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- Man kan auch sie selber/ von ihrer Liebe redend/ einführen/ und wie etwan eines und das andere ein Mönch oder Nonne werden wollen. (Q3242)
- Wann man einer erwachsenen Person an seinem GeburtsTag glückwünschet/ so danket man dem Himmel/ daß er diesen Tag glücklich wiederkehren lassen; […] und wünschet endlich/ bittet auch den Himmel darum/ daß sie noch vielmale diesen Tag in Gesundheit (Q3241)
- 152 Bei dem Kind/ wird angeführet/ und als Prophetisch vorverkündet/ wie dorten von Noah/ und von dem Täufer und Vorläufer Christi Johanne/ wie der Sohn an Alter und Gnade bei GOtt und Menschen zunehmen/ was seine [aq]Studi[/aq]en und guter Wandel sey (Q3240)
- Wer hiernächst-folgendes schönes Lied des seel. [aq]Gregorii[/aq] Richters nicht für bäßer hält/ als das vorige/ der verdienet/ daß man ihn/ durch aufsetzung der Midas-Krone/ hochgeohrt mache. ¶ Abmahnung vom Dienst der Eitelkeit. […] ¶ [S] [ (Q3239)
- 146 Wir wollen nun die Gedichtarten nach einander beschauen/ und wie solche zu erfinden seyen/ in betrachtung ziehen. Die erste unter denselben sind/ die so-genannte [aq]Hymni[/aq] oder GOtt und den Himmel zu Ehren verfasste Geistliche Lieder: dergleichen (Q3238)
- Es ist auch ihre Zierde/ wann zuweilen ganze Verse oder [aq]Disticha[/aq] hineingerücket werden. Man kan sie in unserer Teutschen Sprache ja so gut/ als in Latein/ hervorbringen: wie/ in dem [aq]Mausoleo Regum Hungariae[/aq], ein ganzes Buch von Exempeln (Q3237)
- Sonsten können auch ganze große Gedichte/ also Mängzeilig/ verfasset werden: und heißen dieselbe/ bei den Latinern/ [aq]Dithyrambi[/aq]; der fürtreffliche Poet [aq]Jacobus Balde[/aq], nennet es [aq]Vagum[/aq], ein Irrgebände. Dergleichen ist/ die Re (Q3236)
- In Franken/ heißt Dot/ einen TaufPaten/ und gibt diesen Ausfund: ¶ Tod : Dot. (Q3235)
- 116 Dem LetterWechsel sind verwandt/ die Wortgrifflein oder [aq]Logogriphi[/aq]: da aus einem Wort/ durch dessen Theilung/ oder durch Versetzung der Buchstaben/ etwas anders/ aber sinnreich/ hervor kommet. Also theile ich die Worte JEsus/ Jonas/ Jason/ Na (Q3234)
- 115 Die Letterkehren oder BuchstabWechsel/ in Latein [aq]Anagrammata[/aq] genannt/ lauffen auch mit in die Redgebänd-Arten/ mit ihren Erklärungen. Sie sind aber gleichfalls eine Sinnen-Marter/ und klingen übel/ wann sie erzwungen werden. Ist eine uralt (Q3233)
- 112 Die Bildgebände/ deren viel Beispiele in den Schäfergedichten der Blumgenoßen hin und wieder anzutreffen/ sind keine neue Erfindung/ sondern fast vor zwei tausend Jahren allbereit üblich gewesen: maßen der uralte Griechische Poet und Hirtengedich (Q3232)
- 104 Eine ungemeine Art von Liedern ist auch/ wann ein Spruch erkläret/ und von dessen Worten allemal etwas an jedes Gesetze gehänget wird. Ein Beispiel sei dieses/ über das gewönliche Vor-Tischgebet/ so aus Davids XLV Psalm V. 15/16 genommen ist. ¶ M (Q3231)
- 98 Wiewol jetzige Zeit sehr reich ist/ an fürtrefflichen [aq]Componisten[/aq]/ und daher viel schöne Arien täglich hervorkommen: so sind doch auch viel schöne alte GesangWeisen/ sonderlich von Weltlichen Liedern/ die man zum Geistlichen Lieder-setzen (Q3230)
- 94 Weil die Vorspiele oder Exempel/ zur Nachfolge den Geist anfeuren/ als wird hiermit noch ein gleichzeiliges Lied von der Trochaischen Art angeführet/ welches aus einem Welt- zu Geistlichem Innhalt übertragen worden: ¶ Abend-Lied. (Q3229)
- Die gemeinste Lieder/ sind die gleichzeilige Jambische oder Nachtrittige: so vor alters die einige Poesy unsrer Vorfahren und die [aq]antiqua Carmina[/aq] gewesen/ wie sie [aq]C. Tacitus[/aq] ([aq]a[/aq] [[aq]de mor. German.[/aq]] nennet/ darinn sie ihre (Q3228)
- 93 Auf die Gebändlinge/ folgen die SatzGebände oder Lieder/ in Latein [aq]Odae[/aq] oder (wann sie GOtt zu Ehren singen) [aq]Hymni[/aq] genannt. (Q3227)
- 85 Die Vierzehnzeilige Redgebände/ können in Latein [aq]Tesseradecasticha[/aq] heißen/ und werden von den Franzosen [aq]Sonnetes[/aq] genennet: wovon sie auch/ in Teutscher Sprache den Namen KlingGebände empfangen haben. Die 1/4/5 und 8/ wie auch die (Q3226)
- 73 Noch eine andre ist/ wann man zwar angenehm Gleichnis-redet/ aber zur Beschimpfung es widersinnig verstehet: wie der Prophet Esaias von dem Lucifer redet: ¶ Wol bist du Himmel-auf gestiegen! […] ¶ Also sagte GOtt/ von dem gefallenen Adam/ als er ih (Q3225)
- Ich sage/ das Bild ist Engel-schön/ diß Weib sein Teufel ist/ diß mich in Himmel hebt (Q3224)
- 69 Auf solche weise kan man/ von allen Dingen/ von GOtt und Menschen/ von Engeln und Teufeln/ von Thieren und Pflanzen/ von Vögeln und Fischen/ von Himmel/ Meer/ Luft und Erde/ und was darinn ist/ von ihrem Werken/ Wesen und Theilen/ Zufällen und Eigens (Q3223)
- Die Mönche haben vordessen/ die Grabschriften und andere Carmina, in dieser Art verfasset/ dergleichen eines von einen Erzbischof zu Mainz also redet: ¶ [aq]Nudipes Antistes! non curat Clerus, ubi stes[/aq]: ¶ [aq]Si non in coelis, stes ubicunque velis (Q3222)
- Diese zweitrittige Art Sprungzeilen/ ist auch im Latein üblich/ wird [aq]genus Adonicum[/aq] genennt: und können wir sie auch wol/ dem höchsten HErrn zu ehren/ von Adon/ *[hebr.]Adonische nennen. (Q3221)
- Ich vermeine auch hiemit dem lieblöblichen Frauenzimmer zu dienen/ indem ich alles Teutsch vorgetragen: wie dann heutigs tags derer viele/ sonderlich in unserer Genosschaft/ sich dieser edel-schönen Kunst befleißigen/ und in die Fusstapfen der Biblisch (Q3220)
- Die erste Menschen/ vor der Sündflut/ hatten ein faules freyes Leben (Q3219)
- 39 Unter den vier Haupt-Sprachen/ hat allein die Hebreische Poeterei die Reimung mit der Teutschen gemein: daraus erscheinen will/ daß diese von jener näher/ als die zwei andere/ ausgegangen. (Q3218)
- zumal ja die Teutsche auch eine von den uralten HauptSprachen/ und ja so alt als das Latein ist/ und daher wol verdienet/ hervor gezogen zu werden. (Q3217)
- Es ist aber damit nicht ausgemacht/ daß man allein suche die Menschen zu belustigen oder zu schrecken. Die blinde Heiden/ die vom wahren Gott nichts wusten/ haben hierinn gröblich und verdammlich geirret/ und sich nicht gescheuet/ allerhand Bosheiten of (Q3216)
- 216 Das damals mit-verfärtigte Singspiel Sophia/ leget ein Bei-[S]spiel vor augen/ wie man/ sonder mit Heidnischen Götzen sich zu schleppen/ welchem einem Christlichen Schauplatz sehr übel anstehet/ dergleichen Singspiele anordnen könne. Es hat/ nach (Q3215)
- Man bittet/ daß man mit dieser Lob-Gabe/ wie vordessen die Heidnische Götter mit einer hand voll Meel/ wan nichts bässers in handen gewesen/ vorlieb nehmen wolle. (Q3214)
- 50 Es waltet auch hier die Frage/ ob ein Christlicher Poet/ in seinen Gedichten/ der Heidnischen Götter Namen gebrauchen dörfe? Die/ so es be-[S]haupten wollen/ halten dafür / daß der Poesy gröste Zierde in einführung solcher Namen bestehe. Sie wend (Q3213)
- 136 Wer wol Poetisiren wil/ der lese erstlich ein gutes Latein- oder Teutsches Gedichte von selbiger Materie: ein Geist/ wird den andern anzünden. Diß thun ja ihrer viele: aber sie holen nicht nur das Feuer/ sondern sie pflegen auch das Holz zu stehlen/ (Q3212)
- 132 Es gibet sich hiermit selber an die hand/ daß zu ergreiffung der DichtKunst/ nächst der Natur-Fähigkeit und KunstLehre/ nötig sei das dritte Stuck/ nämlich die Übung. (Q3211)
- 131 So muß dann einer/ der ein guter Poet werden will/ sich erstlich prüfen/ ob ihn Gott und die Natur dazu fähig gemacht habe. Diese Gabe [S] aber ligt bisweilen tief verborgen/ und muß der Funke aus der Asche hervor gesucht werden. Man muß nicht gl (Q3210)
- Der fürtreffliche Poet [aq]Horatius[/aq], hat hierüber diesen ausspruch hinterlassen: ¶ [aq]Neque enim concludere versum * [Horat. ad. Pison.][/aq] ¶ [aq]dixeris esse satis, neque, si quis scribat, uti mos,[/aq] ¶ [aq]sermoni propiora, putes hunc ess (Q3209)
- Der unvergleichliche Roterdamer Erasmus/ schreibet an einem Ort: Es wäre gut/ wann man alle Biblische Historien zu Schauspielen machte/und die Jugend sich darinn offentlich üben ließe; maßen solches oftmals mehr/ als eine übereilte Predigt/ verfangen (Q3208)
- Alsdann kan man den Reimweiser vor sich nehmen/ das Gedichte dapfer anheben/ kurz und nachdrücklich verfassen/ richtig binden/ Lehrsame Sprüche von GOtt und Tugend einmängen/ in frölichen Materien auf Belustigung/ und in allem auf GOttes Ehre zielen/ (Q3207)
- 141 Das Absehen oder der Zweck/ wornach ein Poet zielet/ ware bei den Heiden/ Nutzen und Belusten/ [aq]prodesse & delectare[/aq], wie [aq]Horatius[/aq] redet/ oder [aq]simul jucunda & utilia, vel utilia jucundè dicere[/aq], nützliche Sachen lieblich aus (Q3206)
- 139 Wann man fragen wolte/ was für ein Ort zum Poetisiren schicklich sei? so ist die Antwort leicht: massen ein ein-[S]sames stilles Zimmer bäßer hierzu dienet/ als der offentliche Markt/ und wo viel Leute sind. Sonderlich ist dieses wahr/ wann man Gei (Q3205)
- Es sind zwar/ viel Teutsche [aq]Prosodi[/aq]en/ nach und nach hervor gekommen. Ich aber/ habe in dieser mich beflissen/ nach dem Lehrspruch unserer Blum-SchäferGesellschaft/ alles zu Ehre Gottes einzurichten/ und den Lehrsätzen Exempel oder Beispiele Ge (Q3204)
- Zu wünschen wäre solchen Versesudlern/ daß sie die Kunst der Poesy recht erlernten/ und alsdan Lieder GOtt zu Ehren widmeten? Sie würden erfahren/ daß GOtt/ dem sie auch allein gebühret/ die Ehre erkentlicher von ihnen annehmen/ auch mit Wolthaten/ (Q3203)
- 20 Es gereichet auch der Poesy zur Schmach/ wann man/ sonderlich zu Hochzeiten/ unschambare Sau-Verse machet/ Ehrliebende Ohren damit beleidigt und die Allgegenwart Gottes erzürnet (Q3202)
- 18 Es möchte endlich noch vergönnt seyn/ daß ein Poete/ seinem hohen Patron/ von dem er befördert oder bewolthätigt worden/ weil er seine Dankbarkeit sonst mit nichts bezeigen kan/ mit einer Lob-[S]Schrift/ doch daß damit dessen Verdienst nicht übe (Q3201)
- Wie die Poetische Fabeln eine Tugend- ja wol gar eine Gottes-Lehre hinter sich haben/ davon kan mein zu Ende angehängtes [aq]Programma Poeticum[/aq], die Verwandlung der Dafne in den Lorbeerbraum behandlend/ ein Beispiel geben. (Q3200)
- Also wurden gekrönt/ zu Käis. [aq]Domitiani[/aq] zeiten/ [aq]L. Valerius Pudens[/aq], und in der Christenheit [aq]Prudentius[/aq], beide erst dreizehnjärig. (Q3199)
- 11 So ist nun klar und wahr/ daß die edle Poesy/ nach der Musik/ die ältste Kunst/ und vor allen andern Künsten am ersten sei erfun-[S]den worden/ da noch keine Gottes-Staats-Verstand-Tugend-oder Natur-Lehre am tag gewesen. Ja es sind/ von dieser/ nach (Q3198)
- Auf die Debora folgte/ nach 200 Jahren/ im heiligen Volk/ die fromme Hanna/ des Profeten Samuels Mutter: welche diesen ihren Sohn von GOtt erbetten/ und dafür ein schönes DankLied gesungen. ¶ 8 Endlich um das Jahr der Welt [S] 2680 sezte die Poesy sich (Q3197)
- Und daher/ glaubt man nicht ohne Warheit-schein/ hat Jubal anlaß genommen/ wie das Buch der Schöpfung von ihm berichtet/ Geigen zu erfinden/ und aus Rohren/ darein der Wind gepfiffen/ ihme Pfeifen zu schneiden. ¶ 2 Plutarchus nennet die Musik/ eine Gö (Q3196)
- daß Sie/ GOtt Ehr-wucherend/ auf Erden Ruhm-leuchte/ und dorten in aller Glori fortgrüne! (Q3195)
- Es sind zwar deren schon Neune/ aus dieser WeltWüsten/ zu unserer heiligen PassionBlume in den himmlischen WollustGarten abgefahren: aber ihr Gedächtnis grünet noch/ im ewigem Andenken/ und in dem von unsrem preiswürdigen Myrtillus sinnreich-angelegte (Q3194)
- Aber der Erfolg zeiget bisher/ in vielen herrlichen Geistgeburten/ daß aus diesen Blumen viel Früchte/ zur Ehre des Himmels/ zur Tugend-Lehre/ und zu Mehrung Teutscher Sprache und DichtKunst Aufnahme/ hervor-erwachsen. (Q3193)