Alte Version von „Item:Q5386“ wiederherstellen

Warnung: Du bist nicht angemeldet. Deine IP-Adresse wird öffentlich sichtbar sein, falls du Bearbeitungen durchführst. Wenn du dich anmeldest oder ein Benutzerkonto erstellst, werden neben anderen Vorteilen deine Bearbeitungen einem Benutzernamen zugeordnet.

Aktuelle Version
Dein Text
Bezeichnung / deBezeichnung / de
[aq]LXXX[/aq]. Sließlich soll ich diesem Capitul noch ein Paar nohtwendige [aq]Remarquen[/aq] beyfügen. Es fraget sich nehmlich: Ob man auch die Nahmen der Heydnischen Götter brauchen? ob man auch seinen Versen einen [aq]Commentarium[/aq] oder [aq]Notas[/aq] hinzusetzen darff? und wie man sich bey der Ubersetzung aus fremden Sprachen verhalten soll? ¶ [aq]LXXXI[/aq]. Es ist mehr als zu sehr zu beklagen/ daß sich manche nicht scheuen/ solche Dinge den Heydnischen Götzen anzudichten/ welche unmittelbahr von der Allmacht des wahren GOttes [aq]dependi[/aq]ren. Ja ich habe wohl eher Weynacht- und Oster-[aq]Carmina[/aq] gesehen/ welche mit Heydnischen Schlamme sind besudelt gewesen. ¶ [aq]LXXXII[/aq]. Man solte nicht wähnen/ daß sich die [griech.] eines Christen nicht weiter erstreckete. Woher kömmts? die Uhrsache ist leicht zu errahten. Denn da wird einem gleich Anfangs in der Schule die Pedanterey beygebracht/ daß alle Verse nach den alten Poeten schmecken müsten; und also werden [aq]per Consequens[/aq] die [aq]Deastri[/aq] nicht ausgeschlossen. ¶ [aq]LXXXIII[/aq]. Allein/ wie wir immer das [aq]Consilium[/aq] gegeben/ alle Mythologien und Heydnischen Fabeln in unserer Christlich-Teutschen Poesie auszumunstern; Also mögen um so vielmehr die Phantastischen Götter wegbleiben. ¶ [aq]LXXXIV[/aq]. Ich weiß wohl/ daß man dieses mit einer [aq]Prosopopoeia[/aq] zu entschuldigen pfleget. Doch [S] ich dächte/ man könte auch ohne dieses Zeug eine gute [aq]Invention[/aq], und eben so wohl andere [aq]Prosopopoeias[/aq] zu Wege bringen. ¶ [aq]LXXXV[/aq]. Und gesetzt/ es liesse sich alles entschuldigen/ daß nichts wider die Christliche Pietaet gesündiget würde/ so soll man doch lieber die Obscurität vermeiden. Denn der Zehendte wird die Fabel-Possen nicht verstehen/ ob man auch gleich alle [aq]Elegantias Poeticas[/aq] darinnen zusammen gestoppelt hat. ¶ [aq]LXXXVI[/aq] Jedoch will ich gar gern [aq]condescendi[/aq]ren/ und es geschehen lassen/ daß man sich derjenigen Nahmen bisweilen bediene/ welche auch unter den Ungelehrten nicht unbekandt sind. Z. E. Cupido/ Venus/ Saturnus/ Mars/ Phöbus/ Musen etc. Nur aber alles [aq]cum grano salis[/aq] und sparsam/ und wenn man eine sonderliche und schöne [aq]Invention[/aq] dadurch gewinnen kan. ¶ [aq]LXXXVII[/aq]. Also wenn ein Pedante den Narren an dergleichen Dingen gefressen hat/ so kan man leichtlich ihm zu Gefallen/ ein [aq]Carmen[/aq] mit solchen Heydnischen Alfantzereyen [aq]meubli[/aq]ren. Und gewiß/ wenn es ein Patron ist/ der unser [aq]Interesse[/aq] befördern soll/ so lehret uns die zuläßliche [aq]Politique[/aq], daß man sich allerdings nach seinem [aq]Humeur[/aq] richten müsse.
LXXX. Sließlich soll ich diesem Capitul noch ein Paar nohtwendige Remarquen beyfügen. Es fraget sich nehmlich: Ob man auch die Nahmen der Heydnischen Götter brauchen? ob man auch seinen Versen einen Commentarium oder Notas hinzusetzen darff? und wie man sich bey der Ubersetzung aus fremden Sprachen verhalten soll? LXXXI. Es ist mehr als zu sehr zu beklagen/ daß sich manche nicht scheuen/ solche Dinge den Heydnischen Götzen anzudichten/ welche unmittelbahr von der Allmacht des wahren GOttes dependiren. Ja ich habe wohl eher Weynacht- und Oster-Carmina gesehen/ welche mit Heydnischen Schlamme sind besudelt gewesen. LXXXII. Man solte nicht wähnen/ daß sich die [griech.] eines Christen nicht weiter erstreckete. Woher kömmts? die Uhrsache ist leicht zu errahten. Denn da wird einem gleich Anfangs in der Schule die Pedanterey beygebracht/ daß alle Verse nach den alten Poeten schmecken müsten; und also werden per Consequens die Deastri nicht ausgeschlossen. LXXXIII. Allein/ wie wir immer das Consilium gegeben/ alle Mythologien und Heydnischen Fabeln in unserer Christlich-Teutschen Poesie auszumunstern; Also mögen um so vielmehr die Phantastischen Götter wegbleiben. LXXXIV. Ich weiß wohl/ daß man dieses mit einer Prosopopoeia zu entschuldigen pfleget. Doch [S] ich dächte/ man könte auch ohne dieses Zeug eine gute Invention, und eben so wohl andere Prosopopoeias zu Wege bringen. 'LXXXV. Und gesetzt/ es liesse sich alles entschuldigen/ daß nichts wider die Christliche Pietaet gesündiget würde/ so soll man doch lieber die Obscurität vermeiden. Denn der Zehendte wird die Fabel-Possen nicht verstehen/ ob man auch gleich alle Elegantias Poeticas darinnen zusammen gestoppelt hat. LXXXVI Jedoch will ich gar gern condescendiren/ und es geschehen lassen/ daß man sich derjenigen Nahmen bisweilen bediene/ welche auch unter den Ungelehrten nicht unbekandt sind. Z. E. Cupido/ Venus/ Saturnus/ Mars/ Phöbus/ Musen etc. Nur aber alles cum grano salis und sparsam/ und wenn man eine sonderliche und schöne Invention dadurch gewinnen kan. LXXXVII. Also wenn ein Pedante den Narren an dergleichen Dingen gefressen hat/ so kan man leichtlich ihm zu Gefallen/ ein Carmen mit solchen Heydnischen Alfantzereyen meubliren. Und gewiß/ wenn es ein Patron ist/ der unser Interesse befördern soll/ so lehret uns die zuläßliche Politique, daß man sich allerdings nach seinem Humeur richten müsse.
Eigenschaft / Element von
 
Eigenschaft / Element von: Die Allerneueste Art/ Zur Reinen und Galanten Poesie zu gelangen / Rang
Normaler Rang
 

Abbrechen