaniers.'
'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 8. Eines Welt-weisen Geistlichen oder Jesuiten.'
'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 9. Eines tadelhafften Mönches.'
'[Hoffmannswaldau:] <br> <br> 10. Einer Nonnen.'
'Die Fabeln und Gedichte waren nichts anders als der Mantel der Alten/ worein sie ihre Sachen wickelten/ und wer etwas verborgenes wolte vorstellen/ der that es in Versen/ in welchen die Warheit verborgen lag. Denn gleich wie eine vergoldete Pille/ die Bitterkeit verdeckt/ also verdeckte man den Nachdruck seiner Rede mit dieser Art zu schreiben/ wie <aq>Georgius Sabinus<aq> redet/ weilen keine andere Wissenschafft die Freyheit hat/ die diese Kunst ihr nimmet. Sie war der Spiegel/ so den Menschen in geist- und weltlichem Leben alles vorstellete/ was ihnen zur Sitten und Tugend lehre/ ja selbst zur Gottesfurcht vonnöthen solte seyn. ¶ §. 4. <aq>Marcellinus Lib. 5.<aq> und <aq>Strabo Lib. 5. Geograph.<aq> schreiben: Es waren dreyerley Leute/ die man in höchsten Ehren hielt: <aq>Bardi, Vates<aq>, und <aq>Druiden<aq>. Die <aq>Bardi<aq>, welche Sachsen und die <aq>Lombardeu<aq> bewohneten/ so hernach von <aq>Carolo M<aq>.sind bekehret worden/ die sungen ihre Lob-Gedichte/ und waren Poeten/ welche <aq>Nonius, Nobilitatis Cantores<aq>, und <aq>Diodorus Siculus, Poetas Melodiarum<aq> nennen <aq>Lib. 16.<aq> Von diesen kamen hernach die Meister-Sänger. Die Vates opfferten und betrachteten die Natur aller Dinge. Die Druiden pflegten über die natürliche Wissenschafft auch von guten Sitten zu unterrichten. Besiehe hievon <aq>Lucanum L. 1.<aq> von bürgerlichem Kriege. <aq>Polydorum Virgilium<aq>. Herr <aq>D. Scharffens<aq>, meines hochgeehrten <aq>Patro-<aq> [S] <br> <br> <aq>nis<aq>, welchen Gott mit Segen kröne/ seine <aq>Disputation, de Gallorum Druidis<aq>. ¶ §. 5. <aq>Zoroaster, Eumulphus, Museus, Orpheus, Homerus, Plato, Johannes Grammaticus<aq> und andere vornemlich Grichen/ die sind die ersten Anherren dieser Kunst gewesen/ daß man also wohl sagen kan: die Dichter waren eher als die Redner und Geschicht-Schreiber: welchem <aq>Lactantius<aq> selbst und <aq>Strabo Lib. I. Geograph.<aq> Beyfall giebet: Die Poeterey sey nach der Alten Sprichwort/ die erste <aq>Philosophi<aq>, daher sie in den grichischen Städten zu erst die Knaben in der Dichterey unterweisen ließen/ daß sie theils Sittsamkeit lehreten/ theils auch desto grössere Lust zum Studiren schöpfften; und hielten die Heyden die Poeten vor Propheten wie die Schrifft weiset <aq>Act. 17. 28. Tit. I. 12. I. Cor. 15. 33<aq>. besiehe Sr. <aq>Excellentz<aq> Herr <aq>D. Scharffens Problemata Poetica<aq>. ¶ §. 6. <aq>Aristoteles, Cicero<aq>, die gaben zu erst ihre Meinungen in gebundener Rede heraus; Ja wie <aq>Livius<aq> und <aq>Cicero<aq> selbst gedencket/ so habe man alles damahls abgesungen. Und so wir das Zeit-Maß von Adam anziehen/ so will <aq>Polydorus Virgilius Lib. I. c. 14. de rerum invent<aq>. daß die Reim-Kunst dem Adam wäre von GOtt nebst andern Wissenschafften mitseinem Leben eingeblasen worden/ welcher sie den dem Seth, und der folgends seinen Nachkommen beygebracht hätte. Daher hernach Moses/ als er durch das rothe [S] <br> <br> Meer glücklich gegangen wäre/ Gott zu Ehren/ in Versen sein Danck-Opffer gebracht; nach <aq>Josephi<aq> Bericht <aq>Lib. 2. Antiquit. Judaic<aq>. welchem David hernach mit seinen Psalmen/ Assaph mit seinen Liedern/ Salomon mit seinem Hohenliede/ und andere mehr gefolget. Besiehe Herr <aq>M. Küpffenders Disput<aq>. vom Lob der Poesie/ desgleichen <aq>Meisnerum de Leg. p. 8<aq>. ¶ §. 7. Was <aq>Homerus<aq>, der zur Zeit des Königes Assä lebte/ und also noch vor Elia/ vor Erfindungen gehabt/ davon will noch nicht der Ruhm schweigen. Von den Griechen worde solche Kunst in dem ersten <aq>Seculo<aq> durch <aq>Livium Andronicum<aq>, und <aq>Paccuvium<aq> zu den Römern gebracht& biß sie nach und nach solche <aq>Maecenates<aq>, und Augustos erweckte/ die sie beföderten/ und es hernach <aq>Seculo X. XII. & :III<aq>. so hoch darinnen kam/ daß man es die goldene Zeit der Poeten nennete.'
'Alle Künste so nicht einen Nutzen sollen nach sich ziehen/ die verdienen mehr geflohen als geliebt zu werden; Allein unsre edle Poesie erzeiget einen dreyfachen Nutzen; Da ist sie (1) nützlich wegen GOttes/ (2) wegen unsers Nechsten (3) wegen unser selbsten. ¶ §. 2. Nützlich ist diese annehmliche Wissenschafft wegen Gottes/ denn da kan ein verpflichteter Mensch die Ehre seines Schöpffers ausbreiten/ wie Rist/ Opitz und andere gethan. Kayser Ludwig der Gottselige genannt/ wolte diesen Nutzen im Wercke weisen/ in dem er aus Liebe zu der Poesie die Biebel in Reime bringen ließ/ wie das Register <aq>Testium Veritatis pag. 1035<aq>. berichtet / und <aq>Otfridus Wissemburgensis<aq>, wie eben daselbst <aq>pag. 934<aq>. zu finden ist/ ließ ein Theil des Evangelien-Buches in deutsches Verse bringen/ um seine <aq>Devotion<aq> gegen GOtt zu bezeugen.'
'Der erste Urheber ist im Jahr 1560. gewesen <aq>Michael Stivelius<aq>, ein Prediger in Sachsen/ der solche erfunden/ diesem ist anietzt nachgefolget <aq>M. Johann Henningius<aq> in Quedlinburg/ welcher nicht allein die einfache/ sondern auch die andern Sorten in einem sonderbahren Tractätchen/ so er <aq>Cabbalogiam<aq> nennt/ gar deutlich angewiesen/ deßgleichen <aq>Paschasius in Poesi artificiali<aq>, und andere mehr.'
Stieler, Kaspar von
Die Dichtkunst des Spaten 1685
'Süßbitter, lasterfeind, hochpralend, nimmerbleich, ¶ unsterblich, göttlich, frisch, wundheilend, Tugendreich,'
'Mensch Gott, entmenschter Mensch, ein Ziel, so nie getroffen'
'Als: Wie die fremde Schuld in Adam uns verhönet: ¶ So hat die fremde Huld in Jesu uns versöhnet.'
'Ein Affe von Gestalt, ein Teufel vom Gemüte,'
"So heißt ein OhneGott ein Heyd' und Atheiste. ¶ Ein Unding ist gar nichts, ein Folgekreuz ein Christe."
'Der Leib: das Gelt und Guht: der Seelen Seeligkeit:'
'Wenn Höflichkeit und Zucht einander Schwestern heißen, ¶ Verstand und Wille sich auf Frömmichkeit befleißen;'
'So weit dein Kasten langt, soweit auch langt dein Glauben.'
'Ein Fortsteig ist auch der: Jerusalem, die kränket ¶ ihr Herz ohn unterlaß, wenn sie zurücke denket ¶ wer sie für weilen war und wer sie nun muß seyn, ¶ die edle wehrte Stadt: Es frißt ihr Mark und bein ¶ daß sie ihr Volk soll sehn zu ihres Feindes Füßen ¶ und niemand hilft ihr nicht: kein Mensch will von ihr wißen: ¶ Sie ist der Feinde Lust; sie spotten Ihr darzu, ¶ und lachen hönisch aus die heilge Satbatsruh.'
'Um Gottes willen, denkt! ¶ spricht er, aus Schalkheit nur, wie geht doch so vermengt ¶ in dieser Stadt, daher:'
'Ists Sünde, daß mich brennt der Liebe süßer Brand, ¶ daß drob der Himmel zörnt, weß ich mich unterwinde; ¶ So ists ein schöner Brand und eine schöne Sünde, ¶ die, ob das strenge Recht gleich arme Menschen schreckt, ¶ man streite wie man will, in Herz und Adern steckt.'
"die Seele solte seyn ein reiner Gottes Tempel, ¶ so ist sie eine Höl' ergrimmter Drachen Zucht, ¶ ein heßlichs Rattennest, in dem die schnöde Sucht [S.i.O.] <br> <br> ¶ der schwarzen Lüste heckt."
'Unchristlich ist mit Recht das Christentum zunennen, ¶ worinnen leider! kaum ein Christ ist zuerkennen.'
"So muß mans laßen gehen ¶ wenn ein Poete schreibt; der Schlachtordnung Geschick ¶ hab ein verherrlicht, schön, und prächtigen Anblick. ¶ der eing' und ewge Gott, und reimet mit begehren, ¶ verklären, Zähren gar: beschweeren, mehren, hören, ¶ wenns nur kein Handwerk wird, noch weh den ohren tuht."
'Geschicht ist Sünde, ¶ reimt man es vor geschieht'
'Himmelreich sagt man noch endlich Reich ¶ des Himmels;'
"Ein Misbrauch ist gemeine ¶ auch in der mehrern Zahl mit n, als wann vor seine [S.i.O.] <br> <br> ¶ man seinen, frommen schreibt vor fromm'. Ein anders ist, ¶ wann in der Gebendung man denen Frommen liest. ¶ Man sagt die Geistliche, nicht Geistlichen, nicht Blinden ¶ vor Blinde läßet sich schon allezeit nicht binden ¶ alhier der Feder trutz."
"Also gefällt mir nicht: [S.i.O.] <br> <br> ¶ hin- nach der Kirche -gehn, zum Gotteshaus' hingehen, ¶ wie hin- zur Kirche -gehn[., Anm. i.O.] <br> <br> "
'So klinget auch sehr hart: Indem die fromme Seele ¶ aus ihrem Miethause, des keuschen Leibes höle, ¶ Nicht tüchtig aber ist zum Vers: bereitfertig, ¶ unwiederersetzlich, wie auch Naturmäßig, ¶ Gelindmütig und mehr. So machen dem Gehöre, ¶ wiewol mans dulden muß, die Springer viel Beschweere. ¶ Als: lebendiger Gott! Ihr arme Sterbliche!'
'als: ein Kamin, Zibeht, Altar, Panket, Pokal, ¶ Arrest, kompaß, klavier, Blanket, Komet, Kanal, ¶ und wie sie heißen mehr.'
'Man höre nur wie schlecht der dattelvers hier klingt: ¶ die Welt und das Fleisch das will ich ietzt verachten ¶ und Gott, den will ich mir stets recht wol betrachten. ¶ Ach Gott! wie sind wir doch immer nicht klug?'
"so bringet auch der Schluß ¶ der Zeilen solcher Art nicht weniger Verdruß, ¶ wenn ich so schreiben wolt': Es bleibet doch Gott mein bester ¶ Trost, wenn mich noht bestürmt und ketten schlingen fester: ¶ Der ist mein Meisterling, mein Urteilfinder, und ¶ sucht, wo der Wetterhan ümgeht, des Hauses Grund:"
'Die Wollust, Müßiggang, Gelt, Freyheit, Stand und Macht ¶ hat oft den frömsten Sinn zu einem Schalk gemacht.'
"Wenn Gott uns soll verzeihen, ¶ so muß, wer uns erzürnt, sich unsrer Gnad' auch freuen."
"Fleuch du die Welt! es ist ¶ die Welt ein Bubenstall und Fallstrick iede frist ¶ Wer seines Tuhns wart ab, hält Fried', auf Gott sich steiffet ¶ der hat die rechte kunst zu leben schön ergreiffet ¶ weil es ergriffen heißt."
'Wenn Josef wird verkauft, versucht und kommt in Banden, ¶ bald Landesvater wird, zeugt Kinder, schüttet auf ¶ redt mit den Brüdern hart bey dem GetreydeKauf, [S] <br> <br> ¶ versöhnt sich, weint und gibt sich endlich zuerkennen. ¶ Ist so ein Mischmach wol ein Schauspiel zubenennen?'
Spengler, Johann Friedrich
Wittenbergischer Poeten-Steig
'Uberreichung. ¶ OBschon ein Pisga zeigt das ferne Canaan: ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ Krafftshof/ den 20. Apr. A. 1687. Aus Ehr-Schuld übersendet von Myrtillus.'
'Bericht aus dem Parnasse die Reinigung der Teutschen Sprache betreffend. ¶ ALektor war bereit die Wache zu bestehen/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ORIBASIUS.'
'Wie soll ich heute mich bezeigen/'
'SEyd willkommen/ liebe Stunden!'
'als der Himmel/ die Erde/ Mann/ Pferd/ Feld/ Sieg/ u.s.w.'
'Als wenn ich sage: der gütige/ gnädige/ milde Himmel/ ist der Wortklang ein gelinder; spreche ich aber: der erzürnte/ ergrimmte/ grausame/ harte Himmel/ so kommet ein scharfer Wortklang heraus.'
'6. Hieher schikket sich nicht unfüglich das CXII. Lehrgedichte des Spielenden/ aus dem II. Theile seines Jothams/ in der 112. Blatseite/ als in welcher vor den Tag geleget wird das herrliche [S] <br> <br> Vermögen unserer Teutschen Sprache/ der Natur auf das deutlichste nachzusprechen/ und alles das/ was einen Laut von sich giebet/ ganz eigentlich auszudrükken.'
'als: Gottlos/ Sprichwort/ Weltsinn/ Sanftmut.'
'als Gottlose/ Sprüchwörter/ Weltsinnig/ sanftmütig/ Geldmittel/ Blutrichter'
'andächtig/ Göttin/ himmlisch'
'aus dem mehr-gelobten Schottel/ in der 885. Blatseite dienen: ¶ Tugend/ Fried/ Gerechtigkeit die werden endlich wieder kommen doch/'
"Allein ich halte dafür/ der Seel. Mann [Buchner, J. T.] <br> <br> rede von den zweysilbigen Gebändzeilen/ wenn aus ihnen allein ein Gedichte bestehen sollte/ nicht aber wenn sie andern längeren nur untermenget sind/ wie im folgenden Sazze: ¶ O Fürstenkind aus David Stamm'"
'aus dem Suchenden hierzu entlehnet worden: ¶ Es wird ja endlich in der Welt der güldne Friede wieder kommen/'
'Schaut es/'
'Ach schauet doch:'
'Drum ich dein Lob und Ehr'
'GOtt rufft aus von dem Himmelsthron:'
'Das war ein guter Tausch nach so viel Sorg und Plagen/'
'Nichts ist auf der ganzen Welt das ich könnte lieben.'
'Und weil Er [Birken, J.T.] <br> <br> zwey Red-Gebände in dieser Art anführet/ wollen wir/ um ihrer Seltenheit willen/ das andere/ welches ein Trauung-Wunsch ist/ hieher getragen haben: ¶ Himmlischer Wille der müsse sie ehlichen/'
'Zeitlichkeit-Ewigkeit'
'Gleiches Versehen ist zu sehen in einer Obschrift der Nacht/ welche Michael Angelo zu Florenz in einer Kirche von Marmol gebildet/ und dieses Begriffes ist; ¶ Hier schläfft und ruht die sanfte Nacht'
'Hölle-Stelle'
'15. Es reimet auch der Seel. Opizz i und ö/ als Sinnen-können/ in dem 57. und 58. Verse seines Lobgesanges über den freudenreichen Geburtstag unsers HErrn und Heylandes JEsu Christi; und nimmt: kömmt/ auf den Anfang des 1621. Jahrs/ fast gegen das Ende; und drey Seiten zurükke/ en und öw/ Scheuen und Löwen: welches zwar in unsern Ohren etwas hart klinget/ nach seiner Mundart aber wol angehet.'
'Mich kan zwar sonst in seinem Schilder-Kleid/'
'Ein Beyspiel/ daß sie in eine Zeile gebracht sind/ gibt erstgelobte Pegnesis in der 504. Blatseite: ¶ Glaube es nicht/ es sind Gedanken/'
'Gnädiger Vater sende viel Güte/'
'Ach mein lieber GOtt/ ach mein JEsulein!'
'Gütiger Vater voll Genaden'
'6. Und weil der Seel. Herr von Birken/ in seiner vielberegten Anweisung im 96. Bl. der Hoch-wolgebornen Freyinn von Greifenberg/ der Hochfürtrefflichen Teutschen Uranie/ in dieser Redgebänd-Art ein grosses zumisset/ als mag folgendes Exempel langkurzer Art/ ein Zeuge seyn ihres unvergleichlichen Geistes: ¶ Göttliche Wunder=Regierung. ¶ Wer kan deinen Sinn ersinnen/ unersinnter Gottheit-Schluß'
'8. Ein Sonnet/ Anapästischer Art/ habe ich/ unter eines andern Namen/ auf die Magisters-Ehre meines liebwehrten Freundes und damaligen Stuben-Gesellens in Wittenberg/ Tit. Herrn M. Georg Oswalds/ iezt Hochf. Brandenb. Onolzb. wolverdienten Pfarrers zu Mark Breit/ im [S] <br> <br> Christen=Jahre 1673. gefertiget/ worinn der Candidat also redend eingeführet wird: ¶ Bellona! was zeigst du vor grimmige Wut?'
'Auf solche Weise hab ich der Lucretia Keuschen Selbstmord vorgestellet: ¶ Sazz. ¶ Je schöner eine Vestung steht/'
'11. Der Erwachsene hat ein Exempel/ darinn Er auf den Sazz einen richtigen Gegensazz füget/ und endlich einen Ausspruch machet/ wenn Er im Sazze das himmlische Freuden-Leben beschreibet und hoch hebet/ im Gegensazze dieses irdische Elend-Leben dargegen sezzet und endlich durch den Nachsazz den Entscheidspruch gleichsam ergehen lässet: ¶ Sazz. ¶ Glükk der Seelen/ Wunsch der Zeiten/'
'oder/ es wäre ein schlechte Kunst darum/ da doch der erste Meister derselben/ der hochgelehrte Herr Caspar Ziegler in seinem nüzzlichen Tractätlein von den Madrigalen schreibet: Er wolle lieber etliche Strophen lange Verse machen/ als ein Madrigal. Wir wollen Jhm ein paar Exempel abborgen. Das eine sey das Mängzeilgebände/ so Er an den Durchläuchtigsten Kuhr-Fürsten zu Sachsen bey dem Fürstl. Altenburgischen Beylager gestellet: ¶ Glück zu/ Glück zu/ du edler Stamm aus Sachsen/'
'Das andere ist von seiner [des sächsischen Kurfürsten, J.T.] <br> <br> Heyrath: ¶ Ich wünsche mir ein Weib/'
'Und im folgenden 9. Blate hat Er [Kleodor, J.T.] <br> <br> vom vorigen Zustande/ und nach den Worten: Olim non erat sic, diesen Madrigal verfertiget: ¶ Wie gehet es doch heut?'
'18. Den tödtlichen Hintritt des weiland Hoch-Edlen und Gestrengen Herrn/ Lorenz Eyseleins/ Hochfürstl. Brandenb. Hochverordneten Geheimen- und Hof-Rahts/ auch Lehen-Probsts im Hochlöbl. Hause Onolzbach/ meines hochmögenden Patrons/ habe ich mit folgendem Madrigal beklaget: ¶ Die Kerze brennt / wirft angenehme Stralen;'
'Das eitle hinvergeht/ wer sicher hie will leben/'
'Du A und O/ du Anfang und das Ende! ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> Jst zu finden in des Erwachsenen Anweisung zur Teutschen Poesy/ am 143. Bl.'
'27. Der Erwachsene in den 21. und 22. Bl. seiner vielgelobten Anweisung hat in dieser Art nachkommendes: [S] <br> <br> ¶ Hie steh ich ganz voll Threnen/'
'31. Ein reines Echo ist aus der erst-angezogenen Pegnesis 402. 403. 404. Blättern nachkommendes: ¶ Echo! höre meine Klage;'
'Daher ich kein Bedenken genommen/ erst dort mich dieser verantwortlichen [S] <br> <br> Freyheit zu bedienen/ als auf den vor unsern Augen allzufrühen/ doch hochseeligen Todes-Hintritt Des Durchleuchtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Johann Friderichs/ Marggrafens zu Brandenburg/ zu Magdeburg/ in Preussen/ Stettin/ Pommern/ der Cassuben und Wenden/ auch in Schlesien zu Crossen und Jägerndorf Herzogens/ Burggrafens zu Nürnberg/ Fürstens zu Halberstadt/ Minden und Cammen/ Grafens zu Hohenzollern N. N. Unsers Gnädigsten/ leider! gewesenen Landes-Fürsten und Herrn/ ich folgendes Klagelied gesezzet/ welches auch hier in Crailsheim/ bey der Hochfürstl. Leichbegängniß/ nach der beweglichen Sangweise/ in des von Zesen Dichterischen Rosen- und Liljen-Tahles 32. und 33. Blättern gesungen worden: ¶ 1. ¶ O Jhr Tannen heulet laut!'
'35. Ein Fraggebände/ darinn der Gegenhall in der Mitte und am Ende der Zeilen sich hören lässet/ gibt das Lied des Erwachsenen in den 139. und 140. Blättern seiner viel-beregten Anweisung/ betitelt ¶ Lob des Unglükks. ¶ Daß Ungemach mach Ach und bittres grämen'
'Vornlauff/ ¶ darinn die Anfangs-Buchstaben/ von oben herunter gelesen/ den Namen IESUS andeuten. ¶ In der Welt einer ist allein/'
'Vornlauff/ ¶ so/ von unten auf zusammgelesen/ das Wort CHRISTUS vorstellet. ¶ So ich leben soll/ will ich stets mich üben/'
'Vornlauff/ ¶ darinn die Anfangs-Buchstaben/ nur in iedem Sazze zusammgelesen/ den Namen FLORIDAN ausdrukken/ aus den 124. 125. Bl. der Anweisung des Erwachsenen. ¶ Feige Seelen die sind feige:'
'Welcher sind wenig?'
'40. Eine noch ganz neue und etwas ungemeine Art ist abzumerken aus dem folgenden Malzeit Dankliede/ befindlich in den 125. und 126. Blättern der Anweisung des Erwachsenen: ¶ Nun danket alle GOtt in dieser Stunde/'
'Also hat der nunmehr unter den Seeligen Spielende in des grossen Schauplazzes jämmerlicher Mordgeschichte 485. und 486. Bl. in ein Jrrgedichte gebracht die Worte/ welche Daniel in der Löwengrube vermutlich geführet.'
'43. Meldung ist auch zu tuhn von den Bildgebänden oder Bilder-Reimen/ welche entstehen/ wann die Reimzeilen also geordnet werden/ daß sie die Gestalt dieses oder jenen Dinges/ als: eines Pocals/ Herzens/ gedoppelten Herzens/ Eyes/ Kreuzes/ Flügels/ Altars/ einer Seule/ einer Flamm-Seule/ und dergleichen Formen abbilden. Wir wollen nur etliche Exempel der allerneuesten anführen/ doch auch ein paar von alten und bekannten folgen lassen.'
'48. In Gestalt eines Pocals oder Bechers. ¶ Nehmet ¶ [...] <br> <br> NiderS. Lorbeerh. in den 23 und 35. Bl.'
'Jch will aus unterschiedlichen von mir gemachten/ die an seinem Orte sollen mit-getheilet werden/ folgende kurze hieher sezen/ die meinem Seel. Herrn Schwehervatter/ Wolffgang Bauern/ Hochfürstl. Brandenb. treuverdient-gewesenen Landschaft-Secretario in Onolzbach/ unter der Wittib/ Kinder und meinem Namen/ ich der Leich-Predigt andrukken lassen: [S] <br> <br> ¶ So weiß der Weise Vatter im Himmel uns unverständige und erdelende Kinder zu seinem vorhin guten Willen zu bequemen und mürbe zu machen! ¶ Mir/'
'Auf Tit. Herrn D. Höltichs/ gewesenen Syndici in Grossen Salza Absterben habe/ unter eines Patrons Namen/ ich folgendes aufgesezzet: [S] <br> <br> ¶ Hoeltich durch einen Letterwechsel: ¶ Hohe Licht/ ¶ belicht/ ¶ ich holte. ¶ Madrigal. ¶ Erlischt so bald das hohe Licht/'
'3. Wer ein Exempel verlanget mit einem Gemählde/ der kan das nehmen/ welches der Spielende auf die Krankheit Herrn Sauberts folgenden Schlages gemachet: ¶ Johann Saubert ¶ Jonas Abentruh. ¶ Das darzu gehörige Gemähl ist zu ersehen und besehen in der 186. Blatseite vierdten Theils der [S] <br> <br> Gesprächspiele. Die Erklärung bestehet in nachkommenden ¶ Klingreimen: ¶ Als Jonas kam zu Land/ durch Gottes Wundertaht/'
'Als wenn ich den Namen Jesus theile/ so bekomme ich daraus ie süß; den Namen Jonas/ Jo-naß/ er war jo naß. Also wenn ich das Wort Gesprachspiel umsezze/ so kommet heraus Sprachspiegel. Und dieser Titel kommet den Gesprächspielen des Edlen Spielenden ganz wol zu/ weil die Teutsche Sprache trefflich dadurch ist ausgeübet worden. Aus Tugend entstehet Gut-End/ dann den Frommen muß endlich alles Frommen und zu einem guten End ausschlagen.'
'Meines wissens hat auf diese Wortgrifflein sich Niemand mehr beflissen/ als eben der Spielende/ wie dessen Zeuge ist sein Simson/ den Er seinen geistlichen und weltlichen Lehrgedichten/ Nathan und Jotham angehänget. ¶ Nur ein paar Exempel daher zu hohlen/ so hat Er mit dem Worte Kleid also gespielet: ¶ Das Kleid: Klei: leid: eid. ¶ Mich hat der höchste Gott erfunden/ und gegeben/'
'z. b. Durch die Schlange kan die Klugheit/ die giftige Verleumdung/ und/ wann sie den Schwanz in dem Munde hat/ die Ewigkeit abgebildet werden.'
'Jns gemein (ist eine Anmerkung des Spielenden in der neuen Zugabe des grossen Schauplazzes jämmerlicher Mordgeschichte) können fast allen Erfindungen/ zur Einfassung/ Kindlein beygeordnet werden/ welche man zu geistlichen Sachen mit Feder-Flügeln/ als Engel/ in andern Tugendlehren mit Mukken-Flügeln/ als flüchtige Stunden zieret;'
'Aus dem Feuer hat auch jener sein Sinnbild gehohlet/ welches er auf die unveränderliche Beständigkeit eines Christlöbl. Fürsten gemacht/ als Jhm seine Fürstl. Haubtstadt in die Aschen geleget wurde/ und Er sich darüber/ aus Großmütigkeit nicht betrübte; wenn er einen Diamant in den Flammen gemahlet/ mit der Beyschrift: Unveränderlich. Semper idem.'
'Die Winde können gutes und böses andeuten. Gutes/ als gutes und sanftes Glükk/ grosser Herren Gnade/ Seegen und Fruchtbarkeit. Böses/ als feindliche Waffen/ schnelle Landsverderbungen/ grosser Herren Ungnade und Zorn.'
'Darüber stehet geschrieben: ¶ nächst Gott gesiegt.'
'Wir wollen das ganze Scherz-Gedichte/ wie es damals/ unter eines hochwehrten Freundes Namen/ aus der Feder geflossen/ hieher sezzen: [S] <br> <br> ¶ Ich weiß nicht/ wie ich mich aniezo soll bezeigen/'
'6. Es mag auch wol ein einziger Buchstab eine Erfindung abgeben/ wie wir uns einer solchen bedienet auf das Hochzeitliche Ehren-Fest Tit. Herrn Johann Jacob Bekkens/ damals Hochfürstl. Brandenb. Onolzb. wolverordneten Pfarrers zu Berolzheim/ izt zu Königshofen: ¶ Das B das will Jhm wol/ wirds zu dem Ekk gesellet/'
'Also wenn wir auf das Absterben eines Studenten etwas verfertigen wollten könnte uns dieser Umstand die Erfindung geben/ daß nämlich unsere Gedanken viel anders beschaffen wären/ als Gottes Gedanken. Unserer Meinung nach/ hätte ein solcher nu der Welt erst dienen sollen und können/ und unser HErr Gott hätte ihn doch/ in der bästen Blüte/ welche die herrlichste Früchte versprochen/ nach seinem unerforschlichen Rahte/ weggenommen.'
'Könnte endlich mit einem Troste geschlossen werden/ daß es nicht verlohren/ sondern im Himmel wol aufgehoben wäre.'
'10. So kann auch lezlich zur Erfindung eine durchgehende Gleichniß dienen/ nämlich eine solche/ in welcher die Erfindung eines ganzen Gedichtes bestehet. Dergleichen wir uns/ bey Christlöbl. Beerdigung Tit. Herrn Johann Georg Merzens/ von Unterschüpf aus Franken/ der H. Schrift eiferigst-ergebenen/ so den 14. Brach- oder Rosen-Monats des 1675sten Christen-Jahrs geschehen/ im Namen der damals in Wittenberg studirenden Franken/ bedienet/ und dieses Trauer-Gedichte/ worinnen zwischen den Blumen und Menschen/ in der Hinfällig- wie auch Mannigfaltigkeit/ eine durchgehende Gleichheit gezeiget worden/ betitelt ¶ Die im Elyser-Felde ¶ blühende ¶ Merzen-Blume. ¶ Die Ausführung ware folgende: [S] <br> <br> ¶ Diß Welt-Gebäu gleicht einem Blumen-Garten.'
'Betrachtet'
'z.B. sezzet Lobwasser/ im andern Psalme/ die einzele Zahl vor die mehrere/ König für Könige/ in diesen Zeilen: ¶ Darum ihr König/ Fürsten/ und ihr Herren/'
'Falsch ist gleicher Gestalt/ wenn wir in dem bekannten Advents-Liede singen: ¶ Und blüht ein Frucht Weibes Fleisch/'
'Falsch ist gleicher Gestalt/ wenn wir in dem bekannten Advents-Liede singen: ¶ Und blüht ein Frucht Weibes Fleisch/'
'Also schreibet man nicht recht umb/ darumb/ warumb/ Christentuhmb/ Bräutigamb'
'als: lieblichs/ freundlichs/ Christlichs/ sterblichs etc. etc. für liebliches/ freundliches/ Christliches/ sterbliches etc. etc.'
'heiligster/ heiligste/ heiligstes/ für heiligester/ heiligeste/ heiligestes u.s.w.'
'gesegnt für gesegnet'
'Doch zu Ausdrükkung einer harten Sache darf/ ja soll man auch harte Worte gebrauchen/ als wenn der Gekrönte in den Klagliedern Jerem. das Wort zermalmt/ welches er leichtlich mit einem andern gelinder-lautenden hätte verwechseln können/ zum zweyten male gebrauchet/ als: ¶ Der HErr hat gantz zermalmt und zornig aufgerieben/'
"Ich hoffe HErr auf dich. Und: ¶ Ich hoff' HErr stets auf dich:"
"Wie denn/ seiner [Opitz', J.T.] <br> <br> Psalmen zu geschweigen/ nur in seiner Antigone diese zwey Exempel zu finden: ¶ Ach zeige es nur an/ du wirst nur mehr geplaget."
'Er rühmet deine Ahnen.'
'Er rühmet dein Ahnen.'
"im 27. Blate [von Birkens 'Hirtengedichten', J.T.] <br> <br> : ¶ -- die mir hieher gefolget nach"
"im 298. Blate [von Birkens 'Hirtengedichten', J.T.] <br> <br> : ¶ Himmel! laß den Jugend-Lenzen/"
'So hätten wir von dem vornehmen Buchstaben e ausführliche Nachricht/ welcher wir noch dieses einzige anknüpfen/ daß das Nennwort Herr/ von dem Himmels-HErrn gebrauchet/ mit einem grossen E (HErr) von einem irdischen aber mit einem kleinen e (Herr) geschrieben werde.'
'Also schriebe man unrecht: Muth/ Noth/ thaten/ rhaten oder rathen/ Christenthum etc. für: Muht/ Noht/ Tahten/ rahten/ Christentuhm etc.'
'Ausgelassen in der Sylbe ig/ und isch/ als wenn man saget: heilge/ ewge/ hiesge/ einge/ Bräutgam etc. für heilige/ ewige/ hiesige/ einige/ Bräutigam etc. Macedonsche/ Egyptsche/ höllsche etc.'
'21. An die auf ein m ausgehende Wörter wird/ aus übler Gewonheit/ nicht selten ein b geflikket/ und geschrieben: umb/ warumb/ frommb/ nimmb/ Fürstentuhmb/ Bräutigamb/ welches wie oben schon gedacht/ abzustellen.'
'Also ist zu schreiben Haus/ nicht Hauʃ/ schönes nicht schöneʃ/ Christliches nicht Christlicheʃ u. s. m.'
'Beyspiele gibt uns der Gekrönte im 3. Klagliede Jerem. ¶ -- Ich bin ein Spott und Hassen/'
'Und in den Klagl. Jerem. ums Ende des andern: ¶ Manch junges Weibesbild etc.'
'Schlecht/ die Worte Salomons: es ist alles ganz eitel/ also: ¶ Es ist der Eitelkeit doch alles hier verpfändet. ¶ Beweglich/ wenns durch die Ausschreyung verändert wird: ¶ Wie ist der Eitelkeit doch alles hier verpfändet. ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ Oder durch eine Frage: ¶ Geh/ sag mir/ was hier nicht der Eitelkeit verpfändet und unterworfen sey?'
'Es wird auf das Verlezzen'
'Lamm-fromm/ für [...] <br> <br> so fromm/ als ein Lamm'
'Als wenn ich eine Pastete einen Berg von Brode/ oder einen Gerngroß einen Goliath in Duodezz nenne.'
'In der 79. Blatseite seiner Anweisung hat er auch seine Exempel von einer Gebändrede: ¶ Dein Tod gab uns das Leben:'
'Als wenn gesaget wird: der Hirt von Bethlehem/ der Mann nach Gottes Herzen/ der Jesse-Sohn und Jesus-Vatter/ der Schleuder-Sieger/ und der David darunter verstanden wird.'
'Als/ wenn in des Poet. Trichters [S] <br> <br> dritten Stunde/ im 49. Bl. in der Nachtigallen Gesange/ unter andern/ also gesungen wird: ¶ Dir/ dir/ dir/ dir/ Höchster Hort/'
'Also kann der König David genennet werden der braune/ liebbare/ tapfere/ grossglaubige/ süssspielende/ flüchtige/ herrschende/ kriegende/ siegende David.'
'In der so genannten Truzz-Nachtigall ist nichts gemeiners/ als dieses/ wiewol wider diesen ganzen Gange sehr oft darinnen gefehlet ist/ und viel Zeitungsingerisch herauskommet. Zu Beglaubung dessen kann nur das einzige Lied von der Sommerzeit allda aufgesuchet und durchgelesen werden/ dessen Anfang ist: Izzt wikkelt sich der Himmel auf etc. etc.'
'Also geben Adam/ [S] <br> <br> Abraham/ Floridan/ Florinda/ Marggraf/ Ober-Hofmarschalk/ Ober-Amtmann/ GrossCanzler/ Grossvatter/ Stadtvogt/ Obervogt/ Andacht/ Altar/ hochachtbar/ sonderbar/ Alabaster/ StadtPfarrer/ StadtCaplan etc. etc. einen hohen und starken Klang; hingegen einen gelinden und weichen: ewig/ seelig/ erbitten/ belieben/ beleben/ geschwind/ Geschwindkeit/ gelind/ Gelindikeit etc. etc.'
'4. Hier gibts Gelegenheit zu reden/ ob/ und wie fern wir/ als Christen/ die Heydnische Gözzen-Namen und Fabeln/ in unseren Gedichten/ gebrauchen dörfen? Der Rüstige/ in dem nohtwendigen Vorberichte seines Teutschen Parnasses/ scheinet den Gebrauch und Misbrauch mtieinander aufzuheben/ wenn er fast zu Ende desselben also schreibet: Ist schon ein guhter Teil lustiger Hochzeit- und anderer dergleichen frölicher Gedichte in diesem Buche enthalten/ so wird man doch weder von Venus/ noch Cupido/ weder von Hymen noch Adonis/ weder von Leda noch Jupiter/ und wie die saubere Burß alle mehr heisset/ etwas darin zu lesen finden/ diese Künste lasse ich den elenden und närrischen Reimmacheren/ die keine andere/ noch bässere Erfindungen aus Ihrem dummen Gehirn/ an den Tag wissen zu geben. Und ein wenig hernach fähret er also fort: Wir dürffen uns in Auffsetzung vielerhand Gedichten der heidnischen Lügen und Ihrer verfluchten Abgötzen schändlicher Laster und Untugenden so weinig bedienen/ so weinig wir von nöhten haben/ daß wir auß Teutschland in Indien schiffen/ und daselbst zur Erhaltung [S] <br> <br> des Lebens/ Ihre Wurtzlen/ Aypi und Maniol [?] <br> <br> genant/ oder auch Ihr Korn/ welches Sie Abati/ andere aber Mais nennen/ in diese Länder bringen/ dieweil wir/ Gottlob/ aus Weitzen und Rokken viel besser Brod/ als aus den dürren Indianischen Wurtzlen und gahr zu dichten Korn oder Maitz können machen. ¶ 5. Der Erwachsene/ in seiner Anweisung im 63. und folgenden Blättern/ ist auch stark darwider/ und zihet/ für die verneinende Meinung/ den Spruch an aus dem andern B. M. am XXIII. 13. Anderer Götter Namen sollt ihr nicht gedenken/ und aus eurem Munde sollen sie nicht gehöret werden. Welchen er fast etwas zu weit ausspannet/ in dem das Randglösslein darüber dieses Lautes ist: Ihr sollt von keinen Heiligen predigen/ als von Göttern/ die euch helfen/ noch dafür danken/ sondern Gott allein. Denn Gedencken heisset/ hie so viel als predigen/ rühmen/ dancken/ Gottesdienst pflegen/ ut, hoc facite in mei commemorationem. Daraus schliessen wir/ daß nicht eben die blosse Erwehnung anderer Götter/ welche in H. Schrift selber Erzehlungs- und Warnungs-weise geschihet/ sondern derselben Göttliche Verehrung/ verbotten sey. Lassen uns unterdessen nicht übel gefallen die von ihm angeführte Worte eines Gotteslehrers: Es ist zu zweiflen/ ob Gott deme beiwohne/ der an höllischen Götzen gefallen hat? und ob der an den Himmel recht gedenke/ der öfter die Venus/ als die Gottes [S] <br> <br> Mutter Maria/ den Cupido/ als das HimmelKind Immanuel/ den Phoebum, als den H. Geist/ den Berg Parnaß/ als den Oelberg/ die Elysische Felder/ als das Paradeis/ und Fabeln/ als das himmlische Wort der Warheit/ in dem Mund seiner Feder führet? Denn diesem haben wir in dem 3. Absazze dieses Ganges bereit vorgebauet/ mit der Erfoderung/ daß man hierinn sparsam und behutsam fahren solle. ¶ 6. Etwas milder ist dißfalls der Spielende/ welcher in dem Fünften Th. S. Gesprächsp. im 36. 37. und 38. Blättern/ auch diese Frag erörtert: Ob die Christen/ in ihren Gedichten/ der Heidnischen Gözzen Namen gebrauchen sollen? zu Beantwortung dieser Frage/ saget er/ ist erstlich zu wissen/ daß der Poet die Personen nicht erdichtet/ welche er/ zu Vorstellung wahrer Geschichte/ auf den Schauplazz führet/ sondern er ist schuldig/ selbe auszubilden/ nach ihrer Ankunft/ Religion/ Gemütsneigungen/ Begierden/ Tuhn und Lassen. Diesen Personen leget er seine Worte in den Mund; iedoch dergestalt/ daß sie/ so viel möglich/ ihren Gedanken/ Worten und Sitten gemäß und anständig kommen/ und verstellet sich gleichsam in die ienige/ welche er vorstellet. Zu solchem Ende holet und entlehnet der Poet aus allen Religionen/ was ihm von nöhten ist. Er führet aber der Helden Redarten nicht in der Kirche Gottes/ sondern auf dem [S] <br> <br> Schauplazze/ nicht ihren Gözzen zu Ehren/ sondern zur Verachtung/ nicht die Wahrheit in der Christen Herzen zu verfinstern/ sondern die abscheuliche Laster und grosse Blindheit der heidnischen Greuel ihren Augen und Ohren vorzuweisen. Solcher gestalt haben die Christliche Poeten sich iederzeit der Götter Namen bedienet/ aber iedesmals was anders darunter verstanden/ wie auch die Väter der ersten Kirchen/ und die H. Schrift selbst. Sollte nun hierbey einige Abgötterey zu befahren gewesen seyn/ würde dergleichen nicht gefunden werden. Wer weiß nicht/ daß Neptun das Meer/ Mars den Krieg/ Apollo die Poeterey/ Pallas die Wissenschaft/ Musa die Kunst/ Venus die Wollust/ Ceres die Erden/ Bacchus den Wein/ Vulcan das Feur/ Jupiter den Regen/ Juno die Luft/ bedeutet? Die Liebe/ der Neid/ die Furcht/ die Gewissens-plage sind so mächtig in den Menschen/ daß die Heiden solche für Götter und Beherrscher der Menschen Herzen gehalten. Wir Christen lassen sie für Gözzen gelten/ nennen ihren Namen und gebrauchen ihrer Gestalt/ um sie abscheulich und verhasst zu machen: weil ihre Vorstellung sich mit der Eigenschaft der Laster/ und Lasterstrafen artig gleichet: So ist mir wol erlaubt/ von dem Avernischen Reiche/ von den Elyser-Felder zu sagen/ aber ich muß sie nicht beschreiben/ wie sie die Heiden beschrieben haben. Das wäre des Spielenden Erörterung. ¶ 7. Unsere Meinung über diese Frage zu eröffenen/ halten wir dafür/ man könne zu Zeiten der Heydnischen Fabel und Gözzennamen sich noch bedienen/ und zwar mit diesen Bedingungen: [S] <br> <br> ¶ (1) Wenn ich mit einem Zusazze zu verstehen gebe/ was ich von solchen Namen halte/ als wenn ich sage/ der Weingözz Bacchus/ so höret man schon/ daß ich ihn nicht vor einen Gott halte/ wie die Heyden getahn haben/ weil ich ihn einen Gözzen heisse. ¶ (2) Wenn ich dergleichen Namen und Fabeln remotivè oder Verwerfungs-Weise anführe/ wie ich einst in einem Klag- und Trost-Liede von den Parzen solcher gestalt geredet/ und aus nachkommendem Sazze erhellet: ¶ Der Himmel weiß/ und zwar am allerbästen/ ¶ [...] <br> <br> ¶ Also hat Herr Sieber/ in seiner Poetisirenden Jugend/ am I. Blate/ sein geistl. Gedichte: Der Bethlehemitische Wunder-Stall/ mit folgenden Versen angefangen: ¶ Hier/ wo der Lebens-Fürst in einer Krippen lieget/ ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ (3) Wenn ich solche Fabeln auf einen andern Zweg richte/ als wohin die Heyden gezielet haben. Wenn ich z.b. durch die Elisäische Felder den Himmel/ und durch das Avernische Reich die Hölle verstehe. Hieher gehöret auch/ was der Seel. Herr von Birken in einem Ehren-Glükkwunsche an Den Hoch- und Wohlgebohrnen Grafen und Herrn/ Herrn Franz Albrechten/ Grafen von Harrach etc. etc. folgendes Schlages gesezzet/ und in dem 351. und folgenden Blättern des Ostländ. Lorbeerh. befindlich ist: ¶ Nein! es ist ie kein Gedicht/ alles was die Dichter schreiben. ¶ [...] <br> <br> [S] <br> <br> ¶ Wie er ferner auf die Röm. Keyserl. Majestät/ die Herren ReichsRähte/ und insonderheit auf den Grafen von Harrach die Zueignung mache/ kann am besagten Orte nachgesuchet werden. Also wird hoffentlich ohne alle Gefahr seyn/ wenn man durch den Parnaß oder Pindus eine iede Universität/ durch den Phoebum den Rectorem Magnificum oder Decanum, durch den Musen-brunn die Collegia, durch das Trinken aus demselben den Kunst-Fleiß u.f.m. verstehen will. ¶ 8. Das sey gesaget von der Erlaubniß. Doch ist die Christliche Jugend dahin zu bedeuten/ es sey am sichersten/ man überlasse den Heyden ihren Heydnischen Gözzentand/ und halte sich zu der H. Schrift/ welche eine reiche Schazzkammer ist/ woraus sie haben kann/ was sie verlanget. Und ist ein falscher Wahn darbey/ wenn man in den Gedanken stehet/ es falle alle Zier der Gedichte hinweg/ wenn die Heydnische Fabeln und Gözzen-Namen davon bleiben müssen. Denn hat doch der Teuffel/ als Gottes Affe/ sein Gaukel-Werk alles/ aus dem H. Göttl. Schriftbuche/ abgesehen/ und Ovidius die Geschicht von der Welt Erschaffung fast ganz aus dem ersten B. Mose genommen. Will man aber Historien haben/ und seine Gedichte damit auszieren/ was ist schöner/ als die Welt-erschaffung/ nach dem Wahrheitsgrunde/ beschrieben? kühner/ als der Babylonische Thurnbau? himmlischer/ als die Erscheinung Gottes/ dem Abraham geschehen? tröstlicher/ als die Erhaltung des Loths/ des Josephs/ des Kinds Mose? beweglicher/ als das Opfer Isaac? anmuhtiger/ als der Traum und Schäferstand [S] <br> <br> Jacobs? denkwürdiger/ als dessen Ringen mit dem Sohne Gottes? kläglicher/ als der leidige Sündenfall? schrekklicher/ als die Sündflut/ der Feur- und Schwefel-Regen/ welcher über die ganze Sodomer-Gegend ergangen/ die zehen Egyptische Plagen/ die Verschlingung der aufrührischen Rotte Korah/ Dathan und Abiram? wundernswürdiger/ als die reiche Zuführung der Wachteln/ das Man oder Himmelbrod/ das Gehen durch das rohte Meer und den Jordan/ das Grünen/ Blühen und Mandeln-tragen des Stekkens Aarons/ das Stehen der Sonne zu Josua Zeiten? Was annehmlicher/ als die Traum-Auslegung und Erhöhung Josephs/ die Eroberung des gelobten Landes? u.s.f. Wollen wir Berge haben? so erhöhen sich die Berge Sion/ Hermon/ Carmel/ Thabor und Libanon. Wollen wir einen Föbus haben? da ist Jesus Christus/ der rechte Föbus und die Sonne der Gerechtigkeit/ welcher den höllischen Python erwürget. Wollen wir eine Venus und einen Cupido haben? da stehet die keusche Gottesgebärerinn Maria/ mit ihrem allerschönesten Jesulein. Wollen wir Poeten haben? da sind berühmet David / Salomon/ Assaph/ Ethan der Esrahiter/ Heman/ Chalchal und Darda. Poetinnen? da sind die Vorsingerinn Mirjam/ Aarons Schwester und die Prophetinn Debora. Wollen wir Tyrannen und Risen haben? da tretten hervor der gewaltige Jäger Nimrod/ der drängende Pharao/ Ahiman/ Sesai/ Thalmai/ Goliath und andere. Wollen wir einen Kunstbrunn haben? da schleichet der stillgehende Brunn Siloha/ an den Wurzeln des [S] <br> <br> Berges Sion. Bedörfen wir etwan einen Herkules? der Simson stellt ihn. Sonst tapfere Helden? Gideon/ Jephthah/ Jasabeam/ Eleasar/ Abisai/ Benaja und andere Helden Davids bieten sich an. Kurz: es ist nichts zu ersinnen/ damit uns das H. Schriftbuch/ auf bedörfenden Fall/ nicht an die Hand gehen könnte. Daß mir demnach die jenige kein Genügen tuhn/ welche/ da sie wol Mandeln auffezzen könnten und sollten/ nur Eicheln fürtragen. Ich will sagen/ sich mit heydnischen Fabeln schleppen/ da sie es/ aus der Bibel/ und sonst/ weit bässer haben könnten.'
'Oder welches fast eben so viel ist/ wenn die zwey Figuren Hypotyposis und Prosopopoeia gebrauchet werden. Welches denn auch auser dem Gebände/ ja gar in einer Predigt zulässig ist/ weil wir die H. Schrift da zur Vorgängerinn haben. Als wenn wir den zur [S] <br> <br> Rache und Straffe bereitfertigen GOtt gleichsam vor Augen sehen wollen/ so schreibet uns solchen der VII. Psalm/ 12--14. GOtt ist ein rechter Richter/ und ein Gott/ der täglich dräuet. Will man sich nicht bekehren/ so hat er sein Schwert gewetzt/ und seinen Bogen gespannet/ und zielet/ und hat darauf gelegt tödtliche Geschosse/ seine Pfeile hat er zugericht zu verderben. Wollen wir die Gestalt der Verhungernden und Verschmachtenden mit lebendigen Farben abgemahlet haben/ so finden wir solche in den Klagliedern Jerem. im IV. Cap. 8. Ihre Gestalt ist so tunckel für Schwärtze/ daß man sie auf den Gassen nicht kennet/ ihre Haut hänget an den Beinen/ und sind so dürre/ als ein Scheit. Wer die allzuspäte Reue und das Jammerliedlein der Verdammten in der Hölle sich für Augen und Ohren stellen will/ der lese die erste Helfte des V. Cap. aus dem Buche der Weisheit. Im LXXXV. Psalm/ 11. wird der Güte und Treue/ der Gerechtigkeit und dem Frieden ein menschliches Tuhn zugeleget/ wenn gebetten wird/ daß Güte und Treue einander begegnen/ Gerechtigkeit und Friede sich küssen. In der Epistel an die Röm. am IX. [S] <br> <br> 20. lässet der auserwehlte Rüstzeug einen Topf reden/ mit den Fragworten: Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machest du mich also? Also mag ich wol sagen: Die Sünde ist ein stolzes und unbändiges Thier/ deme man einen starken Zaum auf die Nase und ein hartes Gebiß ins Maul legen muß/ wenn wir nicht zu Sandreutern werden wollen.'
'MIt diesem Namen begrüsset meine Feder Jhro WolEhrwürden das erstemal/ den der Seelig-Edle Floridan allbereit vor 10. Jahren unserer Gesellschaffts Rolle eingezeichnet hat. Weil ihm aber seine geschwinde Himmel-Anwanderung nicht zugelassen den Stand und Zustand des Benameten zu entdecken/ hat inzwischen bey uns Verlangen und Zweifel gewaltet/ des jenigen Kentnus zuerlangen/ der doch allbereit Unser ware; und solches so lang: bis die kräfftige Empfehlung des Edelsten Lentilius unsere Augen öffnete/ und die Begierde sättigte. Weil wir nun die Gedanken des verhimmelten Floridans wegen Zueignung der Blume nicht zu errahten wusten/ wurde mir einige zu benennen von meinen Groswehrtesten Mitgenossen aufgetragen; derer Neigung mit eigener Freude zu vergnügen/ wehlte ich aus dem Blumen-Reiche Engeltrank (Alisma Diosco-[S] <br> <br> rid: & Matthioli, Chrysanthemon latifol: Dodonaei, Doronicum 4 Clusij, Doronicum folijs Plantaginis Hofmanni &c.) Deren Bildnüs eine kluge Nadel/ die mit dem Mahler-Pinsel wettstreitet/ dem beyliegenden Ordens-Band eingesticket hat. Meine einfältige Gedanken hierüber wird die Beylage weisen. So gebrauche demnach der Preiswürdigste Charicles dieses weiße Band nach seiner Weise: ¶ Den Himmel zu ehren/'
'Und ist zu Verstehen der Spruch Davids / daß Gott den jungen Raben auch ihre Nahrung gebe/ Ps. CXLVII. 9. Es haben nämlich die Naturkündiger als ein sonderbares Stükk der Göttlichen Vorsorge angemerket. Die Raben sollen ihre noch unbefederte Jungen/ weil sie ihre schwarze Farbe nicht haben/ verlassen/ die Verlassene aber soll der barmherzige Gott wunderbarer Weise erhalten/ entweder von dem Morgentaue/ oder von Würmlein/ die im Neste wachsen/ oder von Mukken/ die um die Nester herum fliegen/ bis sie befedert/ von den Eltern erkennet/ ernehret und auferzogen werden.'
'6. Zwischen diese beyde/ den Opizz nämlich und Tscherning ist billich/ als der dritte Mann/ zu ordnen D. Paulus Flemming [...] <br> <br> . Seine Geist- und Weltliche Poëmata sind zu Lübekk und Jena in 8° gedrukket hervorgekommen.'
'Sonderlich sind zu behalten die Wörter/ so in der Kirche Gottes eingeführet und männiglich bekannt/ ohne Aergerniß derselben nit können abgeschaffet werden/ als da sind: Testament/ Sacrament/ Prophet/ Apostel/ Epistel/ Evangelium/ Catechismus/ absolviren/ und dergleichen. Das Wort Sanct mag auch mitgehen.'
'8. Die beweisende Gleichnisse/ welcher der Exempel Eigenschaft zu haben scheinen/ und zugleich eine Meinung beweisen/ und eine andere widerlegen/ sind der Zierde eines Gedichtes auch mit einzurechnen. Als/ wenn ich beweisende Gleichnisse für die Auferstehung von den Todten anführen will/ so kann ich sagen: das erstorbene und verweste Saamkörnlein grünet in der frölichen Frühlings-Zeit wiederum herrlich herfür. Warum nicht auch unsere Leiber in der frölichen Auferstehung von den Todten? der Seidenwurm spinnet sich ein und stirbet/ und wird dennoch hernach wiederum zur Raupe/ und denn zum Seidenwurme. Warum sollte denn der Mensch/ nach der er sich in seine Arbeit gleichsam eingesponnen/ oder ausgesponnen/ nach seinem Tode/ nicht wieder lebendig werden können? die Bergleute wissen das Gold und Silber meisterlich von der Erde zu scheiden; und der Allmächtige Gott sollte den Staub und die Asche der menschlichen Cörper nicht von anderer Erde zu sondern wissen? Dadurch wird für die Auferstehung der Todten zugleich aus der Natur ein Beweis geführet/ und [S] <br> <br> der Epicurer und Sadduceer Gegen-Meinung widerleget.'
Händel, Christoph Christian
Deo. O. M. Clementer
'himmlischer Bräutigam'
'Eiver/ Täuffer etc.'
'himmlische/ lustige/ fröliche etc.'
'Christus uns weisset die Pforte des etc.'
'Nempe ego, cùm, solenni ante annum ritu, Philosophiae Magister, & Poëta Caesareus, in hac Alma nostra Musarum Sede, crearer, actis, variô Carmine, Gratiis, DEO T. O. M. Reliquisque, queis post DEUM grates debui; Studiosis denique & Hospitibus easdem, ceu mos fasque erat, sequenti solvi Echo, omnemque eâdem Actum clausi: ¶ Annon jam satis imbibêre prata?'
'Liebe deinen GOtt von Herzen:'
'tale est illud, quando ex venerabili Nomine sacratissimae Caesareae Majestatis, (Cui Immortale summumque Numen Vitam, Fortunam, Prolem, Gloriam & Victorias indies magis magisque adaugere velit clementissime!) ¶ LEOPOLDUS,'
'Gottfried/ in voces Gott & Fried etc.'
'Dib/ Dinst/ dinen/ Fiber/ gissen/ liblich/ Licht/ Mitpferd/ nimahl/ niren/ belen/ nenen/ Datel/ falen/ Himel/ from/ Man etc. pro Dieb/ Dienst/ dienen/ Fieber/ giessen/ lieblich/ Liecht/ Mietpferd/ niemahl/ Nieren/ bellen/ nennen/ Dattel/ fallen/ Himmel/ fromm/ Mann etc.'
'Tausend-Schön/ Leichen-Predigt/ Purpur-Roht/ Abend-Mahlzeit etc.'
'Emsig- und Gerechtigkeit/ GOtt- und Gewissenloß/ Schwind- und Schlaffsucht/ pro, Emsigkeit und Gerechtigkeit/ Gottloß und Gewissenloß/ Schwindsucht und Schlaffsucht;'
'Ich kan den Katechismum: Er will einen Medicum aus sich machen; liess den Virgilium &c. Sed meliùs: Ich kan den Katechismus/ Er will einen Medicus aus sich machen/ lies den Virgilius etc.'
'ehrlichs/ nüzzlichs/ trefflichs/ seeligster/ grösster/ pro ehrliches/ nüzzliches/ treffliches/ seeligester/ grössester etc.'
'gütge/ gnädge/ glaubge/ barmherzge etc. pro gütige/ gnädige/ glaubige/ barmherzige. Ita etiam, Kindsche/ Aberglaubsche/ Marckgräffsche/ Nürnbergsche/ pro Kindische/ Aberglaubische/ Marckgräffische/ Nürnbergische.'
'Quid enim? annon ignarus sermonis nostri, summae nos verborum inopiae, ubi tot tantaque ac tàm varia sarcimenta animadvertit, accusabit? annon pauperrimam credet Linguam nostram? quae tamen plures quàm Hebreae radices, majorem, vel certè non minorem verborum copiam, quàm Graeca, & plus suavitatis habet, quàm Latina, omnesque quae inde originem ducunt: ceu sub initium Disputationis jam diximus. Atenim verò quemadmodum nulla regula sine exceptione est, ita & haec suis circumscribitur terminis, easque peregrinarum Linguarum Voces, quae dudum vel in Ecclesia, vel communi Vita, & Re inprimis Militari recepta, & unicuique nota satis sunt superque, neque absque scandalo & grandi difficultate abrogari possunt, non excludit: nam in tali casu Consuetudo pro Lege valet. Sunt autem ejusmodi Voces, Testament/ Sacrament/ [...] <br> <br> absolviren/ Apostel/ Epistel/ Evangelium/ Katechismus/ Sanct/ [...] <br> <br> Engel'
Frohne, Johann Adolph
Kurtze und leichte METHODE Grammaticam Latinam durch meistentheils Teutsche Regeln der zarten Jugend beyzubringen
'Gottheit'
'Gottlos/ Gottlose'
'Gottlos'
'Gnaden Werk'
'Der Mensch ist gottloß und verflucht.'
'Sion ist gar fest gebauet.'
'Sion ist fest gebauet.'
'Engelverstand'
'Ich hof auf dich ô HErr. Nicht aber: Ich hoffe auf den HErrn.'
'from/ nicht fromb'
'Hör‘ Himmel/ was ich dir itzt vor-wil bringen.'
'Ein Sünder: Der mit dem Sünden Rokk der Laster überlumpt. Franc. L. R. ¶ Die Sünde: Das rechte Werk der Nacht. Flem. ¶ Der Sünden Stank und Wust.'
'Der Herr hat mein Gebet genommen auf und an.'
'Mein Trost/ mein Hülf/ ist nur bey GOtt.'
'O JEsu Christ Am Creutzes Stamm'
'Der Christen täglich Brodt/ ist Wermuht/ weh und ach/'
'Der Himmel ist mein Dach/ GOtt ist mein steter Schild/'
'Die Nacht ist hin/'
'Baut einer auf der Welt'
'Wer auf die Hülfe GOttes traut/'
'Wir schauen'
'Ein ieder Christ kan HimmelSchlüssel bringen/'
'1. Ich wünsche ein rein und gut Gewissen/'
'Ich sorg und sorge nicht. Denn der mir hat das Leben'
'Es pfleget auf den Krieg die Pestilentz zukommen/'
'O Schützer Israel u. meiner Väter Gott/'
'Es wird ja endlich in der Welt der güldne Friede wieder kommen/'
'Lauter Sünd und Eitelkeit'
'Wer sich Christo wil vertrauen/'
'(die Tochter Jephte klagt:) ¶ Meine Zeit'
'Höchster GOtt im Himmels Throne'
'Nun ô HErrGOtt kom laß ein Ende seyn/'
'Meiner Sünden grosse Last drükt und quälet mich.'
'So verkehret ist die Welt daß sie GOtt nicht achtet/'
'GOtt ist unser Lebens Heil unser feste Zuversicht/'
'Wer der Tugend sich ergiebet/ und auf GOttes Hülffe traut/'
'JEsus bittres Creutz und Leiden öfnet uns den Weg zur Seligkeit/'
'GOtte vertrau’n'
'Rechte Vergnügung die wohnet nicht hier/'
'Heiliger/ heiliger/ starker/ barmhertziger GOtt/'
'Reichthum nur lieben und zeitliche Güter besitzen/'
'Der Eitelkeit Macht'
'Wer liebet Erbarmen/'
'1. Komt tretet herzu/'
'Das Menschliche Leben geht hin/'
'Die Sterblichen schauen auf Leibes Gezier/'
'Ach/ GOtt/ wie kanst du uns doch gäntzlich so verlassen/'
'Ach GOtt/ mein Hort/ wie werd ich doch geplaget/'
'Ob gleich grosse Noth'
'Weißheit ist Himmel auf niedriger Erden/'
'JEsus ist das rechte Leben/'
'Satz [Stropha.) ¶ Es wechselt alles in der Zeit/'
'Der Edle Held erblast/'
Weise, Christian
Curiöse Gedancken Von Deutschen Versen
'Wol dem/ der zehlen lernt/ der auch mit klugen Messen/'
'Ist es kein Superintendent'
'Ans Creutz geschlagen mit Nägelen/'
'Ich habe mich verlobt/ nun weicht die Liebe nicht/'
'Dergleichen setzte ich auff eine Kirchen-Music unserer Raths-Wahl: ¶ I. ¶ WAs GOTT verspricht/'
'Und auf diesen Schlag habe ich die schöne Weynacht-Arie in Natali Domini vielmahl imitiret. Als Z. E. zu einem selbst belieblichen Tugend-Liede: ¶ I. ¶ GOTT ist König/ und bey dem'
'Ingleichen zu einer geistlichen Ode/ bey der Zittauischen Raths-Wahl 1687. ¶ I. ¶ Höchster Schöpffer habe Danck/'
'Ich finde auch in meinen alten Brieffen ein also genanntes Anacreonticum, welches bey dieser Gelegenheit wol mag angeführet werden: ¶ AUff Universitäten:'
'ICh bin ein armer Jude/'
'Was beklagen wir die Zeiten'
'GOtt Lob der Fürste lebt/ und unser Segen blüht.'
'NUn kömmt die angenehme Zeit/'
'KOmm du gewünschter Tag/ zeig uns die Sonne wieder/'
'DEr Lebens-Garten blüht/ und welche den erblicken/'
'Uber des Gruteri Symbolum: Labor & Mors, hat man diese Alexandrinische Strophe: ¶ Die Arbeit und der Todt sind zwey berühmte Sachen/'
'Die Arbeit und der Tod/'
'Ich gebe ein Exempel von 1689. als in dem Gregorii-Feste die Losung war: ¶ Alles durcheinander. ¶ ALles gehet durcheinander. Das soll unser Wahlspruch seyn/'
'Bey so bestalten Sachen/ kan man die Madrigale in geistlichen Inventionen gebrauchen/ als Z. E. auf ein Söhngen/ welches um Ostern begraben ward. ¶ GOtt Lob/ nun fangen wir die Oster-Wochen an.'
'Sie schicken sich/ auff politische Dinge: Als auff eine Hochzeit am Frühlinge: ¶ DIe Hochzeit ist bestellt/'
'Also wurden diese Madrigale an einer vornehmen Hochzeit/ welche gleich in den Tagen Hilarius und Felix gehalten ward/ zur Taffel-Music gesetzet: Zum Anfange: ¶ GLückzu/ die Zeit ist da!'
'LUst und Jugend stehn beysammen.'
'DIe Liebe führt den Preiß/'
'Wer übereilt sich so? Die Hoffnung hat den Preiß/'
'WEr den Schrancken'
'Es kam ein Madrigal von der guten Nachbarschafft/ darinnen man sich aus gewissen Ursachen/ und wegen der Allusion auff einen geistlichen Text/ einer zeitlichen Licentz in Reimen bedienet hatte: ¶ Drey Dinge sind vor andern wunderschön/'
'Also setzte ich bey dem Tode der kleinen Jungfer Seeligmannin/ über die Worte Christi/ Marc. 10, 16. Er hertzte sie/ er legte die Hände auff sie/ und segnete sie. ¶ GOTT liebet dieses Kind.'
'ZEuch hin/ du liebes Kind/ wo GOtt das seine fodert/'
'Ach wer möchte das nicht/ damit der alte Apt zu Posen in Thüringen eine Nonne und den Closter-Schreiber absolvirt hat. ¶ Strephon kriegt die Jungfer.'
'In der ersten Protasi, da Fortuna und Intentio dem Sesostri/ wegen des liegendrn Obelisci solten Rath geben/ sungen sie zusammen. ¶ F. I. Dura moles, heu quot soles'
'In der Apodosi ward solches auff die Obrigkeit appliciret. ¶ F. I. O quàm laxa dantur saxa.'
'Endlich/ als in der dritten Apodosi der Genius das Bildniß des Großmächtigsten Landes-Vaters offerirte/ daß es zu fernerm Glücke gleich auff den Obeliscum kunte gesetzet werden/ so ward der Actus mit dieser Arie/ nach einer bekandten Kirchen-Melodey dergestalt beschlossen/ daß an statt des Chors/ die gantze Versammlung mitsingen kunte. ¶ O sancta pectora, sic passim pradicatis'
'Wir fahren in den Himmel'
'Dergleichen bey uns/ in einem Acta gratulatorio/ wegen der Victorie wider den Türcken gesungen ward: ¶ DEr Höchste sey gelobt/ der unsern Fürsten segnet/'
'Das ist ein feiner Mann von höfflicher Manier/'
'Von Christlicher Gedult/'
'Er sieht den Weg vor sich/ da ruff ich noch zu letzt'
'Wie das wir ietzt groß und klein/'
'GOtt als ein Schutz und Trutz der theile Segen aus/'
'Man sagt ja wol: Grade/ gerade/ Gnade/ Genade/ Heilige/ Heilge/ selige/ selge.'
'Das Abschieds-Lied im Nahmen des Liebsten war dieses: ¶ MEin Liebgen/ wie gefall ich dir'
'MEin Liebgen/ wie gefall ich dir?'
'Und solches ist einer Hochadelichen Person zu Ehren im Nahmen meiner Tischgenossen/ den II. Martii 1684. geschrieben worden: ¶ WErther Freund/ die Zeit ist da/ welche wir bedencken sollen/'
'NAchdem wir von Paris die mode borgen sollen/'
'Die Türcken sind geschlagen. ¶ I. Der schnöde Mahometh hat seinem schnöden Hauffen/'
'Der Welt-Erschaffer wird dich ferner gunst-beleuchten/'
'Denn wo haben wir ein deutsches Wort/ welches so viel heist/ als Medicus, Professor, Syndicus, Secretarius, Rector, Inspector, Superintendens, Scholarcha & c.'
'Oder wie der alte Ringewald reimt. ¶ Er fuhr wie ein geschoßner Fuchs'
'Alleine sie praesupponirten einen Leser/ der es verstund/ wie manchmahl gute Freunde in ihren Brieffen untereinander schreiben/ wie das alte Lied: In dulci jubilo.'
'MEin Freund/ ich solte zwar mit einem Wunsche kommen/'
'GOtt hat das Leben selbst beschert/'
'Man lebe GOtt/ er ist es wehrt/'
'O daß wir GOtt anhiengen/'
'Ach lernt euch GOtt ergeben/'
'Man hat bey solcher Macht Gelegenheit zur Sünde.'
'Sis pius imprimis. Nam cum vincamur in omni ¶ [...] <br> <br> ¶ Die Tugend schämt sich nicht: voraus wo Lieb und Güte/'
'9. Damit ich aber vor mich nichts schuldig bleibe/ so will ich ein Exempel hersetzen/ damit ein Hoch-Edelgebohrner Sohn an. 1684. von meinen Tischgenossen dergestalt begleitet ward/ daß ein [S] <br> <br> jeder einen nachdencklichen Spruch aus Senecae Epistolis zum Grunde seines Wunsches legte: ¶ DAs ist ein altes Recht/ wenn Freunde scheiden wollen/'
'Wie Herr Opitz schreibet: ¶ Daß zwey gefunden werden/'
'Und hierinne ist Herr Opitz sonderlich ein Meister gewesen. ¶ I. Als zum Exempel: ¶ GOtt wird es auch auff Erden/'
'GOtt wird es auch auff Erden/'
'Ob gleich das Weib zum ersten würd/'
'Und Herr Opitz hat hierinne viel artige Meister-Stücke: ¶ Wird auch in Freyheit bringen/'
'denn es sind viel deutsche orationes, absonderlich Predigten/ da solche Reden in prosâ nicht seltsam sind.'
'GOtt kan uns wol belohnen/'
'Wunder daß ich so erkühnet'
'DAs edle Schlesien/ da Lust und Ehre wohnet/'
'ALso setzte ich auf eine Hoch-Adl. Hochzeit/ als Hr. Caspar von Zedlitz Hen. Abraham von Czetritz seine geliebteste eini-[S] <br> <br> ge Frl. Tochter Annen Magdalenen am 28. Novembr. 1685. ehlich beylegen ließ/ zwar kurtze Verse/ doch einen ziemlich langen commentarium, dadurch gleichwol die Verse nicht verstellet wurden. ¶ DEr Stamm von Zeblitz blüht. Die ungemeine Tugend'
'Ein solch Exempel hatte ich den 16. Martii 1685. an Hrn. D. Johann Siegfried Kießlings Hochzeit/ da war der Titul: die dritte Comoedie, das ist/ die dritte Kießlingische Hochzeit in diesem Seculo. Denn vor eins hatte ich die Woche zuvor drey Comoedien nach einander aufgeführt/ und die Woche drauff hatte dieser dritte Doctor Medicinae Hochzeit/ denn der Herr Groß-Vater hatte den 9. October 1623. Jungfer Marien Fritzschin geheyrathet/ der Herr Vater D. Johann Christian Kießling hatte den 9. October 1656. Jungfer Johannen Schmeidelin geheyrathet/ [S] <br> <br> nun kam der Herr Sohn und heyrathete Jungfer Christianen Dorotheen von Jungenfelsin. Drum kont ich sprechen: Vor gestern war die Comoedie an dem Herrn Groß-Vater/ gestern an dem Herrn Vater/ heute an dem Herrn Sohne. Nun ist das Carmen leicht zuverstehen. ¶ NUn so geht der dritte Kießling unter GOttes Segen hin/'
'doch wenn jemand vom Alexandro und dem König Poro/ spielet, und will im Interscenio/ den Schul-Jungen/ oder den Juden und den Christen/ die sich ihren Heiligen zu Ehren/ ein Haar [S] <br> <br> nach dem andern/ aus dem Barte rauffen lassen/ praesentiren/ das ist wol eine materie, darüber die Leute lachen/ allein/ wer es recht bedenckt/ dem möchte gar leicht übel werden.'
'VIII. Als ich dem vornehmen und im die Zittauische Kirche hochverdienten Prediger Herr Mag. Zacharias Seligmannen den 5. Augusti 1687. zum letzten Andencken was schreiben solte: so fand ich im Lebens-Lauffe/ daß er alle Tage sein Gebet mit dieser Formul beschlossen: ¶ HErr JEsu Christ/ du höchstes Gut/'
'NAchdem ein Seligmann im Leben vor der Welt/'
'IX. So wolte ich den 22. Jan. 1691. meinem geliebten Bruder und Schwager Hrn. Johann Christian Neseno was zum Troste schreiben/ als er sein eintziges und hertzgeliebtes Töchterlein Jungfer Johannen Elisabeth begraben ließ/ und weil der Marien/ ihre Worte gleich im Evangelio waren erkläret worden: was er euch saget das thut/ und wiel eine Maria als Groß Frau Mutter mit interessiret war/ welche sich sonst des Englischen Zuspruchs zugetrösten pflegt: Fürchte dich nicht/ Maria/ [S] <br> <br> du hast Gnade bey GOtt funden: so fand sich die resolution gar leicht/ daß ich bey dem Jambischen genere würde verbleiben müssen. ¶ MEin Bruder/ soll ich dieß die Liebes-Woche nennen/'
'X. Als auch eben dieser liebwerthe Freund seine hertzliebste Frau Johannen Eleonoren Nesenin gebohrne Stollin dem geliebten Kinde den 26. Febr. nachschicken solte/ so gab mir der Leichen-Text zwar lauter Jambische Gedancken/ Thren. 3. v. 24. 25. 26. Der HERR ist mein Theil/ etc. Es ist ein köstlich Ding etc. allein daß ich eben zu einer elegie resolvirte/ darzu brachte mich ein epiphonéma aus des Herrn von Hoffmannswaldau Helden-Brieffen: ¶ Und also will ich küssen'
'MEin Kind/ erlaube mir/ daß ich dein Hertz betrübe/'
'XI. Nicht viel andere Formuln schwebten mir vor Augen/ als das vornehme Stollische Haus/ den 23. Octobr. 1684. das geliebteste kleine Töchterlein Jungfer Marien Elisabeth solte begraben lassen. ¶ GOtt ist ein Wunder-GOtt/ und mehrentheils verborgen/'
'XII. Eben dieses gab mir den 30. Jan. 1690. Anleitung/ als Frau Anna Emeren-[S] <br> <br> tzia Gebhartin gebohrne Wincklerin/ unter ihren herannahenden Geburts-Schmertzen das letzte Wort auf dieser Welt gesprochen hatte: Ach JEsus hilff mir doch. ¶ ACh JEsus hilff mir doch! das war die letzte Stimme/'
'Als Mons Hanß Wolfram von der Heyde/ von mei-[S] <br> <br> nen Tischgenossen/ einen Abschieds Segen verlangte/ war dessen naher Vetter Herr Stattmeister von Zedlitz in Straßburg gestorben. Und als man dessen Andencken hier mit einführen wolte/ gab der eintzige Nahmen Zedlitz so viel an die Hand/ daß man in einem Trochaeischen metro besser fortkommen möchte. ¶ SIeben Sommer sind vorbey/ seit er sich zu uns bekennet/'
'XIV. Bald hernach/ als dessen Herr Bruder Mons. Conrad von der Heyde solchen Dienst verlangte/ war gleich dessen naher Herr Vetter der weitberühmte und tapffre Conrad Sack todes verfahren/ und da gab der Conrad/ ebenfalls Anlaß zum Trochaeo. ¶ COnrad Sack der Ehren-Mann/ der in weisen Lorber grünte/'
'FRanckfurt der berühmte Platz/ da die Marck ihr Marck befindet/'
'REval die berühmte Stadt ist vorlängst im tieffen Norden'
'WIßmar die geliebte Stadt/ welche dort am Balten-Strande'
'XVIII. Etwas weniges von den Dactylen zu gedencken/ so hab ich gleich itzo was unter den Händen/ darinne die Allusion auff die Worte Psalm 85. 11. soll gerichtet werden. [S] <br> <br> ¶ Daß Güte und Treue einander begegnen/'
'MIt was vor guter Zeit'
'Ich habe gefreiht. ¶ IHr Freunde fragt ihr noch/ was mich verändert hat?'
'VI. Das erste auf den Todesfall Hrn. Michael Herfarths S. S. Theol. Stud. den 7. Decemb. 1686. ¶ SO fällt ein frommer Sohn/ der GOtt im Hertzen liebet/'
'VII. Das andere waren etliche strophen auff das Gregorii-Fest 1686. da wir kurtz zuvor ein Jubel-Fest gehalten/ zum Andencken/ daß unser Gymnasium hundert Jahr gestanden war. ¶ SO wird der Grund gelegt/ daß/ wo nach hundert Jahren'
'X. Von langen Versen fieng ich an/ als Mons. Ernst Friedrich von Döring bey seinem Abschiede zur Sommer-Zeit auff Sommer-Gedancken solte geführet werden. ¶ DEr Sommer ziert dieß Land/ die Feld- und Garten-Früchte/'
'XI. Ingleichen als die Frau von Czetritzin/ derer Hochzeit-Carmen oben p. 194. zu finden den 18. Aug. 1687. nach Genesung einer höchstgeliebten Tochter die Welt gesegnete/ und also auch diesem Stücke der sel. Hoch-Adl. Frau Mutter ähnlich war. ¶ MEin Herr/ so schwimmet nun sein Trost in vollen Thränen!'
'Als Mons. Conrad Gottlieb von Zedlitz/ der nach dem Hintritte seiner Hoch-Adl. Frau Schwester dem Herrn Vater alleine noch übrig war/ bey seinem Abschiede als ein glückseliger und gesegneter Schuldner vorgestellet wurde. ¶ WIls Gott/ die Stunde kömmt/ da er den letzten Gruß/'
'NUn weiß ich/ was vor Nutz auch in den Thränen steckt/'
'XIV. Ebenfalls liessen die Hoch-Adlichen Herrn von Schweinitzischen Stam-Hause Kran/ nach Anleitung etlicher Urnarum oder Ascher Töpfen/ so daselbst ausgegraben worden/ im Jahr 1685. unterschiedne Leichen und Ehren-Gedächtnisse/ von dero Hoch-Adl. Familie zum Drucke befördern/ und meinten nicht unbillig/ daß [S] <br> <br> solcher Dienst etwas besser/ als druch einen todten Aschen Krug/ würde geliefert seyn: da nun in der Druckerey gleich ein leeres Blat solte gelassen werden/ nahm ich die Kühnheit solches mit folgenden Zeilen/ von der gedachten Gattung voll zu machen. ¶ IHr Helden seyd geneigt/ und gönnt mir dieses Blat/'
'Und solches war [S] <br> <br> ein Abschieds-Carmen, darinne ich die Handelschafft zwischen Leipzig und Zittau/ so dann zwischen Zittau und Franckfurt vorstellen solte. ¶ SEit Leipzig als ein Stern im Meißner Lande lacht/'
'Als Herr Friedrich Adolph von Ziegler [aus?] <br> <br> Kliphausen/ mit Frl. Magdalenen Sybillen von Metzradin den 18. Apr. 1690. vermählet war. ¶ GOtt hat den Wunsch erfüllt. Was meine Reden waren/'
'XVIII. Als Herr George Reingast vornehmer Herr des Raths allhier/ mit seiner Hertzliebsten Frauen Rosinen gebohrnen Schnitterin/ nach verfloßnen funffzig [S] <br> <br> Jahren ihres geführten Ehestandes den 15. Julii 1683. ein solennes Andencken/ dieser Zeit begiengen. ¶ ICh habe manches Lied zur Hochzeit-Lust geschrieben/'
'XIX. Als gedachter Herr Reingast bald darauff seine geliebteste Tochter Fr. Dorotheen Denickin den 29. October 1683. verlohr. ¶ HIlff GOtt/ wie spielt diß Jahr mit Hochzeit und mit Leichen?'
'XX. ALs ich an Herr Johann Philip Kriegers Fürstl. Sächs. Capel-Meisters in Weissenfels Hochzeit mein gutes Andencken gegen die geliebte Stadt auslassen solte. ¶ SO muß sich Weissenfels mit Halle noch verbinden/'
'XXI. Als bey der Ettmüller- und Leopoldischen Hochzeit den 15. Junii 1688. die Verneuerung der vormahligen Studenten-Freundschafft/ gestifftet ward. ¶ WIe schön ist der vergnügt/ der im Studenten-Leben/'
'XXII. Als Herr M. Gottfried Hoffmann/ wolmeritirter Sub-Rector in Lauban bey seiner Hochzeit den 24. Maji 1689. meines Praeceptor-Segens nochmahls geniessen solte. ¶ GOtt Lob/ die Schreiber sind mir alle noch gerathen/'
'DAs Edle Brandenburg blüht noch an tapffren Leuten/'
'gleich wie die Lieder: Nun dancket alle GOtt/ etc. It. O GOTT du frommer GOtt/ du Brunnquell aller Gnaden/ etc. nicht unbekandt seyn.'
'Ich will ein [S] <br> <br> paar Exempel aus Herr Kriegers Musicalischer Ergetzligkeit hersetzen. ¶ Eines auff die Vergnügligkeit: ¶ Wol dem/ der sich vergnügt. Kein Mensch kan alles haben.'
'Auff den abgesetzten Liebhaber. ¶ WAs hab ich denn gethan? Ich sol die Straffe leiden.'
'WIe selig sind die hochgeschätzten Seinen/'
'DEr schöne Tag hat sich wol eingefunden/'
'XXXI. Als ein Hoch-Adl. Sohn von ungemeinen Qualitäten den 27. October 1687. in einer unglücklichen Passage durch den Neckar sein kostbahres Leben eingebüsset hatte/ der vor dieser Zeit unter meiner Information wol auffgewachsen war. ¶ ISt es möglich/ daß der Strom sich als unsren Feind erkläret/'
'XXXII. Als Herr Johann Friedrich Junge berühmter Handelsmann in Zittau den 23. Septemb. 1689. seine Eheliebste Fr. Maria Elisabeth gebohrne Eichlerin begraben ließ/ und derselben Zeit nach des ankommenden Weyhnachts-Herrn gnädiger Liebes-Advent erwogen ward. ¶ ISt nun dieses der Advent/ und der Vorschmack von Weihnachten/'
'XXXVIII. Bey dem Begräbnisse des obgedachten Hrn. M. Seligmanns ward über diese Worte aus dem Leichen-Texte Esa. LX. 19. 20. Der HErr wird dein ewiges Licht seyn/ etc. diese Arie gesungen: ¶ ACh GOtt du bist mein rechtes Licht/'
'XXXIX. So must ich auch einmahl den gewissen Trost/ welchen Christliche Eltern bey unverhoffter und betrübter Beerdigung eines todtgebohrnen und also ungetaufften Kindes bey sich erwegen sollen/ den 5. Febr. 1688. dergestalt besingen lassen. ¶ WIe kan sich unsre Seele grämen?'
'Wilstu der Pein entübrigt seyn/'
'Was die Menschen hoffen/'
'Wir haben zwar das kurtze Leben/'
'Wir können hier im Leben'
'4. Auff ein galantes Clavichordium. ¶ ES ist mir von Natur gegeben/'
'2. Auff den angenehmen Spatzier-Gang.'
'3. Im Nahmen eines heimlichen Liebhabers/ der sich vor seinen und ihren Freunden fürchten muste: ¶ A Marillis/ kanstu schweigen/'
'5. Der lustige Tag/ da man tantzen will. ¶ AUff ihr Seyten last mich tantzen/'
'9. Auff die Annehmligkeit eines Gartens: ¶ LIebster Garten laß mir zu/'
'1. Auff ein Frauenzimmer/ das sich durch Geschencke gewinnen läst: ¶ MEin Liebgen vergafft sich in milden Geschencken/'
'1. Auff einen abgesetzten Liebhaber. ¶ SEht/ was Sanct Velten kan/'
'2. Auff ein alten Müttergen/ welches sich verlieben wolte. ¶ ALte Mutter/ schämt euch doch/'
'So gerieth mir die Hochzeit-Ode an Herr M. Gottfried Edelmanns und Jungf. Marien Günthern Hochzeit: ¶ DAs ist ein edler Mann/'
'Ich werde mich hier mit wenig und zwar mit geistlichen Exempeln behelffen. ¶ Nach der Melodey: Ex legis observantia. ¶ Mein Hertz/ wie bistu so verzagt.'
'Auff die Melodey: Du Friedens-Fürst HErr JEsu Christ/ etc. als Ofen eingenommen ward. ¶ GOTT Lob/ nun siegt die Christenheit'
'Auff die Melodey: Hertzlich lieb hab ich dich/ O HErr. ¶ ACh liebster GOtt/ erleuchte mich/'
'VI. Hier muß ich an die Melodey gedencken/ welche Herr Moritz Edelmann einmahl bey uns in einer Lateinischen Comoe-[S] <br> <br> die setzte. [...] <br> <br> [S] <br> <br> [...] <br> <br> ¶ ICh bin mit GOtt vergnügt/'
'Es ward auch bald noch eine parodie drauf gemacht/ bey dem Jubel-Feste wegen der guten progressen wider den Türcken 1686. WIr sind mit GOtt vergnügt/'
'Lebet in lieblicher Ruh/ als liebende Kinder beysammen/'
'So ließ ich in einem solennen Actu 1682. bey Gegenwart hoher und vornehmer Personen zum Anfange dieses singen: ¶ SEit unser Deutschland manchen Helden'
'KOmmt heran und seht die Jugend/'
'So ließ ich 1685. nach beschlossenen Comoedien dieses auf dem Theatro mit drey Choren singen: ¶ ZIttau wachse/ weil du stehst/'
'An Herr D. Kießlings Hochzeit: ¶ WO Jugend und Liebe die Hertzen verbindet/'
'Auf die wolselige Frau Czetritzin/ davon oben p. 2[6?] <br> <br> 3. ¶ IIr meine Lieben weinet nicht/'
'Auff Herrn Bürger-Meister Albert Gierischens und Jungf. Dorotheen Julianen Schmeißin von Ehrenpreißberg Hochzeit. ¶ DAs schönste Bild der Obrigkeit'
'XI. Von Theatralischen Sachen habe ich zwar unterschiedenes in unsern Comoedien angebracht/ doch hier mag nur eine kleine Serenata zur Probe angeführet werden. Von der fatalischen Heyrath. [S] <br> <br> ¶ Innhalt. ¶ ES vergleichen sich etliche Nymfen/ daß sie lieben wollen.'
'Hat doch zu Anfang dieses Seculi Jacob Vogel ein Bader zu Stössen im Ammte Weissenfels, welcher auf Anordnung eines Comitis Pala-[S] <br> <br> tini zum Deutschen Poeten ist gekrönt worden/ dadurch so hochmüthige Gedancken geschöpfet/ daß er den Prologum in einer comoedie so anfangen läst: ¶ Deutschland hat zwar einen Lutherum, ¶ [...] <br> <br> ¶ So viel wuste sich der einfältige Mann/ daß er sich rühmen kunte/ wie der Herr Lutherus das donum propheticum oder die Gabe zu lehren in einem unvergleichlichen gradu bekommen hätte/ so wäre ihm auch das donum poëticum oder die Gabe zierliche Verse zumachen/ so kräfftig beygelegt/ daß er niemand seines gleichen/ in gantz Deutschland finden könte.'
'Ja Herr Opitz/ welcher sich in seiner Kunst so gewiesen hatte/ daß er sich des Tituls nicht hätte schämen dürffen/ gebraucht gleichwol am Herrn Zincgrefen diese Worte: ¶ Soll mir der Harm das Blut aus allen Adern saugen/'
'Vater Unser im Himmelreich.'
'XIIX. Ich habe hier die Gewohnheit/ in dem ich alle viertel Jahr/ meine untergebenen zum Heil. Abendmahl führe/ so pfleg ich sie durch eine meditation zu praepariren/ daraus sie hernach ein gewisses Buß-Lied machen müssen/ und weil ich ihnen dergestalt meine elaboration schuldig bin/ so hab ich von vielen Jahren her nichts anders gethan/ als daß ich die alten in ihrer deutlichen realen simplicität habe imitiren wollen/ und da bin ich viel Dings gewar worden/ welches manchem in seinem Lorber-Krantze verborgen ist. Ich will nur etliche Exempel setzen: ¶ XIX. Eine Ubersetzung des 46. Psalm. ¶ Nach der Melodey: ¶ Nun freut euch lieben Christen gemein. ¶ DEr HErr ist unser Zuversicht/'
'XX. Ein Trost vor arme Studenten/ in Betrachtung der Armuth und der Flucht CHristi. ¶ Nach der Melodey: ¶ Aus tieffer Noth schrey ich zu dir. ¶ HIlff GOtt/ wie geht manch armes Kind/'
'XXI. Uber die Worte Zachariae/ Luc. I. ¶ Daß wir errettet von der Hand unserer Feinde/ ihm dienen ohne Furcht unser Lebe-[S] <br> <br> lang/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die ihm gefällig ist. ¶ Nach der Melodey: ¶ HErr GOtt/ dich loben alle wir. ¶ WAch auf/ mein Hertz/ und dencke dran/'
'XXII. Dieses mag genung seyn: denn die andern Liedern von dieser Gattung möchten sich besser zur Continuation der Seligen Gedancken schicken.'
'Man sehe nur die Ode, welche meines Erachtens eine von den besten ist/ darinn er [Opitz, J.T.] <br> <br> auff die variablen conjuncturen/ die sich im Deutschen Kriege dem Ansehn nach der Religion zum schlechten Vorthel hervorthaten/ recht heroische meditationes suchet. ¶ AUf/ auf/ wer Deutsche Freyheit liebet/'
'Propositio: Itzund ist der Frühling.'
'Der Frühling paart die Welt: Er folgt der Liebe nach'
'Unterredung Zwischen einem PROFESSOR und Untergebenen. ¶ Prof. Nun/ Monsieur, wir werden uns einmahl in deutschen Versen exerciren.'
'Es wird dem geneigten Leser nicht unangenehm seyn/ wenn ich etliche kurtze Proben anführe/ damit ich Gottergebenen und Christliebenden Frauenzimmer zuweilen gedie-[S] <br> <br> net habe. [...] <br> <br> ¶ 1. ¶ ACh mein JEsu/ laß den Segen/'
'II. Als Herr M. Martin Grünewald/ in Budißin wolbestallter Conrector mit [S] <br> <br> Jungf. Sophien Magdalenen Vollhartin Hochzeit hatte/ gefiel mit Locus notationis, daß ich die Schule mit einem grünen Walde vergliech. ¶ GOTT hat die Schulen lieb/ und läst sich nicht verachten:'
'III. Als Mons. Wolff Albrecht von Löben/ dessen oben p. 363. in einem betrübten Carmine gedacht/ seinen Abschied aus unserm Gymnasio nahm/ ward in regard des Hoch-Adl. Herrn Vaters als Amt-Hauptmanns in Fürstenthume Görlitz die Invention genommen vom Gott-gefälligen Amts-Hauptmann in dem Fürstenthum der kleinen Welt. ¶ DEr Mensch die kleine Welt/ des Schöpffers höchster Ruhm/'
'VI. Als zwey Hrn. von Stöterogg von hier verreiseten/ wurde auff das Saltzwerck in Lüneburg gezielet. ¶ DAs edle Lüneburg/ das unter andern Gaben/'
'V. Als zwey werthe Freunde von Reval wegreiseten/ und einer ein Studiosus [S] <br> <br> Theologiae, der andere ein Studiosus Legum war/ zielete die Invention hierauf. Und erstlich zwar ward der Studiosus Theologiae also beschrieben. ¶ WOldem der allen Fleiß auff GOttes-Lehre wendet/'
'VI. Der Studiosus Legum bekam diese Beschreibung. ¶ WOldem der seinen Fleiß auff die Gesetze leget/'
'VII. Als fünff Brüder allerseits vornehme Medici Herr Balthasari Bleccio berühmten Theologo in Stetin zum Doctorat Glück wünscheten: ¶ WEr hätte diß vermeynt? Ein Mann der GOttes Lehre'
'VIII. Als an Hrn. Johann Kriegers/ Chori Musici Directoris Hochzeit auff die neuerbaute Orgel solte alludiret werden. ¶ DAs liebe Weissenfels hat endlich viel Personen/'
'IX. Als Herr Johann Jacob von Hartig/ seine Eheliebste Fr. Dorotheen Gottlieb von Bischoffheim begraben ließ/ erwog ich den Spruch: Ein weiser trauret nicht. ¶ EIn weiser trauret nicht. So sagten auch die Heyden;'
'X. Als Herr Johann Christian Meyer Vornehmer Herr des Raths/ seine Eheliebste Fr. Annen Rosinen geb. Baderin begraben ließ/ floß die Allegorie von der unergründlichen See der Göttlichen Liebe/ aus dem Dicto Chrysostomi ad 2. Corinth. I. Homil. I. p. m. 729. ¶ Quemadmodum, si exiguam scintillam in magnum pelagus injicias, eam protinus extinxerit: eodem modo molestia omnis, quamlibet ingens, si in animum bene sibi conscium inciderit, confestim perit & evanescit. ¶ EIn Kind ist schon zu viel/ wann solches unsre Thränen/'
'XI. Als Herr Andreas Noack Churfl. Sächs. Zolleinnehmer seine Ehliebste Fr. Annen Marien geb. Heinrichin begraben ließ/ ward auff die Uberschrifft seines neuerbauten Hauses alludirt. ¶ WIr Menschen sind ein Hauß/ da GOtt den Bau vollführet/'
'XII. Als ich einen Vornehmen von Adel mit einem Abschieds-Carmine bedencken solte/ nahm ich die Invention