Poetischer Trichter (Q90): Unterschied zwischen den Versionen

Eigenschaft / Themen, Gattungen
 
4. Es sollen aber alle Liebhaber dieser Kunst getreueiferichst gewarnet seyn/ daß sie sich von unreinen Liebsdichtern nicht verkuplen/ und zur Unkeuschheit verleiten lassen. Ein Christlicher Poet handelt von der Liebe/ als von einer Tugend/ und bleibt in den Schranken der Erbarkeit. Die Weltling hingegen und Wollüster schreiben gleichsam mit einem Schwefelholtz/ aus welchem die buhlerische Hurenbrunst aufflammet/ und die unschuldigen Hertzen entzündet. Solche Gedichte lassen sich mit den Egyptischen Fröschen vereinbaren/ von welchen wir lesen/* [2. Mose. 8. v. 3.] daß sie gekommen in das Hauß/ in die Kammer/ auf die Lager und Bette/ etc. in dem man sich be-[S]liebter unreinen Gedanken auch in dem Schlaf schwerlich erwehren kan. Ob nun wol in dergleichen bösen Büchern auch gute und schöne Wort zu finden/ so ist doch gewißlich darunter tödlicher Schlangen-Gifft verborgen/ und möchte man von solchen mit dem weisen Mann sagen:* [Sirach. 12. v. 13.] Wann ein Schlangen-Beschwerer gebissen wird/ das jammert niemand als wenig/ als wann einer mit wilden Thieren ümgehet/ und von ihnen zerrissen wird. ¶ 5. Es ist die edle Poeterey eine Jungfrau/ die ihr lange Zeit aufwarten lässet/ und nicht sonder grosse Mühe/ benebens zuvor besagter Fähigkeit und Belieben/ zu erwerben.
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 4. Es sollen aber alle Liebhaber dieser Kunst getreueiferichst gewarnet seyn/ daß sie sich von unreinen Liebsdichtern nicht verkuplen/ und zur Unkeuschheit verleiten lassen. Ein Christlicher Poet handelt von der Liebe/ als von einer Tugend/ und bleibt in den Schranken der Erbarkeit. Die Weltling hingegen und Wollüster schreiben gleichsam mit einem Schwefelholtz/ aus welchem die buhlerische Hurenbrunst aufflammet/ und die unschuldigen Hertzen entzündet. Solche Gedichte lassen sich mit den Egyptischen Fröschen vereinbaren/ von welchen wir lesen/* [2. Mose. 8. v. 3.] daß sie gekommen in das Hauß/ in die Kammer/ auf die Lager und Bette/ etc. in dem man sich be-[S]liebter unreinen Gedanken auch in dem Schlaf schwerlich erwehren kan. Ob nun wol in dergleichen bösen Büchern auch gute und schöne Wort zu finden/ so ist doch gewißlich darunter tödlicher Schlangen-Gifft verborgen/ und möchte man von solchen mit dem weisen Mann sagen:* [Sirach. 12. v. 13.] Wann ein Schlangen-Beschwerer gebissen wird/ das jammert niemand als wenig/ als wann einer mit wilden Thieren ümgehet/ und von ihnen zerrissen wird. ¶ 5. Es ist die edle Poeterey eine Jungfrau/ die ihr lange Zeit aufwarten lässet/ und nicht sonder grosse Mühe/ benebens zuvor besagter Fähigkeit und Belieben/ zu erwerben. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Themen, Gattungen: 4. Es sollen aber alle Liebhaber dieser Kunst getreueiferichst gewarnet seyn/ daß sie sich von unreinen Liebsdichtern nicht verkuplen/ und zur Unkeuschheit verleiten lassen. Ein Christlicher Poet handelt von der Liebe/ als von einer Tugend/ und bleibt in den Schranken der Erbarkeit. Die Weltling hingegen und Wollüster schreiben gleichsam mit einem Schwefelholtz/ aus welchem die buhlerische Hurenbrunst aufflammet/ und die unschuldigen Hertzen entzündet. Solche Gedichte lassen sich mit den Egyptischen Fröschen vereinbaren/ von welchen wir lesen/* [2. Mose. 8. v. 3.] daß sie gekommen in das Hauß/ in die Kammer/ auf die Lager und Bette/ etc. in dem man sich be-[S]liebter unreinen Gedanken auch in dem Schlaf schwerlich erwehren kan. Ob nun wol in dergleichen bösen Büchern auch gute und schöne Wort zu finden/ so ist doch gewißlich darunter tödlicher Schlangen-Gifft verborgen/ und möchte man von solchen mit dem weisen Mann sagen:* [Sirach. 12. v. 13.] Wann ein Schlangen-Beschwerer gebissen wird/ das jammert niemand als wenig/ als wann einer mit wilden Thieren ümgehet/ und von ihnen zerrissen wird. ¶ 5. Es ist die edle Poeterey eine Jungfrau/ die ihr lange Zeit aufwarten lässet/ und nicht sonder grosse Mühe/ benebens zuvor besagter Fähigkeit und Belieben/ zu erwerben. / Fundstelle
 
Seite: (II, Vorrede, unpag.-unpag.) [II, 10-11]

Version vom 12. Mai 2022, 07:24 Uhr

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Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
Poetischer Trichter
Keine Beschreibung vorhanden

    Aussagen

    0 Fundstellen
    1647
    0 Fundstellen
    Nürnberg
    0 Fundstellen
    Q426 (Gelöschtes Datenobjekt)
    0 Fundstellen
    Q426 (Gelöschtes Datenobjekt)
    0 Fundstellen
    0 Fundstellen
    Eine Fundstelle
    (I, unpag.) [I, 4]
    Eine Fundstelle
    (I, unpag.-unpag.) [I, 17-18]
    Eine Fundstelle
    (I, 16-32) [I, 34-50]
    Eine Fundstelle
    (I, 51-74) [I, 69-88]
    Eine Fundstelle
    (I, 74-100) [I, 88-114]
    Eine Fundstelle
    (I, unpag.-unpag.) [I, 152-153]
    Eine Fundstelle
    (I, unpag.-unpag.) [I, 154-160]
    0 Fundstellen
    Eine Fundstelle
    (II, unpag.) [II, 2]
    Eine Fundstelle
    (II, unpag.-unpag.) [II, 8-14]
    Eine Fundstelle
    (II, 1-14) [II, 15-28]
    Eine Fundstelle
    (II, 15-30) [II, 29-44]
    Eine Fundstelle
    (II, 49-69) [II, 63-83]
    Eine Fundstelle
    (II, 93-112) [II, 107-126]
    Eine Fundstelle
    (II, 184-186) [II, 198-200]
    Eine Fundstelle
    (II, 186-unpag.) [II, 200-208]
    0 Fundstellen
    Eine Fundstelle
    (III, unpag.) [III, 2]
    Eine Fundstelle
    (III, unpag.-unpag.) [III, 11-16]
    Eine Fundstelle
    (III, 1-8) [III, 33-40]
    Eine Fundstelle
    (III, 26-35) [III, 58-67]
    Eine Fundstelle
    (III, 35-54) [III, 67-86]
    Eine Fundstelle
    (III, 55-62) [III, 87-94]
    Eine Fundstelle
    (III, 62-72) [III, 94-104]
    Eine Fundstelle
    (III, 73-90) [III, 105-122]
    Eine Fundstelle
    (III, 90-100) [III, 122-132]
    Eine Fundstelle
    (III, 101-111) [III, 133-143]
    Eine Fundstelle
    (III, 111) [III, 143]
    Eine Fundstelle
    (III, 505-540) [III, 535-570]
    Eine Fundstelle
    (III, unpag.-unpag.) [III, 594-608]