{"entities":{"Q7777":{"pageid":8028,"ns":120,"title":"Item:Q7777","lastrevid":25364,"modified":"2025-01-31T13:51:34Z","type":"item","id":"Q7777","labels":{"de":{"language":"de","value":"Sie [die Oden, J.T.] geh\u00f6ren unter die aller\u00e4ltesten Gedichte, und sind ohne Zweiffel eine Erfindung der ersten Patriarchen, welche damit den wahren GOtt geehret. Weil man aber mit GOtt auf zweyerley Art zu reden pfleget; entweder da\u00df man ihm vor seine Wohlthaten danckt; oder da\u00df man ihn in Noth und Tr\u00fcbsal um seine H\u00fclffe anruffet: so erhellet hieraus, da\u00df zweyerley Oden bald bey den ersten Patriarchen im Brauch gewesen, theils Lob-Ges\u00e4nge, theils geistliche Lieder, darinnen man GOtt im Geist und in der Wahrheit anruffet. Der Heilige Geist bekr\u00e4fftiget diese Eintheilung selbst durch Paulum an die Epheser am 5. v. 19. Redet untereinander von Psalmen und Lob-Ges\u00e4ngen und geistlichen Liedern. Psalmen aber ist \u00fcberhaupt der Nahme al-[S]ler heiligen Lieder. Nun wissen wir, da\u00df sich die Psalmen alle in ein Halleluja, das ist, Lob-Gesang, oder in ein Hosianna, das ist, Bitt-Lied theilen. Die Heyden brauchten sie zu Anruffung der falschen G\u00f6tter, folglich zum Lobe der Helden, und endlich zu Ausbildung ihrer\u00a0[aq]Bacchus[/aq]-\u00a0und\u00a0[aq]Venus[/aq]-Gedancken. Heutiges Tages thun wir es ihnen ziemlich nach. \u00b6 \u00a7. 3. Wo etwas Krafft und Feuer braucht, so ist es eine Ode. Der Poet mu\u00df sich offt ausser sich selbsten schwingen, er mu\u00df Dinge sagen, die er ihm vorhero kaum eingebildet, und er mu\u00df mit solcher Bewegung sprechen, da\u00df er den Leser oder Zuh\u00f6rer gleich gefangen nimmt. \u00b6 \u00a7. 4. Da\u00df die Biblischen Lieder von solcher St\u00e4rcke seyn, wird niemand l\u00e4ugnen, absonderlich wer sie in Hebr\u00e4ischer Sprache lieset. GOtt w\u00fcrcket auch noch heutiges Tages in seinen Kindern. Die Lieder des sel. Lutheri, Opitzens, Hermanns, Dachens, Gehards, Neunhertzes, Schmolckens, Neumanns und anderer mehr k\u00f6nnen dessen allen ein Bewei\u00df und Zeugni\u00df seyn. In der Lateinischen Kirchen war\u00a0[aq]Prudentius[/aq]\u00a0mit seinen\u00a0[aq]Hymnis[/aq]\u00a0sehr ber\u00fchmt. Zu unsern Zeiten [S] hat man die besten geistlichen Lieder in Teutschland geschrieben, und vornehmlich in Schlesien. Neunhertzes in Hirschberg geistliche Lieder auf alle Sonntage sind fl\u00fcssend und ungezwungen: Schmolckens zu Schweidnitz \u00fcbertreffen fast jene an Geist und Nachdruck; beyden aber hat es gewi\u00df, sowohl an sch\u00f6nen Worten, als auch an Geist-reichen Gedancken der seel. Neumann in Bre\u00dflau zuvorgethan; zu w\u00fcnschen w\u00e4re nur, da\u00df er auch beyde an der Zahl \u00fcbertroffen. Franckens und\u00a0[aq]Menantes[/aq]\u00a0geistliche Oden sind auch voller Geist."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"3a8ae5c9e30a31ac5e976f85fb9f2c4b7eb5f7df","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":141,"id":"Q141"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q7777$F8A36A09-7A81-44EC-BBCB-E34CBE2A186C","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}