Alte Version von „Item:Q3250“ wiederherstellen

Warnung: Du bist nicht angemeldet. Deine IP-Adresse wird öffentlich sichtbar sein, falls du Bearbeitungen durchführst. Wenn du dich anmeldest oder ein Benutzerkonto erstellst, werden neben anderen Vorteilen deine Bearbeitungen einem Benutzernamen zugeordnet.

Aktuelle Version
Dein Text
Bezeichnung / deBezeichnung / de
Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder [aq]Threni[/aq]: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen.
Mit denselben haben eine große Verwandschaft/ die KlagLieder oder Threni: also benamet/ weil sie gleichsam mit Threnen geschrieben werden. Es wird damit der Untergang/ nicht allein großer Leu-[S]te/ sondern auch der Städte und Länder beschrieben: dergleichen sind/ die KlagLieder des Profeten Jeremiae/ womit er dem verstörten Jerusalem und Tempel zu Grab gesungen/ welche unser Gekrönter gar schön und beweglich Vers-geteutschet. 170 Diese Lieder sind recht Poetisch gesetzet/ klagen und reden schön figürlich/ wemmern beweglich/ und sagen alles/ was zu dieser Materie dienlich ist. Dann erstlich beschreibet er die Verwüstung der Stadt und des Landes/ die hinmordung und entführung der Inwohner/ und wie sie ihren Nachbaren ein Spott worden. Dieser Verderbnis/ hält er entgegen/ den vorigen Wolstand. Er bekennet/ daß man solchen Jammer mit Unbusfärtigkeit herbei gezogen: weswegen jeder/ nicht wider den Verderber/ sondern über seine eigne Sünden/ zu murren habe. Er erkennet/ daß diese Straffe von GOtt komme/ der sie/ aus dem Himmel ihrer Glückseeligkeit/ auf die Erde alles Elends geworfen. Er wünschet/ daß GOtt die stolzen Verfolger/ weil [S] sie damit seine Ehre nicht suchen/ sondern allein ihren Frefel üben/ auch also zurichten wolle. Er klaget zwar/ daß GOtt sich versteckt habe/ und kein Gebet zu ihm hindurch wolle. Er tröstet aber hierbei/ daß die Güte des HErrn alle Morgen neu und seine Treu groß sei; daß er nicht ewiglich verstoße/ sondern sich wieder erbarme/ und die Menschen nicht von herzen plage. Darum beschließet er/ es sage ihm sein Herz/ und er hoffe/ daß GOtt an sie gedenken/ sie wieder zu ihm bringen und heimkommen lassen werde. 171 GOtt bewahre unser Teutschland/ für der Juden Sünde und deren Straffe/ und verhüte/ daß kein Jeremias dergleichen KlagLieder zu verfassen Ursach gewinne. Es ist aber/ solang die Welt stehet/ keine größere Verheerung geschehen/ als da Juden und Heiden sich an den Menschen gesmacht/ in welchen die Fülle der Gottheit/ als in dem rechten Jerusalem/ wohnet/ und ihn am Stamm des Creutzes schmerzlich sterben gemacht. Demnach/ zum Beispiel eines KlagLieds/ [S] werden hiermit angeführet/ diese Unter dem Creutz Christi vergossene Creutz-Threnen.
Eigenschaft / Element von
 
Eigenschaft / Element von: Teutsche Rede- bind- und Dicht-Kunst / Rang
Normaler Rang
 

Abbrechen