Unterricht Von Der Teutschen Sprache und Poesie (Q112): Unterschied zwischen den Versionen

Eigenschaft / Sprachgenealogien
 
Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]Goropius Becanus[/aq] wird von vielen verlachet/ und zwar nicht ohn Uhrsach/ weil er sich in gar seltzame [aq]abstractive speculationes[/aq] und [aq]analogismos[/aq] vertieffet/ die doch wenig zur Sachen thun und im Grunde nichtes beweisen. Eine sonderliche Probe hierinnen ist in seinen [aq]Hieroglyphicis[/aq], woselbst er auß dem Hebraeischen [aq]Alphabet[/aq], welches er auß Cimbrischen Wörtern zusammen setzet/ ein Gebet eines Schulmeisters/ vor seine Lehrjünger/ seltzamer lächerlicher Weise zusammen bringet/ wovon er so viel Wercks machet/ als wann er ein Königreich gewonnen. / Rang
 
Normaler Rang
Eigenschaft / Sprachgenealogien: [aq]Goropius Becanus[/aq] wird von vielen verlachet/ und zwar nicht ohn Uhrsach/ weil er sich in gar seltzame [aq]abstractive speculationes[/aq] und [aq]analogismos[/aq] vertieffet/ die doch wenig zur Sachen thun und im Grunde nichtes beweisen. Eine sonderliche Probe hierinnen ist in seinen [aq]Hieroglyphicis[/aq], woselbst er auß dem Hebraeischen [aq]Alphabet[/aq], welches er auß Cimbrischen Wörtern zusammen setzet/ ein Gebet eines Schulmeisters/ vor seine Lehrjünger/ seltzamer lächerlicher Weise zusammen bringet/ wovon er so viel Wercks machet/ als wann er ein Königreich gewonnen. / Fundstelle
 
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Version vom 23. August 2022, 07:24 Uhr

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Sprache Bezeichnung Beschreibung Auch bekannt als
Deutsch
Unterricht Von Der Teutschen Sprache und Poesie
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    Aussagen

    0 Fundstellen
    1682
    0 Fundstellen
    Kiel
    0 Fundstellen
    0 Fundstellen
    Eine Fundstelle
    (unpag.-unpag.) [5-6]
    Eine Fundstelle
    (unpag.-unpag.) [7-10]
    Eine Fundstelle
    (180-211) [190-221]
    Eine Fundstelle
    (211-225) [221-235]
    Eine Fundstelle
    (225-253) [235-263]
    Eine Fundstelle
    (253-276) [263-286]
    Eine Fundstelle
    (570-588) [580-598]
    Eine Fundstelle
    (588-607) [598-617]
    Eine Fundstelle
    (648-680) [658-690]
    Eine Fundstelle
    (681-698) [691-708]
    Eine Fundstelle
    (699-729) [709-739]
    Eine Fundstelle
    (779-780) [789-790]
    Eine Fundstelle
    (unpag.) [818]
    Es sind fast die meisten so geartet/ daß sie vor einheimischen Dingen einen Eckel haben/ sich über alle frembde Sachen verwundern/ und dieselbe hochhalten/ welches die Teutsche Sprache auch erfahren/ die von ihren eigenen Landsleuten geringschätzig gehalten/ und [S] der Hebraeischen/ Griechischen und Lateinischen unterwürffig gemachet: Da sie doch/ wenn ich ja die Hebraeische außnehme/ der Griechischen und Lateinischen am Alter nicht allein nichts nachgiebt/ sondern weit bevor thut; hingegen aber jene in Ansehung der Teutschen neue/ und etwas ehe durch Kunst außgeübet seyn/ als diese/ die hingegen viel gründlicher/ und jenen zum Theil den Uhrsprung gegeben; Welches ob es jemand gleich frembd und ungereimet scheinen solte/ dennoch der Wahrheit gemäß/ und so gründlich erwiesen werden kan/ daß niemand daran zu zweiffeln fug hat/ er habe ihm dann vorgenommen unbesonnener Weise auff seinem Wahn zu verharren/ und keiner Vernunfft zu folgen. Wovon vielleicht von mir mit mehren in einer [aq]Dissertatione de Novirate Graecae & Latinae linguae[/aq] künfftig gehandelt werden kan. ¶ Ich will zwar itzo den Vorzug der Hebraeischen Sprache nicht in Zweif-[S]fel ziehen/ wie [aq]Goropius Becanus[/aq] gethan/ welcher nach aller verständigen Leute Meinung/ mehr Sinnlichkeit als Urtheils gehabt: Und [aq]Georgius[/aq] Stiernhelm ein gelahrter Schwedischer Edelmann/ welcher die Scythische Sprache der Hebraeischen vorgesetzet. Es ist aber dennoch nicht außgemacht/ ob sie eben die erste und allgemeine Sprache gewesen/ davon die andern herstammen: Dann der Grund den Nahmen der alten Väter/ die in derselben vorkommen/ ist nicht so unwidertreiblich/ daß des [aq]Grotij[/aq] und [aq]Cluverii[/aq] Gegeneinwendungen demselben nichts an haben solten/ ob zwar [aq]Heidegger[/aq] in seiner [aq]Exercit. XVI. de Linguâ & Literis Patriarcharum[/aq] sich dieselbe zu beantworten sehr bemühet. Es ist am gläublichsten/ daß keine von den itzo bekandten Sprachen/ als die das meiste von der Kunst entlehnet/ die ersten gewesen/ sondern eine von diesen unterschiedene; von welchen alle Sprachen in ihren Wörtern/ eine aber [S] mehr als die ander/ etwas mit eingemischt haben. Auß diesem Grunde scheue ich mich nicht die Teutsche Sprache mehr für eine Schwester der andern/ als für ihre Tochter anzugeben/ und zwar also/ daß die Hebraeische und uhralte [aq]Schytische[/aq] oder Celtische Sprache/ als ältere vor den andern den Vorzug haben. Wie dann nicht allein [aq]Rodornus Schrickius[/aq] an vielen Oehrtern seiner weitläufftigen Schrifften/ und insonderheit [aq]lib. 3. Originum Celticarum[/aq] behaupten wil/ daß die Hebraeische und Teutsche Sprache nur als [aq]dialecti[/aq] unterschieden sein. Siehe hievon auch Harßtörffer in [aq]Specimine Philolog. German. Disquisit. VII[/aq]. Mit der Dänischen und Brittanischen/ welche ebenfals [aq]dialecti[/aq] der alten Teutschen Sprache sein/ wollen [aq]Lysander[/aq] und [aq]Daviesius[/aq] die Gleichheit erweisen. ¶ Wann wir die Natur hierüber fragen; denn es sein etzliche/ die auff den [aq]analogismum nominum & rerum[/aq] das Alterthum und den Vorzug der Sprachen grün-[S]den: so haben sich zwar einige tiefsehende Leute gefunden/ welche die Hebraeische Sprache gar der Natur gemäß halten; daß sie auch meinen/ es werden die Buchstaben derselben/ wann man sie außspricht/ mit eben solcher Figur von der Zungen im Halse gebildet/ davon sie schon einen anatomischen Abriß gegeben. Der jüngere [aq]Helmuntius[/aq] hat hievon ein eigen Buch geschrieben/ dessen [aq]Titul: Delineatio Alphabeti verè naturalis Hebraici[/aq], worin man diese mehr als [aq]Cabalistische[/aq] Heimlichkeiten weiter nachsehen kan. Die Rabbinen haben ihnen eingebildet/ sie könten am Himmel die Hebraeische Buchstaben in den Sternen abgebildet lesen/ davon mit mehren [aq]Claude Duret[/aq] in seiner [aq]Histoire des Langues[/aq], und insonderheit [aq]Gaffarel[/aq] in seinen [aq]corieusitez inouyies[/aq], handelt. Wir mißgönnen niemand seine Einfälle: So aber auf diesen Grund etwas zu trauen/ so ist unter allen Sprachen keine eintzige/ die der Teutschen hierin vorgehet/ welches der Herr Schottel in seinen Lobreden von der [S] Teutschen Sprache zur gnüge erwiesen/ dem ein weit mehrers hinzugethan werden könte/ wann es an diesem Orte nicht zu weitläufftig were.
    Eine Fundstelle
    (3-8) [13-18]