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  1. Die Wollust, Müßiggang, Gelt, Freyheit, Stand und Macht ¶ hat oft den frömsten Sinn zu einem Schalk gemacht. (Q3714)
  2. so bringet auch der Schluß ¶ der Zeilen solcher Art nicht weniger Verdruß, ¶ wenn ich so schreiben wolt': Es bleibet doch Gott mein bester ¶ Trost, wenn mich noht bestürmt und ketten schlingen fester: ¶ Der ist mein Meisterling, mein Urteilfinder, (Q3713)
  3. Man höre nur wie schlecht der dattelvers hier klingt: ¶ die Welt und das Fleisch das will ich ietzt verachten ¶ und Gott, den will ich mir stets recht wol betrachten. ¶ Ach Gott! wie sind wir doch immer nicht klug? (Q3712)
  4. als: ein Kamin, Zibeht, Altar, Panket, Pokal, ¶ Arrest, kompaß, klavier, Blanket, Komet, Kanal, ¶ und wie sie heißen mehr. (Q3711)
  5. So klinget auch sehr hart: Indem die fromme Seele ¶ aus ihrem Miethause, des keuschen Leibes höle, ¶ Nicht tüchtig aber ist zum Vers: bereitfertig, ¶ unwiederersetzlich, wie auch Naturmäßig, ¶ Gelindmütig und mehr. So machen dem Gehöre, ¶ wiewo (Q3710)
  6. Also gefällt mir nicht: [S.i.O.] ¶ hin- nach der Kirche -gehn, zum Gotteshaus' hingehen, ¶ wie hin- zur Kirche -gehn[., Anm. i.O.] (Q3709)
  7. Ein Misbrauch ist gemeine ¶ auch in der mehrern Zahl mit n, als wann vor seine [S.i.O.] ¶ man seinen, frommen schreibt vor fromm'. Ein anders ist, ¶ wann in der Gebendung man denen Frommen liest. ¶ Man sagt die Geistliche, nicht Geistlichen, nicht Bli (Q3708)
  8. Himmelreich sagt man noch endlich Reich ¶ des Himmels; (Q3707)
  9. Geschicht ist Sünde, ¶ reimt man es vor geschieht (Q3706)
  10. So muß mans laßen gehen ¶ wenn ein Poete schreibt; der Schlachtordnung Geschick ¶ hab ein verherrlicht, schön, und prächtigen Anblick. ¶ der eing' und ewge Gott, und reimet mit begehren, ¶ verklären, Zähren gar: beschweeren, mehren, hören, ¶ w (Q3705)
  11. Unchristlich ist mit Recht das Christentum zunennen, ¶ worinnen leider! kaum ein Christ ist zuerkennen. (Q3704)
  12. die Seele solte seyn ein reiner Gottes Tempel, ¶ so ist sie eine Höl' ergrimmter Drachen Zucht, ¶ ein heßlichs Rattennest, in dem die schnöde Sucht [S.i.O.] ¶ der schwarzen Lüste heckt. (Q3703)
  13. Ists Sünde, daß mich brennt der Liebe süßer Brand, ¶ daß drob der Himmel zörnt, weß ich mich unterwinde; ¶ So ists ein schöner Brand und eine schöne Sünde, ¶ die, ob das strenge Recht gleich arme Menschen schreckt, ¶ man streite wie man will (Q3702)
  14. Um Gottes willen, denkt! ¶ spricht er, aus Schalkheit nur, wie geht doch so vermengt ¶ in dieser Stadt, daher: (Q3701)
  15. Ein Fortsteig ist auch der: Jerusalem, die kränket ¶ ihr Herz ohn unterlaß, wenn sie zurücke denket ¶ wer sie für weilen war und wer sie nun muß seyn, ¶ die edle wehrte Stadt: Es frißt ihr Mark und bein ¶ daß sie ihr Volk soll sehn zu ihres Fei (Q3700)
  16. So weit dein Kasten langt, soweit auch langt dein Glauben. (Q3699)
  17. Wenn Höflichkeit und Zucht einander Schwestern heißen, ¶ Verstand und Wille sich auf Frömmichkeit befleißen; (Q3698)
  18. Der Leib: das Gelt und Guht: der Seelen Seeligkeit: (Q3697)
  19. So heißt ein OhneGott ein Heyd' und Atheiste. ¶ Ein Unding ist gar nichts, ein Folgekreuz ein Christe. (Q3696)
  20. Ein Affe von Gestalt, ein Teufel vom Gemüte, (Q3695)
  21. Als: Wie die fremde Schuld in Adam uns verhönet: ¶ So hat die fremde Huld in Jesu uns versöhnet. (Q3694)
  22. Mensch Gott, entmenschter Mensch, ein Ziel, so nie getroffen (Q3693)
  23. Süßbitter, lasterfeind, hochpralend, nimmerbleich, ¶ unsterblich, göttlich, frisch, wundheilend, Tugendreich, (Q3692)
  24. Man lese Teutschlands Schreiben ¶ an ihre Kinder durch, das Flemmings Eyfertreiben ¶ der Nachwelt hinterließ, wie Hofmanswaldau schön ¶ drückt aus den Thränenfluß Marien Magdalen ¶ und Jeftens eingen Kinds, auch, wie sein Kato wütet, ¶ und was (Q3691)
  25. So wird ein kleines Leiden ¶ durch Marter ausgebrült, der Heyligste der Heyden ¶ ein Seneka gegrüßt, gerechter Schutz ein Mord. (Q3690)
  26. Ich schweig' und halte still' und denke, Gottes Wille ¶ ist stets gerecht und gut. (Q3689)
  27. Die Fränkische Poeten: ¶ Otfried und Willeram, Winsbek und andre mehr ¶ verdienen ja so viel und sind in gleicher Ehr' ¶ als Ennius, Packuv und Akzius zuschätzen: (Q3688)
  28. Des Himmels Wundergüte, ¶ der Hoffnung Anderfall, des Glaubens frische Blüte, ¶ der Andacht Feuerglut. (Q3687)
  29. Jedoch bey solchem Stücke, ¶ da Wahrheit der Geschicht uns auf Erscheinen weist, ¶ wie dort des Engels Ruf von Isaks Schlachtung reißt ¶ den Vater Abraham, tuht so ein Knotentrennen ¶ ganz unümgänglich noht. (Q3686)
  30. Drückt Gottlieb, Dagobert nicht Gottesfurcht und Tugend, ¶ Haldan nicht den Bestand, nicht Trautwin Lieb' und Jugend, ¶ nicht Reinhart Ehrlichkeit, Ernst, Grimhold strengen Sinn ¶ Alwin den Adel nicht, nicht Winbrecht Sieg, Gewinn, ¶ und Asch den Pri (Q3685)
  31. Allein der David tödt ¶ den Riesen Goliaht. Nur Jonas wird verschlungen ¶ vom Wallfisch ohn Verderb: Astyages verdrungen ¶ bloß von Kambysens Sohn. (Q3684)
  32. Ihr Wort muß Werk und Taht ¶ und ungebrochen seyn: such- und erwerben Freunde, ¶ mit Dienst und Höflichkeit, vertragen Neid und Feinde, [S.i.O.] ¶ vermeiden die Gefahr, gehts nur nicht an die Ehr', ¶ arbeiten, halten haus, doch sparen sie nicht sehr (Q3683)
  33. ja Gottes Konterfey, der Mensch, hat selbst sein Leben ¶ nicht sicher und gewiß. Wie eine Lilje schlafft, ¶ wird todtengelb und faul: So wird auch hingerafft ¶ der Mensch das edle Tier: Und dennoch ist diß Ganze ¶ üm seinetwegen da. Der Liljen Für (Q3682)
  34. Was kan auch Menschenhand, ¶ wie mühsam sie schon ist, der sterbliche Verstand ¶ und eitle Bettelkunst, die man doch nur muß borgen, ¶ wol gegen Gottes Macht mit allem Fleiß und Sorgen? ¶ Vor solch ein Meisterstück bleibt es ein Flickwerk nur ¶ u (Q3681)
  35. Gott! Was ist da vor Schreyen. ¶ So wird die Kunst verhurt, geschändet, misgebraucht ¶ und die Beredtsamkeit zur Unzeit ausgehaucht, [S.i.O.] ¶ wo man doch schweigen soll. (Q3680)
  36. Der Rist stößt rüstig an des Sions Halltrompeten: (Q3679)
  37. Ein Mann ist ein Mann nicht, ein Gott ist auch den Heyden, ¶ den Christen ein Gott nur. (Q3678)
  38. Seit, daß, an statt der werke, ¶ die worte schwollen auf, und man kaum ein Gemärke ¶ der alten Treue sieht, kömmt knechten nur das du ¶ Gott, Feinden, Tugenden, und tummen Tieren zu. (Q3677)
  39. Will wer beweglich greiffen ¶ dem Leser in sein Herz, der muß Affekten heuffen. ¶ Was göttlich, wunderbar, und heldenmäßig ist, ¶ auf große händel zielt, sich streubet und vermißt, [S] ¶ will eine Redeform von ungemeinen Bünden, ¶ worinn sich (Q3676)
  40. Man glaubt nicht, was zur Kraft die Dichter Lesung tuht! ¶ wie da der Geist empor sich von der Erde schwinget, ¶ wie durch die Mittelluft Er nach dem heitern dringet ¶ und heilge Wärm' empfindt, die Herz und Andacht stärkt, ¶ daß der erklärte Sinn (Q3675)
  41. Das Glücke Gottes Raht, Verhängnüß und Geschicke, ¶ Heil, wolfart, Sternenschluß. (Q3674)
  42. Was acht ich Zoils Zung' und Katons Ernstgesicht? ¶ Vor Gottes Aug' und ohr birgt sich ein Frefler nicht, ¶ bald wird er andern seyn ein Abscheu und Exempel. ¶ Jetzt leidet hohe Noht so Rahthaus, als der Tempel. (Q3673)
  43. Dort ist ein Held ein Löw', ein Engel, Palmgerecht, ¶ Hans Unverschämt ein Bloch und schandbeschmitzte Fliege. (Q3672)
  44. Was springt und lachet, kan ¶ das Hüpfmaaß stellen vor, so wol auch das Kurzlange: ¶ langkurz dagegen tritt einher im ernsten Gange ¶ und druckt die Sitten aus, ist voller Herrenpracht ¶ und Andacht, lobet Gott, vermahnet, schilt und acht. (Q3671)
  45. Wer teutscht Privatperson ¶ Altar und Sakrament, Natur, Kommunion? ¶ So wird das Amen auch und Alleluja bleiben, ¶ und Sela, Zebaot kein Zesen ie vertreiben. (Q3670)
  46. Zur Lust und Munterkeit sind Predigten nicht eben. (Q3669)
  47. Doch ist es nicht gewehrt ¶ wenn solch ein Rasekiel an- den Verrähter -fährt, ¶ schärft am Herostratus, am Nero seine Spitze, ¶ tobt wieder Julian mit Wuht und toller Hitze ¶ und macht des Timons Haß mit scharfem Schelten aus. ¶ Der Kain, Absolon (Q3668)
  48. Mehr, schweifft man auch nicht selten ¶ in Einschaltung hier aus, beschreibt der Zeiten Stand ¶ Krieg, Hunger, Mangel, Pest und anders, drein das Land ¶ ietzt eingewickelt ächzt, den Abgang frommer Leute ¶ zustehen vor den Riß, lebt aber wer noch he (Q3667)
  49. sagt, daß der Himmel das, was von ihm ab- war -kommen, ¶ vor ihn zu spat, zu früh vor uns, zurück genommen, ¶ daß dieser treue Riß der Kirch' ein Haubt, dem Raht ¶ kost' einen klugen Raht, und Schutz gesammter Stadt: (Q3666)
  50. Noch pflegt bey Leichgedichten ¶ man auf das Christentum den Trostvers auch zurichten, ¶ und diß greift stärker ein. Wenn man den Tod sieht an ¶ als einen Port und Tühr zum Leben aufgetahn, ¶ das Larfenspiel der Welt als einen Tod hingegen, ¶ als (Q3665)

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