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  1. Einem Hohen kan man rühmlich zulegen/ daß er/ nicht allein die Göttliche Schrift/ sondern auch das WeltBuch die Historien/ daraus die (nicht-Machiavellische) StaatsKunst erlernend/ und das schöne Buch der Natur/ ämsig gelesen und durchblättert. (Q3259)
  2. 181 Nach diesem preiset man ihren Wandel im Weg der Tugenden/ und vörderst die Königin unter denselben/ die Gottesfurcht/ (welche den Erd-Göttern voraus wol anstehet/ weil sie Gottes Ebenbilder und Statthaltere auf Erden sind) durch deren antrieb sie G (Q3258)
  3. 180 An den Personen/ (welche/ je höher sie sind/ je bäßer ihnen das Lob anstehet/ als welches fürnemlich Gott und frommen ErdGöttern gebühret) wird erstlich gepriesen ihre Ankunft/ Ort und Zeit der Geburt/ die Familien und löbliche VorEltern. (Q3257)
  4. Man kan aber nicht allein Lob- sondern auch Scheltreden: maßen jenes Isaac und Jacob/ dieses Ismael und Esau verdienen. (Q3256)
  5. Die Thaten/ sind eine Historie/ als das Opfer Isaacs/ Josefs Keuschheit/ Davids Goliath-Sieg. (Q3255)
  6. 175 Diß ist ein Begräbnis-Lied/ und folget hiernächst das LeichLobLied/ welches die Christliche Andacht/ unsrem verstorben- und begrabenen Heiland/ zur Nachbeehrung widmet. ¶ Fliest/ ihr Threnen/ fliest und schießet/ (Q3254)
  7. Man kan auch den Verstorbenen/ oder einen Engel/ redend einführen/ wie er beschreibet/ in was Freuden er jezt lebe. Man kan eine Trostschrift machen/ als wann sie der neue Seelige selbst/ seinen betrübten Ehegatten zu trösten/ von Himmel herab gesendet (Q3253)
  8. 173 Zu kräftigem Trost wird gedeyen/ wann man ihm selber/ oder andern Leich-betrübten/ vorstellet: wir GOtt diß Kleinod zu sich genommen/ bei dem es nun aufs allerbäste verwahrt sei; wie es nach Gottes Willen ergangen/ deme man nicht widerstreben mü (Q3252)
  9. Man klaget über das leidige Gesetze der Sterblichkeit und Irdischen [S] Vergänglichkeit: wodurch alles/ was uns labet/ vergehen muß/ und uns wieder genommen wird/ gleichwie es uns auch von GOtt/ nicht geschenket/ sondern nur geliehen worden. Man beneid (Q3251)
  10. Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrie (Q3250)
  11. Sonsten wird deren sonderbare Zierde darinn gesuchet/ wann ein [aq]Hemistichion[/aq] oder halb Vers aus einem bekannten Redner oder Poeten/ oder ein kurzer Spruch aus heiliger Schrift/ darzu genommen wird. Dergleichen hat das Zweite SchäferGedicht des Zw (Q3249)
  12. Doch werden [aq]Genij[/aq], Knaben oder Engel mit Tauben- und Muckenflügeln (gute und böse) zugelassen/ etwan auch wol Frauenbilder/ wann man Tugenden und Laster will vorstellig machen. (Q3248)
  13. 162 Alle Dinge und Thaten/ die sich bilden lassen/ sind die Materie von dieser schönen Kunst. Gott selbst/ und sein Sohn unser Heiland/ haben auf Erden/ mit den Profeten und Aposteln durch Gleichniße und Sinnbilder geredet: wie an des Jonas Kürbis zu s (Q3247)
  14. 159 Es ist zu beklagen/ daß bei Christlichen Hochzeiten/ meist nur von Uppigkeit geredet wird/ und der HochzeitGedichte absehen ist/ allein Braut und Bräutigam/ samt den Gästen/ mit (oft-schandbaren) ScherzReden zu ergetzen. Es ist ja der Ehestand ein (Q3246)
  15. und daß sie endlich/ mit hinterlassung ihres gleichen lieben Leibs-Erben/ miteinander zu Gott in die süße Ewigkeit sanft und seelig abfahren mögen (Q3245)
  16. Man spricht den Himmel um einen schönen Tag an/ wandert mit den Gedanken ins Hochzeitshaus (Q3244)
  17. von Stiftung des Ehestands im Paradeis (Q3243)
  18. Man kan auch sie selber/ von ihrer Liebe redend/ einführen/ und wie etwan eines und das andere ein Mönch oder Nonne werden wollen. (Q3242)
  19. Wann man einer erwachsenen Person an seinem GeburtsTag glückwünschet/ so danket man dem Himmel/ daß er diesen Tag glücklich wiederkehren lassen; […] und wünschet endlich/ bittet auch den Himmel darum/ daß sie noch vielmale diesen Tag in Gesundheit (Q3241)
  20. 152 Bei dem Kind/ wird angeführet/ und als Prophetisch vorverkündet/ wie dorten von Noah/ und von dem Täufer und Vorläufer Christi Johanne/ wie der Sohn an Alter und Gnade bei GOtt und Menschen zunehmen/ was seine [aq]Studi[/aq]en und guter Wandel sey (Q3240)
  21. Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] [ (Q3239)
  22. 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen (Q3238)
  23. Es ist auch ihre Zierde/ wann zuweilen ganze Verse oder [aq]Disticha[/aq] hineingerücket werden. Man kan sie in unserer Teutschen Sprache ja so gut/ als in Latein/ hervorbringen: wie/ in dem [aq]Mausoleo Regum Hungariae[/aq], ein ganzes Buch von Exempeln (Q3237)
  24. Sonsten können auch ganze große Gedichte/ also Mängzeilig/ verfasset werden: und heißen dieselbe/ bei den Latinern/ [aq]Dithyrambi[/aq]; der fürtreffliche Poet [aq]Jacobus Balde[/aq], nennet es [aq]Vagum[/aq], ein Irrgebände. Dergleichen ist/ die Re (Q3236)
  25. In Franken/ heißt Dot/ einen TaufPaten/ und gibt diesen Ausfund: ¶ Tod : Dot. (Q3235)
  26. 116 Dem LetterWechsel sind verwandt/ die Wortgrifflein oder [aq]Logogriphi[/aq]: da aus einem Wort/ durch dessen Theilung/ oder durch Versetzung der Buchstaben/ etwas anders/ aber sinnreich/ hervor kommet. Also theile ich die Worte JEsus/ Jonas/ Jason/ Na (Q3234)
  27. 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralt (Q3233)
  28. 112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedich (Q3232)
  29. 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ M (Q3231)
  30. 98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen (Q3230)
  31. 94 Weil die Vorspiele oder Exempel/ zur Nachfolge den Geist anfeuren/ als wird hiermit noch ein gleichzeiliges Lied von der Trochaischen Art angeführet/ welches aus einem Welt- zu Geistlichem Innhalt übertragen worden: ¶ Abend-Lied. (Q3229)
  32. Die gemeinste Lieder/ sind die gleichzeilige Jambische oder Nachtrittige: so vor alters die einige Poesy unsrer Vorfahren und die [aq]antiqua Carmina[/aq] gewesen/ wie sie [aq]C. Tacitus[/aq] ([aq]a[/aq] [[aq]de mor. German.[/aq]] nennet/ darinn sie ihre (Q3228)
  33. 93 Auf die Gebändlinge/ folgen die SatzGebände oder Lieder/ in Latein [aq]Odae[/aq] oder (wann sie GOtt zu Ehren singen) [aq]Hymni[/aq] genannt. (Q3227)
  34. 85 Die Vierzehnzeilige Redgebände/ können in Latein [aq]Tesseradecasticha[/aq] heißen/ und werden von den Franzosen [aq]Sonnetes[/aq] genennet: wovon sie auch/ in Teutscher Sprache den Namen KlingGebände empfangen haben. Die 1/4/5 und 8/ wie auch die (Q3226)
  35. 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ih (Q3225)
  36. Ich sage/ das Bild ist Engel-schön/ diß Weib sein Teufel ist/ diß mich in Himmel hebt (Q3224)
  37. 69 Auf solche weise kan man/ von allen Dingen/ von GOtt und Menschen/ von Engeln und Teufeln/ von Thieren und Pflanzen/ von Vögeln und Fischen/ von Himmel/ Meer/ Luft und Erde/ und was darinn ist/ von ihrem Werken/ Wesen und Theilen/ Zufällen und Eigens (Q3223)
  38. Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis (Q3222)
  39. Diese zweitrittige Art Sprungzeilen/ ist auch im Latein üblich/ wird [aq]genus Adonicum[/aq] genennt: und können wir sie auch wol/ dem höchsten HErrn zu ehren/ von Adon/ *[hebr.]Adonische nennen. (Q3221)
  40. Ich vermeine auch hiemit dem lieblöblichen Frauenzimmer zu dienen/ indem ich alles Teutsch vorgetragen: wie dann heutigs tags derer viele/ sonderlich in unserer Genosschaft/ sich dieser edel-schönen Kunst befleißigen/ und in die Fusstapfen der Biblisch (Q3220)
  41. Die erste Menschen/ vor der Sündflut/ hatten ein faules freyes Leben (Q3219)
  42. 39 Unter den vier Haupt-Sprachen/ hat allein die Hebreische Poeterei die Reimung mit der Teutschen gemein: daraus erscheinen will/ daß diese von jener näher/ als die zwei andere/ ausgegangen. (Q3218)
  43. zumal ja die Teutsche auch eine von den uralten HauptSprachen/ und ja so alt als das Latein ist/ und daher wol verdienet/ hervor gezogen zu werden. (Q3217)
  44. Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten of (Q3216)
  45. 216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach (Q3215)
  46. Man bittet/ daß man mit dieser Lob-Gabe/ wie vordessen die Heidnische Götter mit einer hand voll Meel/ wan nichts bässers in handen gewesen/ vorlieb nehmen wolle. (Q3214)
  47. 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wend (Q3213)
  48. 136 Wer wol Poetisiren wil/ der lese erstlich ein gutes Latein- oder Teutsches Gedichte von selbiger Materie: ein Geist/ wird den andern anzünden. Diß thun ja ihrer viele: aber sie holen nicht nur das Feuer/ sondern sie pflegen auch das Holz zu stehlen/ (Q3212)
  49. 132 Es gibet sich hiermit selber an die hand/ daß zu ergreiffung der DichtKunst/ nächst der Natur-Fähigkeit und KunstLehre/ nötig sei das dritte Stuck/ nämlich die Übung. (Q3211)
  50. 131 So muß dann einer/ der ein guter Poet werden will/ sich erstlich prüfen/ ob ihn Gott und die Natur dazu fähig gemacht habe. Diese Gabe [S] aber ligt bisweilen tief verborgen/ und muß der Funke aus der Asche hervor gesucht werden. Man muß nicht gl (Q3210)

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