{"entities":{"Q3041":{"pageid":3131,"ns":120,"title":"Item:Q3041","lastrevid":21550,"modified":"2025-01-31T12:51:06Z","type":"item","id":"Q3041","labels":{"de":{"language":"de","value":"[M., J.T.] Es [S] k\u00f6nte auch heissen frohe/ oder freudenblikke. Das dritte/ weil das abg\u00f6ttische/ l\u00e4ppische/ und heidnische flikwort/ Kloto/ die H\u00f6lhure/ darinnen stehet/ hab' ich gantz ge\u00e4ndert. \u00b6 D. War\u00fcm wil Er dan das dichterische wort Kloto so gar verwerfen? \u00b6 M. Es ist auch verwerfensw\u00fcrdig. Dan was haben wir Kristen mit den heidnischen abg\u00f6ttischen nahmen zu tuhn. Wir k\u00f6nnen ja ohne sie zierlich und dichterisch genug reden/ und aus dem wesen der dinge/ uns auch eigene dichterische lehrgeschichte/ oder lehrdichtereien/ die kristlicher seind/ als jene/ selbsten erfinden/ ja den kr\u00e4ften der Natur aus unserer muttersprache selbst nahmen zueignen/ also/ da\u00df wir uns mit den ihrigen nicht beschm\u00fctzen/ oder verd\u00e4chtig machen d\u00fcrfen; wie im Hochdeutschen Helikon weitleuftig zu lesen. Aber wan man diese aus unserer kristlichen Dichterei verwerfen wolte/ wie w\u00fcrden alsdan die armen Reimenschmiede zu rechte kommen? die anders keine erf\u00fcndungen haben k\u00f6nnen/ wo sie dieselben nicht daher nehmen/ und vom Apollo/ vom Jupiter/ von der Venus/ Juno/ Bellone/ Pallas/ und dergleichen tausend flikkereien und klikkereien treumen und sudeln/ ja solch einen kunterbunten lappenbeltz zusammenschmieren/ der tausendmahl n\u00e4rrischer als Klausens rok. O! der elenden sudler und hudler! Wan sie ihre Gedichte nicht besser zieren k\u00f6nnen/ als mit solchen ertzbuben/ und ertzhuhren/ wie sie die Heidnischen Dichter selbst beschreiben; so m\u00f6chten sie ihr dichteln lieber gantz bleiben la\u00dfen. Aber das ohr j\u00fckt der jungen welt gemeiniglich nur nach fremden dingen; indem es so ungesund ist/ da\u00df sie nicht h\u00f6hren kan/ [S] wie \u00fcbel es lautet/ wan ein solches flikwerk aus der Heidenschaft in der Kristen Gedichte mit eingeschoben wird. \u00b6 D. Aber war\u00fcm hat dan Fl\u00e4mming solches getahn/ den Er sonst vor den allerf\u00fcrtrefflichsten Dichtmeister zu halten pfleget? \u00b6 M. Hette Er dieses vermieden/ so were seines gleichen nicht/ und w\u00fcrde auch vielleicht seines gleichen nimmermehr kommen. Gleichwohl hat er sich dessen/ wie jung er auch gewesen/ dan er ist im ein und dreissigsten jahre seines alters gestorben/ auf die letzte weit mehr entzogen/ als im anfange; da ihn seine noch unerfahrne jugend verf\u00fchret. Ja wan er hette leben sollen/ als seine Dichterein durch \u00f6ffentlichen druk zu lichte gebracht worden; so w\u00fcrden sie ohne zweifel gantz aus andern augen sehen/ und von ihrer h\u00e4rtigkeit/ und den heidnischen redensahrten gnugsam gereiniget und geleutert sein. Ich selbst habe dergleichen redesahrten in meiner jugend zu weilen auch aus der feder schl\u00fcpfen la\u00dfen/ und eben auch/ wie andere junge leute/ in meine Gedichte manche Venusen/ Bellonen/ Minerven/ Marsen/ Plutonen und dergleichen g\u00f6tzenwerk mit eingeflikt: aber als ich zu ges\u00fcnderem verstande zu kommen begunte/ da spiehe ich/ mit dem Hocherleuchteten Gerharden/ die k\u00fctzlichte jugend an/ und \u00e4nderte meine Gedichte gantz/ warf das heidnische lumpenwerk/ als einen nichts w\u00fcrdigen schaum/ heraus/ und beflis mich kristlicher zu schreiben."}},"descriptions":{},"aliases":{},"claims":{"P86":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P86","hash":"08e59f6e38dc95c3213b2f9fe53e48a4835ce7f3","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":107,"id":"Q107"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q3041$C0E85F62-52C2-4905-A27C-5FC009DC4C59","rank":"normal"}]},"sitelinks":{}}}}